AIDA von Giuseppe Verdi

Salzburger Festspiele 2022 als Neueinstudierung

Premiere fand am 12. August 2022 im Großen Festspielhaus Salzburg statt.

Shirin Neshat die aus dem Iran stammende Künstlerin bekam eine zweite Chance die Oper – sie führte bereits 2017 Regie – AIDA noch einmal in eine neue Fassung zu bringen. Ihre erste Annäherung 2017 an AIDA war, die Sprache, die Oper, die Sänger zu respektieren. Sie sah sich als bildende Künstlerin und nicht als Regisseurin einer Oper und ging daher auf schüchterne Weise auf dieses Projekt heran. 2022 kehrt sie mit neuem Selbstvertrauen und einem besseren und tieferen Verständnis zur Oper AIDA zurück und will somit auch ein Gleichgewicht zwischen Oper und ihrer eigenen Signatur finden.

Shirin Neshat: „Die konzeptionelle und narrative Qualität, es könnte nicht näher an der Art und Weise sein, wie ich die Frage nach Macht, Religion, einem Individuum, das irgendwie von der Gesellschaft, auf die eine oder andere Weise konditioniert wird, angegangen bin. Ich denke, es ist auch eine sehr relevante Geschichte für die Zeit, in der wir leben. Wir alle sind verwundbar und ich fühle mich mit der ganzen Geschichte sehr verbunden und nicht nur dem Charakter von AIDA. Als Frau im Exil, sondern bin ich auch nervös und bin zufällig in der Art und Weise, wie jeder von ihnen, stehe ich zwischen verschiedenen Richtungen als Mensch ebenfalls im Konflikt.

Ich dachte, es wäre sehr interessant zu sehen, wie jeder der Charaktere mit der Realität von Menschen, Macht und Religion und Pflichten und Loyalität und Nationalismus konfrontiert wird, sei es entweder für die Menschen in Äthiopien oder ist in Bezug auf das ägyptische Volk und die Armee? Es gibt immer diesen Konflikt zwischen dem, was dein rationaler Verstand sagt, dem, was dein Bewusstsein sagt, und dem, was du irrational machst, und deinem Unterbewusstsein“.

In ihrer zweiten Inszenierung ist Neshat diesmal auch gelungen, ihre eigenen Videoarbeiten in die Oper einzubringen.

Kurzer Umriss worum geht es in dieser Oper? Ägypten und Äthiopien befinden sich im Krieg. Der ägyptische Hauptmann Radamès träumt von seiner heimlichen Geliebten, der äthiopischen Sklavin AIDA, die am ägyptischen Königshof lebt und die er für sich gewinnen will. Beide Aida und Radamès begehen Verrat: sie gegen die Liebe, er gegen das Vaterland.

Es stellt sich die Frage, schaffen sie sich die Freiheit zu nehmen und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen oder nicht?

Alain Altinoglu (Musikalische Leitung) agiert am Pult der Wiener Philharmoniker. Piotr Beczala (Tenor) in der Titelrolle Radamès. Anita Rachvelishvili (Mezzosopranistin) als Amneris und Elena Stikhina (Sopranistin) als Aida.

Leoš Janáček „Káta Kabanová“ Salzburger Festspiele 2022

Neueinstudierung Libretto von Leoš Janáček nach dem Schauspiel DAS GEWITTER (1859) von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski in der tschechischen Übersetzung von Vincenc Cervinka

Am 7. August 2022 war die Premiere der Oper Leoš Janáček Káta Kabanová in der Felsenreitschule Salzburger Festspiele 2022

Es ist eine Neueinstudierung in der Barrie Kosky die Regie und Jakub Hrůša die musikalische Leitung innehat.

Jakub Hrůša und Barrie Kosky im Gespräch beim TerrassenTalk 2022 / Foto:© Christa Linossi 2022

Wer ist Leoš Janáček? Janáček ist Tscheche und wurde 1854 in Hukvaldy geboren und verstarb im August 1928 in Mährisch-Ostrau. Er ist unter den Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts ein Ausnahmekünstler. Als Komponist wurde er erst allerdings mit 62 Jahren anerkannt.

Aussage von Jakub Hrůša: „An seinen meisterhaften Harmonien und spezifischen Klangfarben an fast jeder Stelle in der Partitur erkenne man schon nach wenigen Sekunden Janáčeks unverwechselbare musikalische Handschrift, zu der er allerdings erst in seinen späten Lebensjahren gefunden habe. „Ich halte ihn darum für einen der authentischsten Komponisten.“

Video Salzburger Festspiele 2022

Káta Kabanová ist ein meisterhaft-beklemmendes Porträt einer jungen Frau, die gegen ihre Lebensumstände aufbegehrte. In Káta Kabanová verbindet Janáček eine musikalische Sprachanalyse mit expressiver Klangfarbgebung und entwickelte sich so zu einem meisterhaften wie modernen Musikdrama.

Barrie Kosky zu dieser Oper: „In wenigen Takten kann Janáček einen atemberaubenden Kosmos erschaffen, schon einige wenige Noten sagen alles“. Ihn fasziniere außerdem der Charakter der Káta als zentrale Figur, die er als einen „Gefühlsvulkan“ bezeichnet, aber auch Janáčeks besonderes Gespür dafür, die anderen Figuren zu charakterisieren.

„Káta ist eine der außergewöhnlichen Figuren in der Oper. Sie ist emotional, ein Vulkan, eine Frau, die sich manchmal nicht richtig artikulieren kann, jedoch in ihren Träumen hat sie das Verlangen, sie hat Ängste und es ist wieder so zweideutig, dass wir am Ende nicht wirklich genau wissen, was ihre Probleme sind. Sie ist sehr deprimiert und voller Traumata. Die Beziehung und Liebe zu diesem anderen Mann außerhalb ihrer Ehe ist so anders als jede andere. Es ist keine romantische Liebe und voll von all den Problemen und Sorgen einer kleinen Stadt, Klatsch, Mischehen, erwiderte Liebe, Träume, Familie. Einfach alles hinter sich lassen…

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