HOFFNUNG, die das Blatt wenden wird!

HOPE – who will turn the tide ist das Motto von Ars Electronica 2024, einem weiteren Schritt in Richtung Zukunft 2040.

Hoffnung und Optimismus sind nicht der Glaube, dass alles schon irgendwie gut wird, sondern das Vertrauen in unsere Fähigkeit, Einfluss zu nehmen und Verbesserungen herbeizuführen.

Homodyne / Erick Aguirre (MX), Kevin Blackistone (US), Jiaji Cheng (CN), Danica Golić (RS), Kathrine Hardman (US), Eunji Ji (KR), Polina Kliuchnikova (RU), Kateryna Pomeichuk (UA) Photo: Markus Schneeberger

Wir dürfen Hoffnung nicht als passive Haltung verstehen, sondern als aktive Kraft. Sie motiviert uns, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen.

Eine Auseinandersetzung mit den psychologischen oder gar evolutionären Grundlagen des Prinzips Hoffnung ist nicht das Anliegen des Festivals Ars Electronica. Es wird auch keine Reflexion über unser ständiges Schwanken zwischen Hoffnung und Pessimismus geben.

Im Rahmen der Pressekonferenz und Präsentation des Ars Electronica Festival 2024 wurden von Gerfried Stocker folgende Statements abgegeben.

Gerfried Stocker, Artistic Director of Ars Electronica / Gerfried Stocker ist seit 1995 der künstlerische Leiter und Geschäftsführer von Ars ElectronicaEr hat maßgeblich zur Entwicklung der Ausstellungsstrategien des Ars Electronica Centers beigetragen und war für den Aufbau des Ars Electronica Futurelab verantwortlich Foto: © Christa Linossi

„HOPE“ als Festivalthema ist keine resignative Aussage, dass uns nichts anderes übrigbleibt, als zu hoffen, dass irgendjemand oder irgendetwas unsere Probleme lösen wird. Es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass es tatsächlich viele Gründe zur Hoffnung gibt. Im Untertitel „who will turn the tide“ geht es nicht darum, wie die Wende erreicht werden kann, sondern wer die treibenden Kräfte dafür sind.

Ziel des Festivals ist es, möglichst viele Menschen ins Rampenlicht zu rücken, die sich bereits auf den Weg gemacht haben und mit ihren Aktivitäten – so groß oder klein sie auch sein mögen – einen ganz konkreten Anlass zur HOFFNUNG geben.

1979, also vor genau 45 Jahren, wurde die Ars Electronica in Linz/Österreich von den Gründungsvätern Hannes Leopoldseder, Hubert Bognermayr, Herbert W. Franke und Ulrich Rützel ins Leben gerufen. Es war die Geburtsstunde jenes erfolgreichen Denkmodells, das die Ars Electronica immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.

Es ist gerade das Festival der Kunst in Verbindung mit Technologie und Gesellschaft, der Alternativen und neuen Perspektiven, die sich daraus ergeben, wenn auch mit den Mitteln der Kunst und dem Blick der Künstler*innen auf die gesellschaftlichen und kulturellen Aspekte und auf die technologischen Fragestellungen und Entwicklungen.

Technologie ist nicht die Lösung unserer Probleme, aber wir werden viel Technologie brauchen, um unsere Probleme zu lösen. Dies erfordert jedoch ein anderes Verständnis von Technologie und unserer Verantwortung im Umgang mit Technologie.

Darüber hinaus wird sich das Festival HOPE einer weiteren wichtigen Frage und Aufgabe eines Festivals in herausfordernden Zeiten stellen: als klare Ansage gegen die dummen, kurzsichtigen Pseudokonzepte und Scheinargumente populistischer Politik, gegen das sinnlose Geschrei aus den massenmedialen Sümpfen (analog wie digital) ebenso wie gegen sinnstiftendes Schönreden und Ignorieren.

Die POSTCITY ist auch heuer wieder das Festivalgelände. Die Linzer Innenstadt wird wieder zur Festivalmeile. Ein Programm der Superlative wie zum Beispiel Events & Konzerte – vom Pre-Opening-Walk bis zum Abschlusskonzert wird die Besucher: innen ebenfalls wieder erwarten.

Wir dürfen gespannt sein, wie hier wieder ein zukunftsweisender Meilenstein gesetzt wird. Erst staunt man, was weltweit schon alles passiert, dann keimt die HOFFNUNG,die das Blatt wenden wird – HOP -who will turn the tide.

La Biennale di Venezia 2024      60th International Art Exhibition Stranieri Ovunque – Foreigners Everywhere

La biennale-arte-24-banner

Die 60. Kunstbiennale von Venedig ist eröffnet. Die Eröffnungsfeier fand in der Ca’ Giustinian in Venedig statt. Dort fand auch die Preisverleihung statt.

Unter dem diesjährigen Motto „STRANIERI OVUNQUE – FOREIGNERS EVERWHERE – AUSLÄNDER ÜBERALL“ präsentiert die Biennale Werke, die sich mit den Themen Migration und marginalisierte Gruppen auseinandersetzen. (Was bedeutet marginalisiert? Marginalisierung bezeichnet die Verdrängung von Individuen oder Bevölkerungsgruppen an den Rand der Gesellschaft).

Kurator der Biennale ist Adriano Pedrosa. Er ist der erste Lateinamerikaner und der erste ietaus der südlichen Hemisphäre, der diese prestigeträchtige Ausstellung leitet. Kraftvoll ist auch der Titel der diesjährigen Ausstellung, der die aktuellen Szenarien und möglichen Universen eröffnet, an deren Horizont sich die kuratorischen Überlegungen entfalten, aus der Ferne scharf gesehen, bei näherer Betrachtung voller komplexer Kontraste. Adriano Pedrosa entwirft für die Biennale eine Ausstellung, die seine persönliche Haltung des Studiums und der Forschung widerspiegelt, in der das Vorurteil des bereits Bekannten keine Rolle spielt.

Die Biennale ist eine internationale Veranstaltung mit zahlreichen offiziellen Beteiligungen aus vielen Ländern. Die Biennale selbst bietet seit jeher eine Plattform für die Präsentation ausländischer Werke aus aller Welt. In dieser reichen Tradition wird die 60. Internationale Kunstausstellung der Biennale di Venezia, die Biennale Arte 2024, eine Feier des Fremden, des Fernen, des Außenseiters, des Queeren und des Indigenen sein.

Archie Moore enthüllt im australischen Pavillon sein atemberaubendes Kunstwerk, das einen 65.000 Jahre alten Stammbaum der Menschheit darstellt.

Der australische Künstler Archie Moore (Mitte) mit seinem Goldenen Löwen für den besten nationalen Pavillon bei der Venedig-Biennale Foto: © Courtesy La Biennale di Venezia

Der australische Pavillon ist mir sofort ins Auge gefallen. Er wurde von dem australischen Künstler Archie Moore gestaltet, der auf der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen für den besten nationalen Pavillon ausgezeichnet wurde. Die Jury lobte das Werk für seine starke Ästhetik, seinen lyrischen Inhalt und seine Fähigkeit, an den gemeinsamen Verlust einer verborgenen Vergangenheit zu erinnern.

KITH AND KIN von Archie Moore ist der erste Preis in der Geschichte, der an einen australischen Künstler geht.

Der Stammbaum bedeckt die 5 Meter hohen und 60 Meter langen Wände des Pavillons Foto: Zur Verfügung gestellt Biennale Venedig © Andrea Rossetti

In seinem Werk KITH AND KIN verwandelt Moore den australischen Pavillon in eine riesige Ahnentafel. Sie umfasst 65.000 Jahre. Moore betont unsere gemeinsame Abstammung und Menschlichkeit, indem er Menschen, Orte und Zeiten miteinander verbindet.

Archie Moores Verwandtschaft bringt 65.000 Jahre Ahnengeschichte auf die Weltbühne Zur Verfügung gestellt Biennale Venedig © Andrea Rossetti

Moore selbst stammt von den Stämmen der Kamilaroi und Bigambul ab. Seine Arbeiten spiegeln oft seine persönliche Geschichte und die seiner Vorfahren wider. Sein künstlerischer Ansatz zeichnet sich durch eine starke Ästhetik und lyrische Tiefe aus, die den Betrachter dazu einlädt, sich mit den komplexen Schichten von Geschichte und Identität auseinanderzusetzen.

Archie Moore kommentierte die Preisverleihung wie folgt: Das Wasser, das durch die Kanäle von Venedig in die Lagunen und dann in die Adria fließt, erreicht schließlich die Ozeane und umhüllt den Kontinent Australien – es verbindet uns alle hier auf der Erde. Er betonte die Verantwortung, die wir alle für alles Leben haben und auch in Zukunft haben werden.

Dies sind ein bemerkenswerter Erfolg und eine Anerkennung der langen Geschichte und Kultur der Aborigines.

Archie Moore ist ein bedeutender australischer Aborigine-Künstler, der für seine vielschichtigen Werke bekannt ist, die sich mit der Identität, der Geschichte und dem Erbe der australischen First Nations auseinandersetzen. Er wurde 1970 in Toowoomba, Queensland, geboren und gehört den Stämmen der Kamilaroi und Bigambul an.

Moore ist bekannt für seine kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Australiens und deren sozialen und politischen Folgen für die indigenen Völker des Landes. Seine Werke reflektieren häufig die Komplexität kultureller Identität und die Herausforderungen, mit denen die Aborigines in der modernen australischen Gesellschaft konfrontiert sind.

Künstler*innen, die selbst Ausländer*innen, Immigrant*innen, Expatriates, Diasporaner*innen, Emigrant*innen, Exilant*innen oder Flüchtlinge sind – insbesondere solche, die sich zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden bewegt haben – stehen daher im Fokus der Biennale Arte 2024. Migration und Dekolonisierung sind zentrale Themen.

Ein kleiner Vorgeschmack auf die Biennale von Venedig 2024

Die Biennale Venedig 2024 ist ein faszinierendes Kunstereignis. Sie feiert die kreative Vielfalt und die tiefgründigen Botschaften von Künstlern aus aller Welt. Vor der historischen Kulisse Venedigs haben die Werke der Künstler die Kraft, uns zu inspirieren. Sie regen zum Nachdenken an und erweitern unseren Horizont. Möge diese außergewöhnliche Ausstellung weiterhin die Grenzen der Kunst ausloten und die Menschheit verbinden.

https://www.labiennale.org/en

LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL

2024

Kongress-TheaterHaus-Bad-Ischl-Foto: © Wolfgang Stadler

Das Lehár Festival Bad Ischl ist das bedeutendste Operettenfestival Österreichs. In seiner Vielfalt und Qualität ist es weltweit einzigartig. Jeden Sommer wird einem internationalen Publikum musikalisches Unterhaltungstheater auf höchstem Niveau geboten.

Vom 6. Juli 2024 bis 25. August 2024 ist es wieder so weit. Österreichs größtes Operettenfestival mit musikalischem Unterhaltungstheater auf höchstem Niveau findet wieder in Bad Ischl statt.

Pressekonferenz der Veranstalter des Lehar Operetten Festivals Bad Ischl, im Presseclub Oberösterreich, in der Landstrasse in Linz, am 17.04.2024. Das Bild zeigt v.l.n.r.: Intendant Thomas Enzinger, Bürgermeisterin Ines Schiller, Präsidentin Brigitte Stumpfer Foto: © Rudi Gigler  

Tradition und Moderne: Die Wurzeln der Festspiele liegen in der langen Sommertheater-Tradition Bad Ischls. Sie reicht bis in die Zeit Kaiser Franz Josephs zurück. Heute präsentieren sie sich als moderne Veranstaltung, die ein internationales Publikum anzieht und gleichzeitig die Tradition der Operette hochhält.

Einzigartigkeit: Es gilt als das größte Operettenfestival Österreichs. In seiner Vielfalt und Qualität ist es weltweit einzigartig.

Das Festival bietet nicht nur die Hauptaufführungen, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Es reicht von Konzerten bis hin zu Kabarett.

Hier finden Sie einige Höhepunkte des Festivals:

„MÄRCHEN IM GRAND HOTEL“ von Paul Abraham, Premiere am 6. Juli 2024

„DER BETTELSTUDENT“ von Carl Millöcker, Premiere am 13. Juli. 2024

„DER STERNGUCKER“ von Franz Lehár, Premiere am 9. August 2024.

Der große Komponist Franz Lehár war nicht nur ein gern gesehener Sommergast in Bad Ischl, er besaß auch eine Villa an der Traun, die nach seinem Tod in ein Museum umgewandelt wurde. Dieses Franz Lehár Museum wird nach einer umfassenden Generalsanierung Anfang Mai 2024 wieder eröffnet. Die Villa, die Franz Lehár 1912 erwarb und in der er viele seiner Operetten komponierte, wird ein umfangreiches Archiv beherbergen, das auch für Forschungszwecke zur Verfügung stehen wird.

THOMAS ENZINGER gilt als einer der renommiertesten Regisseure im Bereich des musikalischen Unterhaltungstheaters und ist Intendant des Lehár Festivals Bad Ischl.

Intendant Thomas Enzinger Foto: © Christa Linossi

Seine Inszenierungen wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter die Produktion „Der Graf von Luxemburg“ am Musiktheater Linz, die 2023 den Musiktheaterpreis als beste Operettenproduktion erhielt.

Mit über 100 Inszenierungen an renommierten Häusern inszenierte er neben Operette und Musical auch Oper und Schauspiel. Bevor er sich als Regisseur etablierte, war Enzinger viele Jahre als Schauspieler tätig. Neben zahlreichen Auftritten in Fernsehproduktionen war er unter anderem am Theater in der Josefstadt, im Kabarett Simpl und am Linzer Landestheater engagiert.

In Deutschland war er Mitbegründer eines erfolgreichen Operettenfestivals. Insgesamt 18 Jahre lang prägte Enzinger dieses Festival künstlerisch, bevor er 2017 als Intendant und Geschäftsführer das Lehár Festival Bad Ischl übernahm. Kaum jemand verfügt über einen so großen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet der Operette und schafft es mit seiner Handschrift, sowohl das klassische Operettenpublikum als auch neue Generationen zu begeistern. Sein künstlerischer Ansatz zeichnet sich durch den Spagat zwischen klassischer Operette und bissigem Volkstheater der Gegenwart aus, wobei er sowohl das klassische Operettenpublikum als auch neue Generationen begeistert.

Mit seiner Erfahrung und großen Leidenschaft setzte und setzt er sich dafür ein, dass die Operette in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt auch in der heutigen Zeit ihren berechtigten Platz in der Kulturlandschaft einnimmt und behält.

Tauchen Sie ein in die Welt der Operette und des Musicals

Lehár Festival Bad Ischl – 6. Juli bis 25. August 2024 (leharfestival.at)

Tate Modern startet neues Programm und die Repräsentation indigener Künstler!

Outi_Pieski_installation_photo.width-1440 Installationsansicht von Outi Pieski in der Tate St Ives, 2024. Foto © Tate (Oliver Cowling)

Im April 2024 kündigte die Tate eine neue Initiative an, um mehr Werke indigener Künstler in ihre Sammlung aufzunehmen. Aufbauend auf dem Erfolg der jüngsten Ankäufe und Deposit-Vereinbarungen zielt diese Strategie darauf ab, die Anzahl zeitgenössischer Künstler aus indigenen Gemeinschaften weltweit zu erhöhen, deren Werke in der Tate vertreten sind.

Das Programm beginnt mit einem vierjährigen Engagement der AKO Foundation (die AKO Foundation unterstützt gemeinnützige Zwecke, die die Bildung verbessern, die Künste fördern oder Klimaprobleme mildern) zur Finanzierung von Ankäufen nordeuropäischer Sami- und Inuit-Kunst. Damit knüpft die AKO Foundation an die großzügige Unterstützung an, die sie der Tate in den vergangenen Jahren gewährt hat, darunter für die Ausstellungen Olafur Eliasson (2019), Turner Prize (2021) und Surrealism Beyond Borders (2022) sowie für ein Veranstaltungsprogramm in der Tate Modern anlässlich der UN-Klimakonferenz COP26 im Jahr 2021.

Ähnliche Projekte zur Erforschung, Sammlung und Ausstellung von Werken anderer indigener Gemeinschaften werden folgen, unter anderem in Südasien, Ozeanien und Amerika. Diese Projekte werden die Arbeit der bestehenden Ankaufskomitees der Tate in diesen Regionen unterstützen und das Engagement der Tate für die Förderung der Kunst in ihrer ganzen Vielfalt stärken.

Karin Hindsbo, Direktorin der Tate Modern, sagte: „Wir erleben, wie zeitgenössische indigene Künstlerinnen und Künstler weltweit immer mehr Anerkennung finden. Die diesjährige Biennale in Venedig ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Die Tate widmet sich seit langem der Erweiterung des kunsthistorischen Kanons. Jetzt können wir diese Arbeit noch weiter vorantreiben. Ich freue mich besonders, dass Sámi- und Inuit-Künstler*innen aus Nordeuropa – ein Bereich künstlerischer Praxis, der mir sehr am Herzen liegt – bald erstmals in der immer vielfältigeren internationalen Sammlung der Tate vertreten sein werden“.

Zu den ersten Werken, die aus dem neuen Fonds angekauft wurden, gehören Outi Pieskis hängende Webinstallation Guržot ja guovssat / Spell on You! 2020 und das Gegenstück Skábmavuođđu / Spell on Me! 2024, die sie während ihres Aufenthalts in den Porthmeor Studios in Cornwall geschaffen hat. Die Künstlerin hat beschrieben, wie der mühsame Akt des Webens dieser Installationen „auf Rituale, Opfer, Wiedergutmachung, Sühne und die widersprüchlichen Kräfte in samischen Gesellschaften verweist“.

Oben Outi Pieski, Foto Heikki Tuuli
Unten  Maree Clarke, Long Journey Home #10 2024.

Es ist das erste Mal, dass ein samischer Künstler in die Sammlung aufgenommen wird. Outi Pieskis erste Ausstellung in der TATE St.IVES CORNWELL ist bis zum 6. Mai 2024 zu sehen. Entdecken Sie Outi Pieskis Auseinandersetzung mit Identität, Kultur und Umwelt!

Outi Pieski ist eine samische Künstlerin. Sie lebt in Ohcejohka (Utsjoki), Finnland. Dies ist ihre erste große Ausstellung in Großbritannien.

In ihren Gemälden und Installationen setzt sich Pieski mit einer Vielzahl von Themen auseinander, unter anderem mit der Kultur und Identität der Samen, die in der Region Sápmi leben, die heute den nördlichen Teil Skandinaviens und die Halbinsel Kola in Russland umfasst.

In vielen ihrer Projekte integriert sie Duodji (traditionelle Handwerkstechniken der Samen) mit Materialien wie Holz und Textilien. Für Pieski ist Duodji auch eine Möglichkeit, die Verbindungen zwischen vergangenen und zukünftigen Generationen wiederzubeleben.

Mit dieser Ausstellung, die zum Nachdenken anregt, wirft Pieski wichtige Fragen im Zusammenhang mit der Rückkehr der Ahnen, den Rechten indigener Völker und der Beziehung zwischen Menschen, Tier und Natur auf.

Die Ausstellung ist zu sehen in der Tate St Ives, Porthmeor Beach,
Cornwall TR26 1TG

https://www.tate.org.uk/whats-on/tate-st-ives/outi-pieski

Falls sie sich die Frage stellen, wer sind die SAMI? Es ist eines der ältesten Urvölker der Erde und das älteste in Europa, sind die Samen. Sie sind ein Nomadenvolk. Früher lebten sie hauptsächlich von der Jagd, dem Fischfang und dem Handel mit ihren Produkten. Das Rentier, das zunächst als Jagdbeute und später als Nutztier diente, hat das Bild dieser Volksgruppe wesentlich geprägt. „Sami“ ist auch der Name eines indigenen Volkes im nördlichen Fennoskandinavien.

SALZBURG ist wieder Drehort und

Schauplatz der Reihe „Die Toten von Salzburg“.

DIE TOTEN VON SALZBUG „Mord in bester Lage“ Drehstartfotos Foto: Neumayr/Christian Leopold 11.04.2024 CHRISTOPHER SCHÄRF (FRANCIS ZEFERER), EROL NOWAK (als DIETMAR GAHLEITNER), Regisseur Erhard Riedlsperger, FANNY KRAUSZ (als IRENE RUSSMEYER), MICHAEL FITZ (als HUBERT MUR), JUDITH ALTENBERGER (als VANESSA PÖTTLER),

Fans der bayerisch-österreichischen Krimi-Kooperative „Die Toten von Salzburg“ dürfen sich freuen. Für die elfte Folge „Mord in bester Lage (AT)“ stehen von Anfang April bis Mai 2024 unter anderem die Publikumslieblinge Fanny Krausz, Michael Fitz und Erwin Steinhauer vor der Kamera. Produziert wird die ORF/ZDF-Erfolgsserie von der Wiener Satel Film. Drehorte sind unter anderem die Franziskanerkirche, das Café Bazar und der Petersfriedhof in Salzburg.

DIE TOTEN VON SALZBUG „Mord in bester Lage“ Drehstartfotos Foto: Neumayr/Christian Leopold 11.04.2024 FANNY KRAUSZ (als IRENE RUSSMEYER) und MICHAEL FITZ (als HUBERT MUR)

Immobilienhaie aufgepasst! In der neuen Folge von „Die Toten von Salzburg“ wagen sich die Ermittler ins Haifischbecken der Salzburger Immobilienszene. Dort finden sie prompt die Leiche einer jungen Immobilienmaklerin. Den Mord aufzuklären ist nun die Aufgabe von Irene Russmeyer (Fanny Krausz) von der Salzburger Kripo, ihrem bayerischen Kollegen Hubert Mur (Michael Fitz) und Hofrat Seywald (Erwin Steinhauer).

Fanny Krausz_Erol Nowak_Michael Fitz Foto:_credit_Satel Film_Lisa Kutzelnig (7)

Inhalt „Mord in bester Lage (AT)“

Buch: Maria Hinterkoerner. Regie: Erhard Riedlsperger. Kamera: Kai Longolius

Die Immobilienmaklerin Noelle Imlauer (Laura Euler-Rolle) wird tot aufgefunden. Sie arbeitete für den Salzburger Immobilientycoon Francis Zeferer (Christopher Schärf). Am Abend zuvor waren beide noch beim Immo-Stammtisch im Café Bazar verabredet. Dort kam es auch zu einem überraschenden Wiedersehen mit ihrer ehemals besten Schulfreundin Vanessa Pöttler (Judith Altenberger). Die beiden haben sich seit ihrem Abitur vor fünf Jahren nicht mehr gesehen. Ihre Abiturfeier war damals überschattet vom tragischen Tod von Vanessas Vater, den sie miterleben musste. Der Bauleiter war auf einer Baustelle der Firma Zeferer tödlich verunglückt. Darüber ist Vanessa nie hinweggekommen, denn an einen Unfall glaubt sie nicht. Vor allem, weil sie glaubt, noch jemanden auf dem Gerüst gesehen zu haben, der ihren Vater vom Gerüst gestoßen hat. Vanessa hat Rache geschworen. Die Ermittler tauchen tief in die Salzburger Immobilienszene ein. Die mittlerweile inhaftierte ehemalige Landtagspräsidentin (Susanne Czepl-Zrost) gibt den Salzburger Kriminalbeamten Irene Russmeyer (Fanny Krausz), Hofrat Alfons Seywald (Erwin Steinhauer) und Hauptkommissar Hubert Mur (Michael Fitz) einen entscheidenden Hinweis. Die Ermittler stoßen auf ein Korruptionsnetzwerk.

Erfolgreicher Serienexport made in Austria!

Die „Toten von Salzburg“ wird von Heinrich Ambrosch produziert. Er ist Geschäftsführer der Satel Film. Ambrosch setzt auf ein bewährtes Team, das regelmäßig für Top-Quoten im In- und Ausland sorgt.

Statement Ambrosch: „Die Toten von Salzburg haben alle Erwartungen übertroffen. Die letzte Folge „Süßes Gift“ erreichte bei der Ausstrahlung im Jänner 2024 mit bis zu 770.000 Zusehern auf ORF 2 einen Rekordwert von 27 Prozent Marktanteil. Und mit 6,587 Millionen Zusehern im ZDF und einem Gesamtmarktanteil von 25,7 Prozent haben wir sogar den Tagessieg in Deutschland geholt“, freut sich Ambrosch. Die Sendeverantwortung liegt bei Sabine Weber (ORF) und Daniel Blum (ZDF). Produzentin und Green Producer ist Astrid Hauss (Satel Film).

Produziert wird nach strengen Richtlinien Die SATEL Film GmbH (gegründet 1971) ist eine der führenden österreichischen Filmproduktionsfirmen. Sie hat ihren Sitz in Wien. Neben Kino- und Fernsehfilmen werden vor allem TV-Serien und Dokumentarfilme produziert

KONZERTE, die wieder Tausende in ihren Bann ziehen werden!

In der Mozartstadt Salzburg und ihrer Umgebung ist die Salzburger Kulturvereinigung Hauptveranstalter und Gastgeber zahlreicher hochkarätiger Kulturveranstaltungen.

Ein Funke genügt, um ein Feuer zu entfachen. Dieser Funke kann auch die Leidenschaft für Kunst und Kultur entfachen.

Mit 24 Orchesterkonzerten im Großen Festspielhaus, Matineen, Kirchenkonzerten und 5 Veranstaltungen der Reihe MUSIK: CON TEXT wird auch in der Saison 2024/25 ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Zu den Höhepunkten zählen die beiden Veranstaltungen „Buchbinder spielt Mozart“ und „200 Jahre Bruckner“. Starpianist Rudolf Buchbinder und die Staatskapelle Dresden spielen im Großen Festspielhaus drei Konzerte für Orchester und Klavier von Wolfgang Amadeus Mozart.

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5, B-Dur
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern · Pietari Inkinen (Dirigent) Foto (c) _Andreas_Zihler (1)

Der 200. Geburtstag von Anton Bruckner steht ebenfalls im Mittelpunkt des Festivals. Aufgeführt werden Bruckners Vierte (großes Sinfonieorchester), denn mit seiner grandiosen „Vierten“ konnte Anton Bruckner 1881 in Wien endlich einen wirklichen Erfolg feiern. Bis heute ist sie neben der „Siebten“ seine meistgespielte Sinfonie. Das hochkarätige „Orchestra della Svizzera Italiano“, dessen Chefdirigent er seit 2015 ist, wird von Markus Poschner geleitet.

Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Pretari Inkinen spielt Bruckners Fünfte. Eine Klangarchitektur, eine Kathedrale in Tönen ist Bruckners gewaltige Fünfte. Interessant ist auch, dass der Komponist diese überwältigende Sinfonie nie vollständig mit Orchester gehört hat. Die Uraufführung der Symphonie Nr. 5 in B-Dur fand in Graz statt. Bei der Uraufführung, die in gekürzter Form gespielt wurde, konnte er nicht dabei sein. Warum nicht? Weiß niemand?

Das dritte Konzert und damit Bruckners Sechste. Sinfonie Nr. 6 in A-Dur dirigiert Thomas Hengelbrock. Er steht am Pult des Mozarteum Orchesters Salzburg. Mit Thomas Hengelbrock dirigiert also ein Interpret von internationalem Format dieses Konzert.

Ein weiterer Höhepunkt wird das Orgelkonzert mit Wayne Marshall in der Franziskanerkirche sein, das zum zweiten Mal stattfinden wird. Nach dem großen Erfolg im Jahr 2023 wurde beschlossen, Wayne Marshall erneut einzuladen, um auch im Jahr 2024 das Publikum mit seiner Orgelkunst zu verzaubern. Die Franziskanerkirche wird sich wieder mit kraftvollen Klängen und musikalischer Energie füllen.

Foto: (c) Salzburger Kulturvereinigung

Es handelt sich um den britischen Künstler Wayne Marshall. Als Organist, Dirigent und Pianist ist er weltweit für seine Musikalität und Vielseitigkeit bekannt. Mit seinem außergewöhnlich umfangreichen Orgelrepertoire wird er die spätgotisch-romanische Franziskanerkirche wieder mit kraftvollem Klang und musikalischer Energie erfüllen.

Dies war nur ein kleiner Einblick in die Vielfalt der Konzerte der Salzburger Kulturvereinigung in der Saison 2024/25. Wie reichhaltig und interessant das Programm auch in diesem Jahr wieder sein wird, davon können Sie sich auf der Homepage der Salzburger Kulturvereinigung überzeugen.

www.kulturvereinigung.com

Noch eine kurze Information zum Wechsel in der künstlerischen Leitung. Das Programm für die Saison 2024/25 wurde noch von Thomas Heißbauer zusammengestellt. Er ist noch bis Ende Juni 2024 künstlerischer Leiter. Sein Nachfolger wird der Geiger Benjamin Schmid. Er wird ab September 2024 das musikalische Programm gestalten. Die Saison 2025/26 wird dann seine Handschrift tragen.

Geiger Benjamin-Schmid ab September 2024 neuer künstlerischer Leiter
der Salzburger Kulturvereinigung (c) SKV-ebihara-photography

BRUNO GIRONCOLI – TONI SCHMALE zwei unterschiedliche BILDHAUER

Bruno Gironcoli Teller mit Kornähren, 2008 Aluminium 40 × 70 cm 
ALBERTINA, Wien – Sammlung Dagmar und Manfred Chobot
©Bruno Gironcoli
 
Toni Schmale fury, 2019 Sandgestrahlter Stahl, brüniert, geölt mit Castrol WX-30 100 × 30 × 70 cm
Installationsansicht Christine König Galerie, Wien, 2019
Foto: Philipp Friedrich Courtesy die Künstlerin
Bildrecht Wien, 2024

Die ALBERTINA MODERN präsentiert eine gemeinsame Ausstellung des österreichischen Künstlers Bruno Gironcoli (1936–2010) und der in Wien lebenden Bildhauerin Toni Schmale (*1980). Anlass der Schau ist eine umfangreiche Schenkung von Agnes Essl

Bruno Gironcoli (* 27. September 1936 in Villach, er starb Februar 2010 in Wien) war ein österreichischer Maler und Bildhauer. Er begann seine künstlerische Laufbahn mit einer Goldschmiedelehre in Innsbruck (1951-1956). Später studierte er an der Akademie für angewandte Kunst in Wien (1957-1959 und 1961-1962). Als Inspirationsquelle diente ihm das Werk Alberto Giacomettis in Paris.

International bekannt wurde Gironcoli 2003 als offizieller Vertreter Österreichs auf der Biennale in Venedig. Seine Skulpturen sind inspiriert von Alltagsgegenständen, Naturzitaten und baby- bzw. embryonalen Formen, die organisch anmutenden Objekte werden wieder mit Maschinen in Verbindung gebracht.

In seinem Werk spielen die Themen der Mutter, der Geburt, der Suche nach Glück, aber auch des Scheiterns eine wichtige Rolle. Auch der Tod und der Faschismus wurden in seinen Skulpturen immer wieder thematisiert.

Um zu einem Ergebnis zu kommen, muss man sich als Betrachter/in Zeit nehmen und die Skulpturen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Das ist das Besondere an Gironcolis Arbeiten.

Gironcolis Werke faszinieren die Betrachter/innen durch ihre gigantische Größe und beeindruckende Wirkung. Mit seiner eigenständigen Auffassung von Großplastik hat er die traditionelle Auffassung von Skulptur revolutioniert und die zeitgenössische Kunst in Österreich nachhaltig geprägt.

Die Albertina Modern zeigt jedoch einen anderen Gironcoli. Ausgangspunkt ist ein Zyklus von 155 Zeichnungen, gestiftet von Agnes Essl. Die in sich geschlossene Serie entstand in den 1980er Jahren über einen Zeitraum von sechs Jahren und zeigt den Künstler, wie wir ihn kaum kennen.

Die Farbstiftzeichnungen sind einzigartig. Sie unterscheiden sich deutlich von den bekannteren Werken Gironcolis. In feinster Ausführung strahlen sie eine unglaubliche Plastizität aus. Sie sind nicht einfach Entwürfe für zukünftige Skulpturen. Sie erforschen deren Mögliche und unmögliche Zustände und Funktionen – unabhängig von Zeit und Raum.

Bruno Gironcoli Ohne Titel, 1980-1985
Bleistift und Farbstift auf Papier 20 × 30 cm
ALBERTINA Wien – Schenkung von Agnes Essl
©Bruno Gironcoli
 
Bruno Gironcoli Ohne Titel, 1980-85 Bleistift und Farbstift auf Papier 30 × 40 cm
ALBERTINA, Wien – Schenkung von Agnes Essl 
© Bruno Gironcoli

Toni Schmale wurde 1980in Hamburg geboren. Nach einer Karriere als Profifußballerin von 1994 bis 2002 studierte sie zunächst Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 2009 wechselte sie an die Akademie der bildenden Künste Wien. Dort studierte sie bis 2013 Performative Kunst bei Carola Dertnig und Performative Skulptur bei Monica Bonvicini. Sie erhielt unter anderem den Msgr. Otto Mauer-Preis, den Baltic 6 Artists’ Award und den Outstanding Artist Award für Bildende Kunst. Ihre Skulpturen stehen in der Tradition der Minimal Art mit ihrer klaren Formensprache. Sie verbindet diese jedoch mit einer körperbetonten, leidenschaftlichen und humorvollen Herangehensweise. Heute lebt und arbeitet Toni Schmale in Wien. Auch die eindrucksvollen Arbeiten von Toni Schmale wecken Assoziationen über den Zweck und den Umgang mit ihnen. Die Intention der Künstlerin ist es, uns durch eigene Gedanken und Überlegungen an Inhalt und Bedeutung heranzuführen. Titel, Form und Material ihrer Skulpturen weisen meist in verschiedene Richtungen und suggerieren eine Handlung oder menschliche Interaktion – eine Interaktion, die bei Gironcoli bis zur Verschmelzung von Menschen und Technik reicht.

Toni Schmale waltraud, 2016      lap, 2013 Feuerverzinkter Stahl, pulverbeschichteter erhitzter und gewachster Stahl, Foto: Toni Schmale Courtesy die Künstlerin Bildrecht Wien, 2024

Auf den ersten Blick sieht diese Arbeit wie ein Stuhl aus, aber man kann viel mehr in sie hineininterpretieren. Es könnte auch eine Abstiegsvorrichtung sein, mit der Schiffe große Höhenunterschiede in Wasserstraßen überwinden können? Oder ein Rollentrainer, der mit einem Gewichtheber gekoppelt ist. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Was es wirklich ist, sagt die Künstlerin Nein, das verrät sie leider auch nicht. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien? Lauf, was immer Sie darin sehen. Spannend ist es auf jeden Fall, und der Blickwinkel macht es noch spannender. 

Toni Schmale          
Pulverbeschichteter Stahl RAL 9005,170 × 110 × 80 cm    Foto: Sofia Goscinsk        Courtesy die Künstlerin   Bildrecht Wien, 2024   
                                                                                      

In beiden künstlerischen Positionen werden Gegensätze – das Bekannte und das Erdachte, das Künstliche und das Lebendige – zu neuen Bedeutungsträgern verbunden. Die Werke entziehen sich einer konkreten Festlegung, einer eindeutigen Interpretation und werfen uns durch die Fragen, die wir an das Objekt stellen, letztlich auf uns selbst zurück.

Die Ausstellung ist bis 28. Juli 2024 in der ALBERTINA MODERN zu sehen.

https://www.albertina.at/en/albertina-modern/exhibitions/bruno-gironcoli-toni-schmale

Die Technologie des 21. Jahrhunderts blickt zurück in die Steinzeit?

Vor etwa 7 Millionen Jahren begann die Entwicklung des Menschen in Afrika. Die digitale Transformation ist geprägt von der besonderen Beziehung zwischen Menschen und Technik. Der menschliche Körper ist entwicklungsgeschichtlich immer noch ein Produkt der Steinzeit. Anthropologen sagen sogar, dass wir durch und durch Steinzeitmenschen geblieben sind. Wir haben uns allenfalls an die viel komplexere Welt angepasst, in der wir heute leben. Die Steinzeit steckt uns noch in den Knochen!

experimental photo work by © Christa Linossi 2024 From the series “ Künstliche Welt des 21. Jahrhunderts“

The technology of the 21st century looks back to the Stone Age? Human development began in Africa around 7 million years ago. The digital transformation is characterised by the special relationship between humans and technology. In terms of evolutionary history, the human body is still a product of the Stone Age. Anthropologists even say that we have remained Stone Age people through and through. At best, we have adapted to the much more complex world we live in today. The Stone Age is still in our bones!

Vielfalt als Schönheit

…zu sehen in der Albertina Modern bis zum 18. August 2024

Sungi Mlengeya Wallow, 2022 Acryl auf Leinwand 150 × 140 cm
Privatsammlung
© Sungi Mlengeya, Foto: Courtesy of Afriart Gallery

Worum geht es in dieser Ausstellung?

The Beauty of Diversity bewegt sich im Spannungsfeld eines etablierten Kunstverständnisses und seiner Erneuerung. Die Ausstellung entfaltet ihre Dynamik in der Gegenüberstellung von renommierten KünstlerInnen, die den Kanon immer wieder herausfordern wollten und dennoch kanonisiert wurden, mit Neuentdeckungen und jenen, die Sehgewohnheiten irritieren, gegen den Strom schwimmen, an den Grundfesten der Hochkultur rütteln, die Norm brechen und damit eine Ästhetik der Vielfalt begründen.

Die Ausstellung Die Schönheit der Vielfalt oder The Beauty of Diversity zeigt die Vielfalt der Sammlungen der Albertina. Sie definiert den Reichtum einer Sammlung durch ihre Heterogenität. Zudem wird die Notwendigkeit unterstrichen, Frauen, LGBTQIA+ KünstlerInnen, People of Color, indigenen Positionen und AußenseiterInnen Sichtbarkeit zu verschaffen.

Zwei Werke aus der Ausstellung The Beauty of Diversity haben mich sehr fasziniert, das war zum einen die Arbeit von Sungi Mlengeya und Gelitin (Gelitin, bis Ende 2005 Gelatin).

Sungi Mlengeya wurde 1991 in Daressalam, Tansania, geboren. Sie ist Autodidaktin und arbeitet hauptsächlich mit Acryl auf Leinwand. Ihre Bilder sind frei, minimalistisch und zeigen einen originellen Umgang mit dem negativen Raum.

Das Faszinierende an ihren Arbeiten sind die dunklen, minimalistisch inszenierten Figuren. Sie erinnern an die Frauen, die sie umgeben.

Die meisten ihrer Werke bestehen aus dunklen Figuren in minimalen Schwarz- und Brauntönen vor einem makellos weißen Hintergrund, so auch das Werk, das die ALBERTINA MODERN von ihr zeigt. Ihre Figuren sind Andeutungen mit Gesichtern, Händen und Füßen. Mit dem richtigen Blickwinkel kann der Betrachter den Körper als Ganzes erkennen.

Sungi Mlengeya Wallow, 2022 Acryl auf Leinwand 150 × 140 cm
Privatsammlung © Sungi Mlengeya, Foto: Courtesy of Afriart Gallery

Sungi Mlengeya ist eine sehr interessante Künstlerin. Wegen der Ausstellung in der Albertina habe ich mir ihre Homepage angesehen. Homepage https://sungimlengeya.com/  https://sungimlengeya.com/2023 Im Jahr 2020 wurde Sungi von Apollo 40 Under 40 Africa (internationales Kunstmagazin), einer Auswahl der inspirierendsten jungen Künstler der afrikanischen Kunstwelt, geehrt.

Vier Künstler, die mir sofort aufgefallen sind, bilden die Gruppe Gelitin. Ich verfolge sie seit Jahren. Ihre Arbeit, die in der ALBERTINA MODERN zu sehen ist, MONA LISA (entstanden 2020 Plastilin, Paraffin, Bienenwachs und Pigmente auf Holz 70 × 45 × 10 cm) zeigt eine andere Mona Lisa (Gelitin Geheimnis und nicht das Geheimnis Leonardo da Vinci Mona Lisa) die entstellte Frau mit riesigen verkrüppelten Augen, die Nase entstellt und seitlich aus dem Kopf ragend, der Mund eine Öffnung wie der Eingang zu einem Tunnel.

Denn den Rest kann man sehen, wie man will. Es könnte auch ein Misthaufen sein, in dem die Mona Lisa steckt! Was hat sich die Gruppe Gelitin dabei gedacht? Müssen wir das wissen? Nein! Jeder soll sich selbst ein Bild machen.

Gelitin (Gelatine) ist dafür bekannt, dass es Aufsehen erregen kann. So wie 2003 in Salzburg: (Museumsdirektorin Agnes Husslein ließ 2003 den „Arc de Triomphe“ der Künstlergruppe Gelatin vor dem Rupertinum und dem benachbarten Festspielhaus errichten. Das erregte die Gemüter. Die Stadt Salzburg. Der Bürgermeister der Stadt Salzburg sah sich veranlasst, die Skulptur bis zu ihrem vollständigen Abbau schnellstmöglich zu verhüllen und einzuhausen.) Ein Akt der Verhüllung, zuerst das weiße Tuch, dann die leuchtend gelbe Bretterverschalung. Die Direktorin des Museums, Agnes Husslein, hatte am Ende das Nachsehen. Sie hatte den Mut, die Skulptur in Salzburg auszustellen. Sie scheiterte an der Stadt.)

Gelatin Arc de Triomphe
Rupertinum, Salzburg, Austria 2003: Foto: © Rupertinum MdM Salzburg 2003

Auch wenn sie immer wieder für Aufregung sorgen, bleiben die Gelitin eine interessante Künstlergruppe. https://www.gelitin.net/projects

Darüber hinaus gliedert sich die Ausstellung in die im Folgenden beschriebenen Bereiche:

Raum 2 siehe PUPPENSPIELE: Puppen aus weichem Stoff, Spiel- und Bastelmaterialien wie Knete und Plastilin erinnern an das sichere, umsorgte und behütete Reich der Kindheit, an eine heile Welt.

Raum 3 Empowerment: Selbstbestimmung ist eine zentrale Forderung der feministischen Bewegung. Strategien der Selbstermächtigung, die es in der Kunst seit jeher gibt, fungieren als aktivistisches Sprachrohr, um die Bedingungen von Interessengemeinschaften und diskriminierten Gruppen zu verbessern.

Raum 4 Art brut: Die Vorstellung, dass Kunst Rückschlüsse auf die psychische Disposition der AutorInnen zulässt und dass Bilder etwas über die Gesundheit oder gar Krankheit derer aussagen, die sie produzieren, muss in Frage gestellt werden.

Raum 6 Black Art Matters Nach großen Unruhen formierte sich 2013 in den USA die Bewegung Black Lives Matter. Ein Jahr später erreichte sie weltweit ihren Höhepunkt. Anlass waren zahlreiche Demonstrationen gegen die Tötung von AfroamerikanerInnen, insbesondere durch weiße Polizeibeamte.

Raum 8 Obsessionen: Die Obsession kann als ein individueller Mythos verstanden werden, eine innere Kraft, die das Selbst immer wieder überrascht. Obsessive Kräfte führen zu triebhaften Ausbrüchen, ungeahnten Intensitäten und inneren Zwängen.

Groteske Figuren: Die Hochkultur hat sich vom Grotesken, Unreinen und Abgründigen abgewandt. Sie hat sich dem rechten Maß und der harmonischen Vollendung verschrieben und vermeidet Regellosigkeit und Abweichung von der Norm.

Raum 9 Hybride Formen: Hybridität ist der Schlüsselbegriff zur Beschreibung kultureller Vielfalt, Multimedialität und Heterogenität.

Raum 10 Traum und Trauma: Das Dunkle und Ungeordnete, das Formlose und Chaotische, so die Urmetapher der Kunst, steht am Anfang jeder ästhetischen Produktion.

Raum 13 Inklusion: Die Inklusion von KünstlerInnen aus Kontinenten wie Australien, Afrika, Asien und Südamerika nimmt in der Gegenwartskunst einen hohen Stellenwert ein und wird in den letzten Jahren verstärkt vorangetrieben.

Die Ausstellung entwickelt eine vielschichtige Ästhetik, die die Idealität eines klassischen Stil- und Formwillens konterkariert. Sie erkundet die Schönheit des Grotesken, des Unreinen und Verdrängten, des an den Rand Gedrängten und des von der Norm Abweichenden.

KünstlerInnen aus Australien, Afrika, Asien und Südamerika wird in der Schau ein hoher Stellenwert eingeräumt. Sie relativieren eurozentrisches Denken und Handeln bzw. westliche Kunst und Kultur. AutodidaktInnen zeigen einen ausgeprägten Willen zu dem, was sie tun müssen. Durch ihr Bekenntnis zur inneren Notwendigkeit der Kunst beweisen sie Authentizität.

https://www.albertina.at/en/albertina-modern

Roy Lichtenstein in der Albertina

Der wohl berühmteste Maler der POP-ART neben Andy Warhol!

Roy Lichtenstein
Studie zu Figuren in einer Landschaft, 1977
Öl und Acryl auf Leinwand
Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark Long-term loan: Museumsfonden © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024
Foto: Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark

Mit einer großen Retrospektive feiert die ALBERTINA den Meister der Pop Art Roy Lichtenstein (1923-1997, New York) anlässlich seines 100. Geburtstages.

Er gilt heute neben Andy Warhol und Jackson Pollock als einer der drei populärsten und bekanntesten amerikanischen Künstler. Darüber hinaus wurde er zum einflussreichsten Pionier der Appropriation Art und zum Wegbereiter der Verschmelzung von High und Low Art in der zeitgenössischen Kunst. 

Bereits 2011 widmete die ALBERTINA Roy Lichtenstein eine Ausstellung. Roy Lichtenstein. Black & White 1961 – 1968 konzentrierte sich auf eine außergewöhnliche Gruppe von 59 Zeichnungen aus der Zeit der Pop Art. Sie wurden bisher nur selten gezeigt. Sie dokumentierten Lichtensteins eigenständigen Beitrag zum Medium der Druckgrafik und die Rolle der Zeichnung für die Entwicklung seines Stils. Die Ausstellung 2011 entstand in Zusammenarbeit mit der Morgan Library & Museum, New York.

Anlässlich seines 100. Geburtstags im Jahr 2024 widmet die Albertina Roy Lichtenstein erneut eine große Retrospektive!

Roy Lichtenstein
Ertrinkendes Mädchen, 1963
Öl und Acryl auf Leinwand
The Museum of Modern Art, New York, Philip Johnson Fund (by exchange) and gift of Mr. and Mrs. Bagley Wright © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024
Foto: The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Wer war Roy Lichtenstein? Roy Lichtenstein wurde am 27. Oktober 1923 in New York als Sohn deutsch-jüdischer Eltern geboren.  Von 1937 bis 1940 besuchte er die New Yorker Kunstgewerbeschule. 1961 gelang ihm mit dem Bild Look Mickey der Durchbruch, sein Stil wurde zum Industrial Style des gedruckten Comics.

Lichtenstein, der in kräftigen, klaren Farben malte und sich bewusst industrieller und kommerzieller Produkte wie Comics und Werbung bediente, versuchte so, Kunst und Konsumgüter zu verbinden. Lichtenstein bediente sich bewusst der „Ben-Day“-Technik, einer an die Drucktechnik angelehnten Technik, bei der eine Serie von Punkten auf Papier reproduziert wird. Er zeichnete von Hand ein Bild aus einem Cartoon, der ihn inspirierte, projizierte es großflächig auf eine Leinwand und füllte die Formen mit farbigen Ben-Day-Punkten aus.

Roy Lichtenstein
Wir standen langsam auf, 1964
Öl und Acryl auf Leinwand
MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST, Frankfurt, Ehemalige Sammlung Karl Ströher, Darmstadt (DE) © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024

Roy Lichtenstein antwortete 1963 auf die Frage „Was ist Pop Art?

„Die Verwendung der Werbegrafik als Inhalt der Malerei. Es war schwierig, ein Bild zu finden, das mir abstoßend genug erschien, um die schamlosesten und bedrohlichsten Merkmale unserer Kultur zu thematisieren: Dinge, die wir ablehnen, die aber übermächtig sind, wie Werbeplakate und Comics“.  <

Lichtensteins Kunst ist keineswegs belehrend, aber auch nicht affirmativ. Sie reflektiert eine ambivalente Haltung gegenüber der Bildmaschinerie der Werbeindustrie, deren Ästhetik Lichtenstein bereits in den 1960er Jahren in das Feld der Kunst und des Museums holte. 

„Mir geht es darum, eine Art Anti-Sensibilität zu porträtieren, die die Gesellschaft durchdringt. Die Werbung bestimmt einen großen Teil unserer Kommunikation. Unser gesamtes Umfeld scheint von dem Wunsch beherrscht zu sein, Produkte zu verkaufen. Das ist die Landschaft, die ich darstellen möchte. Es geht mir nicht darum, die Gesellschaft zu belehren oder unsere Welt zu verbessern“, sagt Lichtenstein.

Roy Lichtenstein
Studie zu Figuren in einer Landschaft, 1977
Öl und Acryl auf Leinwand
Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark Long-term loan: Museumsfonden © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024
Foto: Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark

Das Faszinierende an den Werken von Roy Lichtenstein ist die ZEICHNUNG. Sei es die Anlehnung an die Drucktechnik, die er als Zeichnung in Punkte verwandelt, seien es atmosphärische Elemente und Formenvielfalt, die seine kompositorischen Zutaten sind.  Oder ein Gesichtsausdruck, dargestellt als Werbeikonen, deren Blick sich dem Betrachter zuwendet. Verschiedene Details, die sich wie gedrehte Elemente in den Vordergrund zu schieben versuchen, dazwischen wieder Elemente der Szenerie, das Wasser, auf dem ein Boot sichtbar zu werden scheint. Eine Krawatte, die exakt an ein elementares Hemd gebunden ist. Wasser usw. Es genügt, sich auf die Suche zu machen, mit scharfem Blick in das Bild einzutauchen und der Fantasie freien Lauf zu lassen.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall.

Roy Lichtenstein « ALBERTINA Museum Wien