


In 2021, I searched for clues and didn’t find what I was looking for. It remained hidden.



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DAS STUNDENLIED, op 26 mit Texten von Bertolt Brecht
Konzert in der Kollegienkirche Salzburg

Ende Oktober 2023 wurde ich zu einem Chor-Orchester-Konzert (IMP-Orchester, Chor Salzburg Vokal) in die Kollegienkirche Salzburg eingeladen. Es handelte sich um DAS STUNDENLIED op. 26 nach Texten von Bertolt Brecht. Dirigent war Hans-Josef Knaust.

Es war ein wunderschönes Konzert, aber ich muss ehrlich sagen, dass ein Konzert dieser Art, das man Oratorium nennt, für mich doch etwas Unbekanntes ist, schließlich bin ich in der bildenden Kunst zu Hause und nicht in der klassischen Musik.
Trotzdem möchte ich über dieses schöne Konzert berichten und habe mir vorgenommen, mit dem künstlerischen Leiter Hans-Josef Knaust darüber zu sprechen und ihn zu fragen, was ein Oratorium ausmacht, warum er dieses Stück von Gottfried von Einem und den Text von Bertolt Brecht unbedingt aufführen wollte.
Linossiartstory: Was hat Sie gereizt, dieses Werk von Gottfried von Einem auf die Bühne zu bringen? Gottfried von Einem, 1918 in Bern geboren, feierte 1947 bei den Salzburger Festspielen mit „Dantons Tod“ seinen internationalen Durchbruch und war in der Saison 1976/77 der international meistgespielte zeitgenössische Opernkomponist.

Hans-Josef Knaust: …seit Februar 2022, seit Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, hat mich bis heute eine tiefe innere Unruhe erfasst – ich habe mich gefragt, was ich als Musiker überhaupt noch tun soll? Oder welche Musik ich überhaupt noch spielen kann?
So rückten Passionsmusiken und experimentelle Musik der Gegenwart in den Mittelpunkt; das „Stundenlied“ von Gottfried von Einem mit dem Text von Bert Brecht zog mich förmlich an, denn der Text aus Brechts „Mutter Courage“ stammt direkt aus dem Dreißigjährigen Krieg, einem der sinnlosesten und grausamsten Kriege. Die hochexpressive Musik mit ihren teilweise ins Ekstatische gesteigerten Rhythmen überhöht Brechts Lyrik ungeheuerlich, – mit Kernsätzen wie: „…, weil er die Wahrheit g’sprochn hat…“ „…seht ihn dort zwischen den Folterknechten…“ „…g’schieht ihm recht…“ ziehen sich diese Textpassagen leitmotivisch durch das gesamte Werk und zielen im Falle G. v. Einems natürlich auf die NS-Zeit, die der Komponist nur knapp unbeschadet überlebte.
Das Stundenlied entstand 1958. Ende der 1940er Jahre trafen sich hier Gottfried von Einem (der Komponist lebte damals in Salzburg) und Bertolt Brecht. Laut Dr. Manfred Schmid von der Internationalen Gottfried von Einem und Lotte Ingrisch Gesellschaft „… hatte Gottfried von Einem ursprünglich vor, Brecht für die Salzburger (Festspiele) zu gewinnen und mit ihm ein großes musikdramatisches Werk unter dem Arbeitstitel „Totentanz“ zu schaffen, das eventuell sogar den „Jedermann“ ablösen sollte.
Bekanntlich lieferte Brecht, nachdem ihm Gottfried von Einem zur österreichischen Staatsbürgerschaft verholfen hatte, nicht das gewünschte Libretto. So kam es zur Vertonung seines STUNDENLIEDES und zur Verwendung weiterer Brecht-Gedichte in der Kantate „An die Nachgeborenen“.

Linossiartstory: Warum haben Sie das Konzert mit der Uraufführung von Martin Torps 3. Sinfonie, seiner „Sinfonie der Farben“ begonnen? Der Komponist, geb. 1957, lebt in Berlin.
Hans-Josef Knaust: Nachdem ich bereits einige Werke für Orgel und Marimbaphon aufgeführt hatte, bat mich der Komponist, eine seiner Sinfonien uraufzuführen. Ich war begeistert von der 3. Sinfonie, die mit ihren farbenreichen Konnotationen für die Zuhörer leicht aufzunehmen ist. Die Komposition ist an der Romantik geschult – man fühlt sich an Brahms und Bruckner erinnert, aber auch an den Impressionismus (Ravel). Martin Torps Œuvre umfasst Orchesterwerke, Vokalwerke (Oratorien, Kantaten, Motetten und Lieder) sowie Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke. Stilistisch ist sein Schaffen seit Mitte der 1990er Jahre wesentlich geprägt von einer Vorliebe für harmonische Klänge, gesangliches Melos, pulsierende Rhythmik und formale Klarheit.
Linossiartstory: Die Kollegienkirche, so empfinde ich als Laie, ist der richtige Ort für dieses Chor-Orchester-Konzert. Vom Architekten und Bauherrn Johann Fischer von Erlach als Weisheitskirche geschaffen, lädt die Kollegienkirche zum Dialog der verschiedenen Künste mit dem Göttlichen ein, dessen Funke die Welt durchdringt. Sie ist Salzburgs Kunstkirche, in der immer wieder wunderbare Konzerte und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst stattfinden. Wurde die Kollegienkirche bewusst gewählt, da es sich bei Einems Stundenlied im weitesten Sinne um sakrale und bei Torps Sinfonie um zeitgenössische Musik handelt?
Hans-Josef Knaust: Wie Sie schon sagten, ist diese Kirche der Philosophie und der Spiritualität ‚geweiht‘, wodurch die Verbindung zu Musik und Kunst immanent ist. Die Kollegienkirche ist ein sakraler und zugleich abstrakter Raum, in dem nur wenige Kunstwerke Akzente setzen. Im Vordergrund steht die geniale Architektur Fischer von Erlachs, die den Besucher in ihren Bann zieht. Auch wenn die Akustik teilweise problematisch ist, kann sich der Zuhörer ganz auf die Musik konzentrieren. Die Kollegienkirche liegt mir besonders am Herzen, auch wegen der außergewöhnlichen Mauracher-Orgel und der seit sieben Jahren bestehenden Konzertreihe mit experimentellen Klanginstallationen in Verbindung mit dem Orgelklang, bei der ich im Team mitarbeite.
Linossiartstory: Was ist mit innovativer Musik gemeint?
Hans-Josef Knaust: Innovative Musikprojekte wurden von mir ins Leben gerufen, um großartigen Werken der jüngeren Musikgeschichte und der Gegenwart ein Podium zu geben, die im allgemeinen Konzertleben – zum Teil aus Kostengründen etc. – nicht in Erscheinung treten. Wenn man bedenkt, dass schätzungsweise weniger als 5% des zeitgenössischen Musikschaffens den Weg in die Konzertsäle findet, gibt es hier viel zu tun und unzählige musikalische Entdeckungsreisen warten auf uns.
Linossiartstory: Welche Projekte planen Sie in der Zukunft?
Hans-Josef Knaust: Ich habe viele Projekte auf meiner Agenda. Aber eines meiner Herzensprojekte ist ‚Jesu Hochzeit‘ – die Mysterien Oper von Gottfried von Einem mit dem Libretto von Lotte Ingrisch. Gemeinsam mit der Dichterin war ich beim Herrn Erzbischof von Salzburg, um die Erlaubnis zu erhalten, diese Oper, um die sich ein Skandal, viele Mythen und Vorurteile ranken, zum ersten Mal in einer Kirche – in der Kollegienkirche – szenisch aufzuführen.
Linossiartstory: Sehr geehrter Herr Hans-Josef Knaust, ich danke Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viele interessante Musikprojekte.
Erinnerungen an besondere Halleinerinnen und Halleiner des 20. Jahrhunderts

Das Keltenmuseum Hallein präsentiert eine neue Sonderausstellung! Kombiniert mit unterhaltsamen Zitaten aus dem 2023 erscheinenden Buch „Halleiner Originale“ von Helga Springer, werden auch Fotos aus dem Halleiner Stadtarchiv gezeigt.


Mit der aktuellen Sonderausstellung präsentiert das Keltenmuseum Hallein die zweite Ausstellung der OralHistory-Reihe „Kaffeegeschichten – Erinnerungen im Museum“. Ein Format, das seit zehn Jahren Besucherinnen und Besucher einlädt, ihre ganz persönlichen Geschichten zu erzählen. Jeder Mensch hat viele Erinnerungen. Viele davon sind auch für die Gesellschaft von großem Wert und sollten nicht verloren gehen. Das Museum archiviert diese Erinnerungen, damit sie nicht verloren gehen, sondern Teil der Geschichte werden. So sind auch die beiden Bände von Helga Springer entstanden.

Aufgrund des Buches „Halleiner Originale“ von Helga Springer wurde beschlossen, nicht nur das Buch, sondern auch eine Sonderausstellung zu präsentieren. Die Ausstellung mit unterhaltsamen Zitaten zeigt die Halleiner Originale, die auch im Buch ihre Beachtung gefunden haben. Auch Helga Springer war ein Halleiner Original, die viele Geschichten über die Originale wie die Marktfrau Ottilie (Tilli) Sonnleitner oder das „Trachtenpärchen Schartner“ und andere kuriose Gestalten zu erzählen wusste.

Von der Marktfrau bis zum Schlossermeister, vom Zeitungshändler bis zum Würstelstandlbesitzer. Einige von ihnen waren vielen Halleinern einfach durch ihre Anwesenheit, vor allem aber durch ihr einzigartiges Erscheinungsbild bekannt.
Diese Halleiner Originale gehörten seit Jahren zum Halleiner Stadtbild und prägten es. Es sind besondere Halleiner und Geschichten zum Schmunzeln. Einfache Alltagsgeschichten, einfache Menschen und doch Persönlichkeiten, die in keinem Geschichtsbuch stehen.
All diese Erinnerungen hat Helga Springer in zwei Büchern niedergeschrieben. Der erste Band „Meine Kindheit in Hallein“ und der zweite Band „Halleiner Originale“, der heuer erschienen ist.
Statement von Barbara Tober (Leitung Kulturvermittlung Keltenmuseum Hallein)
„Ich hatte mit Helga Springer einen Pakt: Sie lebt so lange, bis ihr zweites Buch erschienen ist und ich beeile mich mit der Herausgabe ihrer Erinnerungen an die Halleiner Originale. Wir haben es beide geschafft! Das macht mich trotz des traurigen Verlusts froh. Ich habe Frau Springer als zuversichtliche alte Frau kennengelernt, die offen und ehrlich über sehr private Ereignisse geschrieben und gesprochen hat. An diese positive und fröhliche Person erinnern die Texte und Bilder auf der Vitrine des jüngsten „Halleiner Originals“. Ich hoffe, sie wäre mit der Auswahl zufrieden“.
Helga Springer starb im September 2023. Barbara Tober, Leiterin der Kulturvermittlung im Keltenmuseum, hat mit der 90-Jährigen ihr letztes Buch kuratiert.
Das Buch „Halleiner Originale“ von Helga Springer ist im Keltenmuseum erhältlich ISBN 978-3-903313-20-0

Kurzer Rückblick 2023: Der Wechsel in der Schauspieldirektion der Salzburger Festspiele im Oktober 2023 sorgte für einen Paukenschlag! Die neue Schauspieldirektorin Marina Davydova greift hart durch und feuert das gesamte Jedermann-Ensemble! Auch Regisseur Michael Sturminger, der seit 2017 das Leben und Sterben des reichen Mannes am Domplatz inszenierte, muss gehen, ebenso Burgtheaterschauspieler Michael Maertens.
Die ehemalige Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele, Bettina Hering, kritisierte die Aktion scharf: „Ich bin schockiert über die Unprofessionalität, die hier an den Tag gelegt wurde. Die Aktion war skandalös und respektlos in der Durchführung“.
Am Freitag, den 17. November 2023 wurde bei der Pressekonferenz in Wien die Katze aus dem Sack gelassen: Der NEUE JEDERMANN war das Ergebnis der Präsentation.

Regie führt Robert Carsen, und sein Statement zum Thema lautet: „Hugo von Hofmannsthal fasziniert mich seit Langem. Ich sehe in ihm den bewussten und unbewussten Meister des Zeitgeistes. Unter seinen Werken ist Jedermann zweifellos das universellste und populärste. Es geht in diesem Bühnenstück um das eine große Mysterium, dem wir uns alle eines Tages stellen müssen: den Tod. Wir Menschen sind unserem Wesen nach jedoch nicht imstande, den eigenen Tod wirklich zu begreifen. So bleibt er zumeist etwas, das anderen widerfährt. Wenn es aber für uns selbst ans Sterben geht – was eines Tages geschehen muss –, dann ist es immer zu früh. Warum ist das so, und woran halten wir so verzweifelt fest, wenn wir uns ans Leben klammern? Es sind unter anderem diese Fragen, die im Jedermann erkundet werden. Das Stück bezieht seine Kraft und Resonanz daraus, dass seine Thematik – wenn auch in kodifizierter Form erzählt – jeden und jede einzelne im Publikum betrifft, jedes Jahr, bei jeder Vorstellung. Jedermann ist eine Zusammenfassung, eine Metapher und eine Allegorie des Lebens.
Es ist mir und meinem Team eine große Ehre, dass wir eingeladen wurden, den Jedermann zu inszenieren – und eine noch größere, auf diese Weise mit den wunderbaren Theatermachern vergangener Produktionen eine Verbindung zu spüren.“

Ein kurzes Statement von Philipp Hochmair, der die Rolle des neuen JEDERMANN übernehmen wird:„Jedermann ist für mich so etwas wie eine Lebensrolle geworden. Die Geschichte vom Leben und Sterben des reichen Mannes ist ein eindringliches Gesamterlebnis und macht Jedermann als Zeitgenossen erkennbar, der in seiner unstillbaren Gier nach Geld und Rausch förmlich verglüht. Die Kernfrage ist zeitlos und ewig gültig, Was bleibt von meinem Leben, wenn es ans Sterben geht?‘“

Ein kurzes Statement von Deleila Piasko, die die Rolle der neuen Buhlschaft übernehmen wird:„Es ist für mich eine große Ehre diese Rolle der Buhlschaft spielen zu dürfen und somit ein Teil dieses traditionsreichen Theaterereignisses zu werden. Voller Vorfreude und Neugierde blicke ich auf die anstehenden Proben und die kreativen Auseinandersetzungen mit Robert Carsen und dem Ensemble.“
Bühne und Kostüme werden von Luis F. Carvalho gestaltet. Die Choreografie übernimmt Rebecca Howell. Die Tischgesellschaft von 2023 habe ein neues Angebot für 2024 erhalten, sagte der kaufmännische Direktor des Festivals, Lukas Crepaz. Mit der Tischgesellschaft des Vorjahres sei man im Gespräch und „zuversichtlich, dass wir je nach Verhandlungsfortschritt auch individuelle Lösungen finden werden“.
Kurzer Einblick in die Biografien:
Robert Carsen der gebürtige Kanadier absolvierte seine Schauspielausbildung an der Bristol Old Vic Theatre School, bevor er sich seiner Karriere als Regisseur, Lichtdesigner und Bühnenbildner zuwandte.
Deleila Piasko, geboren 1991 in der Schweiz, studierte Schauspiel an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” in Berlin und trat während dieser Zeit auch an der Volksbühne in Berlin auf. Es folgten Engagements am Konzert Theater Bern und am Staatsschauspiel Dresden. Von 2019–2022 war sie festes Ensemblemitglied des renommierten Burgtheaters in Wien.
Philipp Hochmair entdeckte seine Leidenschaft für Literatur, Film und Theater bereits als Jugendlicher und studierte Schauspiel am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien in der Meisterklasse von Klaus Maria Brandauer sowie am Conservatoire National Supérieur d`Art Dramatique in Paris.
Wir freuen uns auf den neu inszenierten JEDERMANN 2024, wenn er wieder den Domplatz beherrscht und von der Festung der Ruf J E D E R M A N N erschallt.

Dr. Uta Degner lehrt als assoziierte Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Salzburg. Gemeinsam mit Irene Fußl ist Uta Degner Mitherausgeberin der Salzburger Bachmann Edition. Die Salzburger Bachmann Edition präsentiert die Prosa, Gedichte und Essays, Hörspiele, Libretti sowie die Korrespondenz Ingeborg Bachmanns in Form einer Gesamtausgabe. Die Texte werden durch ausführliche Kommentare auf dem neuesten Stand der Forschung ergänzt, die Bachmanns Werk neu erschließen.
Nun hat Dr. Uta Degner einen neuen Band herausgegeben. „INGEBORG BACHMANN – Spiegelungen eines Lebens“.
Worum geht es in diesem Buch?
1973 starb Ingeborg Bachmann in Rom, wo sie zum Schluss lebte. 50 Jahre ist Bachmanns früher Tod nun her und sie ist nach wie vor nicht in Vergessenheit geraten. Sie ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Seit 1977 wird in Klagenfurt alljährlich zu Ehren der 1926 in Klagenfurt geborenen der Ingeborg Bachmann-Preis verliehen.
Dieser einzigartige Bildband gibt nun 50 Jahre nach ihrem tragischen Tod in Rom einen tiefen Einblick in Leben und Werk dieser großen Dichterin. Es sind selten gezeigte Fotografien aus dem Familienbesitz und entlegenen Quellen, die Ingeborg Bachmanns Lebensweg nachzeichnen: Ihr Abschied von der Kärntner Kindheitslandschaft und den Umzug nach Italien, den kometenhaften Aufstieg, das Ringen um Unabhängigkeit.
Deutlich wird die enge Verflechtung von Leben und Literatur, aber auch die schwierige Selbstbehauptung als schreibende Frau im Literaturbetrieb und in der Mediengesellschaft.
Ingeborg Bachmann stand wie keine andere deutschsprachige Schriftstellerin im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Sie verkörperte den Aufbruch der 1950er Jahre ebenso wie die Frauenbewegung der 1970er Jahre. Die Fotografien zeigen, dass eine Trennung zwischen ‚öffentlich‘ und ‚privat‘ nicht möglich war. Was sie in ihrer Gesamtheit sichtbar machen, sind die vielen Gesichter Bachmanns, ihre Wandlungsfähigkeit und Ausstrahlung, ihre einzigartige Aura.
Betrachtet man die fotografischen Porträts Bachmanns, so fällt auf, wie unterschiedlich sie immer wieder erschien. Sie hatte viele Gesichter, und keines glich dem anderen.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Für alle, die Ingeborg Bachmann kennen und sich für sie interessieren, ist dieser facettenreiche Band ein Muss. Eine außergewöhnliche Frau, die auch heute noch die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht.
AUTOR: Uta Degner:
Studium der Neueren deutschen Literatur, Philosophie und Italianistik in Konstanz, Bologna und an der FU Berlin. Magister Artium, FU Berlin 1999. Promotion, FU Berlin 2007. 2007-09 wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste, FU Berlin. Seit 2009 Universitätsassistentin (Post-Doc) in der FB-Germanistik der Universität Salzburg.
Erschienen ist das Buch: Verlag wbg Theiss
ISBN 978-3-8062-4607-0

Sommer und Herbst haben sich verabschiedet. Der Winter naht. Die Tage werden wieder kürzer und es stellt sich wieder die Frage, wie Kinder beschäftigen? Nicht immer ist das Sitzen vor dem Fernseher, dem IPad oder ähnlichem optimal.
Aber es gibt etwas! Zum Beispiel ein Besuch im Spielzeug Museum Salzburg, hier gibt es viel zu entdecken und das Spielzeug Museum ist auch eine Einladung in die Welt des Spielens. Erleben und Ausprobieren stehen hier im Mittelpunkt. Jede Menge Spielzeug wartet auf die Kinder.

Seit Oktober 2023 gibt es im Spielzeug Museum auch eine „Wunderkammer“, die den kleinen und großen Besucher*innen ein Universum an Spielzeug aus aller Welt eröffnet. Kuriositäten, Spielzeug, Miniaturen, Puppen und vieles mehr sind nach Größe, Farbe und Material geordnet zu bestaunen.
Es wird zum Entdecken, Erforschen und Erleben eingeladen. Die Funktion eines Museums – Sammeln, Bewahren, Forschen – und das Ergebnis der Museumsarbeit – Vermitteln und Ausstellen – werden den Kindern gleichzeitig vermittelt.

So ist im Spielzeugmuseum eine Wunderkammer der besonderen Art entstanden – eine Spielzeugwunderkammer. Gezeigt werden allerlei Kuriositäten, Miniaturen, Spielzeuge wie Fahrzeuge, Plüschtiere und Puppen und vieles mehr aus der Sammlung des Museums.
Der Kater Fabulinus, Maskottchen und oberster Mäusefänger des Spielzeugmuseums, führt in einem Begleitheft durch die Ausstellung. Er stellt Fragen, gibt Informationen und Rätsel auf. Der Besuch, der zunächst zum Staunen anregen soll, wird so zu einem informativen und erfrischenden Rundgang durch eine alte Welt des Ausstellens und Sammelns.
Strandgut – Experimentieren mit Sand ist ein fester Bestandteil im Vermittlungsangebot des Spielzeug Museums. Und erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. Hier können Krippen- und Kindergartenkinder ungestört, in ihrem eigenen Tempo und nach Lust und Laune mit Sand experimentieren.

Ein Besuch im Spielzeugmuseum lohnt sich immer. Begleitet werden sie dabei von einer erfahrenen Gruppenleiterin. Das Konzept „Strandgut-Spielraum“ basiert auf der Pikler-Pädagogik. 2010 wurde es von Ute Strub in Berlin-Schöneberg ins Leben gerufen. Schütten, messen, schöpfen, wiegen, kochen, reiben – Ute Strub hat mit Sand und Küchenutensilien eine neue Entfaltungsmöglichkeit für Kinder geschaffen.
Es lohnt sich also immer wieder, das Spielzeugmuseum zu besuchen.

The waterfall plunges downwards with its flowing water. It is a river or stream in which the water no longer flows but plunges down freely. The water falls because the ground suddenly changes. The water can flow faster in front of the waterfall, but it only plunges down at the edge of the waterfall.
Katharina Grosse „Warum Drei Töne Kein Dreieck Bilden„

Betritt man den Ausstellungsraum, in dem die Künstlerin Katharina Grosse derzeit ihrem Farbenrausch freien Lauf lässt, ist man sofort überwältigt. Der eigentlich in Weiß getauchte Raum ist mit dem Farbenrausch der Künstlerin überzogen und wirkt positiv auf den Betrachter.

Warum Farbrausch? Die Malerei von Katharina Grosse besticht durch die Kraft und Intensität der Farben, und man bleibt einfach stehen, um diesen Farbenrausch zu genießen.
Nichtlinearität, Mehrdimensionalität und Komplexität sind die Themen, die die Künstlerin verfolgt. Sie ist experimentell und unberechenbar wie das wilde Denken. Expansion und permanente Grenzüberschreitung, Freiheit und Autonomie sind die Grundpfeiler ihres Oeuvres.

Die Künstlerin interessiert, wie das gemalte Bild auf unsere heutige Gesellschaft wirkt, wie es an einem bestimmten Ort präsent werden kann. Die Gemälde und Installationen entfalten eine koloristische Kraft, die das klassische Bild Geviert überwindet, den Ort betont und konterkariert: Vibrierende Farbformationen breiten sich über ganze Architekturen, Objekte und weite Flächen im öffentlichen Raum aus.
Der Farbvorrat ist nahezu unbegrenzt, so dass über weite Strecken gemalt werden kann, ohne das Werkzeug aus der Hand legen zu müssen. Für die Albertina hat Katharina Grosse ein begehbares Bild geschaffen, das sich über die Wand, die gefalteten Folien, die Decke und den Boden erstreckt – sich über den ganzen Raum ausbreitet.

Die Künstlerin verwendet die Sprühtechnik, um ihre Malerei auf den unterschiedlichsten Oberflächen und Materialien mit subtilen Verläufen und harten Kontrasten zu realisieren.
Im Prozesshaften, Unabgeschlossenen wird eine Ausstellung erst zu einem Ort der Begegnung. In der wechselseitigen Reflexion von Präsentation und bildnerischer Umsetzung entsteht ein Gesamtkunstwerk, das sich in Schichten, Energiefeldern, Markierungen, Projektionsflächen, Zwischenräumen, Leerstellen, Verläufen, Übergängen, Vermischungen und Kontrasten präsentiert.
Katharina Grosse: Warum Drei Töne Kein Dreieck Bilden „Man hat den Eindruck, Zeuge der Entstehung der Werke zu sein, indem wir das zu Gesicht bekommen, was außerhalb der Leinwand liegt“.
Man könnte viel über diese Wandbilder interpretieren und philosophieren. Aber ich glaube, man muss es selbst erleben und die Kraft der Farben und die Art, wie es gemalt ist, auf sich wirken lassen. Jeder hat eine andere Vorstellung von Kraft.
Katharina Grosse wurde 1961 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie war Professorin an der Weißensee Kunsthochschule Berlin (2000-2009) und an der Kunstakademie Düsseldorf (2010-2018). Sie lebt und arbeitet in Berlin und Neuseeland.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 01.04.2024 in der Albertina Wien.
Ecstatic Media heißt die neue Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg.

Es geht um Bildwelten neuer Medien und Technologien, die intensive Erfahrungen auslösen und den Betrachter in außergewöhnliche emotionale und psychische Zustände versetzen.

„Ekstatische Medialität“ wurde schon früh in der Medienkunst eingesetzt, um die technologischen, ästhetischen und psychischen Effekte von Medien sichtbar zu machen. Die Ausstellung spannt einen Bogen von den Medienrealitäten der späten 1960er Jahre bis in die Gegenwart. Ausgangspunkt ist die Sammlung Generali Foundation, die als Dauerleihgabe im Museum der Moderne in Salzburg zu sehen ist.

Mich persönlich hat die Installation Beobachtung der Beobachtung: Unbestimmtheit, 1973 von Peter Weibel am meisten beeindruckt. Peter Weibel gilt als einer der einflussreichsten Protagonisten der Medienkunst. Seine Installation aus dem Jahr 1973 ist ein experimentelles Setting, das unsere Wahrnehmung auf den Kopf stellt. Sie besteht aus einem mystisch anmutenden Hexagramm, das von Überwachungskameras und Monitoren umgeben ist. Wie wir uns auch drehen und wenden, wir sehen auf diesen Bildschirmen nie unser Gesicht, sondern immer nur unseren Rücken – ein Blick, der normalerweise unmöglich ist. Vom Selfie bis zur Videokonferenz sind wir es gewohnt, unser Gesicht im medialen Spiegel zu sehen. Wir sind Subjekt und Objekt zugleich – Beobachter: in und Beobachtete, geprägt von der Perspektive, die uns unser Körper vorgibt.

Weibels Installation setzt technisch um, was der Surrealist René Magritte 1937 in seinem Gemälde La reproduction interdite malerisch visualisiert, hat: einen Spiegel, der das Gegenüber von hinten statt von vorne zeigt, das Gesicht verbirgt und den damit verbundenen Verlust der Identitätsbildung spürbar macht.
Peter Weibel war in der Kunstszene kein Unbekannter. Er wurde 1944 in Odessa geboren und starb 2023 in Karlsruhe. Er wuchs in Oberösterreich auf. Er studierte zunächst ein Jahr Französisch und französische Literatur in Paris, begann 1964 ein Medizinstudium in Wien und wechselte dann zur Mathematik mit Schwerpunkt Logik.
Peter Weibels Werk lässt sich im Wesentlichen den Kategorien Konzeptkunst, Performance, Experimentalfilm, Videokunst, Computerkunst und allgemein der Medienkunst zuordnen. In seinen performativen Aktionen untersuchte er nicht nur die „Medien“ Sprache und Körper, sondern auch Film, Video, Tonband und interaktive elektronische Environments.
Eine weitere interessante interaktive Installation ist von dem Künstler: in Christa Sommerer & Laurent Mignonneau mit dem Titel Homo Insectus, 2020.

Durch die Industrialisierung und die Eingriffe des Menschen sind Insekten in Gefahr und wir alle müssen uns unserer Auswirkungen auf das Insektenreich bewusstwerden. Insekten sind ein wichtiger Teil der Biosphäre. Aufgrund der Umweltverschmutzung und des weit verbreiteten Einsatzes von Chemikalien sind in den letzten Jahren jedoch viele Insektenarten ausgestorben. Jede Insektenart spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem: Sie sind Bestäuber, Kompostierer oder Nahrungsquelle für andere Tiere.

Homo Insectus ist eine interaktive Installation, die den Beitrag des Menschen zur Insektenwelt hervorhebt und eine positive Einstellung gegenüber Insekten fördert. Die Besucher der Installation können beobachten, wie sich ihr eigener Körper in einen Lebensraum für künstliche Ameisen verwandelt. Sie vermehren und organisieren sich in Kolonien und Formationen, solange die Teilnehmer: innen einen sensiblen Dialog mit der Welt der künstlichen Kreaturen zulassen.
Das Künstlerduo Sommerer & Mignonneau beschäftigt sich seit Beginn ihrer Zusammenarbeit Anfang der 1990er Jahre mit kreativen Wachstumsprozessen. An der Schnittstelle zwischen Realität und Virtualität, Naturwissenschaft, Technologie und Kunst thematisieren die beiden Künstler die Möglichkeit künstlichen Lebens.
Christa Sommerer, geboren 1964 in Ohlsdorf, Oberösterreich, ist eine österreichische Medienkünstlerin. Sie studierte von 1982 bis 1985 Biologie und Botanik an der Universität Wien, danach absolvierte sie ein Studium der modernen Bildhauerei bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Laurent Mignonneau wurde 1967 in Angoulême, Frankreich geboren. Er ist ein international renommierter Medienkünstler.
Sommerer und Mignonneau sind beide Professoren und Leiter: in des Studiengangs Interface Cultures an der Kunstuniversität Linz. Mignonneau und Sommerer haben rund 30 interaktive Kunstwerke geschaffen und zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den ARCO BEEP Award 2016 in Madrid, den Wu Guanzhong Art and Science Innovation Prize der Volksrepublik China 2012 und die Goldene Nica Prix Ars Electronica Award 1994.
Homo Insectus Interactive Installation ©2020 Laurent Mignonneau & Christa Sommerer Developed for the Ullens of chemicals, many insect species have died out in recent years. Every insect species plays an important Foundation Insects are an essential element of the biosphere. However, due to pollution and the widespread use function in the ecosystem: they are pollinators, composting machines, or food sources for other animals.
Die Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg erzählt anhand eindrucksvoller Beispiele – vom Avantgardefilm über Videokunst bis zu Computeranimation und Data Engineering – eine alternative Geschichte der Medienkunst. Sie wurde in vier Themenfelder gegliedert: „Medienwirklichkeiten“, „Körperbilder“, „Übertragungen“ und „Systeme“.
Die Ausstellung ist einen Besuch wert!
Die von Jürgen Tabor kuratierte Ausstellung ist noch bis zum 25. Februar 2024 zu sehen.
dann brechen auch manchmal Künstler*innen in die Berge auf!

29. Bergfilmfestival vom 8. – 19.11.2023 im Das Kino Salzburg
Wenn Sie sich fragen, was das Bergfestival in meinem Kunstblog zu suchen hat, dann muss ich Ihnen sagen, dass Kunst und Berge sich nicht ausschließen.
Auch Künstler*innen gehen gerne in und auf die Berge. Hier kann man abschalten, hier fließen neue Ideen und die Natur inspiriert einen sowieso...
Das Bergsteigerfilmfestival wird am 8. November 2023 in Hallein eröffnet. Am Eröffnungstag des Bergsteigerfilmfestivals – traditionell im Stadtkino Hallein – zu Gast ist diesmal Simon Messner.

Im Mittelpunkt des Abends steht Simon Messner, Sohn des legendären Bergsteigers Reinhold Messner. Simon Messner wurde 1990 geboren und ist Molekularbiologe und ist Höhenbergsteiger. 2023 gelang ihm und Martin Sieberer die Erstbesteigung des 7163 Meter hohen Yermanendu Kangri im Karakorum. Er wird über abenteuerliche Erstbegehungen in den entlegensten Ecken der Welt sprechen.
Sein Statement: „Ich bin kein Sportkletterer und schon gar kein Profisportler. Ich sehe mich als Alpinist und damit einer langen Tradition verpflichtet. Bergsteigen ist in erster Linie Erlebnis und nicht messbar oder vergleichbar. Die Bergwelt ist ein Erfahrungsraum, den es zu bewahren gilt, und die Bergwelt ist bis heute ein großer Lehrmeister geblieben. Alle Fehler, die ich hier mache, mache nur ich. Dem Berg ist es egal, ob mich ein Stein trifft. Mir nicht“. Was für gute Argumente!
Die Laudatio auf Simon Messner hält Alexander Huber.
25 neue Bergfilme in 12 Programmen im brandneuen, generalsanierten DAS KINO am Giselakai. Außenstellen im Stadtkino Hallein und im OVAL, auf Tour in Radstadt und Lofer. Reparaturwerkstatt für Outdoor-Bekleidung in der brandneuen Bergbar des DAS KINO. Salzburgs erstem muskelbetriebenen Indoor-Fahrradkino bei der Salzburg AG und dazu werden Geschichten aus den heimischen Bergen erzählt. Huberbua Thomas Huber schlüpft in eine neue Rolle als Jäger, der Ramsauer Spitzensportler Anton Palzer wird vom Skibergsteiger zum Radprofi, Elisabeth Heugenhauser lässt uns an ihrem Alltag auf der Kammereggalm in Maishofen teilhaben und mit Trailprofi Anita Eckerstorfer laufen wir den legendären Schwarzachtrail. Wir sind lokal verankert und denken global: Himalaya-Chronistin Billi Bierling reflektiert die positiven und negativen Seiten des modernen Expeditionstourismus.



Es werden beim Bergfestival nicht nur spannende Filme gezeigt, sondern es gibt auch wieder Themenbereiche wie zum Beispiel „Klima“, „Bergsteigen und Wettbewerbe“ oder der „Massenansturm auf K2“ usw. Es wird darüber gesprochen, gelesen, diskutiert und auch gefeiert. Einfach ein Allroundprogramm das Berg und Abenteuer betrifft.
Eine Vielfalt von Bergerlebnissen und -erfahrungen wird den Besucher*innen diesmal präsentiert.
https://www.daskino.at/festivals/29-bergfilmfestival-2023
So spannend wie Kunst, kann auch das Abenteuer Berg sein und es ist in beiden Bereichen immer wieder eine Gratwanderung.
Organisator des Bergfestivals sind wieder Martin Hasenöhrl, Thomas Neuhold, Bernhard Flieher
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