Eine hochinteressante Ausstellung zeigt das DomQuartier Salzburg, Nordoratorium in Kooperation mit dem Salzburg Museum. „Heilige Orte – Ansichten von Hubert Sattler“.
Die Ausstellung im Nordoratorium des DomQuartier bildet den Auftakt zur Reihe „Salzburg Museum – Gastspiel“ während der baubedingten Schließung der Neuen Residenz.
Hubert Sattler reiste bereits als junger Mann zehn Jahre lang mit seinem Vater Johann Michael Sattler (von dem das berühmte Gemälde „Panorama der Stadt Salzburg“ stammt) durch Mitteleuropa. Ab 1842 bereiste er als selbständiger Reisemaler unter anderem den östlichen Mittelmeerraum und Mittelamerika und brachte zahlreiche Skizzen aus den damals entlegensten Gegenden der Welt mit. Seine Kosmoramen – griechisch cosmos für Welt und orama für Anblick – setzte er im Atelier in meisterhafte großformatige Ölgemälde um.
Die Ausstellung Heilige Orte – Ansichten von Hubert Sattler (1817-1904) zeigt entlang der Reiserouten ausgewählte Kosmoramen und erstmals auch Zeichnungen, die vor Ort entstanden sind. Im Mittelpunkt stehen Kultstätten verschiedener Religionen von der Antike bis ins 19.Jahrhundert.
Reisen war lange Zeit ein Privileg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts öffnete sich die Welt den Menschen zumindest virtuell: Guckkästen, Panoramen und Kosmoramen ermöglichten die Begegnung mit dem Fremden. Hubert Sattler verstand seine Bilder vor allem als Lehrmittel und versuchte dies in seinen Begleittexten durch genaue topographische und historische Angaben zu unterstreichen.
Die weite Welt des Hubert Sattler und seine erste Reise begann 1842 im östlichen Mittelmeerraum und dauerte über 7 Monate. Seine Reise führte ihn über die Donau und das Schwarze Meer nach Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei) und weiter nach Palästina (heute Israel). Er reiste hauptsächlich mit dem Schiff, unterbrochen von kurzen Landstrecken.
Die zweite Reise führte Hubert Sattler im Herbst 1844 von Triest (Italien) nach Alexandria. Im Winter besuchte er Ägypten und die Halbinsel Sinai. Seine Reiseroute führte ihn über Ancona in Italien, Korfu, Patras, Piräus und Syra in Griechenland sowie Smyrna (heute Izmir, Türkei) nach Ägypten, wo er zahlreiche Studien und Skizzen antiker Stätten anfertigte.
Die dritte große Reise fand in den Jahren 1850-1853 statt und führte ihn in die Vereinigten Staaten von Amerika, auf die Antillen und nach Mexiko. So bildet der Maya-Tempel von Tulum, malerisch über dem Meer an der Karibikküste der Halbinsel Yucatán gelegen, den Abschluss der heiligen Stätten durch Kulturen und Jahrhunderte.
Hubert Sattler, Der Tempel El Castillo bei Tulum (Mexiko), 1856 Foto: sattler-tulum-domquartier
Bei der Betrachtung der Gemälde Hubert von Sattler fällt die Sorgfalt und topographische Genauigkeit auf, mit der er seine Motive bis ins kleinste Detail festhielt. Seine wirklichkeitsgetreuen Architekturdarstellungen, die durch kompositorische Zutaten wie Figurengruppen, Vegetation und Wolkenformationen durchaus auch atmosphärische Momente zulassen, sind von hoher Qualität.
Zum Beispiel das Bild „Mekka mit Heiliger Moschee und KAABA (Saudi-Arabien)“. Welche Präzision in der Wiedergabe jedes Details! Dort, wo der sternförmige Zugang zur Kaaba führt, nähern sich vermutlich einzelne Betende. Die Stadt und ihre Umgebung hat er sehr realistisch zu Papier gebracht.
Hubert Sattler, Mekka mit Heiliger Moschee und Kaaba (Saudi-Arabien), 1897 Foto: thumbs_mekka-sattler-salzburg
Oder die Skizze „Ruinen des Venustempels in Baalbek (Libanon) 1842 Graphit, aquarelliert. Diese Skizze ist eine ausgezeichnete Zeichnung, die wieder bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist.
Hubert Sattler, Ruinen des Venus-Tempels in Baalbek (Libanon), 1842 Foto: tempel-sattler-salzburg
Hubert Sattler, Katharinenkloster im Sinai (Ägypten), 1845 Foto: kloster-sattler-salzburg-348×800
Hubert Sattler war nicht nur ein hervorragender Zeichner, sondern auch ein Maler, dessen daguerrotypische Präzision der malerischen Wiedergabe der aufkommenden Fotografie nahekam. Hubert Sattler hat als Maler eine besondere Methode entwickelt, das Ferne zu vergegenwärtigen, näher zu bringen, ohne ihm den Zauber des Erträumten, des Wunschbildes zu nehmen.
PASSIONSKONZERT am 22.03.2024 in der Wallfahrtskirche Großgmain
Am Karfreitag 1813 wurde sie in der Innsbrucker Servitenkirche nach über 200 Jahren wahrscheinlich zum letzten Mal als Grabmusik aufgeführt.
Wir hören hier zum ersten Mal ein Werk, das die Melodien der berühmtesten Arien aus der Oper „Don Giovanni“ enthält. Es wird W. A. Mozart zugeschrieben und schlummerte zweihundert Jahre lang in einem Klosterarchiv. Es wird vermutet, dass Pater Philipp Benitius Mayr, ein Ordensbruder der Serviten, der Autor des Textes war.
Ich bat Hans-Josef Knaust – Leiter des Passonskonzert – zum Gespräch!
Linossiartstory: Herr Knaust, Sie werden am 22. März 2024 in der Wallfahrtskirche Großgmain (Salzburg) das Passionskonzert „Die Welt beym Kreutze Jesu“ zur Aufführung bringen.
Hans-Josef Knaust: Nach mehreren Anläufen, die wegen der Pandemie scheiterten, habe ich nun die Möglichkeit, das Werk an meinem Lieblingsort für Passionsmusik, der Wallfahrtskirche Großgmain, aufzuführen.
Linossiartstory: Ist dokumentiert, dass dieses Grablied „WELT AM KREUTZE JESU“ tatsächlich in der Innsbrucker Servitenkirche uraufgeführt wurde?
Hans-Josef Knaust: Sie lässt sich insofern nachweisen, als für die Aufführung am Karfreitag des Jahres 1813 eigens ein Textheft mit dieser Jahreszahl herausgegeben wurde, was mit dem Osterbesuch des bayerischen Kronprinzen zusammenhängt, dem man sicherlich eine würdige Karfreitagsmusik bieten wollte. Die Originalstimmen des Werkes befinden sich im Archiv des Servitenklosters.
Linossitartstory: Was hat Sie an diesem Passionskonzert so fasziniert? Liegt die Faszination darin, dass es seit über 200 Jahren in der Innsbrucker Servitenkirche schlummert?
Hans-Josef Knaust: Die Faszination liegt darin, wie die uns vertraute Musik Mozarts aus Don Giovanni mit dem 1813 verfassten Passionstext für uns Interpreten – vor allem aber für die Zuhörer – eine völlig neue Ausdrucksdimension erreichen kann.
Linossiartstory: Warum wurde ausgerechnet der dramatische Inhalt von Mozarts Oper „Don Giovanni“ in diesem Oratorium auf die spirituelle Ebene des Passionsdramas gehoben? Wäre nicht auch eine andere Operndramaturgie möglich gewesen? Ist die Entscheidung des Serviten P. Philipp Benitius Mayr für „Don Giovanni“ nach 200 Jahren noch nachvollziehbar?
Hans-Josef Knaust: Die Oper „Don Giovanni“ wurde um 1800 sicherlich als moralisierendes Drama wahrgenommen (Neuinterpretationen des Stoffes wie die von A. Camus u.a. waren sicher noch nicht im geistigen Umlauf). ); insofern bot sich dem Verfasser mit Hilfe der faszinierenden Musik Mozarts die Gelegenheit, aus dem fragwürdigen Handeln Don Giovannis (er vergewaltigt seine Tochter Donna Anna und tötet ihren Vater Komtur) ein dramaturgisches Exempel zu statuieren: Der sündige Mensch, der angesichts des Karfreitagskreuzes die Erlösungstat Jesu leugnet, ist wie Don Giovanni zur Höllenfahrt verdammt.
Allerdings schließen sich alle Protagonisten des Passionsdramas nach anfänglichem Zweifel (Geist des Judentums) der kirchlichen Lehre an.
Linossiartstory: Der Servite P. Philipp Benitius Mayr schuf fünf allegorische Figuren:
DIE KIRCHE
DER ENGEL
DER GEIST DER HEIDEN
DER GEIST DES PROPHETEN
DER GEIST DES JUDENTUMS
Was hat den Textdichter und den musikalischen Bearbeiter bewogen, die Dramatik der Mozartischen Vorlage – den letzten Kampf um Gerechtigkeit zwischen Don Giovanni und dem Komtur sowie den anderen Opferfiguren – auf diese von ihm geschaffenen allegorischen Figuren zu übertragen?
Hans-Josef Knaust: Die aufgebotenen allegorischen Figuren finden sich in den bildlichen Darstellungen zeitgenössischer Heiliger Gräber wieder (vgl. Abbildung des Hl. Grabes in der Innsbrucker Jesuitenkirche); so werden allgemein bekannte Bildnisse und Figurinen durch leibhaftige Sängergestalten zum Leben erweckt – was auf die zeitgenössischen Zuhörer einen überwältigenden Eindruck gemacht haben muss – nun wird das an Dramatik kaum zu überbietende Werk Mozarts herangezogen, das in seiner Übertragung auch Leid durch Kreuz und Tod und die damit einhergehende Trauer auszudrücken vermag (vgl. Donna Annas Klage über den Tod des Vaters etc.).
Linossiartstory: Herr Knaust, was genau ist der Servitenorden und seit wann gibt es ihn, können Sie das kurz erklären?
Hans-Josef Knaust: Der Servitenorden wurde Anfang des 13. Jahrhunderts in Florenz als Ordo Servorum Mariae – OSM gegründet und widmete sich der Unterstützung der Armen; die für uns wichtige Klostergründung in Innsbruck wurde um 1613 von die Mantuaner Familie der Gonzaga betrieben – von Innsbruck wurden weitere Klöster u.a in Wien und in Deutschland gegründet; bis heute ist das Servitenkloster in Innsbruck für den gesamten Orden von zentraler Bedeutung.
Darüber hinaus legten die Serviten in Innsbruck größten Wert auf eine hervorragende Kirchenmusik zu den Hochfesten (dies bezeugt das große Quellenrepertoire des Klosters); damit nicht genug setzten sich begabte Musiker des Ordens für die musikalische Erziehung und Förderung der Jugend in Stadt und Land ein.
Linossiartstory: Lassen Sie uns noch einmal auf das Konzert mit der Passion zurückkommen. Was ist das Besondere an der Aufführung dieses Passionsoratoriums?
Hans-Josef Knaust: Wie oben schon angedeutet, fasziniert uns heutige Hörer das Spannungsverhältnis zwischen Mozarts genialer Musik und dem in barockem Gestus gehaltenen Passionsdrama. Kann Mozarts Musik durch den Passionstext zu neuen Ausdrucksdimensionen vordringen? Befruchten sich Text und Musik gegenseitig oder stehen sie in ihrer Wirkung im Gegensatz zueinander? Diese Fragen wird sich der Zuhörer nach dem Passionskonzert selbst beantworten müssen – im Probenprozess konnten wir jedenfalls für uns alle erstaunliche Wirkungen wahrnehmen (und das mit Sängern, die den „Don Giovanni“ im Original schon mehrfach auf der Bühne gesungen haben…).
Linossiartstory: Was war für Sie ausschlaggebend, dieses Oratorium gerade in Großgmain (Salzburg) aufzuführen? Hätte es nicht auch in der Kollegienkirche oder in einer anderen Kirche, z.B. Maria Plain, stattfinden können?
Hans-Josef Knaust: Die Wallfahrtskirche Großgmain ist aufgrund ihrer barocken Theaterarchitekur wie geschaffen für Oratorium und dramatisiertes Passionsingen – wir haben das Parkett (den üblichen Platz der Gemeinde), den ersten und zweiten Rang mit der Orgel – der Altarraum erhebt sich mittels Stufen über das Kirchenraumniveau; den würdigen Abschluss bildet der erhöhte Hochaltar; nicht ohne Grund nahmen von Großgmain die inzwischen allgegenwärtigen Passionssingen ihren Anfang in den 1970er Jahren durch Persönlichkeiten wie Cesar Bresgen und Harald Dengg; diese erkannten sowohl die geniale Architektur wie auch die damit einhergehende großartige Akustik.
Linossiartstory: Wie werden Sie dieses Passionskonzert dirigieren und inszenieren? Welche Stimmen kommen zum Einsatz? Wie groß ist das Orchester und wird es auch einen Chor geben?
Hans-Josef Knaust: Insgesamt plane ich eine konzertante Aufführung mit kleinen dramaturgischen Gesten – in den Ensembles (Duette, Terzette etc.) werden die Stimmen in ihren Dialogen aufeinander eingehen – auch die Einsätze sowie die Auf- und Abgänge sind von mir konzipiert.
Die Soli sind durch das Werk vorgegeben: der Sopran übernimmt die Rolle der „Kirche“, der Alt das „Heidentum“, der Tenor den „Engel“, die Bässe I und II den „Geist der Propheten“ und den „Geist des Judentums“.
Als wirkungsvoller Abschluss tritt der Chor zu den Solisten hinzu mit der apokalyptischen Aussage: „Alles wanket fliehet, bis es uns zu Jesu ziehet“.
Linossiartstory: Stimmen Sie mir zu, wenn ich sage, dass Mozart nicht nur mit Werken wie der „Die Zauberflöte“, „Eine kleine Nachtmusik“ oder dem „“Requiem“ Weltruhm erlangte, sondern auch in der Kirchenmusik seine Spuren hinterlassen hat?
Hans-Josef Knaust:
Natürlich – die Kirchenmusik war für Mozart gleichbedeutend in Qualität und Wert (manche Mozartforscher wie Alfred Einstein schätzen die Kirchenmusik in Bedeutung und Qualität sogar höher ein – siehe Requiem c-Moll Messe etc.)
Linossiartstory: Sehr geehrter Herr Hans-Josef Knaust, vielen Dank für das sehr interessante Gespräch. Ich wünsche Ihnen weiterhin viele interessante musikalische Projekte.
… wieder ein Jubiläum und diesmal nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft des Salzburger Freilichtmuseums!
Bereits vor 100 Jahren, im Jahr 1924, wurde die Idee für das Salzburger Freilichtmuseum geboren mit dem Ziel, eine solche „Freilichtanlage“ zu errichten.
Die Idee, ein Freilichtmuseum zu errichten, wurde jedoch erst 1984 von Kurt Conrad (Gründer und langjähriger Direktor des Salzburger Freilichtmuseums) in die Tat umgesetzt. Sein umfangreiches Wissen über die Kulturgeschichte des Salzburger Landes trug wesentlich zur Entwicklung und Erhaltung des Freilichtmuseums bei. Das Museum wurde 1984 mit 22 Häusern eröffnet.
Die Ausstellung „Stadtflucht – Als Sammlungsobjekte von der Stadt aufs Land wanderten“ zeichnet die Sammlungsgeschichte des Museums nach. Kaum jemand weiß heute, dass der Grundstock für die Objektsammlung des Salzburger Freilichtmuseums bereits vor 100 Jahren im Salzburg Museum mit der Gründung des Volkskundemuseums im Monatsschlössl gelegt wurde. Im Lohnergütl des Freilichtmuseums werden jene Objekte zu sehen sein, die bereits lange vor der eigentlichen Museumsgründung für ein zukünftiges Freilichtmuseum gesammelt wurden.
Unter dem Motto „damals – heute – morgen“ präsentiert sich das Salzburger Freilichtmuseum zu seinem 40. Geburtstag mit einem vielfältigen Programm. Mit einem zweitägigen Jubiläumsfest wird am 8. und 9. Juni 2024 groß gefeiert. Während am Samstag die Großgmainer Vereine das Lebensgefühl von 1984 aufleben lassen, steht der Sonntag ganz im Zeichen des offiziellen Festaktes. Und das alles zu Eintrittspreisen wie vor 40 Jahren“.
Das Freilichtmuseum feiert nicht nur seinen 40. Geburtstag, sondern es gibt auch einen Führungswechsel: Der amtierende Direktor Ing. Mag. Michael Weese übergibt am 1. April 2024 – nach sieben Jahren als Direktor – die Leitung des Museums an seinen Nachfolger Mag. Peter Fritz.
Statement von Weese: „Natürlich blicke ich in diesen Tagen des Abschieds und des Neubeginns mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das Freilichtmuseum“, sagt Michael Weese und ergänzt: „Gemeinsam mit dem gesamten Museumsteam konnten wir wertvolle Impulse in wissenschaftlicher, architektonischer, künstlerischer und veranstalterischer Hinsicht setzen. Und ich freue mich, dass das Salzburger Freilichtmuseum mit Peter Fritz einen exzellenten Direktor bekommt, mit dem der eingeschlagene Weg fortgesetzt und neue Wege beschritten werden“.
Peter Fritz freut sich, von Niederösterreich zu seiner Familie nach Salzburg zu wechseln. Eine besondere Aufgabe sieht er in der Verbindung von Kultur und Natur: „Das Salzburger Freilichtmuseum ist für mich ein Juwel. Das Besondere ist die Verbindung von Kultur- und Naturlandschaft. Unsere Gäste erleben in den Häusern und Einrichtungen die Geschichte des Bauens, Wohnens und Arbeitens im Salzburger Land unmittelbar und hautnah – und das bei einem entspannten Spaziergang im Freien in einer wunderbaren Naturlandschaft“.
Zahlreiche Aufgaben warten auf den neuen Direktor im Jahr 2024. Zum einen haben die extremen Wetterereignisse im Februar, Juni und Dezember 2023 sehr große Sturmschäden auf dem gesamten Museumsgelände und an den historischen Museumsgebäuden hinterlassen. Eine sehr wichtige Maßnahme wird das Waldmanagement sein. Um in den nächsten Jahrzehnten besser gegen extreme Wetterereignisse gewappnet zu sein, werden Nadelholzreinbestände in laubholzreiche Mischbestände umgewandelt. Bei einigen Baumarten stehen auch Frühjahrs- und Herbstaufforstungen auf dem Programm.
Das Besucherzentrum – der Spatenstich erfolgte mit einiger Verspätung, nun erst im März 2024. Warum?
Als 2019 der Wettbewerb für den Bau des neuen Besucherzentrums mit einem einstimmig gewählten Siegerprojekt abgeschlossen werden konnte, dachte wohl niemand daran, dass es bis zum ersten Spatenstich noch fast fünf Jahre dauern würde.
Nicht nur die Corona-Pandemie erzwang eine Unterbrechung der Planungen. Während der Projektphase stellte sich heraus, dass auch im Bereich des Naturschutzes – immerhin liegt das Salzburger Freilichtmuseum in einem Natura2000-Gebiet – aufgrund geänderter Rahmenbedingungen neue Prüfungen notwendig waren. Aufgrund dieser Überprüfung tauchte der „Grubenlaufkäfer“ auf (der Grubenlaufkäfer(Carabus variolosus) ist eine Art der Echten Laufkäfer (Carabus), die sehr stark an feuchte Waldlebensräume gebunden ist und vor allem durch den Rückgang und die Trockenlegung von Feuchtgebieten gefährdet und zurückgedrängt wird) und war auch ein Grund für die Verschiebung der Bauphase, vom ursprünglichen Bauplatz musste Abstand genommen und etwas ausgewichen werden. Auch der Architektenentwurf musste nochmals geändert werden.
Spatentisch v.li n.re Dir.Ing. Mag.Michael Weeseli, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Dr.H.C.Marckhgott, Mag. Peter Fritz
Mit dem Spatenstich im März 2024 kann nun die Bauphase für das neue Besucherzentrum beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, können die Besucherinnen und Besucher ab Herbst 2025 in einem modernen Holzgebäude empfangen werden, das sich harmonisch in die natürliche Umgebung einfügt.
Das Besucherzentrum in Holzbauweise knüpft an die qualitätsvolle Bautradition an, setzt aber selbstbewusst ein Zeichen, das den Zukunftsbaustoff Holz erlebbar macht.
Statement von Landeshauptmann Wilfried Haslauer: „Mit dem neuen Eingangsgebäude erhält das Salzburger Freilichtmuseum ein modernes, barrierefreies Besucherzentrum, in dem eine intensivere Vermittlung und Erforschung unserer ländlichen Vergangenheit möglich sein wird: Ein Meilenstein in der Geschichte des Museums und ein klares Zeichen der Weiterentwicklung und Investition in die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass das Salzburger Freilichtmuseum zu seinem Jubiläum das lang ersehnte neue Besucherzentrum erhält“.
Last, not least: erschienen ist auchein neues Buch „Das behauste Leben“zum 40-jährigen Jubiläum des Salzburger Freilichtmuseums: Direktor Michael Weese lud die Architekten Roland Gnaiger, Tom Lechner und Franz Riepl, die Autorinnen Karin Peschka und Christina Maria Landerl sowie die Schriftsteller Karl-Markus Gauß und Bodo Hell zu gemeinsamen Streifzügen durch das Freilichtmuseum ein. Begleitet von den meisterhaften Fotografien von Franz Messenbäck spürt der Bildband der langen Beziehung zwischen Menschen und Haus nach.
Wo findet das Festival statt? Natürlich in Salzburg!
Das kulinarische Trendfestival eat&meet in Salzburg bietet alljährlich ein erlebnisreiches „Fest der Genüsse“, das noch bis zum 29. März zu erleben ist und alle Gäste aus dem In- und Ausland mit abwechslungsreichen Gerichten in Form von veganen oder vegetarischen Genusskreationen überrascht. Rund 60 kulinarische Erlebnisse mit „Local Exotics“ werden in der Salzburger Altstadt geboten.
Altstadt Salzburg. ERÖFFNUNG EAT&MEET 2024 „LOCAL EXOTICS“ im Stiegl Keller Foto: Kolarik Andreas 29.02.2024
Dazu werden spannende Geschichten, Informationen und Philosophisches auf dem Tablett serviert.
Seit Oktober 2023 gibt es nun im Herzen von Salzburg, in der Kaigasse 18, ein Geschäft, das sich heuer erstmal bei eat&meet präsentierte. Es ist das Geschäft „Gewürze der Welt“und dort konnte man in die Welt der Gewürze eintauchen, Wissenswertes erfahren und auch Gewürzmischungen verkosten. Eine Geschmackswelt mit verschiedenen Gewürzmischungen und verführerischen Aromen, die unseren Gaumen auf eine Abenteuerreise rund um die Welt schickte.
Das wilde Abenteuer des Geschmacks begann auf Madagaskar, der Insel der Gewürze: Andrea Rolshausen, die Gründerin des Unternehmens, importierte ab 2007 die ersten Gewürze der Tropeninsel. Der Firmenname Baobab – das Unternehmen hinter Gewürze der Welt – erinnert an diese Anfänge. Denn der Baobab, der Affenbrotbaum, ist das Wahrzeichen des Landes. Importiert wird von Afrika bis Südamerika und von Asien bis Europa – ein Großteil davon in Bio-Qualität. Kulinarisches Fernweh wecken Curry aus Bombai, Zimt aus Ceylon, Vanille aus Tahiti, Pfeffer aus Kampot, Gewürze aus arabischem Kaffee und viele Nuancen mehr.
Interessant war auch die Führung „Stadtspaziergang: Lokale Exoten in der Geschichte Salzburgs“. Dabei wurden die Besucherinnen und Besucher zu Plätzen in der Altstadt geführt, die teilweise noch an die alten Märkte, Bäckereien, Brauereien und Handelsplätze aller Art erinnern.
Es ist ein Spaziergang zu den Orten, die mit historischen Rezepten und Geschichten über das Einkaufen, Kochen und Essen in einer Zeit „vor Supermärkten und Lieferservices“ erklärt werden.
Die Frage, was man essen soll, was man essen kann und was man essen darf, beschäftigt die Menschen seit jeher. Vom römischen Garum (dem “Ketchup” der Antike) über Wachtelei und Schwanenbraten bei den legendären Banketten der Erzbischöfe bis zu Austern mit italienischem Meersalz reicht die exotische Salzburger Ernährungsgeschichte.
Dem Großteil der Bevölkerung, der sich überwiegend vegetarisch, regional und saisonal ernährte, blieben solche Gaumenfreuden jedoch verwehrt. Was heute als gesund und nachhaltig gilt, kam damals weniger aus Bewusstsein als aus Not auf den Tisch. Aber auch damals spielten Exoten, also Lebensmittel, die nicht immer heimisch waren, eine wichtige Rolle. Kartoffeln zum Beispiel hatten eine lange Reise aus Südamerika hinter sich. Sie dienten zunächst als Schweinefutter, bevor sie auf unseren Tellern landeten.
Während der Führung wurde auch auf berühmte Salzburger Persönlichkeiten wie Mozart eingegangen.
Genauso spannend fand ich es, eat&meet einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.
Im Künstlerhaus Salzburg, die Ausstellung läuft bis 28. April 2024
Künstler: Vasilis Papageorgiou (*1991, Athen, Griechenland) ist ein in Athen lebender Künstler. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen renommierten Ausstellungen gezeigt, unter anderem auf der 7. Biennale Athen – Eclipse (2021).
Beim Betreten des Ausstellungsraumes fällt der Blick auf verschiedene suggestive Elemente. Dazu gehört eine Reihe von Liegestühlen aus Metall in einem leuchtenden Sonnengelb. Neben den Liegestühlen befinden sich kleinere Skulpturen wie verkupferte Strandtücher oder eine einsame Blume. Eine Schublade mit einer Zeitung, die eine „Rückkehr zu den Sternen“ verkündet.
Die Liegestühle weisen auf Orte hin, an denen das Licht der Freizeit und der Schatten der Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt aufeinandertreffen. Die Besucherinnen und Besucher werden zum Nachdenken angeregt. Sie sollen sich mit der Lust auf Urlaub, Sonne und Meer und den Folgen für unseren Planeten auseinandersetzen.
Wie der Titel schon andeutet, bewegt sich die Ausstellung in zwei unterschiedlichen Diskursen. Den für die Tourismusindustrie typischen „Sunseekern“, die der Hitze und dem Versprechen endlosen Vergnügens unter der Sonne nachjagen, wird die Idee des „dimming the sun“ aus dem wissenschaftlichen Diskurs um das Solar Radiation Management (SRM) gegenübergestellt.
Die Entscheidung des Künstlers Papageorgious, den Ausstellungstitel mit einem zusätzlichen „or“ zu unterstreichen, verweist auf die Möglichkeiten jenseits dieser Dichotomie (»Zweiteilung«, Sonne) und schlägt die Erforschung von Alternativen vor oder ist vielleicht eine offene Frage in die Zukunft, die wir gemeinsam gestalten.
Diese Ausstellung und damit das Künstlerhaus, das neue Wege in der Kunst gehen will, möchte mit dieser Ausstellung zum Ausdruck bringen, dass der Betrachter sich einfach mit unserer Erde, dem Klima und der Sonne auseinandersetzen soll und den Tourismus als Hauptverursacher (Hotelbauten, Flugreisen etc.) anprangert.
Die Direktorin des Künstlerhauses Salzburg, Mirela Baciak, hat die Ausstellung kuratiert und es ist ihre zweite, sehr erfolgreiche Ausstellung. Die erste, die Mirela Baciak als neue Direktorin kuratierte und auch kuratierte war:
Die meistgehasste Frau der Popgeschichte ist bis heute die japanische Fluxus-Künstlerin Yoko Ono. Warum wird sie so gehasst? Hartnäckig hält sich der Mythos, sie sei einst die Zerstörerin der Beatles gewesen. Das Phänomen hat einen Namen: Yoko-Ono-Effekt.
Als visionäre und mutige Künstlerin war Yoko Ono bereits in den 50er und 60er Jahren in Avantgarde-Kreisen bekannt. Sie arbeitete mit den Fluxus-Künstlern John Cage und Nam June Paik zusammen, lange bevor sie John Lennon kennenlernte.
Die Tate Modern zeigt das bahnbrechende und einflussreiche Werk der Künstlerin und Aktivistin Yoko Ono (*1933, Tokio) bereits seit Februar 2024 in der größten Ausstellung Großbritanniens.
Ono ist eine Pionierin der frühen konzeptuellen und partizipativen Kunst, des Films und der Performance. Sie ist eine gefeierte Musikerin und eine beeindruckende Kämpferin für den Weltfrieden.
December 13, 2008 – March 15, 2009,
Between The Sky and My Head,
Baltic Centre For Contemporary Art,
Gateshead, UK
Concept and Realization Yoko Ono with Jon Hendricks and Thomas Kellein
YOKO ONO: MUSIC OF THE MIND umspannt sieben Jahrzehnte der kraftvollen, multidisziplinären Praxis der Künstlerin von Mitte der 1950er Jahre bis heute und zeichnet die Entwicklung ihres innovativen Werks und dessen anhaltenden Einfluss auf die zeitgenössische Kultur nach.
Die in enger Zusammenarbeit mit Onos Atelier konzipierte Ausstellung versammelt über 200 Werke, darunter Lehrstücke und Partituren, Installationen, Filme, Musik und Fotografien. Sie zeigen einen radikalen Zugang zu Sprache, Kunst und Partizipation, der auch heute noch aktuell ist.
Im Zentrum von Onos Kunst stehen Ideen. Sie werden oft auf poetische, humorvolle und tiefgründige Art und Weise zum Ausdruck gebracht. Die Ausstellung beginnt mit ihrer zentralen Rolle in den experimentellen Kreisen der Avantgarde in New York und Tokio.
Unveröffentlichte Fotografien zeigen Onos frühe „Instruction Paintings“ in ihrem Loft-Studio in der Chambers Street 112, New York, wo sie experimentelle Konzerte mit dem Komponisten La Monte Young veranstaltete. 1961 hatte sie ihre erste Einzelausstellung in der AG Gallery.
Die Ausstellung konzentriert sich auf die radikalsten Werke, die Onos fünfjähriger Aufenthalt in London ab 1966 hervorbrachte. Dort wurde sie Teil eines gegenkulturellen Netzwerks von Künstlern, Musikern und Schriftstellern und lernte ihren späteren Ehemann und langjährigen Mitarbeiter John Lennon kennen. Die Ausstellung zeigt wichtige Installationen aus Onos einflussreichen Ausstellungen in der Indica und der Lisson Gallery, darunter Apple (1966) und die eindringliche Installation aus halbierten Haushaltsgegenständen Half-A-Room (1967).
25th March 1969: A week after their marriage, musicians John Lennon and Yoko Ono receive the press at their bedside in the Presidential Suite of the Hilton Hotel, Amsterdam. The couple stayed in bed for seven days ‚as a protest against war and violence in the world‘. (Photo by Central Press/Getty Images)
Die Schlüsselthemen, die sich durch das Werk Onos ziehen, werden über die Jahrzehnte hinweg und in allen Medien untersucht. Dazu gehört der „Himmel“, der immer wieder als Metapher für Frieden, Freiheit und Grenzenlosigkeit auftaucht. Als Kind während des Zweiten Weltkriegs aus Tokio geflohen, fand Ono Trost und Zuflucht in der ständigen Präsenz des Himmels.
Ono nutzte ihre Kunst und ihre globale Medienplattform zunehmend für Friedens- und humanitäre Kampagnen, zunächst in Zusammenarbeit mit ihrem verstorbenen Ehemann John Lennon. Bei Acorns for Peace 1969 schickten Ono und Lennon Eicheln an die Staatsoberhäupter der Welt, während die Plakatkampagne WAR IS OVER! (nutzte er 1969 die Sprache der Werbung, um eine Friedensbotschaft zu verbreiten.
Der Film BED PEACE 1969 ist die Dokumentation des zweiten der berühmten „Bed-Ins“ des Paares in Amsterdam und Montreal, bei denen sie vor dem Hintergrund des Vietnamkrieges mit den Medien der Welt für den Weltfrieden sprachen.
Über den Ausstellungsraum hinaus erstreckt sich Onos Arbeit auch auf das Gebäude und die Landschaft der Tate Modern.
Yoko Ono, Cut Piece 1964 Performed by Yoko Ono in “New Works by Yoko Ono”, Carnegie Recital Hall, NYC , March 21 1965. Photo by Minoru (2)
Am Rande sei eine Performance von Yoko Ono erwähnt. Ihre feministische Arbeit „Cut Piece“ gilt als bahnbrechend. Yoko Ono sitzt auf der Bühne, neben ihr liegt eine Schneiderschere. Das Publikum hat die Aufgabe, Stücke aus der Kleidung der Künstlerin herauszuschneiden. Es ist eine verstörende Performance: Die Künstlerin verliert nach und nach ihre Kleider, gibt sich schutzlos preis. Währenddessen wird das Publikum zum Komplizen ihrer öffentlichen Demütigung.
Yoko Ono ist auch eine FRIEDENSBOTSCHAFTERIN und war ihrer Zeit schon weit voraus!
YOKO ONO: MUSIC OF THE MIND wird gefördert von John J. Studzinski CBE. Weitere Unterstützung kommt vom Yoko Ono Exhibition Supporters Circle und der Tate Americas Foundation. Die Ausstellung wird organisiert von der Tate Modern, London, in Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Der Titel der Tate-Ausstellung bezieht sich auf Onos Konzert- und Veranstaltungsreihe Music of the Mind, die 1966 und 1967 in London und Liverpool stattfand. Sie spiegelt das Konzept der stillen Musik wider, bei der ihre „Anweisungen“ Klänge in der Vorstellung der Zuhörer erzeugen.
Die Ausstellung kann noch bis zum 1. September 2024 in der Tate Modern London besichtigt werden.
Eines der renommiertesten Festivals für Neue Musik in Österreich ist das aspekteFESTIVAL. Seit seiner Gründung 1979 steht es für die Begegnung mit Neuem auf höchstem interpretatorischem Niveau.
Die Veranstaltung findet in diesem Jahr bereits zum 45. Mal statt
Der künstlerische Leiter Ludwig Nussbichler gab dem Programm den Titel „STIMMEN“. Es sollte dazu anregen, darüber nachzudenken, wie die Welt klingt. Das Erste, was wir im Mutterleib wahrnehmen, ist der Herzschlag der Mutter. Später kommen Stimmen und Klänge hinzu, Musik und Geräusche, die von außen an das sich bildende Organ – das Ohr – herangetragen werden. Es ist eine „Wahrnehmungshöhle, in der sich Orientierung und Stimmungen bilden“, sagt Nussbichler und meint damit die Stimme.
Das Wort „Stimmen“ – der griffige Untertitel des Festivals – ist also umfassend, denn „die Stimme tröstet, betört, verführt, sie vermittelt Freude und Trauer, sie spricht, singt, schreit und flüstert, sie begeistert, irritiert und berührt“.
Den Untertitel des Festivals finde ich sehr spannend! Die menschliche Stimme ist wohl auch in Zeiten von E-Mail und SMS der wichtigste Kanal für Kommunikation und Informationsaustausch geblieben. Dabei überträgt die Stimme nicht nur die „eigentliche“ inhaltlich-textliche Information. Sie gibt auch eine Fülle von Informationen über die sprechende Person, ihre Absichten, ihre Eigenschaften, ihre Stärken und Schwächen. Und die Zuhörerinnen und Zuhörer nehmen die Signale der Stimme auf und ziehen daraus Rückschlüsse auf die sprechende Person. Und das oft viel schneller und viel nachhaltiger, als uns bewusst ist.
Vielleicht ist das auch ein Anlass, über das Thema Stimme nachzudenken! Wie still wäre unsere Welt, wenn wir keine Stimme hätten, wahrscheinlich wie ein Stummfilm.
Zurück zum diesjährigen Festival. Das aspekteFestival Salzburg widmet sich heuer der relationalen Musik. „Was ist relationale Musik? Der Philosoph Harry Lehmann beschreibt es in seinem Buch „Musik und Wirklichkeit“ (hier in aller Kürze) so: „Der Begriff ›relationale Musik‹ ist zunächst einmal der Gegenbegriff zu ›absoluter Musik‹, also zu reiner Instrumentalmusik ohne Bezug zu Sprache, Bewegung, Bildern oder Gefühlen und allem, was man traditionell zum ›außermusikalischen Material‹ gerechnet hat“.
Die konzertanten Aufführungen in Salzburg werden zeigen, inwieweit sich daraus neue Strategien der Semantisierung, Theatralisierung, Visualisierung und Sonifikation ergeben.
In 10 Konzerten werden 10 Uraufführungen von über 30 Komponisten präsentiert. Als einer der Höhepunkte wird die Uraufführung der Oper „Stabat Mater Furiosa“ erwartet.
Ein Wutschrei gegen den Krieg „Stabat Mater Furiosa“ entstand als Schrei gegen das Inferno des Krieges während eines Aufenthaltes im Libanon und wurde 1999 als Wutgedicht von Jean-Pierre Siméon im Théâtre Molière | Maison de la Poésie in Paris szenisch umgesetzt.
Das Thema ist nach wie vor aktuell und kann als weiterer Aufschrei gegen den Krieg verwendet werden (russische Invasion in der Ukraine 2022, Krieg in Israel und Gaza). Der Auftrag, daraus eine Oper zu machen, ging an den ägyptischen Komponisten Hossam Mahmoud.
Ausgehend von Siméons dramatischer Solostimme verdreifacht die szenische Uraufführung der Komposition von Hossam Mahmoud den Wutschrei der Mater Furiosa und erweitert ihren Mut zur Wut zu einer kulturübergreifenden chorischen Anklage gegen Krieg und Gewalt und zu einem zeitlosen Appell an die Menschlichkeit.
Diese Aufführung ist eine Kooperation mit der Universität Mozarteum und als Vorspiel zu diesem hochbrisanten Musiktheater-Auftragswerk der aspekte 2024 widmet sich das Ateliergespräch dem dramatischen Gestus der Stimme an der Grenze des Unsagbaren, ihrem lyrischen Potenzial und der Vieldeutigkeit des Festivalthemas „stimmen“. Univ.-Prof.Dr. Sabine Coelsch Foisner spricht mit der Sopranistin Juliet Fraser, der Regisseurin Rosamund Gilmore, dem Komponisten Hossam Mahmoud und dem künstlerischen Leiter des Festivals Ludwig Nussbichler über das dramatische und lyrische Potential der STIMME und die Ambivalenz des Festivalthemas „stimmen“. (Ateliergespräch Universität Mozarteum / Bösendorfersaal am 7. März um 18.00 – 18.45 Uhr).
Freunde zeitgenössischer Musik kommen beim aspekteFESTIVAL Salzburg regelmäßig auf ihre Kosten. Im Mittelpunkt stehen Kompositionen österreichischer und internationaler Künstlerinnen und Künstler. Auch der musikalische Nachwuchs kommt nicht zu kurz.
Als eine von 23 Gemeinden ist Bad Goisern heuer Teil der Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024.
Nicht auf den ersten Blick erschließen sich die Reize der 7600-Einwohner-Gemeinde Bad Goisern. Auf halbem Weg zwischen Ischl und Hallstatt liegt Bad Goisern. Die Autorin Marion Wisinger stammt aus einer alteingesessenen Goiserer Familie. Nun hat sie ihrem Heimatort Bad Goisern ein eigenes Buch gewidmet. Rechtzeitig zum Beginn des Kulturhauptstadtjahres im Salzkammergut ist der Band „Goisern – Eine erzählte Ortsgeschichte“ im Kremayr und Scheriau Verlag erschienen.
Marion Wisinger schrieb: „Meine Heimat ist ein fremder Ort, den ich gut kenne. In den Jahrzehnten, in denen ich nach Goisern gekommen bin, hat sich das Vertraute sofort eingestellt. Die Stimmen einer ausgelassenen Männerrunde am Freitagnachmittag in der Bahnhofslaube, der erste Blick auf die Traun, sobald der Zug den Bahnhof verlässt und die Flanken des Krippensteins zartrosa leuchten.
Worum geht es in diesem Buch?
Die österreichische Erinnerungskultur beschäftigt die Historikerin Marion Wisinger seit vielen Jahren. Sie ist spezialisiert auf die Aufarbeitung gesellschaftlich vergessener Geschichte.
Ist Bad Goisern ein normaler Ort und wie haben die Menschen die Jahre um 1900 und um 1955 erlebt? Wie viel Weltgeschehen passt in einen Ort? Kann das Persönliche das Kollektive überlagern oder ist es umgekehrt? Ist nicht ein Ort die Summe der Schicksale seiner Menschen? Die Geschichte Bad Goiserns von der Jahrhundertwende bis zum Wiederaufbau ist in diesem Buch nachzulesen. Die Autorin sammelt persönliche Erlebnisse und Erfahrungen der Bewohner: innen und stellt Bezüge zum weltpolitischen Geschehen her.
Sie versucht auch, die Jahre zwischen 1933 und 1945 zu erklären oder zu erzählen: die Ankunft der Nationalsozialisten im Dorf, die Machtergreifung, die Vertreibung, die Arisierung usw. 1945 und danach die Entnazifizierung und die Aufarbeitung.
„Goisern heute – Durch den Ort“ endet mit einem Epilog.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Wer sich für die Geschichte des Salzkammergutes und speziell für die Geschichte von Bad Goisern interessiert, kann hier die Vergangenheit lebendig werden lassen.
AUTOR:
Mag. Dr. Marion Wisinger hat Geschichte, Politikwissenschaft und Romanistik an der Universität Wien studiert. Sie lebt in Wien und Bad Goisern als Historikerin, Autorin und Trainerin für politische Bildung.
Dissertation „Über den Umgang der österreichischen Justiz mit NS-Gewalttätern“, Universität Wien, 1991. ab 2010 Wissenschaftliche Koordination und Co-Projektleitung von Studien zu Gewalt in Wiener und oberösterreichischen Kinderheimen am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der JKU Linz im Auftrag der Caritas Oberösterreich, der Volkshilfe Wien und der Stadt Wien ab 2019 Chefredaktion der Zeitschrift der Liga für Menschenrechte.
Das Buch ist im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen. ISBN: 978-3-218-01426-7
This painting is based on a work from 2006, which I now use as a background for my experimental photographic work. The theme PSYCHE It is important to me to deal with the psyche. It is my concern and an attempt to make the psyche and its effects visible. The number of psychological diagnoses has risen rapidly and research has now identified a number of risk factors for the psyche in the 21st century.
Die Zahl der psychischen Diagnosen klettert rasant in die Höhe und Forscher haben mittlerweile eine Reihe von Risikofaktoren für die Psyche des 21. Jahrhunderts ausgemacht.
Was tun, wenn Symptome ohne ärztlichen Befund unerklärlich bleiben? Oder wenn eine Krankheit unerklärlicherweise immer wieder auszubrechen scheint?
In solchen Fällen kann die psychosomatische Sichtweise helfen. Hier setzt das neue Buch von Dr. Sabine Viktoria Schneider an. Die Psychologin mit den Schwerpunkten Psychosomatik und Public Health hat in den vergangenen Jahren in ihrer Salzburger Privatpraxis viele gute Erfahrungen mit individuell auf die Patienten abgestimmten Mantras gemacht.
Worum geht es in diesem Buch?
Die Psychologin Prof. Dr. Sabine Viktoria Schneider schlüsselt in diesem Buch das medizinisch-psychologische Fachgebiet leicht verständlich auf und macht seine Kernaussagen für die persönliche Heilung nutzbar. Zu 190 Krankheitsbildern benennt sie die zugrunde liegenden falschen Denkmuster, zeigt, wie man sie auflösen kann und liefert kleine, gereimte Affirmationen, die dabei helfen.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Wer sich für den Begriff „Psychosomatik“ interessiert, der sich aus den altgriechischen Wörtern „Psyche“ (Atem, Hauch, Seele) und „Soma“ (Körper, Leib) zusammensetzt, ist mit diesem Buch gut beraten. Dieses Buch kann jedoch keine ärztliche, psychosomatische oder psychotherapeutische Beratung ersetzen. Es kann aber einen Überblick über die wichtigsten Krankheitsbilder und ihre möglichen psychosomatischen Hintergründe geben und Wege aufzeigen, wie diese gelöst werden können.
AUTOR:
Prof. Dr. Sabine Viktoria Schneider ist Psychologin sowie Spezialistin für Psychosomatik und Public Health. Sie lebt und arbeitet in Salzburg
Erschienen ist das Buch edition a Verlag ISBN: 978-3-99001-705-0
Eine Randbemerkung zum Thema psychische Erkrankungen:
Viele psychische Erkrankungen sind sehr gut behandelbar. Das Spektrum möglicher Therapien ist groß. In Zukunft könnten virtuelle Realitäten und psychoaktive Substanzen das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten erweitern.
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