„WER WO WAS BIN ICH? – Kunst als Echo der Erfahrung“ „Frauen. Mauern. Stimmen.“

„Nicht Teil der Ausstellung – aber Teil des Diskurses“

Die Faust im Gesicht! Experimentelle Fotografie Serie „Gewalt“ Fotoarbeit © von Christa Linossi 2018

Ich bin selbst nicht Teil der Ausstellung, wurde jedoch zur Vernissage des Projekts art X women eingeladen. Diese Einladung hat mich inspiriert, meine eigenen Arbeiten zum Thema Gewalt an Frauen wieder sichtbar zu machen – Arbeiten, die bereits 2014 entstanden sind und zeigen, wie lange mich dieses Thema künstlerisch beschäftigt.

Bereits 2014 habe ich mich in einer experimentellen Fotografie-Serie mit dem Thema Gewalt an Frauen auseinandergesetzt. Die Mauern der Franzensfeste wurden damals zum stillen Schauplatz meiner künstlerischen Reflexionen – Orte der Konfrontation, der Zerrissenheit, der Suche nach Freiheit und Identität.

WER WO WAS BIN ICH? Experimentelle Fotografie Serie „Gewalt“ Fotoarbeit © von Christa Linossi 2014

Diese Arbeiten habe ich nun auf meiner Archivseite sichtbar gemacht. Sie sind nicht neu, aber aktueller denn je. Der Link zu meiner Archivseite: https://linossiartstory.com/archiv/

Die Eröffnung und Präsentation des Projekts art X women – Kunst gegen Gewalt an Frauen findet am Donnerstag, 16. Oktober 2025 um 18 Uhr in der Franzensfeste/Fortezza in Südtirol statt. Die Ausstellung ist anschließend bis 9. November 2025 zu sehen.

VISUAL ECHOES im MdM Salzburg: Fünf Räume, die alles verändern. Was bleibt, wenn die Bilderflut versiegt!

Video, Film, Fotografie, Dia: Eine Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg

Ausstellung Visual Echoes Museum der Moderne Salzburg, Foto:© Christa Linossi 2025

Im Museum der Moderne Salzburg wird derzeit eine Ausstellung gezeigt, die sich nicht mit dem Offensichtlichen begnügt. VISUAL ECHOES – Gegenbilder im Bilderstrom fragt nicht nur, was wir sehen – sondern wie wir sehen. Sie untersucht, wie die unaufhörlichen Bilderfluten aus Fernsehen, Kino, Internet, Werbung und Kunst unsere Wahrnehmung formen, unsere Emotionen beeinflussen und unser kollektives Gedächtnis prägen. Und sie fragt, wie Künstler:innen diesen Strom unterbrechen, umlenken oder neu erzählen können.

Gerade im 21. Jahrhundert dominieren Bilder unsere Kommunikation. Texte treten zurück, Geschichten werden visuell verdichtet. Die Ausstellung greift dieses Phänomen auf und präsentiert kraftvolle Installationen von Susan Hiller, Luis Jacob, Arthur Jafa, Mathias Poledna / Karthik Pandian und Ana Torfs. Ihre Medien: Video, Film, Fotografie und Dia. Ihre Mission: Gegenbilder schaffen – bewusst, poetisch, radikal.

Raumgestaltung als Statement

Schon beim Betreten der Ausstellung wird klar: Hier geht es nicht um Dekoration, sondern um Atmosphäre. Schwarze Wände, rote Schrift in Großbuchstaben – der Titel VISUAL ECHOES – Gegenbilder im Bilderstrom / Counter Images in the Stream of Pictures leuchtet wie ein Warnsignal. Fünf Werke, fünf Räume, fünf eigene Welten – jede Installation ist ein geschlossenes Universum.

Visual Echeos, MdM Salzburg, 1.10.2025 Foto: wildbild Herbert Rohrer

Arthur Jafa: SloPEX (2022)

Der erste Raum gehört Arthur Jafa. Mit SloPEX zeigt er eine verlangsamte, modifizierte Bildabfolge – 850 Schwarzweiß-Fotografien, montiert ohne lineare Erzählung. Es ist ein hypnotischer Bilderstrom, der die Geschichte schwarzen Lebens reflektiert: Gewalt, Widerstand, Selbstbehauptung. Szenen aus Musik, Alltag, Politik – begleitet von den Beats des Techno-Pioniers Robert Hood. Der Raum vibriert, die Bilder treffen tief. Es ist kein Film – es ist ein emotionaler Sog.

Visual Echeos, MdM Salzburg, 1.10.2025 Foto: wildbild Herbert Rohrer

Poledna / Pandian: Eine Sekunde

In einem anderen Raum begegnet man dem Porträt des Models Marike Le Roux – aufgenommen mit einer VistaVision-Kamera, zerlegt in 24 Einzelbilder. Jedes Dia zeigt eine Nuance, eine minimale Bewegung. Die ethnisch anmutende Bluse aus Yves Saint Laurents Kollektion von 1976 verortet das Bild zwischen Modegeschichte und Identitätsfragen. Die Installation spielt mit Zeit, Serie und Erinnerung – ein visuelles Daumenkino, das sich Tag für Tag verändert.

Ana Torfs: Wahlverwandtschaften und Maskenspiele

Ana Torfs’ Werk ist ein Spiel mit Identität und Inszenierung. Zwei Personen blicken den Besucher:innen entgegen – ernst, unverändert. Doch Kleidung, Frisur und Accessoires wechseln in 162 Dias. Die Rollenbilder entstehen im Detail. Ergänzt wird die Projektion durch 14 Lesetische mit losen Blättern: literarische Fragmente, biografische Splitter, historische Zitate. Es ist ein Buch im Werden – ein offenes System von Wahlverwandtschaften, das Wahrheit und Maske neu denkt.

Fazit: Sehen lernen

Diese drei Werke haben mich besonders berührt – nicht nur wegen ihrer visuellen Kraft, sondern wegen ihrer Haltung. Sie fordern uns auf, genauer hinzusehen, zu hinterfragen, zu entschleunigen. Die Ausstellung ist kein Spaziergang durch Bilder – sie ist ein Dialog mit dem Sehen selbst.

Moderne Sitzelemente laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen. Und genau das braucht man hier: Zeit, Ruhe, Offenheit.

Läuft noch bis 8. März 2026 Weitere Infos: museumdermoderne.at

Lesen, lachen, rutschen – Das Spielzeug Museum lädt ein zur literarischen Abenteuerreise

Illustration © Salzburg Museum/Illustration: Natascha Berger

Im Spielzeug Museum Salzburg begegnen sich Bücherwurm und Leseratte – und laden kleine wie große Besucher:innen ein, die Welt des Lesens neu zu entdecken. Die Ausstellung „Bücherwurm und Leseratte“ richtet sich vor allem an Kinder im Vor- und Volksschulalter, öffnet aber auch Erwachsenen die Tür zu ihren eigenen Kindheitsklassikern. Gemeinsam geht es auf eine fantasievolle Reise durch die Welt der Kinderbücher.

Ein Einstieg wie aus dem Bilderbuch

Gleich zu Beginn wartet ein überdimensionales, aufgeschlagenes Buch – begehbar, besitzbar, bewunderbar. Kinder dürfen darauf gehen, sich setzen, darin stöbern. Die ersten Kinderbücher sind direkt darin eingebettet und laden zum Schmökern ein. Ein Einstieg, der nicht nur die Augen, sondern auch die Fantasie öffnet.

Der Einstieg ins Abenteuer Lesen – mit Buch und Handyparkplatz. Foto: © Christa Linossi 2025

Handyfreie Zone – analoges Lesen erleben

Zum ersten Mal gibt es im Museum eine Handystation: Kinder, die ein Handy mitbringen, können es für die Dauer ihres Besuchs sicher verwahren. Die Ausstellung wird zur handyfreien Zone – und das Lesen rückt ganz in den Mittelpunkt. Kein Bildschirm, kein Scrollen – nur Seiten, Geschichten und Staunen.

Leseraum & Kuschelecke – Rückzugsorte mit Geschichten

Im zweiten Raum wartet eine gemütliche Couch – ein Ort für Eltern, Großeltern und Kinder, um gemeinsam zu lesen, vorzulesen oder einfach zu verweilen. Dahinter: die berühmte Knotz- oder Kuschelecke. Ein Rückzugsort für kleine und große Entdecker:innen, die Bilderbücher intensiv erleben oder sich in Geschichten verlieren möchten.

Architektur aus Büchern & Mitmach-Stationen

Die weiteren Räume sind eine begehbare Fantasiewelt: Architektur aus übergroßen Büchern, liebevoll gestaltet und voller Überraschungen. Bücherwurm und Leseratte führen als Erzählerfiguren durch die Ausstellung – sie geben den Texten Stimme und Charakter.

Kinder können an Buchbindestationen ihr eigenes Buch gestalten oder an Hands-on-Stationen die Vielfalt von Kinderbüchern erkunden. Verschiedene Lese-Orte – inspiriert von Lieblingsplätzen zuhause – laden zum Schmökern, Vorlesen und Zuhören ein.

Die Protagonisten: Bücherwurm & Leseratte

Lesen, lachen, rutschen – Das Spielzeug Museum lädt ein zur literarischen Abenteuerreise Im Spielzeug Museum Salzburg begegnen sich Bücherwurm und Leseratte – und nehmen kleine wie große Besucher:innen mit auf eine fantasievolle Reise durch die Welt der Kinderbücher. Mein neuer Beitrag zeigt, wie Lesen hier zum Erlebnis wird: analog, kreativ und voller Herz.
Sujetbild © Salzburg Museum/ Foto: Herbert Rohrer, Illustration: Natascha Berger

Die Leseratte liebt Geschichten, Wissen und das Abenteuer im Kopf. Der Bücherwurm hingegen schwärmt für Papier, Einband und Haptik – für das sinnliche Erleben von Büchern. Gemeinsam begleiten sie die Besucher:innen durch die Ausstellung und zeigen, wie vielfältig Lesen sein kann.

Bücher – Abenteuer für Kopf und Herz

Kinderbücher sind mehr als Geschichten – sie sind Schlüssel zur Fantasie, zur Sprache, zur Welt. Sie wecken Neugier, laden zum Träumen ein und schaffen Raum für Gefühle. In dieser Ausstellung wird das Buch zum Erlebnis – analog, lebendig und berührend.

Der krönende Abschluss: Die Rückkehr der Rutsche

Mit Schwung ins Finale – die Rutsche macht das Leseabenteuer perfekt. Foto: © Christa Linossi 2025

Und dann: ein Highlight, das Kinderherzen höherschlagen lässt. Die beliebte Rutsche im Spielzeugmuseum ist zurück – bereit für fröhliche Schwünge und ausgelassenes Lachen. Nach dem Lesen, Staunen und Mitmachen bietet sie den perfekten Abschluss. Ein letzter Schwung – und ein Tag voller Geschichten bleibt in Erinnerung.

SALZ Reloaded: Die Literaturzeitschrift kehrt zurück ins Traklhaus

„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen, ist dem Tode schon anheimgegeben.“ – Georg Trakl

Titelseite der ersten SALZ-Ausgabe (Oktober 1974)] SALZ, Oktober 1974 – Wo Literatur und Kunst erstmals gemeinsam den Raum betraten. Foto: © Christa Linossi 2025

Literaturbegeisterte aufgepasst: Die Ausstellung SALZ im Traklhaus lädt dazu ein, tief in die Geschichte und Bedeutung einer der prägendsten Literaturzeitschriften Salzburgs einzutauchen. Seit 1987 ist die Zeitschrift SALZ eine feste Größe in der Salzburger Literaturlandschaft – neben der ebenfalls renommierten erostepost.

Geschichtlicher Hintergrund und Standortwahl

Die Wahl des Traklhauses als Ausstellungsort ist eng mit der Geschichte von SALZ verbunden. Das Geburtshaus des berühmten Dichters Georg Trakl wurde Anfang der 1970er Jahre vom Land Salzburg erworben und seither kulturellen Initiativen zur Verfügung gestellt. Ursprünglich war hier das Büro der SALZ-Redaktion untergebracht. Zum Jubiläum kehrt die Zeitschrift mit dieser Ausstellung an ihren ersten Wirkungsort zurück – ein klares Zeichen für die enge Verbindung zur Salzburger Literaturgeschichte.

„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen, ist dem Tode schon anheimgegeben.“ – Georg Trakl

50 Jahre Literaturzeitschrift SALZ: Eine Verbindung von Literatur und Kunst

Die Jubiläumsausstellung „SALZ. 50 Jahre Literaturzeitschrift“ im kura-t. kunstraum traklhaus würdigt die lange Geschichte der Zeitschrift, die in mittlerweile 200 Ausgaben ein spannendes Wechselspiel zwischen Literatur und bildender Kunst dokumentiert. Bereits 1975 erschien die erste Ausgabe von SALZ. Seither hat die Zeitschrift unzähligen Autorinnen und Künstlerinnen eine Plattform geboten und den Salzburger Literaturbetrieb maßgeblich mitgestaltet. Mit rund 1400 Beiträgen hat sich SALZ als interdisziplinäres Medium etabliert.

Die Rolle der Zeitschrift SALZ

Das Jubiläum steht unter dem Motto „Wozu SALZ? 50 Jahre später – Die Kunst der Literaturzeitschrift“. Damit wird einerseits die Verbindung von Literatur und bildender Kunst betont, andererseits deutlich gemacht, was Literaturzeitschriften leisten können: Sie erschaffen mit Sprache neue Welten, hinterfragen literarische Traditionen und setzen sich offen mit gesellschaftlichen wie politischen Fragen auseinander.

Eine „Lebende Anthologie“

Die Ausstellung präsentiert 50 Jahre SALZ anhand von Texten, die von 34 Autor:innen ausgewählt wurden. Sie haben sich mit historischen Beiträgen auseinandergesetzt, diese reflektiert, weiterentwickelt und persönliche Erinnerungen eingebracht. Im SALZ werden die ausgewählten Texte und die darauf folgenden Reaktionen zusammengeführt. So entsteht eine „lebende Anthologie“, die Literatur aus fünf Jahrzehnten mit aktuellen Perspektiven verknüpft.

Die Ausstellung im Traklhaus zeigt eindrucksvoll, wie Literaturzeitschriften Geschichte schreiben. Ein Besuch lohnt sich – für alle, die Sprache lieben und Kunst leben.

„Wenn Gassen swingen und Plätze pulsieren – Jazz&TheCity ist zurück!“

Vier Tage Klangrausch – Jazz&TheCity 2025 macht Salzburg zur Bühne

Foto: Eigene Aufnahme des offiziellen Festivalfolders „Jazz&TheCity 2025“ – Grafik © Altstadt Salzburg / salzburg-altstadt.at

Der Herbst hat sich ins Land geschlichen – zumindest laut Kalender. Draußen fühlt es sich eher nach Winterbeginn an, aber das ist Salzburg, und wir wissen: Sobald der Herbst da ist, beginnt auch wieder das große Klingen in der Altstadt. Es ist Zeit für Jazz&TheCity!

Vom 16. bis 19. Oktober 2025 verwandelt sich Salzburgs Altstadt erneut in ein vibrierendes Klanglabor. Vier Tage lang, bei freiem Eintritt, darf man sich treiben lassen – durch Gassen, Plätze, Lokale und versteckte Winkel. Überall warten Sounds, die überraschen, berühren und verbinden. Das diesjährige Motto: „Together!“ – und das ist nicht nur ein Wort, sondern ein Versprechen.

Was erwartet uns?

  • 120 Künstler:innen
  • 60 Konzerte
  • 20 Locations
  • Und ein Pre-Opening am 15. Oktober 2025 in ausgewählten Altstadt-Lokalen

Die neue Festivalleitung setzt auf Teamgeist: Markus Deisenberger, Katrin Pröll und Jakob Flarer kuratieren gemeinsam ein Programm, das Jazz, Global Groove und Electronic Music in einem urbanen Mix vereint. Mit dabei sind österreichische Größen wie Muriel Grossmann und Christoph Pepe Auer, aber auch internationale Klangmagier wie Ben LaMar Gay, Aïta Mon Amour und Adam Ben Ezra.

Besonders schön: Die österreichische Jazzszene bekommt heuer mehr Raum – und das spürt man. Vital, vielfältig und voller Energie.

Also: Kalender zücken, Termine eintragen, Ohren spitzen. Denn wenn Salzburg klingt, klingt es together.

https://salzburg-altstadt.at/de/salzburgjazz/programm

https://salzburg-altstadt.at/de/salzburgjazz

„steirischer herbst – ein Festival, das mich zum Nachdenken brachte, …und was ein Boot im Keller damit zu tun hat!“

„Installation im BAU Graz – Teil der Performance von Gelitin beim steirischen herbst 2025.“ Foto: © Christa Linossi 2025

NEVER AGAIN PEACE

Der steirische herbst ist wieder da – und ich mittendrin. Nicht laut, sondern tastend, suchend. Graz empfängt mich mit einem leisen Flirren – zwischen Fassaden, Konzepten und Fragen, die das Festival stellt, ohne sie zu beantworten.

Das Motto „Never Again Peace“ klingt provokant – und ist es auch. Inspiriert von Ernst Tollers Exiltext aus den 1930er Jahren zeigt das Festival, wie schnell friedliebende Gesellschaften in Krieg und Hass kippen können. Intendantin Ekaterina Degot verweist auf aktuelle Konflikte und die Pervertierung antifaschistischer Begriffe durch neue Diktaturen. 42 Auftragsarbeiten hinterfragen die Idee eines endlosen Krieges – düster, aber nie ohne Humor.

Modell des C.P. Paul Lemerle – ein Schiff, das Flucht und Rettung symbolisiert. Ein stiller Zeuge zwischen Konzept und Kontur Foto: © Christa Linossi 2025

Wenn das Finanzsystem pelzig wird – Banker als Wiesel im Kunstlicht Fotos: © Christa Linossi 2025

Mein Streifzug beginnt im BAU – einer ehemaligen Destillerie, die zum Labyrinth der Geschichte wird. Ein Schiff erinnert an Flucht und Rettung, ein ruinierter Banker liegt zwischen Spirituosen, während künstliche Intelligenz das System übernimmt. Und dann Gelitin: Ich steige allein in den düsteren Keller, werde von einer Lumpenfigur in ein Boot geladen und lande in einem Feuerkreis aus Lampen. Große Gipsköpfe starren sich gegenseitig an – und ich frage mich: War das einst ein Verlies?

Im Kunsthaus Graz zeigt „Unseen Futures to Come“ zwölf Positionen zur Unsicherheit unserer Zeit. Keine Antworten, aber Fragen, die bleiben. Im Forum Stadtpark geht es um „Besessene Berge“ – Besitz, Ausbeutung, juristische Magie. Wem gehört die Natur? Und was bedeutet Besitz in Zeiten des Extraktivismus?

Der Weg zur Kunst – eine Rolltreppe ins Ungewisse. Zwischen Beton und Bild, Alltag und Ausstellung Foto: © Christa Linossi 2025
Wenn Berge sprechen und Bildschirme zuhören – Forum Stadtpark als Denkraum im steirischen herbst. Foto: © Christa Linossi 2025

Für mich bleibt die Frage: Warum immer wieder die Vergangenheit? Warum nicht endlich ein Festival, das sich dem FRIEDEN widmet? Künstler:innen könnten Konzepte entwerfen – für Gerechtigkeit, für Natur, für ein Leben in Zufriedenheit. Themen gäbe es genug.

Ich fühlte mich oft wie eine Suchende – zwischen Installationen, die mich zum Lachen brachten, und Räumen, die mich frösteln ließen. Der steirische herbst ist kein Spaziergang, sondern ein Gang durch die Gegenwart. Er bleibt für mich ein Ort der Reibung – zwischen Kunst und Welt, zwischen Konzept und Gefühl. Vielleicht braucht es gerade jetzt ein neues Flirren: nicht zwischen Krieg und Frieden, sondern zwischen Menschlichkeit und Mut.

„Dieses Jahr nicht mittendrin – aber ganz nah dran“ Vor dem ersten Bier: Ein Blick hinter die Kulissen des Salzburger Rupertikirtags

Ob Schabernack oder Schmäh – der Hanswurst ist auch heuer wieder mit dabei und sorgt für Stimmung am Rupertikirtag. Foto: © Andreas Kolarik

Der Spätsommer hat sich bereits angekündigt, und der Herbstbeginn am 22. September 2025 steht in den Startlöchern. Wie jedes Jahr gibt es stimmungsvolle Herbstfeste. Der Bauernherbst, das „Aufsteirern“-Festival in Graz und zahlreiche Veranstaltungen im Salzburger Land feiern die Jahreszeit. Diese Feste bieten Brauchtum und Genuss.

In der Stadt Salzburg steht der Salzburger Rupertikirtag im Mittelpunkt – das charmante Pendant zum weltberühmten Oktoberfest in München, das heuer seine 190. Ausgabe auf der Theresienwiese feiert.

Bereits zum 48. Mal wird der Salzburger Rupertikirtag vom 19. bis 24. September 2025 gefeiert – sechs Tage lang Volksfeststimmung mitten in der Altstadt. Das traditionelle Domkirchweihfest zu Ehren des Landespatrons Rupert verwandelt die Stadt in ein buntes Festgelände.

Rund um den 24. September, den Namenstag des heiligen Rupert, wird die Altstadt zum Schauplatz des beliebtesten Volksfests im Bundesland Salzburg.

Hinter den Kulissen: Mein Blick als Journalistin

Dieses Jahr bin ich nicht mittendrin – aber ganz nah dran. Als Journalistin werfe ich einen exklusiven Blick auf den Aufbau des Salzburger Rupertikirtags. Der Mozart auf dem Mozartplatz scheint schon neugierig zum Residenzplatz zu blicken – denn dort haben die Aufbauarbeiten längst begonnen.

Mozart blickt sehnsüchtig vom Mozartplatz Richtung Residenzplatz – als würde er dem Rupertikirtag entgegenfiebern. Foto: © Christa Linossi

Es gibt viel zu tun: 25 Kunsthandwerkshütten werden am Alten Markt aufgestellt – nur hier wird echtes Handwerk vermittelt. Währenddessen entstehen auf dem Residenzplatz und dem Kapitelplatz die Fahrgeschäfte: das Riesenrad, das Autodrom und kleine Karussells für die jüngsten Besucher:innen. Und natürlich dürfen die zahlreichen Hütten für den kulinarischen Genuss nicht fehlen.

Vom Aufbau zur Vorfreude: Die Dachterrasse nimmt Form an. Das Ringelspiel steht bereits bereit. Der Baukran zeigt, dass noch fleißig gearbeitet wird. Fotos: © Christa Linossi

Auf der Salzburger Rupertibühne am Domplatz erwartet die Besucher:innen ein vielfältiges Volkskulturprogramm. Auch musikalisch wird es wieder bunt und klangvoll – mit einem abwechslungsreichen Line-up, das für Stimmung sorgt.

Die Eröffnung des 48. Domkirchweihfests findet am Freitag, den 19. September 2025 um 11:30 Uhr statt. Gegen 11:50 Uhr marschiert der Salzburger Hanswurst. Die Trachtenmusikkapelle Maxglan folgt. Ehrengäste, Vertreter:innen der Aussteller, die Bindertanzgruppe Salzburg, die Salzburger Bürgergarde und die Stiegl-Bierkutsche schließen sich an. Sie ziehen alle in einem festlichen Zug zum Domplatz.

Der historische Salzburger Rupertikirtag erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Tausende Einheimische und Gäste aus dem In- und Ausland reisen an. Sie kommen, um das große Domkirchweihfest zu erleben.

Was ist neu am Salzburger Rupertikirtag?

Am Mozartplatz lädt heuer erstmals ein Schmankerlmarkt zum gemütlichen Verweilen ein – mit einer vielfältigen Auswahl an regionalen Spezialitäten. Ganz neu ist auch der „eat&meet“-Kulinarik-Spot, wo ausgewählte Altstadt-Gastronomiebetriebe ihre exklusiven Salzburger Rupertikirtag-Kreationen präsentieren.

Für alle, die ein Andenken mitnehmen möchten, gibt es ein besonderes Souvenir. Der originale Salzburger Rupertikirtag-Flaschenöffner ist in limitierter Auflage. Er ersetzt den traditionellen Hirschfänger und kann direkt bei der Infostelle am Residenzplatz erworben werden.

Ein echtes Sammlerstück: Der originale Rupertikirtag-Flaschenöffner – heuer neu und in limitierter Auflage erhältlich. Foto: © Altstadtverband Salzburg

Auch die ökumenische Citypastoralstelle „Der Offene Himmel“ ist wieder mit einem kreativen Mitmach-Stand am Domplatz vertreten. Unter dem Motto „Erinnerungen prägen“ können Besucher:innen mit einem beherzten Hammerschlag ihre eigene Salzburger Rupertimünze gestalten – eine Seite zeigt den heiligen Rupert, die andere das offizielle Logo des Salzburger Rupertikirtags 2025.

Quer_BEET meets Salzburger Rupertikirtag

Wer schon vor dem offiziellen Start Kirtagsluft schnuppern möchte, sollte sich den 17. September 2025 vormerken: Von 18 bis 20 Uhr wird das Pop-Up-Format Quer_BEET „G’magde Wies’n“ am Residenzplatz vertreten sein – inklusive zwei Stunden Gratisfahrt am Riesenrad (Familie Gschwandtner).

Was ist Quer_BEET? Ein neues, zweistündiges Veranstaltungsformat, das versteckte Orte der Altstadt ins Rampenlicht rückt – mit modernen Beats, großartigen Performances und entspannter Feierabendstimmung. Eintritt? Fehlanzeige. Konsumzwang? Gibt’s nicht. Einfach kommen, Musik genießen und die Altstadt neu erleben.

Alle Programminfos gibt’s auf der Website des Altstadtverbandes Salzburg:  www.salzburg-altstadt.at/de/quer_beet

Freie Fahrt zum Fest

Ein besonderes Zuckerl gibt es auch dieses Jahr wieder: Freie Fahrt zum Salzburger Rupertikirtag vom 19. bis 24. September 2025. Dank der Benzinfrei-Tage des Salzburger Verkehrsverbundes können Besucher:innen sechs Tage lang kostenlos mit den Öffis im gesamten Bundesland Salzburg anreisen.

Der Veranstalter des Salzburger Rupertikirtags ist der Altstadtverband Salzburg. Er organisiert das Fest mit viel Herzblut und Liebe zum Detail. Dadurch wird ein sicheres und stimmungsvolles Erlebnis gewährleistet.

Wer den Salzburger Rupertikirtag live erleben möchte, sollte sich den 19. bis 24. September 2025 vormerken – und vielleicht beim Riesenrad eine Runde für mich mitdrehen

https://salzburg-altstadt.at/de/rupertikirtag

„Zwischen PANIC und Poesie – Mein Rückblick auf Ars Electronica 2025“ PANIC yes/no

„Avatare statt Augen: Die Videoinstallation (Screenshot aus dem Video „BEYOND THE SCREENS“, gezeigt im Rahmen der Ars Electronica 2025. Quelle: @cds_competition) zeigt, wie KI unsere Vorstellung von Nähe und Identität verzerrt. Sie stellt dabei Fragen, die wir noch nicht beantworten können.“ Foto: Christa Linossi 2025

so lautete der Titel der diesjährigen Ars Electronica. Es war ein Festival, das sich der allgegenwärtigen Ungewissheit im Schatten zahlreicher Krisen widmete. Die Veranstaltung zeigte, wie Kunst zur Bewältigung beitragen kann.

Der Startschuss fiel am 3. September 2025, das Festival dauerte bis zum 7. September. Für mich war es wie jedes Jahr ein Pflichttermin. Kaum ist es vorbei, beginnt schon wieder die Vorbereitung für 2026.

Zurück zum heurigen Festival: Die Stadt vibrierte. Nicht nur vor digitaler Energie, sondern auch vor Fragen, die unsere Zukunft formen. Ich war bei der Eröffnung dabei. Und obwohl ich nur einen Bruchteil der Ausstellungen gesehen habe – in der PostCity, im Lentos und an der Kunstuniversität.

Zwei Start-ups haben mich besonders fasziniert:

  • GODOT, ein japanisches Unternehmen mit Wiener Forschungsbasis, das mit drei KI-Systemen die menschliche Entscheidungsfähigkeit neu denkt.
  • SHOW ME YOUR FACE, ein Projekt der JKU Linz, das mithilfe von DNA-Daten und KI unsere Gesichter vorhersagen will – oder zumindest die Idee davon. Science oder Fiction? Vielleicht beides. Was mich hier besonders faszinierte: Man bekam eine 3D-Brille aufgesetzt und konnte die Personen in der eigenen Umgebung wahrnehmen. Doch plötzlich erschienen links und rechts davon überdimensionale Roboter- und Avatar-Gesichter – wie aus einer anderen Realität. Es war irritierend und gleichzeitig hypnotisch.
  • Ein besonders eindrucksvolles Objekt war LIMINAL RING von Jin Lee (KR). Sein begleitender Text: „Der Mensch neigt dazu, alles ersetzen zu wollen, was er nicht direkt kontrollieren kann.“

Ein Werk, das mich besonders beeindruckt hat, war LIMINAL RING von Jin Lee (KR). Sein begleitender Text lautete: „Der Mensch neigt dazu, alles ersetzen zu wollen, was er nicht direkt kontrollieren kann.“

LIMINAL RING ist eine Studie über den menschlichen Drang, Chaos zu zähmen. 384 präzise eingestellte Ventilatoren erzeugen ringförmige Luftströme – flüchtige Strukturen, die sich in einem größeren, turbulenten Feld verlieren. Was entsteht, ist ein Wechselspiel aus Ordnung und Auflösung. Ein Versuch, das Unkontrollierbare zu beherrschen – und zugleich ein Beweis für die Grenzen dieses Vorhabens. Die Installation greift Ideen der postindustriellen Kultur auf, in der Technik als ultimatives Werkzeug zur Kontrolle gilt. Doch hier zeigt sich: Kontrolle ist Illusion. Schönheit entsteht im Moment des Scheiterns.

Im Lentos Kunstmuseum Linz, zwischen Lichtreflexen und digitalen Klanglandschaften, stand ich vor einem vier Meter hohen Roboter. Starr, skelettartig, fast sakral. Die Installation „Requiem for an Exit“ von Frode Oldereid und Thomas Kvam war kein technisches Spektakel – sie war ein philosophischer Schock. Der Roboter sprach. Nicht laut, nicht reißerisch. Sondern mit einer Stimme, die sich wie ein liturgischer Monolog durch den Raum zog. Er sprach von Genozid, von kollektiver Erinnerung, von der dunklen DNA der Menschheit. Keine Erlösung. Kein Trost. Nur ein Spiegel, der uns zwingt, hinzusehen. Was mich besonders berührte: Der Roboter wandte sich immer wieder dem Publikum zu – als würde er jeden Einzelnen direkt adressieren. Diese schaurige Botschaft wurde nicht einfach präsentiert, sie wurde überbracht. Und das hyperrealistische Gesicht erzeugte Nähe und Unbehagen zugleich. Es war kein Musikstück, sondern ein akustisches Feld, das den Raum durchdrang. Kritik und Komplizenschaft – ein Werk, das uns mit unserer eigenen Rolle in historischen Zyklen konfrontierte.

Auch die Ars Electronica Campus-Ausstellung – seit Bestehen des Formats eine Kooperation mit der Kunstuniversität Linz – bot wieder eine Plattform. Sie wurde genutzt, um zu erkunden, wie angehende Künstler:innen geprägt werden. Dies geschieht nicht nur durch technologische Entwicklungen, sondern auch durch ihre Lernumgebung. Die Kunstuniversität Linz präsentierte ihr Motto: ALLES.IMMER.OFFEN. Eine überdimensionierte Zunge am Infopoint reagierte auf Passant:innen, während die Soundinstallation mit singenden Schiebetüren am Hauptplatz für akustische Irritationen sorgte.

Ich bin mit mehr Fragen gegangen, als ich gekommen bin – und das ist gut so. Seitdem kreisen die Gedanken wie Satelliten um ein Thema, das größer ist als ich. Was bleibt, ist nicht nur der Nachhall digitaler Klangräume. Es ist auch die Erkenntnis, dass Kunst uns nicht erlöst. Aber sie lehrt uns, genauer hinzusehen.

Alle gezeigten Fotos wurden im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2025 aufgenommen. Einige Bilder zeigen Installationen oder Videostills aus urheberrechtlich geschützten Werken. Die Rechte an den gezeigten Inhalten liegen bei den jeweiligen Künstler:innen, Institutionen oder Projektpartner:innen. Die Verwendung erfolgt ausschließlich zu dokumentarischen und journalistischen Zwecken.

DER STILLE BEOBACHTER

Der stille Beobachter (eine Tonfigur die Ausschau hält) Foto: © Christa Linossi 2025

Wer in der Schönau am Königssee spazieren geht, sollte nicht nur auf den Weg achten – sondern auch auf die Hecken. Denn dort sitzt er: der stille Späher, der schwarze Beobachter, der Fernrohr-Freak. Beim ersten Mal dachte ich, da sitzt wirklich jemand. Ich wollte schon grüßen – bis ich das Fernrohr sah und merkte: Der beobachtet uns alle, aber sagt kein Wort. Auf einem Holzspalier, das eigentlich Rosen tragen sollte, thront eine etwa meterhohe Tonfigur – männlich, wetterfest, mit Fernrohr vor den Augen. Sein Blick schweift über die Reiteralm – gelegen im Gebiet der Ramsau – vielleicht auch zur Villa auf der Wiese oder zu den Nachbarn beim Grillen.

Was er sucht? Man weiß es nicht. Vielleicht wartet er auf UFOs. Vielleicht auf den Bus. Vielleicht auf Leon – eine lokale Legende, die sich manchmal rarmacht. Aber eines ist sicher: Er tut es mit Hingabe.

Tag für Tag sitzt er da – unbeweglich, unbeeindruckt, unübersehbar. Ein stiller Held der Schönau, der beweist: Auch eine Tonfigur kann neugierig sein. „Die Schönau hat viele Gesichter – und eines davon trägt ein Fernrohr.“

„Zwischen Schaukel und Sandkasten – Kleine Menschen, große Lektionen“

Ein stiller Blick vom Balkon auf den Kindergarten-Garten – ein Ort voller Fantasie, kindlicher Energie und leiser Lektionen für uns Erwachsene. Warum Kinderlachen mehr ist als nur Geräuschkulisse. Hat dich dieser Text berührt oder zum Nachdenken gebhatht? Denn manchmal reicht ein Blick vom Balkon, um die Welt neu zu sehen.
Ein stiller Blick vom Balkon auf den leeren Garten des Kindergartens. Im Hintergrund zeichnen sich zwei Wohnblöcke schemenhaft ab – verborgen hinter Bäumen, fast wie Kulissen einer Bühne, die gerade Pause macht, Foto: © Christa Linossi 2025

Als Künstlerin bin ich oft auf der Suche nach Ausdrucksformen jenseits der Leinwand. Dieser Blick vom Balkon war einer davon – ein Bild, das keine Farbe braucht, um zu wirken. Manchmal reicht ein Blick vom Balkon, um sich daran zu erinnern, was im Leben wirklich zählt. Täglich beobachte ich das bunte Treiben eines Kindergartens – voller Lachen, Fantasie und kleinen Dramen. Zwischen Schaukel und Sandkasten entfaltet sich eine Welt, die uns Erwachsenen viel zu sagen hätte, wenn wir nur wieder zuhören würden. Dieser Text ist eine Einladung, das Kindsein neu zu entdecken – und vielleicht auch ein Stück davon zurückzuholen.

Ich wohne in einem ruhigen Wohngebiet. Tag für Tag sehe ich einen Kindergarten, der voller Fantasie und kindlicher Energie lebt.

Der große Garten, der den Kindern zur Verfügung steht, ist ein kleines Paradies. Hier wird gelacht, gestritten, getröstet und gemeinsam gespielt. Es gibt Dreiräder, auf denen sie herumtollen, ein hölzernes Pferd, das sie durch imaginäre Wiesenlandschaften trägt, und einen kleinen Hügel, umgeben von Bäumen, der zum Herumtollen einlädt. Mehrere Schaukeln, eine ausrangierte Gondel, Sandkästen und viele weitere Spielmöglichkeiten machen diesen Ort zu einem Abenteuerland.

Täglich dürfen die Kinder hinaus in diesen Garten. Sie leben ihre Fantasie aus, spielen, schreien, lachen – und manchmal auch weinen. Weil sie von der Schaukel gefallen sind, gestolpert sind oder ein anderes Kind sie aus Versehen gestoßen hat. All das gehört dazu. Hier dürfen Kinder noch Kinder sein.

Ich beobachte dieses bunte Treiben mit Freude. Es ist berührend zu sehen, wie sie miteinander umgehen, sich zu kleinen Gemeinschaften zusammenschließen, neugierig auf alles Neue sind und immer wieder auf Entdeckungsreise gehen – selbst wenn sie den Garten schon in- und auswendig kennen. Denn für Kinder gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Doch sobald sie in die Schule kommen, scheint diese Unbeschwertheit zu enden. Der „Ernst des Lebens“ beginnt. Wir Erwachsenen drillen sie auf Muster, auf Leistung, auf System. Warum eigentlich? Um ein System zu erhalten? Um erfolgreich zu sein? Um zu funktionieren wie kleine Roboter?

Warum haben wir unsere eigene Unbeschwertheit verloren? Warum können wir nicht auch mit mehr Leichtigkeit durch unseren Alltag gehen? Müssen wir immer nach Höherem streben – vielleicht, um in unserer materiellen Gesellschaft zu überleben?

Vielleicht sollten wir wieder von den Kindern lernen. Dass man mit wenig viel machen kann. Dass Lachen, Neugier und Fantasie keine Kindheitssymbole sind, sondern Lebenselixiere. Denn wer das Kindsein nicht vergisst, verliert nie ganz den Zugang zur eigenen Lebendigkeit.