Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes!

Salzburger Festspiele 2023

am 15.06.2023 – während der Pressekonferenz auf der Presseterrasse, Festspielhaus, Salzburg, Österreich Foto: JAN FRIESE –

Am 15. Juni 2023 präsentierte Bettina Hering, Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele, der Presse beim ersten Presseterrassengespräch das Ensemble sowie MICHAEL MAERTENS als JEDERMANN und VALERIE PACHNER als BUHLSCHAFT.

am 15.06.2023 – während der Pressekonferenz auf der Presseterrasse, Festspielhaus, Salzburg, Österreich Foto: JAN FRIESE –

Michael Maertens ist der neue JEDERMANN: Er hat bereits 30 Jahre Festspielerfahrung mit insgesamt 123 Auftritten und großen Respekt vor der Rolle. Maertens über seine Rolle als JEDERMANN: „Ich will die Rolle auf meine Art spielen. Ich will nichts von meinen Vorgängern kopieren. Ich möchte, dass die Leute sich zumindest ein paar Gedanken machen über Fragen wie: ‚Warum bin ich hier? Warum muss ich wieder gehen? Das ist ein Thema, das auch mich seit meiner Kindheit beschäftigt“.

Die Buhlschaft übernimmt der Filmstar Valerie Pachner. Bereits 2016 hatte Valerie Pachner ihr erstes internationales Filmengagement. Mit Hollywood-Regielegende Terrence Malick drehte sie A HIDDEN LIFE (Ein verborgenes Leben) sie spielte die weibliche Hauptrolle der Franziska Jägerstätter an der Seite von August Diehl als NS-Widerstandsheld Franz Jägerstätter. 2019 feierte der Film seine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes. Er erhielt hervorragende Kritiken. Im Sommer 2023 wird die preisgekrönte Schauspielerin Valerie Pachner nach Österreich und auf die Theaterbühne zurückkehren, um ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen zu geben: in der außergewöhnlichen Doppelrolle als Buhlschaft und als Tod in JEDERMANN.

am 15.06.2023 – während der Pressekonferenz auf der Presseterrasse, Festspielhaus, Salzburg, Österreich Foto: JAN FRIESE –

Regisseur Michael Sturminger will und wird den JEDERMANN völlig neu inszenieren. Er will ihn ins 21.Jahrhundert führen! Alles wird anders, die Bühne, die Kostüme, die Gedanken usw. und man darf gespannt sein, wie viel Hofmannsthal noch bleiben wird?

Michael Sturminger
© Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

Michael Sturminger: „Es ist ein riesiges Vergnügen und eine unglaubliche Situation, dasselbe Stück dreimal neu inszenieren zu dürfen.“ Dabei sei auch seine eigene Sichtweise in Bewegung gekommen und habe sich verändert: „Das Stück ermöglicht ganz verschiedene Zugänge. Was Max Reinhardt unter den Begriffen Glaube oder Geliebte verstanden hat, hat sich in 100 Jahren verändert. Das Stück lässt sehr viele unterschiedliche Perspektiven zu, das macht es in seiner Abstraktion so faszinierend.“

Für mich stellt sich auch die Frage, dass wir in diesem Jahr das Max Reinhardt Gedenkjahr haben, 150. Geburtstag und 80. Todestag des Regisseurs und Mitbegründers der Festspiele. Wäre es da nicht eine Überlegung wert gewesen, einen Teil der Uraufführung aus dem Jahr 1920 in die Neuinszenierung mit einzubeziehen?  Damit würde dem Regisseur Max Reinhardt (sowie der FAUST) eine weitere Hommage im Rahmen der Salzburger Festspiele zuteil.

Ein kurzer Rückblick:

Geburtsstunde der Salzburger Festspiele

Am 22. August 1920 war es so weit. Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ in der Inszenierung von Max Reinhardt wurde vor dem Dom aufgeführt, wo die Festspiele noch heute stattfinden. Der österreichische Schauspieler Alexander Moissi zählte – auch über den deutschsprachigen Raum hinaus – zu den bekanntesten Schauspielern seiner Zeit. Das machte ihn 1920 zum idealen ersten Jedermann im „Geburtsjahr“ der Salzburger Festspiele.

SÜSSES GIFT

„Die Toten von Salzburg“ ist eine Produktion von SATEL Film

v.l.n.r. Waltraud Langer, Landesdirektorin des ORF Salzburg, Susanne Czepl Zrost Salzburger Schauspielerin, Regisseur Erhard Riedlsperger, Wolfgang Oliver, Fanny Krausz, Michael Fitz, Erwin Steinhauer, Johannes Zirner,Produzent der Reihe Heinrich Ambrosch, Karl Fischer, Sabine Weber (ORF)Die Film Crew „Die Toten von Salzburg“ Foto: © Rudi Gigler

Die Stadt Salzburg ist nicht nur für ihre Schönheit und ihre Geschichte bekannt, sondern auch als idealer Schauplatz für Filmaufnahmen und somit auch für eine weitere Produktion der SATEL Film in Zusammenarbeit mit dem ORF und dem ZDF für die Krimiserie „DIE TOTEN VON SALZBURG“. Die 10. Folge „Süßes Gift“ wird im Jänner 2024 ausgestrahlt werden.

Die zehnte Episode „Süßes Gift“ und die Dreharbeiten dauerten von April 2023 bis Ende Mai 2023. Sie handelt von der süßen Mozartkugel und der gefährlichen Energiewende.

Kurzinhalt von Folge 10. „Süßes Gift“

Die Geschichte der 10. Folge „Süßes Gift“ hat ein Thema zum Inhalt, das uns mittlerweile alle angeht: Die Versorgung mit klimaneutralem Biogas und damit das Gelingen der Energiewende.

Es geht um die süße Mozartkugel und die Energiewende – die am Ende doch nur ein gefährliches politisches Komplott ist. Errichten soll die Anlage der umtriebige Bauunternehmer Nussbaumer. Doch dann der Schock: Der Chauffeur des bayerischen Energieministers fällt tot aus der Staatskarosse! Vergiftet, ausgerechnet mit den berühmten süßen Marzipankugeln der Mozartstadt.

Regisseur Erhard Riedlsperger und seine Film Darsteller*innen „Die Toten von Salzburg“ Foto: © Rudi Gigler

Das ganze Projekt droht zu scheitern. Nun ist es an den Ermittlern Fanny Krausz (Irene Russmeyer, Kripo Salzburg), Michael Fitz (Hauptkommissar Hubert Mur) und Erwin Steinhauer (Hofrat Alfons Seywald), sich an die Fersen des Täters zu heften, eine Spur, die sie bis zu einem aserbaidschanischen Gasprinzen führt“.

Um die Spannung zu erhalten, wird noch nicht mehr verraten.

Schauspielerin Fanny Krausz und Schauspieler Michael Fitz/ Foto: © Christa Linossi

Das Thema Energiewende beschäftigt nicht nur die Schauspieler Fanny Krausz und Michael Fitz abseits der Kamera. Fitz: „Meine Generation hat sich zu lange aus dem Thema herausgehalten und die Jungen müssen es jetzt ausbaden. Ankleben an der Straße würde ich mich allerdings nicht, da ich es nicht für einen adäquaten Weg halte, demokratische Wünsche auf diese Weise durchzusetzen! Ähnlich argumentiert auch Krausz: „Es muss sich etwas ändern, immer nur zu sagen, dass es nichts bringt, ist zu wenig und alt. Deshalb fahre ich viel Rad, nehme öffentliche Verkehrsmittel statt Auto und kaufe nachhaltige Produkte“, sagt Krausz.

Schauspielerin Fanny Krausz Foto: © Rudi Gigler
Schauspieler Michael Fitz, der immer einen guten bayrischen Schmäh drauf hat Foto: © Christa Linossi

Dass „Die Toten von Salzburg“ nach der strengen Richtlinie „UZ 76“ des Österreichischen Umweltzeichens für „Green Producing“ umgesetzt wurde, passt da gut ins Bild.

Produzent Heinrich Ambrosch sagt dazu: Wir setzen auf Ökostrom, verzichten auf Dieselgeneratoren und ziehen Bahnreisen dem Flugzeug vor, sofern das gewünschte Ziel mit der Bahn in weniger als fünf Stunden erreichbar ist. Alle Bereiche wie Baumaterialien, Bühnenbild und Requisiten, Kostüm und Maske, Technik, Catering und Übernachtung werden auf Nachhaltigkeit geprüft und Kolleginnen, Schauspielerinnen, Agenturen und Partner ermutigt, die gemeinsamen Ziele zu erreichen“.

Auch die Filmindustrie wird umweltfreundlicher!

Die Sendeverantwortung liegt bei Sabine Weber (ORF) und Daniel Blum (ZDF). Produzentin und Green Producer ist Astrid Hauss (Satel Film). „Die Toten von Salzburg“ ist eine Produktion der Satel Film in Zusammenarbeit mit ORF und ZDF, gefördert vom Fernsehfonds Austria, dem Land Salzburg und der Stadt Salzburg.

Über SATEL Film

Die SATEL Film GmbH (gegründet 1971) ist eine der führenden österreichischen Filmproduktionsfirmen. Sie hat ihren Sitz in Wien. Neben der Produktion von Kinofilmen und TV-Spielfilmen ist das Unternehmen vor allem in der Produktion von TV-Serien und Dokumentarfilmen tätig. Zu den bekanntesten Produktionen zählen „Kottan ermittelt“, „Schlosshotel Orth“, die „Piefke-Saga“, „Die Toten von Salzburg“, die Krimiserie „SOKO Donau“ und die Netflix/ORF-Serie „Freud“. Heinrich Ambrosch ist geschäftsführender Gesellschafter der SATEL Film und Vorstandsmitglied des Verbandes Österreichischer Filmproduzenten (AAFP).

Am Rande sei noch die Sache mit dem Schauspieler Florian Teichmeister erwähnt, die auch das gesamte Filmteam schockiert hat. Nach Rücksprache mit dem Schauspieler Fitz, der viel mit Teichmeister gedreht hat: Der hatte überhaupt keine Ahnung, was da im Hintergrund vor sich ging. Sand ins Getriebe kam erst, als die Medien über den Vorfall berichteten. Vergangene Serien, in denen Teichtmeister mitwirkte, dürfen nicht mehr wiederholt werden, es ist natürlich auch ein enormer finanzieller Schaden entstanden.

Erstmals mussten sie auch ohne den entlassenen Schauspieler Teichtmeister auskommen, der wegen des Besitzes von Pädophilenaufnahmen angezeigt worden war. Dafür wurden die Rollen der Salzburger Kripo-Ermittlerin Irene Russmeyer, gespielt von Fanny Krausz, und des bayerischen Hauptkommissars Mur gespielt von Michael Fitz, aufgewertet.

EIN WEG IN BILDERN

         Künstler Manfred Bockelmann

Manfred Bockelmann Arbeit „LJL 12“ Kohle & Acryl auf Leinwand Foto: © Christa Linossi

Es war ein Dienstag im Juni 2023, als die Ausstellung des Künstlers Manfred BockelmannBruder des weltberühmten Musikers und Sängers Udo Jürgens – in der Galerie Frey in Salzburg eröffnet wurde.

Der Sturz Bockelmanns vor einigen Monaten, als die Ausstellung bereits geplant war, führte zu einer Verschiebung, und in diesen Tagen konnte die Präsentation der interessanten Arbeiten in Anwesenheit des Künstlers endlich über die Bühne gehen.

Der Künstler, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, wurde 1943 in Klagenfurt geboren und wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in landschaftlich reizvoller Umgebung auf. Er studierte Freskomalerei, Grafik und Fotografie in Graz und begann 1966 in München eine erfolgreiche Karriere als Fotograf für große Illustrierte. 1966 wechselte er nach Wien, um seine Studien an der Akademie der Bildenden Künste abzuschließen.

Künstler Manfred Bockelmann Foto: © Christa Linossi

1971 Begegnung mit Friedensreich Hundertwasser in Zürich. Aus dem Dialog der beiden entstand das Kunstbuch „Hundertwasser Regentag“ – eine Synthese aus Fotografie und Malerei – nach einer gemeinsamen Reise auf Hundertwassers Kutter.

Aufgrund des Erfolges dieses Bildbandes gestaltete Manfred Bockelmann ein weiteres Kunstbuch über den Maler Rudolf Hausner „Adam“, eine fotografische Psychoanalyse. 1974 begann er, sich auf die Malerei zu fokussieren. Der Fotoapparat wurde zum Skizzenblock seiner Malerei. Das Landschaftsmotiv stand fortan im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Fotografie und Malerei stehen in seinem Werk bis heute gleichberechtigt nebeneinander.

Ich hatte auch die Gelegenheit, mit dem Künstler ein paar Worte über seine ausgestellten Werke zu wechseln, die mich besonders beeindruckt haben.

Manfred Bockelmann Arbeit „Wurzelstock“ Kohle auf Leinwand Foto: © Christa Linossi

Da ist zum Beispiel die Arbeit – eine seiner frühesten Arbeiten – ein Wurzelstock, hier erklärte er mir, diese Arbeit nenne er Katastrophe! Warum? Seine Aussage, der Baum, eine robuste Pflanzenart, die fest in der Erde verwurzelt ist und weit in den Himmel ragen kann, wird vom Menschen gefällt, oder durch einen starken Sturm kann der Baum auch entwurzelt werden. In der vorliegenden Arbeit ist der Baum jedoch durch den Menschen gefällt worden. Die Wurzel an der Oberfläche zeigt die Zerstörung, die Vergänglichkeit und die Hervorhebung der leicht zu übersehenden Schönheiten unserer alltäglichen Umgebung. 

Ein anderes Werk, das mich fasziniert hat, sind seine Blätter, die lose von den Bäumen auf den Boden fallen und dort als Blätter liegen bleiben. In Gärten und Parks wird dieses Laub oft als störend empfunden. Wenn es jedoch blau gefärbt wird, erhält es ein eigenes Wesen und eine starke, immaterielle Körperlichkeit.

Manfred Bockelmann Arbeit “ “ Kohle & Acryl auf Leinwand Foto: © Christa Linossi

Für den Künstler Bockelmann steht Blau in diesem Zusammenhang für Vertrauen, Heilung, Unendlichkeit und Göttlichkeit. Das Vergehen und Verwelken sollen jedoch nicht melancholisch empfunden werden, sondern durch die künstlerische Verwandlung als ein von Poesie begleiteter Prozess.

Manfred Bockelmann Arbeit „LJ 5“ Kohle & Acryl auf Leinwand Foto: © Christa Linossi

Eine sehr interessante und sehenswerte Ausstellung und ein Künstler, der sich mit der Natur beschäftigt und auch in Zukunft noch viele interessante Arbeiten zu Papier bringen wird. „Ein Künstler setzt sich nicht zur Ruhe, er arbeitet, solange er kann“. (Aussage des Künstlers) Ein kluger Satz, den sich so mancher merken sollte.

http://manfred-bockelmann.de/

https://www.galerie-frey.com/

Im 21. Jahrhundert angekommen:

FAUST, die unendliche Dramaturgie!

Gerfried Stocker (Künstlerischer Geschäftsführer von Ars Electronica), Markus Hinterhäuser (Intendant der Salzburger Festspiele), Margarethe Lasinger (Leitung Dramaturgie und Publikationen · Festspielarchiv), Peter Freudling (Lead Designer & Artist Ars Electronica Futurelab)
© SF/Neumayr/Leopold

Anlässlich des 150. Geburtstages des Regisseurs und Festspielmitbegründers Max Reinhardt realisieren die Salzburger Festspiele im Frühjahr und Sommer 2023 Veranstaltungen, die Reinhardts letzte Salzburger Inszenierung, Goethes FAUST (1933-1937) – und damit auch die historischen Zäsuren 1933 und 1937/38 – in den Mittelpunkt stellen.

Im Herbst 2023 gedenkt die Theaterwelt des 150. Geburtstages und 80. Todestages. Max Reinhard wird als der erste moderne Regisseur bezeichnet, als Theatermagier verehrt und als Inbegriff eines Impresarios von internationaler Zugkraft beschrieben, dessen Wirken von Berlin und Wien über Salzburg bis in die Vereinigten Staaten ausstrahlte.

Max Reinhardt bei Proben in der Faust-Stadt, 1936
© ASF/Photo Ellinger

Bereits am 24.5. und 25.5.2023 beschäftigte sich ein zweitägiges Symposium auf Schloss Leopoldskron mit Reinhardts Regiebuch zu Goethes FAUST, dessen Rezeption und den Charakteristika seiner FAUST-Inszenierungen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Symposiums steht das Regiebuch zu Max Reinhardts FAUST. Es geht um die wissenschaftliche Erschließung klassischer Texte und um Fragen der Kanon Bildung. Eine dreiteilige Ausstellung zu Beginn der Festspiele stellt Reinhardts FAUST in den politischen, gesellschaftlichen und theatergeschichtlichen Kontext.

FAUST – Gartenszene · Paula Wessely und Ewald Balser, 1933
© ASF/Photo Ellinger

In Zusammenarbeit mit zwei der wichtigsten Reinhardt-Archive – dem Theatermuseum Wien und der Wienbibliothek – wird sein Regiewerk anhand von Probennotizen, Modellen, Skizzen, Plänen, Briefen, Zeitungsartikeln, Karikaturen und Erinnerungsstücken nachgezeichnet.

FAUST Stadt : Photo Ars Electronica Futurelab

Anlässlich des Jubiläums wird im Rahmen der Salzburger Festspiele und in Kooperation mit dem ARS ELECTRONICA FUTURELAB, das letzte Salzburger Werk des Regisseurs neu interpretiert. Ab August 2023 gehen bei FAUST 2023 Theater und neueste Technologie eine innovative Symbiose ein. Virtual Reality ist der Schlüssel. Es wird ein besonderes Projekt, das analoge, szenische und virtuelle Realitäten in einer performativen Führung zusammenführt.

Auf Basis von Plänen, Fotos und anderen Dokumenten aus dem Archiv der Salzburger Festspiele wurde die Fauststadt rekonstruiert. Eine Vielzahl von Fotos wurde perspektivisch entzerrt und teilweise mit KI-Unterstützung qualitativ verbessert. Die Grundlage für die VR-Rekonstruktion bildete ein 3D-Laserscan der Felsenreitschule.

Das VR-Erlebnis ist eingebettet in eine Führung aus mehreren Perspektiven, die von Schauspielstudierenden der Universität Mozarteum Salzburg gestaltet wird. Dabei werden unterschiedliche Medien eingesetzt. Die Besucher*innen bewegen sich also auf den unterschiedlichsten Wahrnehmungsebenen und tauchen am originalen Schauplatz in die VR-Welt ein. Auf wundersame Weise verschränken sich analoge, szenische und virtuelle Realitäten.

FAUST Stadt: Photo Ars Electronica Futurelab.jpg

Statement von Gerfried Stocker (Künstlerischer Geschäftsführer ARS ELECTRONICA): „Für uns eröffnet die Zusammenarbeit mit dem Team der Salzburger Festspiele eine außergewöhnlich gute Gelegenheit, die Möglichkeiten neuer Technologien auszuloten und weiterzuentwickeln. Es geht darum, ‚Virtuelle Realität‘ als Gestaltungsmittel zu begreifen und einzusetzen, um einem heutigen Publikum historisch relevante Szenarien näherzubringen. Ich bin sicher, dass die Aura des realen Raumes verbunden mit den Darstellungsmöglichkeiten im virtuellen Raum ein sehr eindrucks- und wirkungsvolles Erlebnis für die Besucher*innen sein wird“.

Mit einer Virtual-Reality-Anwendung erweckt das Ars Electronica Futurelab Reinhardts FAUST-Inszenierung zu neuem Leben: Über eine VR-Brille betreten die Besucher*innen die zauberhafte Wirklichkeit des Theaters – eine Rekonstruktion der Faust-Stadt in der Felsenreitschule, direkt vor Ort auf der Bühne.

Max Reinhardt hätte diese moderne Technik sicher auch zu nutzen gewusst.

FANTASTIC SURREALISTS

Halle für Kunst in Graz, hatte sich zum Ziel gesetzt, dem fantastischen Surrealismus erneut Raum zu geben.

Gezeigt werden folgende Künstler*innen die sich mit dem Phantastischen Surrealismus auseinandersetzten: Eva Aeppli, Walter Behrens, Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter, Helmut Leherb, Anton Lehmden, Kurt Regschek, Curt Stenvert

Eva Aeppli, Bella, 1970
Figur in Samtkleid mit Holzstuhl
126 × 52 × 136 cm
Courtesy / Foto © mumok – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, ehemals Sammlung Hahn, Köln, erworben 1978

Ein neuer Blick auf das Phantastische und seine verdrängten Welten in der Ausstellung „Fantastic Surrealists“.

Der Phantastischen Realismus ist neben dem Wiener Aktionismus der wohl bekannteste genuine Beitrag Österreichs zum internationalen Kunstgeschehen der letzten Jahrzehnte, die sich beide aus ganz unterschiedlichen Gründen gegenläufig zur gleichzeitig wirkungsmächtigsten Entwicklung, dem Abstrakten Expressionismus, entwickelt haben.  

Um den Phantastischen Realismus ist es vergleichsweise ruhig geworden, während der Surrealismus und seine diversen Nachwirkungen – vor allem nach der letzten Biennale in Venedig – wieder stärker in den Blickpunkt gerückt sind.

Dies zeigt sich wohl am deutlichsten an der informellen Gruppe der Phantastisch-Realistischen Realisten, deren Schaffensperiode in etwa von den 50er bis in die 80er Jahre reicht, in denen sie nicht nur den Diskurs der Zeit maßgeblich prägten, sondern auch viele Schlüsselpositionen in den kulturellen Institutionen des Landes einnahmen und auch in vielen Sammlungen des Landes vertreten sind.

Die Bezeichnung Phantastischer Realismus geht auf den Kunstkritiker Johann Muschik zurück, der sie als Unterscheidung und Betonung einer Eigenart der Wiener Strömung im Gegensatz zum internationalen französischen Surrealismus einführte.

Neben den Begründern der Phantastischen Realisten, Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter, Anton Lehmden und anfangs Helmut Leherb, werden bisher nicht oder nur teilweise in diesem Kontext wahrgenommene Künstler*innen berücksichtigt.

Wenn Sie die Ausstellung betreten stößt man sofort auf eine große Tischvitrine, in der acht Blätter aus dem Zyklus „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Hutter, Foto:  
© Christa Linossi

Beim Betreten des Ausstellungsraumes stößt man sofort auf eine große Tischvitrine, in der acht Blätter aus dem Zyklus „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Hutter, einem der Hauptvertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, ausgestellt sind. Ursprünglich war Hutter 1970 mit dem Entwurf eines Bühnenbildes für Mozarts „Zauberflöte“ an der Oper Graz beauftragt worden. Da dieser Entwurf das Budget gesprengt hätte, konnte er nicht realisiert werden.

Ein Blatt aus dem Zyklus „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Hutter, Foto:  
© Christa Linossi

Darüber hinaus ist im Hintergrund eine Figur in einem Samtkleid mit einem Holzstuhl zu sehen. Die Figur deutet in gewisser Weise ein Skelett an. Diese Skulptur stammt von der 2015 verstorbenen Künstlerin Eva Aeppli, die der Nachwelt ein vielschichtiges Werk hinterlassen hat, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden ist und Figuren in unterschiedlichen medialen Umsetzungen in den Mittelpunkt stellt. Der seelische Abgrund, der den Einzelnen im Krieg und seinen Folgen erfasste, findet sich bei Aeppli ebenso wie bei den Phantasten.

Figur in einem Samtkleid mit einem Holzstuhl Künstlerin Eva Aeppli Foto: © Christa Linossi

Sehr interessant ist auch ein Werk von Ernst Fuchs, bei dem es sich um ein Ölgemälde handelt, das sich durch eine sehr eigenwillige Farbgebung auszeichnet. Ein übernatürliches Wesen, das in den abrahamitischen Religionen als Diener oder Begleiter Gottes in verschiedenen Erscheinungsformen auftritt, ist sein „Cherub zwischen Tag und Nacht“ (1974).

Ernst Fuchs, Cherub zwischen Tag und Nacht, 1974
Courtesy Ernst Fuchs, Privatstiftung, Wien, © Ernst Fuchs Werkvermittlung

Mit dem Bild „Der Abend, 1960“ ist auch mein Lieblingsmaler Rudolf Hausner vertreten. Rudolf Hausner ist eine der zentralen Figuren der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Die Arbeit „Der Abend“ befindet sich heute im Besitz der Artothek des Bundes. Sie ist als Leihgabe im Mumok Museum der Modernen Stiftung Ludwig Wien zu sehen. Das Werk zeigt vier geometrische Körper vor einem blau-rot-orangen Hintergrund, der durch eine Horizontlinie in zwei Flächen geteilt wird. Das gesamte Werk wirkt wie eine Lichtstudie des Künstlers. Er greift damit einen der klassischen Topoi (feste Formel, festes Schema) der Malerei auf.

Rudolf Hausner, Der Abend, 1960
Tempera, Harzölfarbe auf Papier auf Holz
52 × 92 cm
Courtesy / Foto © mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Artothek des Bundes seit 1962

Arik Brauer, der zum Kern der Phantastischen Realisten gehört, war schon vorher als gegenständlicher Maler tätig. Typisch für Brauer ist sein Werk „Equilibrist, 1973“. Brauer suchte das „Phantastische“ in seinen Motiven oft, aber nicht ausschließlich in der Darstellung des Natürlichen oder in der Verschränkung von Natur und Kultur. Die Gouache „Equilibrist, 1973“ bezeichnet einen Gleichgewichtskünstler im Allgemeinen und einen Seiltänzer im Besonderen. Der Zirkus als Halbwelt der Illusion.

Arik Brauer, Equilibrist, 1973
Gouache auf Papier
18,7 × 14,8 cm
Courtesy Sylvia Kovacek GmbH, Wien

In den Anfangsjahren und beim großen Durchbruch der Phantasten war auch Helmut Leherb (ursprünglich Leherbauer) aktiv beteiligt. Aus den Pariser Jahren stammt auch die Arbeit „Taubenpalast“ von 1970. Im Zentrum des Bildes steht ein weiblich anmutendes Gesicht, dessen Stirn zu den Seiten in ausgebreitete Flügel und nach oben in einen Vogelkopf übergeht. Auf dem Vogelkopf thront eine Thora mit einem Kreuz, das wie ein Wesen geflochten ist. Das Kreuz ist in der Tat von rosafarbenen, organisch anmutenden Fetzen umgeben, die zum Teil an die Lebewesen des Meeres erinnern.

Helmut Leherb „Taubenpalast“ von 1970 Foto:  
© Christa Linossi

Das Ambiente dieser Ausstellung, die in Rot mit violetten Vorhängen an den Rändern gehalten ist, ist ebenfalls interessant. Es ist als eine Art Bühne gedacht.

Die Ausstellung ist sehenswert!

https://halle-fuer-kunst.at/

Salzkammergut 2024

„auf dem weg zur kulturhauptstadt“

Im Juni 2023 präsentierte nun das Team der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 in Graz mit Elisabeth Schweeger als Artistic Director und Manuela Reichert als Business Director gemeinsam mit Projektträgern und Gästen im Rahmen einer Pressekonferenz im Volkskundemuseum am Paulustor in Graz die Themen und ausgewählte Projekte.

PK_Kultuhauptstadt-in Graz v.l.n.r. / Manuela Reichert a Business Director / steirischer Landeshauptmann Christophe Drexler /Elisabeth Schweeger als Artistic Director Foto: © J.J.Kucek

Eröffnet wurde die Pressekonferenz vom steirischen Landeshauptmann Christophe Drexler, der das Engagement seines Bundeslandes für das Gelingen der Kulturhauptstadt Europas, die erstmals in einem ländlich-alpinen Raum und bundesländerübergreifend stattfindet, besonders hervorhob.

PK_Kultuhauptstadt-in Graz / steirischer Landeshauptmann Christophe Drexler,Foto: © J.J.Kucek

23 Gemeinden des Salzkammergutes in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark stellen sich der Herausforderung, durch das Zusammenspiel von Kunst, Kultur, Wirtschaft und Tourismus zu beweisen, dass der ländliche Raum für die Anforderungen der Zukunft gewappnet ist und hier gleichberechtigt neben dem urbanen Raum steht.

Gemeinsam mit Bad Ischl Salzkammergut werden Tartu (Estland) und Bodø (Norwegen) die Kulturhauptstadt Europas 2024 ausrichten.

Elisabeth Schweeger berichtete über 180 bereits fixierte Projekte, von denen mehr als 85 % von lokalen und regionalen Projektträgern wie Künstler*innen, Vereinen, Institutionen und Unternehmen umgesetzt werden.

Elisabeth Schweeger als Artistic Director Foto: © J.J.Kucek

Vier Projektträger*innen und das Projektteam präsentierten vier ausgewählte Projekte aus den Programmlinien „Macht und Tradition“ mit dem Schwerpunkt Revitalisierung von Museen und Erinnerungskultur sowie „Kultur im Fluss“ mit den Bereichen Musik, Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Projekte für die nächste Generation (Next Generation You) und Diversitätsthemen u.a. aus dem Projekt „Salzkammerqueer“. 2009 wurde das Projekt „Salzkammerqueer“ durch das Programm „Kultur im Fluss“ gefördert.

Die Provenienz Forscherin Monika Löscher und Monika Klengel vom Theater am Bahnhof sprachen über „Die unerhörten Dinge – eine andere Art der Provenienzforschung“. Claudia Unger, Direktorin des Volkskundemuseums Graz, stellte die Ausstellung „Konrad Mauthner“ in ihrem Haus als assoziiertes Projekt vor.

Der Gletscherforscher Klaus Reingruber gab im Gespräch mit Christina Jaritsch, deren Projekt in der Ausstellung im Sudhaus zu sehen sein wird, einen Ausblick auf die ökologischen Themen der nächsten Pressekonferenz am 19. Juni in Wien. Ökologie, Nachhaltigkeit, Architektur und nachhaltiges Bauen in der Region sowie die Optimierung des Tourismus und Projekte der bildenden Kunst in Bahnhöfen bzw. entlang von Bahnstrecken stehen im Mittelpunkt der dort vorgestellten Programmlinien.

Jahrhundert kultivierte Sommerfrische ist eine der wichtigsten Lebensadern des Salzkammergutes. Sie ist Sehnsuchtsort für viele Reisende. Wie in allen Regionen Europas sind auch im Salzkammergut die Nebenwirkungen einer von landschaftlichen Ikonen inspirierten Tourismusindustrie mancherorts nicht zu übersehen.

Mit den Programmlinien SHARING SALZKAMMERGUT – DIE KUNST DES REISENS und GLOBALLOKAL – BAUEN DES NEUEN wird nun der Beweis angetreten, dass die Region auch mit Kunst und Kultur das ganze Jahr über attraktiv ist.

Start = Link zur Homepage von salzkammergut 2024

Ein großer Schauspieler ist für immer von der Weltbühne abgetreten:

Peter Simonischek

Peter Simonischek Aufführung „Jedermann“ (23.07.2007) Foto: © Rudi Gigler

NACHRUF ZUM TOD VON PETER SIMONISCHEK

Wie eine Bombe schlug die Nachricht vom Tod eines der besten Schauspieler Österreichs ein.

„Einer der ganz großen Schauspieler ist von uns gegangen. Peter Simonischek war fast ein Jahrzehnt lang ein unvergleichlicher Jedermann. Mit seiner einzigartigen Bühnenpräsenz füllte er die beeindruckenden Dimensionen des Domplatzes mit Leichtigkeit, mit jeder Zelle seines Körpers war er dieser Jedermann. Peter Simonischek war mit einem Übermaß an Qualität gesegnet, er war das, was man im besten Sinne des Wortes einen Publikumsliebling nennt – und das völlig zu Recht“, so Intendant Markus Hinterhäuser in einer ersten Stellungnahme.

Peter Simonischek, geboren 1946 in Graz, verbrachte seine Gymnasialzeit im Internat des Stiftsgymasiums in St. Paul im Lavanttal, wo er bereits mehrmals im Schülertheater auftrat.

Während der Gymnasialzeit wuchs Simonischeks Interesse an der Schauspielkunst und er inskribierte heimlich – sein Vater wollte, dass er Medizin studiert – an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Nach Abschluss seines Studiums war er zunächst am Stadttheater St. Gallen, in Bern, am Staatstheater Darmstadt und am Schauspielhaus Düsseldorf engagiert.

Von 1979 bis 1999 war er Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne unter der Intendanz von Peter Stein. Seit der Spielzeit 1999/2000 war Peter Simonischek Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters.

Im Jahr 2002 übernahm Peter Simonischek in der Neuinterpretation des Gründungsstücks der Festspiele durch Christian Stückl die Rolle des JEDERMANN. Acht Jahre lang und 91-mal, so oft wie kein anderer, verkörperte er den reichen Mann auf dem Domplatz. Simonischek interpretierte die Rolle als brutalen Kapitalisten und scheiternden Machtmenschen. Damit wurde Peter Simonischek zu einem der besten JEDERMANN-Darsteller, und es hat – seit den sechziger Jahren und nach 2009 – keinen Besseren mehr gegeben. Er beherrschte die Riesenbühne souverän, kraftvoll und rücksichtslos.

Peter Simonischek Aufführung „Jedermann“ (23.07.2007) Foto: © Rudi Gigler

In seiner Abschiedsrede an das Jedermann-Ensemble sagte Simonischek 2009: „er habe sich bereits mit acht Jahren in den Jedermann verliebt: „Da gab es in unserem Schullesebuch ein Foto von einem Schauspieler, der an einer gedeckten Tafel stand, einen Blumenkranz in den Haaren hatte, mit strahlender Miene einen Becher hochhielt und scheinbar eine launige Rede hielt. Über seine Schulter schaute der Tod mit nacktem Schädel und Gerippe. Der Bekränzte in Siegerpose schien den Gesellen hinter sich noch nicht zu bemerken, während die schöne Frau an seiner Seite schon entsetzt auf die Erscheinung starrte. Ein Bild von hoher Dramatik und metaphorischer Kraft, dass mich als Kind faszinierte und das ich immer wieder ansehen musste. Als Bildunterschrift stand: Hugo von Hofmannsthal, Jedermann, Attila Hörbiger und Judith Holzmeister am Domplatz in Salzburg.“

Im Jahr 2012 kehrte er als Kurfürst in Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg auf die Festspielbühne zurück. 2016, zu seinem 70. Geburtstag, übernahm er die große Altersrolle des Prospero in Shakespeares „Sturm“ auf der Perner Insel.

Salzkammergut Festwochen (13.07.2022) Peter Simonischek liest aus „Die kleine Komödie“ von Arthur Schnitzler, das Bild zeigt den Schauspieler Peter Simonischek während seiner Lesung im Stadttheater Gmunden Foto: © Rudi Gigler

Ein großer Schauspieler hat die Weltbühne für immer verlassen, die Salzburger Festspiele trauern und „die schwarze Fahne, die ab heute am Festspielhaus wehen wird, ist auch ein Zeichen der Trauer und der Dankbarkeit für das, was Peter Simonischek bei den Salzburger Festspielen geleistet hat“, erklärte das Festspiel-Direktorium.

A NEW BROOM SWEEPS CLEAN!

At the Salzburg Kunstverein she plays the leading role!

Mirela Baciak neue Direktorin des Salzburger Kunstvereins ab 1. Juli 2023 / Foto: Kunstdokumentation Salzburger Kunstverein

Die Jury hat entschieden! Aus 40 Bewerbungen wurden 10 für das Hearing ausgewählt und Mirela Baciak hat das Rennen als neue Direktorin des Salzburger Kunstvereins gemacht.

Wer ist Mirela Baciak? Mirela Baciak wurde 1987 in Warschau geboren und arbeitet als Kuratorin, Forscherin und Autorin im Bereich Bildende Kunst. Sie absolvierte das Studium der Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie auch als Gastdozentin (2022) sowie als externes Mitglied der Ausstellungskommission (2020-2021) und Mitglied der Kunstpreisjury (2022-2023) tätig war.

Seit 2019 ist sie Kuratorin des steirischen herbst in Graz. Zuletzt kuratierte sie die Ausstellungen Suspension of Disbelief“ (2023) im TANK Shanghai, Something Soft, Something Strange, Something Scary“ (2023) und viele andere. Baciak war Gastdozentin an der Akademie der bildenden Künste Wien und am IZK Institut für zeitgenössische Kunst an der TU-Graz und schreibt gelegentlich für Kunstmagazine.

Den Kontext der Stadt Salzburg und ihrer Kunstinstitutionen lernte sie 2015-2017 kennen, als sie an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst mehrere Kurse zur kuratorischen Praxis leitete.

Statement von Gerda Ridler, Präsidentin des Salzburger Kunstvereins:

Wir freuen uns, mit Mirela Baciak eine junge, engagierte Kuratorin gewonnen zu haben, die in ihrer kuratorischen und forschenden Praxis einen besonderen Fokus auf Fragen der Inklusion und Diversität, des Aufbaus nachhaltiger Beziehungen und der Zugänglichkeit für unterschiedliche Communities und Publikumsgruppen legt

Statement von Mirela Baciak, designierte Direktorin des Salzburger Kunstvereins:

Ich freue mich sehr, die Leitung des Salzburger Kunstvereins übernehmen zu dürfen und bin neugierig darauf, die Stadt Salzburg und die lokale Kunstszene kennenzulernen, um die Besonderheiten Salzburgs zu verstehen und mein künstlerisches Programm daran auszurichten.

Die Vision, die ich für den Salzburger Kunstverein entwickelt habe, ist die einer dynamischen und engagierten Institution, die auf gesellschaftliche Herausforderungen in einer sich ständig verändernden Welt reagiert und aktuelle Kunstdiskurse aufgreift und erweitert. Meine Vision ist, dass der Salzburger Kunstverein ein Ort ist, an dem wir zusammenkommen, um die Kunst zu feiern und ihre zentrale Rolle in unserem Leben immer wieder neu zu überdenken. Ich interessiere mich auch für groß angelegte künstlerische und kuratorische Projekte, die Nachhaltigkeit berücksichtigen und von den Werten des Lernens und Teilens getragen werden.

Séamus Kealy, der das Haus sehr gut geführt hat, ist im März 2023 gegangen, um sich in Kanada neuen Herausforderungen zu stellen und in seine Fußstapfen tritt nun Mirela Baciak. Sie ist jung, dynamisch und kann viel bewegen, damit der Kunstverein national und international zu einer interessanten Adresse wird.

https://www.salzburger-kunstverein.at/

LEHÁR FESTIVAL

2023 BAD ISCHL

Kongress & TheaterHaus Bad Ischl / Foto: Lehár Festival Bad Ischl

Bei der Pressekonferenz am 23. Mai 2023 wurde das Lehár Festival Bad Ischl mit seinem vielfältigen Programm für die Saison 2023 vorgestellt und Bad Ischl wird vom 08. Juli bis 27. August 2023 wieder Festspielstadt sein.

Bad Ischl ist für seine Lehár Festspiele und damit für das größte Operettenfestival Österreichs über die Grenzen hinaus bekannt und in seiner Vielfalt und Qualität international einzigartig.

Ein Blick zurück zur Operette: Als in den 70er und 80er Jahren das Musical die Bühnen der Welt eroberte, zog sich die Operette aus dem kulturellen Leben zurück und begann in den Regalen der Musikarchive zu verstauben. Die Operette traf schon lange nicht mehr den Nerv der Zeit. Nur einige der bekanntesten Werke wurden immer wieder auf die Bühne gebracht. „Die Fledermaus“, „Der Zigeunerbaron“, „Eine Nacht in Venedig“, „Der Bettelstudent“, „Der Vogelhändler“, „Die lustige Witwe“, „Die Csárdásfürstin“ oder „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ waren so ziemlich die Operetten, die sich in den Köpfen der Gesellschaft festgesetzt hatten. Die anderen kannte man kaum.

Aber ist die Operette wirklich dazu verdammt, in die ewigen Jagdgründe der Kunstformen verbannt zu werden? NEIN

Bad Ischl und die Operette – diese Liebe reicht bis in die Kaiserzeit zurück. Das Leben und Schaffen vieler Operettenmeister wurde vom Salzkammergut beeinflusst, wie auch die kulturelle Entwicklung der Stadt durch diese Liaison wesentlich mitgeprägt wurde. Davon zeugt zum Beispiel das renommierte Lehár-Festival, aber auch die traditionellen Operettenkonzerte sind seit jeher untrennbar mit der Identität der Stadt verbunden.

Im Herzen des Salzkammergutes arbeiten jeden Sommer die berühmtesten Vertreter des Genres auf und hinter der Bühne! Bad Ischl ist nicht nur ein Synonym für Sommerfrische, sondern auch der Ort, an dem Operettenlegenden wie Franz Lehár, Emmerich Kálmán oder Richard Tauber zu Lebzeiten gelebt und gearbeitet haben. Das Lehár Festival hat es sich seit jeher zur Aufgabe gemacht, das unermessliche musikalische Erbe, das uns diese und andere Meister hinterlassen haben, zu pflegen und weiterzugeben.

Die zahlreichen Auszeichnungen, die das Lehár Festival bereits erhalten hat, zeugen von der künstlerischen Qualität und dem innovativen Geist der Produktionen.

Auch in diesem Jahr bietet das Festival neben den 3 Hauptwerken ein umfangreiches Rahmenprogramm rund um das Thema Operette mit Uraufführungen, Matineen, Kabarettprogrammen, Konzerten, Vorträgen und Kinderprogrammen.

Die Operettensaison 2023 wird mit MADAME POMPADOUR von Leo Fall eröffnet. Es ist eine Hommage des Lehár Festivals zum 150. Geburtstag des Komponisten. Es wird in einer eigens für das Festival arrangierten Fassung als Revue im Stil der 20er Jahre mit Tanz, Show, Humor und Sinnlichkeit auf die Bühne gebracht.

DER VOGELHÄNDLER wird als zweite große Produktion als zeitloser Klassiker von Carl Zeller auf die Bühne gebracht. Die weltberühmten Melodien, der Witz und der Charme des Stückes sprechen für sich.

Last but not least steht wieder eine besondere Rarität auf dem Programm: SCHÖN IST DIE WELT von Franz Lehár. Eine kostbare Rarität, die ideal zu Bad Ischl passt, ist Franz Lehárs Operette „Schön ist die Welt“, deren Handlung in den Alpen spielt.

Ein weiteres Zuckerl für die Besucher*innen des Festivals wird das SALUT FÜR MARCEL PRAWY sein. Erinnern Sie sich an Marcel Prawy? Er war Chefdramaturg der Wiener Staatsoper, Ehrenbürger der Stadt Wien und Opernführer – nein, er war vor allem Musikliebhaber und Musikkenner. Barbara Kreuzer widmet ihm eine Matinee mit Musik, Gästen und TV-Ausschnitten.

Tauchen Sie ein in die Welt der Operette und genießen Sie zuerst in der berühmten Konditorei ZAUNER – als ehemaliger k.u.k. Hoflieferanten & Hofzuckerbäcker – eine Mehlspeise und anschließend eine der oben genannten Operetten.

KUNST und Motorsport sind kein Widerspruch!

Hangar-7 Salzburg Foto: © Christa Linossi

Der Hangar-7, eine atemberaubende Architektur aus Glas und Stahl, die ein Gefühl der Schwerelosigkeit vermittelt, wurde 2003 eröffnet und hat bis heute eine Vielzahl von großartigen Veranstaltungen im einzigartigen Ambiente des Hangar-7 beherbergt.

Von außen betrachtet drängt sich der Vergleich mit einem Flügel auf, der eine ungeheure Dynamik und Schwerelosigkeit ausstrahlt. Steht man vor dem Eingangsportal, erheben sich aus der elliptischen Glaskonstruktion majestätisch zwei zylindrische Türme, die den Raum für die Büros und die Gastronomie des Hangar-7 schaffen.

Legendäre Flugzeuge und Hubschrauber sind hier ebenso ausgestellt wie die Welt der Formel 1, Motorräder und ausgewählte Rennboliden.

Neben diesen Ausstellungsobjekten wurde aber auch Kunstschaffenden Raum gegeben, ihre Werke zu präsentieren. Es sind Künstler*innen aus Europa, die immer wieder eingeladen werden, ihre Werke im Hangar 7 zu präsentieren.

Ich besuche den Hangar-7 immer wieder gerne, auf einen Drink in der Mayday Bar oder im Sommer in der Outdoor-Lounge, aber in erster Linie interessiere ich mich für die Kunst, die im Hangar-7 präsentiert wird.

„Double reflection“, 2021, Öl auf Leinwand, © Daniela Beranek

Diesmal habe ich einen Künstler entdeckt, der zurzeit im Hangar-7 ausstellt. Ich muss gestehen, dass ich diesen Künstler noch nicht kannte. Seine Malerei hat mich auf ihn aufmerksam gemacht. Martin Schnur, so der Name des Künstlers, stellt die Frage der zeitgenössischen Malerei an die Landschaft oder an die Figur?

Seine Arbeiten führen auf der Leinwand einen Dialog und agieren entlang der Natur und schaffen so neue Realitäten im Spiel mit autonomen Farbflächen, Lichträumen und dem Material Farbe. Seine Bilder sind expressiv und doch geheimnisvoll. Schnur bildet die Welt nicht ab und will sie auch nicht erklären, sondern er spielt mit leisen Farben, die wiederum in der Wirklichkeit sichtbar werden.

Martin Schnur Portrait, © Daniela Beranek

Martin Schnur Statement: „Ich habe mich schon immer mit Farbfeldmalerei beschäftigt. Es hat mich fasziniert, wie man in der Malerei durch die Aneinanderreihung von Farbflächen, eigentlich in einer sehr reduzierten Form, extreme Kontraste und Tiefen erreichen kann. Wenn ich dann noch eine Figur davorstelle, erweitert sich dieser Raum wieder. Mir hat immer gefallen, wie die alten Meister ihre Porträts mit Fensterausblicken ergänzt haben. Das habe ich in meinen frühen Arbeiten aufgegriffen und die Flächigkeit mit einem skulpturalen Ansatz verbunden. Der Spiegel hat eine große kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung, aber auch eine jahrhundertealte Tradition als magisch-symbolisches Objekt. Dass auch die zeitgenössische Kunst den Spiegel gerne symbolisch ersetzt, hat mit seinen metaphorischen Bedeutungen zu tun: der Spiegel als Membran zwischen realer und virtueller Welt, als Motiv gesellschaftlicher Durchdringung und „Welterkenntnis„.

Martin Schnur, 1964 in Vorau/Steiermark geboren, ist ein österreichischer Maler, der von 1982 bis 1985 die Kunstgewerbeschule in Graz und von 1985 bis 1990 die Meisterklasse für Bildhauerei bei Joannis Avramidis an der Akademie der bildenden Künste in Wien besuchte. Martin Schnur lebt und arbeitet in Wien.

Die Arbeiten von Martin Schnur haben Tiefenwirkung und man sollte sich diesen Künstler merken. Seine Arbeiten sind ausdrucksstark und bringen die Realität auf den Punkt.

Was ich an diesen Kunstausstellungen immer kritisieren muss, ist, dass die Kunst immer an den Rand gedrängt wird. Man könnte sie sehr gut zu den Ausstellungsobjekten Hubschrauber, Flugzeuge, Formel-1-Boliden und Motorräder stellen, aber so, dass es wieder einen Sinn ergibt. Kunst und Motorsport müssen kein Widerspruch sein.

Prädikat der Ausstellung: Sehenswert! Noch zu sehen bis 11. Juni 2023 im Red Bull Hangar-7 in Salzburg