

Plakat der Ausstellung „LINOSSI KÖRPER – Graz 1990“ und die Grafik „Hand – Körper – Struktur“, 1990. Werkgruppe LINOSSI KÖRPER – Graz 1990. (c) Christa Linossi
1990, Graz. Ich war eine Frau im Übergang, und meine Grafiken wurden zu kleinen Seismografen meiner inneren Landschaft.
Die Hand – offen, suchend – hält ein Glück, das längst begonnen hat, sich zu verflüchtigen. Ein Steinbruchmoment: alles kollert, alles rutscht, nichts bleibt dort, wo es war.
Die geometrischen Muster sind meine damaligen Versuche, Struktur zu bauen. Linien, die Halt versprachen, aber unter den Fingern zerbröselten.
Darunter der männliche Körper, kopflos, schon im Weggehen begriffen. Ich ließ ihn ziehen. Manchmal ist Loslassen die einzige Form von Klarheit.
Und hinten, das Dreieck: ein Rest von Ordnung, ein Symbol, das sich selbst nicht mehr trägt. Diese Grafik ist ein Stück meiner damaligen Selbstrettung – ein Versuch, mich neu zu zeichnen, in Linien, Fragmenten und einer Sprache, die erst viel später zu mir zurückfand.
Der Übergang ins 21. Jahrhundert hat meine Arbeit verwandelt – doch die grafische Linie blieb und fließt bis heute in meine experimentellen Fotoarbeiten ein.