ER KAM, SAH und GAB….

Das ist der Mann der „Er kam, sah und gab“ Dr. Hans-Peter Wild © Foto privat

Es handelt sich um das Großprojekt Festspielbezirk 2030″, das im Laufe der Zeit immer wieder adaptiert wurde, so wurde die Felsenreitschule (zuletzt 2011) komplett neu errichtet, das Kleine Festspielhaus präsentiert sich heute als Haus für Mozart (2006), das Große Festspielhaus des Architekten Clemens Holzmeister blieb bis auf marginale Veränderungen seit seiner Eröffnung 1960 unverändert. Die bühnen- und veranstaltungstechnischen Einrichtungen sowie die Haustechnik und die Anforderungen eines modernen Konzert- und Festspielbetriebes sind jedoch längst am Ende ihres Lebenszyklus angelangt. Zentrale Aspekte des Projekts sind daher die Behebung des eklatanten Mangels an Nutzflächen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsbereichen, die Modernisierung der technischen Ausstattung und die Neuorganisation der logistischen Abläufe innerhalb des Festspielbezirks.

Mäzen Dr. Hans-Peter Wild (2.v.r.) mit dem Direktorium der Salzburger Festspiele: Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor; Präsidentin Kristina Hammer; Intendant Markus Hinterhäuser (v.l.)
© SF/Jan Friese

Im Zuge der anstehenden Generalsanierung des Großen Festspielhauses wurde auch ein internationaler Realisierungswettbewerb für ein Informationszentrum ausgeschrieben. Der von der Jury prämierte Siegerentwurf des Architektenteams Marte.Marte wurde Anfang 2020, kurz vor Ausbruch der Pandemie, von der damaligen Präsidentin Helga Rabl-Stadler präsentiert. Demnach sollten „messingfarben schimmernde Dreh Tore“ in den Innenhof zwischen Pferdeschwemme und Schüttkasten führen, wo ein „rechteckiger Glaspavillon“ ein modernes Informationszentrum beherbergen und ein im Sommer zur Straße hin geöffnetes Café eine niederschwellige Schnittstelle zwischen Alltag und Hochkultur schaffen sollte. Die Pläne wurden begeistert aufgenommen, doch schon damals war klar, dass ein neues Festspielzentrum aus den vorhandenen Budgets niemals zu finanzieren sein würde. Rabl-Stadler machte schon damals klar, dass, wenn dieses Festspielzentrum gebaut werden soll, es nur aus privaten Mitteln finanziert werden kann.

Hier kommt der Mann ins Spiel, der „Er kam, sah und gab“. Die Rede ist vom Mäzen und Unternehmer Dr. Hans-Peter Wild, der 12 Millionen Euro für den Bau gesponsert hat. Damit gab er am Freitag, 19.05.2023 bei der Pressekonferenz den Startschuss für den Bau des neuen Festspielhauses. Er wird das Projekt in den nächsten drei Jahren mit bis zu 12 Millionen Euro finanziell unterstützen.

Wer ist Dr. Hans-Peter Wild? Er ist Schweizer Unternehmer. Er studierte zunächst Rechtswissenschaften an den Universitäten München, Tübingen und Heidelberg und schloss sein Studium mit Prädikatsexamen ab. 1974 trat er in das väterliche Unternehmen ein, das damals vor allem Grundstoffe sowie Maschinen und Anlagen für die deutsche Getränkeindustrie herstellte.

Salzburger Festspielbezirk Foto: © Christa Linossi  

Schon seine Eltern waren Festspielgäste und nahmen ihn oft mit, so wurde auch er ein regelmäßiger Besucher der Festspiele und ist mittlerweile auch Besitzer der beiden Salzburger Hotels Schloss Mönchstein und Goldener Hirsch, die er vor Jahren erworben hat.

Der neuen Präsidentin Dr. Kristina Hammer, der man es nie zugetraut hätte, Mäzene oder Sponsoren zu gewinnen, ist dieser absolute Coup gelungen, mit einer Summe, die es in der Geschichte der Salzburger Festspiele noch nie gegeben hat. Dr. Kristina Hammer kennt Dr. Wild seit 2007, als sie noch für Mercedes tätig war.

„Mit der bisher größten Spende eines privaten Mäzens in der Geschichte der Salzburger Festspiele werden wir einen neuen, lebendigen Begegnungsraum im historischen Herzen unserer Stadt schaffen. Ein Platz, an dem ein lichtdurchfluteter Pavillon das ganze Jahr über Einblicke in das Innere der Festspiele gewährt und an dem Alltag und Kunstraum ganz selbstverständlich ineinander übergehen“, freut sich Präsidentin Kristina Hammer.

Rendering zum Entwurf des Architekturbüros Marte.Marte: Festspielzimmer
© Architekturbüro Marte.Marte

Statement des Intendant Markus Hinterhäuser: „Kunst und Kultur sind wesentlich, sie sind unverzichtbar für unser Leben. Diese Wesentlichkeit geht weit über das Alltägliche hinaus. Wie nie zuvor sind wir mit dem Phänomen konfrontiert, dass wir Nähe nur noch über Distanz herstellen können. Wir brauchen Kunst und Kultur mehr denn je, dringender denn je. Sie sind es, die den Menschen zum Menschen machen. Mit dem neuen Festspielhaus wollen wir das ganze Jahr über einladen, das Gemeinsame zu erleben. Menschen wollen nicht abgeholt werden, sie wollen eingeladen werden und dank der großzügigen Spende von Dr. Hans-Peter Wild wird dieser Ort zu einem neuen Treffpunkt.

Auch Lukas Crepaz, Kaufmännischer Direktor der Salzburger Festspiele freut sich ebenfalls: „Wir danken Dr. Hans-Peter Wild sehr herzlich, dass er durch seine großzügige Unterstützung das geplante Festspielzentrum zu unserem 100-jährigen Jubiläum ermöglicht und damit den gesamten Stadtteil funktional und städtebaulich aufwertet. Mit dem Baubeginn nach den Salzburger Festspielen 2024 wird dies der fulminante Auftakt zu unserem Großprojekt Festspielbezirk 2030“.

So machen die Salzburger Festspiele mit dem Projekt Festspielbezirk 2030 gemeinsam mit ihren Förderern, Sponsoren, dem Verein der Freunde und der öffentlichen Hand einen Quantensprung in die Zukunft. Die Salzburger Festspiele sind eine Weltmarke und wo immer man hinkommt, kennt man Salzburg und die Salzburger Festspiele!

KULTURHOF Stanggass

oder KULTUR trifft HOF

Kulturhof Stanggass – Holzfassade – Photo Credit Josefine Unterhauser

Was ist der Kulturhof, wofür steht er? Wo findet man ihn? Hat er etwas mit ländlicher Kultur zu tun?

Der Kulturhof Stanggass, der im November 2021 auf dem Gelände des ehemaligen historischen Nobelhotels Geiger in Bischofswiesen bei Berchtesgaden neu eröffnet wurde, versteht sich als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Geselligkeit.

Kulturhof Stanggass – Atelier – Photo Credit Laura Thiesbrummel

Unter dem Dach des K’Hofs vereinen sich Hotel, Gasthof, Gourmet-Stüberl, Bar, Biergarten und Eventlocation. Entstanden ist ein Kraftort mit viel Liebe zur Natur für wertvolle Erlebnisse. Unter dem Motto „Hier ist Beieinander“ treffen sich Gäste, Durchreisende und Einheimische vor der spektakulären Bergkulisse der Berchtesgadener Alpen in designverliebtem Ambiente für kleine und große Auszeiten, aber auch für Musik- & Kulturveranstaltungen und kulinarische Genussmomente.

Was zeichnet den Kulturhof Stanggass aus? Es ist der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen, der im Kulturhof Stanggass bereits seit der Objektplanung eine Grundhaltung darstellt und bis heute in allen Bereichen umgesetzt wird. Von Anfang an wurde auf die Verwendung natürlicher und regionaler Materialien gesetzt. Holz ist dabei der Hauptdarsteller.

Deshalb wurde der Kulturhof Stanggass im Rahmen des Holzbaupreises Bayern 2023 mit einer Anerkennung für vorbildliche Holzverwendung ausgezeichnet. In einer feierlichen Zeremonie überreichte Staatsministerin Michaela Kaniber die Urkunde an Kulturhof-Projektleiter Nuri Irshaid und Architekt Stefan Kohlmeier.

Staatsministerin Michaela Kaniber (rechts) überreicht die Urkunde an Kulturhof-Projektmanager Nuri Irshaid (Mitte) und Architekt Stefan Kohlmeier (links)

Der Holzbaupreis Bayern ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und proHolz Bayern, das auch von der Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sowie dem Landesbeirat Holz Bayern e.V. unterstützt wird. Seit 1978 wird der Wettbewerb alle vier Jahre durchgeführt, heuer bereits zum elften Mal. Er zeigt eindrucksvoll die gestalterische Vielfalt beim Bauen mit Holz.

Im Kulturhof Stanggass, der Architektur mit Natur verbindet, fühlt man sich einfach wohl.

https://www.kulturhof.bayern/veranstaltungen

https://www.kulturhof.bayern/

RIRKRIT TIRAVANIJA

im Haus der Kunst München

Der thailändische Künstler Rirkrit Tiravanija (*1961 Buenos Aires, Argentinien) ist bekannt für seine künstlerische Praxis, die traditionelle Ausstellungsformate durch soziale Interaktionen und das Teilen alltäglicher Aktivitäten wie Kochen, Essen und Lesen in Frage stellt.

Er schafft Räume, die den primären Charakter des Kunstobjekts ablehnen und sich stattdessen auf den Gebrauchswert und das Zusammenbringen von Menschen durch einfache Handlungen und Umgebungen gemeinschaftlicher Pflege konzentrieren. Auf diese Weise hinterfragt Tiravanija die Erwartungen an Arbeit und Virtuosität.

Rirkrit Tiravanija
Installationsansicht / Installation view
Haus der Kunst, 2023
Foto: Judith Buss

In einer dezentralen Ausstellung zeigt das Haus der Kunst bis zum 29. Mai 2023 Werke des Künstlers Rirkrit Tiravanija an verschiedenen Orten im Haus. In einer erstmaligen Kooperation zwischen dem Haus der Kunst und der Bayerischen Staatsoper München findet die Ausstellung parallel zu Toshio Hosokawas Oper HANJO statt, die in der Westgalerie des Hauses der Kunst aufgeführt wird und für die Rirkrit Tiravanija das Bühnenbild entwirft.

Hanjo, Oper 2023
Bühnenbild / Scenery
Haus der Kunst, Westgalerie 2023
Foto: Judith Buss

Parallel zu den Aufführungen von HANJO in der Westgalerie wird Tiravanijas Werk an verschiedenen Orten im Haus der Kunst präsentiert. Die Praxis des bildenden Künstlers und Performers konzentriert sich auf die künstlerische Produktion von sozialem Engagement, wobei er die Betrachter*innen häufig einlädt, seine Werke zu beleben, an ihnen teilzunehmen und sie zu aktivieren.

Hanjo, Oper 2023
Bühnenbild / Scenery
Haus der Kunst, Westgalerie 2023
Foto: Judith Buss

Tiravanijas Arbeiten schaffen soziale und räumliche Situationen, die erst durch die Anwesenheit und Handlung der Besucher*innen ihre Form erhalten.

Die Aufführung von HANJO von Toshio Hosokawa ist eine Kooperation des Haus der Kunst mit der Bayerischen Staatsoper München im Rahmen des Ja, Mai Festivals.

https://www.hausderkunst.de/ausstellungen/rirkrit-tiravanija

Holy. Energy. Masters 

im HAUS DER KUNST MÜNCHEN

Preisträger*innen des renommierten ars viva Nachwuchspreises 2023 Paul Kolling, Shaun Motsi und Leyla YenircePaul Kolling, Shaun Motsi, Leyla Yenirce
Portraits, 2022 Photo: Cordula Treml

„Die Ausstellung „Holy. Energy. Masters“ präsentiert einen Dreiklang von Stimmen der jüngsten Künstlergeneration, der die Konflikte eurozentrischen Wissens, Werte und Systeme hinterfragt und intelligente, poetische und geografische Perspektivwechsel ermöglicht“. Jana Baumann, Kuratorin

2023 wurde der ars viva-Preis – dieser wird jährlich vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. an junge, in Deutschland lebende Künstler*innen vergeben – diesmal ging der Preis an Paul Kolling, Shaun Motsi und Leyla Yenirce für ihre raumgreifende Ausstellung „Holy. Energy. Masters“.

„Holy. Energy. Masters. ars viva 2023“
Installationsansicht / Installation view
Haus der Kunst, 2023
Foto: Cordula Treml

Für die Ausstellung „Holy. Energy. Masters. Ars viva 2023“ entwickeln die aktuellen Preisträger*innen des renommierten ars viva Nachwuchspreises Paul Kolling, Shaun Motsi und Leyla Yenirce raumgreifende Neuproduktionen im Haus der Kunst…

Holy In der Klanginstallation Holy Water (2023) von Leyla Yenirce entfaltet sich eine sphärische, sich dynamisierende Komposition, die über den Körper ins Bewusstsein dringt. Ihr Werk thematisiert das Ritual der Wiedertaufe jesidischer Mädchen und Frauen, die den seit 2004 andauernden Völkermord durch den sogenannten Islamischen Staat überlebt haben. Mit der Inszenierung dieser transzendentalen Erfahrung thematisiert die Künstlerin die Überwindung von Traumata und deren Grenzen.

„Holy. Energy. Masters. ars viva 2023“
Installationsansicht / Installation view
Haus der Kunst, 2023
Foto: Cordula Treml

Energy Die mehrteilige Arbeit „Energy“ (2023) von Paul Kolling widmet sich der undurchsichtigen Preisbildung auf dem Energiemarkt. Der Künstler deckt Absurditäten und Widersprüchlichkeiten unterschiedlicher Akteur*innen auf und stellt wirtschaftsethische Fragen zum gegenwärtigen Kampf um Ressourcen. Dabei geht es Kolling nicht um eine rein wissenschaftliche Untersuchung, sondern vielmehr um den gesellschaftlichen, hoch emotional geführten Diskurs, dem die einer nüchternen Verwertungslogik folgende Ökonomie gegenübergestellt wird.

„Holy. Energy. Masters. ars viva 2023“
Installationsansicht / Installation view
Haus der Kunst, 2023
Foto: Cordula Treml

Masters Mit Masters (2023) thematisiert Shaun Motsi die Produktion und Verarbeitung von Bewegtbildern in einer zunehmend digitalisierten, postpandemischen Welt. Seine Videoarbeit macht sich das Format der Talking Heads“ – populäre Lehrfilme, die auf Online-Videoplattformen allgegenwärtig sind – zu eigen und hinterfragt Prozesse der Wissensbildung. Wer hat welchen Zugang zu Bildung bzw. wie wird Bildung vermittelt?

„Holy. Energy. Masters. ars viva 2023“
Installationsansicht / Installation view
Haus der Kunst, 2023
Foto: Cordula Treml

2023 startet das Haus der Kunst ein neues Programm mit dem Schwerpunkt gesellschaftliche Teilhabe. Ergänzend zu den bestehenden Kunstvermittlungsformaten werden gemeinsam mit Künstler*innen, Pädagog*innen und Kurator*innen neue Projekte für das Publikum entwickelt. Das Haus positioniert sich damit als Ort der Begegnung, der zum Nachdenken, Austauschen, Experimentieren und Genießen einlädt.

Die Ausstellung läuft noch bis 09. Juli 2023

https://www.hausderkunst.de/ausstellungen/ars-viva-2023

LEBENSWICHTIG WASSER!

Ausstellung VOLKSKUNDE MUSEUM, MONATSSCHLÖSSL HELLBRUNN/Salzburg bis 1. November 2023

„Ziel der Ausstellung ist es, auf den sorgsamen Umgang mit Wasser aufmerksam zu machen. Sie bietet eine Auseinandersetzung mit unserer menschlichen Wahrnehmung von Wasser – als Lebensmittel, Bedrohung und Genuss. In Videointerviews klingen die unterschiedlichen Perspektiven an.“ So Kuratorin Anna Engl

Wasser ist nicht nur die Grundlage allen Lebens, sondern auch ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit, Wirtschaft und Kultur. Bäche, Flüsse, Seen, Feuchtgebiete und Meere sind Lebensraum einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren und ein wichtiger Bestandteil des Naturhaushaltes.

Menschen brauchen, genießen und fürchten es, dass Element WASSER.  Extreme Wetterereignisse werden als Gefahr wahrgenommen und nehmen mit dem Klimawandel zu.

Auch die Gefahren des Wassers werden in der Ausstellung thematisiert © Salzburg Museum Melanie Wressnigg

Die Ausstellung ist in 5 Themen aufgegliedert und thematisiert gegenwärtiges und historisches über das Thema Wasser. In zwei Themen ein kleiner Einblick:

Mensch und Wasser: Hier wird darauf hingewiesen über den Widerspruch zwischen Lebensnotwendigkeit und Lebensbedrohung. Eingriff durch den Menschen, um das Wasser zu kontrollieren, es zu lenken, einzugrenzen und aufzuhalten. Aber es wird auch als Antrieb für Mühlen und zur Erzeugung von Strom durch Turbinen und Kraftwerke eingesetzt. Zusätzlich gibt es dann auch noch die Faszination für kunstvolle Brunnen oder Wasserspiele.

Wasser nutzen: Weltweit gesehen ist die Qualität des Trinkwassers, das wie in Salzburg aus der Leitung kommt, keine Selbstverständlichkeit. Die ständige Verfügbarkeit von fließendem Wasser im Haushalt als Teil des Lebensstandards führt zu einem höheren Verbrauch: 130 Liter Wasser verbraucht jede Person in Österreich pro Tag zum Trinken, Kochen oder Waschen. Wasser wird nicht nur direkt, sondern auch indirekt – für Lebensmittel, Kleidung, Handy usw. – verbraucht. Der sogenannte Wasserfußabdruck einer Person in Österreich beträgt 4.700 Liter pro Tag. So hoch war dieser Wasserverbrauch nicht immer, hier gibt es einen historischen Rückblick wo Wasserkrug und Wasserschüssel einen Einblick bis weit ins 20. Jahrhundert geben.

Visualisierung des täglichen Wasserverbrauchs in Österreich © Salzburg Museum Melanie Wressnigg
Wettersegen, 2. Hälfte 18. Jh. verglast und gerahmt © Salzburg Museum

Die Ausstellung ist eine spannende Gelegenheit, nicht nur für die ganze Familie, sondern auch für Jedermann/Jederfrau, mehr über Wasser zu erfahren und sich mit den aktuellen Fragen und Debatten rund um dieses Element auseinanderzusetzen. https://www.salzburgmuseum.at/volkskundemuseum/

„Les Passions de l’âme“

Salzburger Festspiele Pfingsten           26.-29.Mai 2023

„Orpheus verkörpert die Musik in ihrer bewegenden, erschütternden, die wilden Tiere zähmenden und die Mächte der Unterwelt rührenden Macht, und die Oper […] ist die künstlerische Form, die sich wie keine andere die Darstellung und Erzeugung starker Emotionen, der „passions de l’âme“ [Descartes] zum ästhetischen Ziel gesetzt hat. Orpheus ist der Mythos der Oper, alle Oper ist Orpheus, wie Adorno sagt.“

Jan Assmann

Nur noch zwei Wochen bis zur Premiere der Pfingstfestspiel-Oper

Christof Loy, Cecilia Bartoli, Gianluca Capuano, ORFEO ED EURIDICE / Pressegespräch 09. Mai 2023
© SF/Jan Friese
Grußwort von Cecilia Bartoli, Künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten:

„Willkommen zu den Salzburger Festspielen Pfingsten 2023! Dieses Jahr befassen wir uns mit einem Mythos, der mir als Musikerin besonders nah ist. Denn Orpheus überwand mit seinem Gesang den Tod. Interessant ist aber auch, wie seine Geschichte Menschliches, Allzu menschliches aufweist: kurz darauf, noch auf dem Rückweg aus der Unterwelt verliert Orpheus durch seine eigene Unvorsichtigkeit, vielleicht sogar aufgrund einer gewissen Hybris, seine geliebte Eurydike gleich ein zweites Mal. Man kann also das Schicksal doch nicht austricksen.
Ich finde es fantastisch, dass ich als Intendantin solche Ur-Themen bei den Salzburger Festspielen Pfingsten in den verschiedensten künstlerischen Formen ausleuchten darf – und dieses Jahr gesellen sich zu den Opernproduktionen ungewöhnliche Interpretationen durch eine renommierte Ballettkompanie und ein historisches italienisches Marionetten-Ensemble. Als Bühnenkünstlerin liebe ich es, während einer sehr konzentrierten Zeit selbst vom einen in das andere dieser unterschiedlich gestalteten Werke schlüpfen zu dürfen, denn jedes lernt man dadurch intensiver kennen und differenzierter interpretieren.
Und ich wünsche mir immer, dass auch Sie ein ähnlich großes Staunen ob dieser Meisterwerke erleben wie wir, und dass Sie am Ende unsere Freude am Erlebten begeistert, teilen werden.“
Cecilia Bartoli, Künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten:
Gianluca Capuano und Christof Loy, ORFEO ED EURIDICE / Pressegespräch 09. Mai 2023
© SF/Jan Friese

Beim Presse-Terrasse Lunch-Talkam 9. Mai 2023 sprachen Christof Loy (Regie und Choreografie) und Gianluca Capuano (Musikalische Leitung) über das Regiekonzept und die laufenden Proben zur Neuproduktion von Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice.

Die Oper Orfeo ed Euridice von Christioph Willibald Gluck (1714-1787) wird im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele Pfingsten 2023 stehen. Glucks Oper Orfeo ed Euridice konzentriert sich auf eine einzelne Figur: Orfeo. Das Werk zeigt einen Künstler in seiner Einsamkeit, für den der Tod einer geliebten Person zum zentralen Thema wird. Die Oper zeigt die Leidenschaften der Seele (Les Passions de l’âme), die durch die Musik zum Ausdruck gebracht werden. Bartoli wird selbst die Rolle des Orfeo übernehmen und das Publikum mit ihrer Stimme verzaubern.

Seit Wochen laufen die Proben, sowohl Regisseur Christof Loy als auch Gianluca Capuano als musikalischer Leiter befassen sich nicht zum ersten Mal mit dem Stoff. Loy hatte schon in der französischen Fassung von Berlioz damit zu tun, Capuano hat mehrfach Werke von Gluck dirigiert, darunter auch dessen Orfeo.
Christof Loy – deutscher Regisseur, der auch für seine Operninszenierungen bekannt ist – übernimmt neben der Regie auch die Choreografie, die für ihn als Ausdrucksform hohen Stellenwert einnimmt: „Was mich neben der Arbeit mit den Sängern und Sängerinnen immer wieder fasziniert hat, ist das physische Theater. Das Musiktheater steht im Mittelpunkt meiner Arbeit, aber auch für die Interaktion und den Austausch zwischen verschiedenen künstlerischen Disziplinen, deshalb ist der Tanz ein wesentlicher Bestandteil meiner zweiten Zusammenarbeit mit Cecilia Bartoli in Salzburg“.

 „Die Konzentration auf die Orfeo-Figur ist der zentrale Punkt der Aufführung – alles geschieht aus seiner Perspektive. Durch diese Transposition werde die Figur Orfeo perfekt auf Cecilia Bartoli zugeschnitten und Orfeos ganze Reise in die Unterwelt und seine Begegnung mit Euridice seien von Gluck so konzipiert, dass sein eigenes künstlerisches Empfinden im Vordergrund stehe.“

Über die musikalischen Herausforderungen sagt Gianluca Capuano: „Les Musiciens du Prince – Monaco spielen auf Originalinstrumenten. Auf eine tradierte Aufführungspraxis wie bei Haydn oder Mozart können wir hier allerdings nicht zurückgreifen. Gluck ist für mich pro-romantisch und auf der Bühne sehr psychologisch“, fügt er hinzu. „Bewusst wollten wir uns daher auch von der überkommenen Gluck-Auffassung monumentaler, statischer Bilder und betont langsamer Musik entfernen“.

Cecilia Bartoli, Mélissa Petit, Christof Loy, Gianluca Capuano und die Tänzer:innen in einer kurzen Probenpause zur Oper Orfeo ed Euridice von Chr. W. Gluck.
© SF/Jan Friese

Dies war ein kurzer Querschnitt zu der Oper von Christoph Willibald Gluck „Orfeo ed Euridice“. Die Salzburger Festspiele Pfingsten bieten noch andere Opern, Konzerte und andere künstlerische Veranstaltungen an:

siehe Programm:  

https://www.salzburgerfestspiele.at/pfingstfestspiele#programm2023

ALBERTINA MODERN Yoshitomo Nara

All My Little Words

Yoshitomo Nara
Fuck U, 2015
Colored pencil on paper
Collection of the artist | Courtesy Pace Gallery © Yoshitomo Nara | Foto: Yoshitomo Nara

Yoshitomo Nara in der Albertina Modern in Wien. Yoshitomo Nara einer der berühmtesten zeitgenössischen Künstler Japans. Er ist bekannt für seine stilisierten Darstellungen von rebellischen Mädchen mit großen Augen und scharfen Zähnen. Am 10. Mai 2023 wird eine große Ausstellung seiner Zeichnungen in der Albertina Modern in Wien eröffnet.

Im Februar 2023 wurde eine Ausstellung in der Kunstgalerie von Westaustralien Perth präsentiert und ich war beeindruckt von seiner emotionalen Ausdruckskraft. Auf meinem Blog habe ich über diese Ausstellung bereits berichtet.  

Yoshitomo Nara gehört der „Superflat“ Bewegung an. (Die japanische Kunstbewegung Superflat“ betrachtet und interpretiert die japanischen Gegenwartskultur, vor allem die Formen des Otaku) So erlangte Yoshitomo Nara in den 1990er-Jahren mit seinen „Angry Girls“ internationales Aufsehen. Seine Mädchendarstellungen sind stark stilisiert und zeigen oft grimmige Blicke, Vampirzähne oder Messer in der Hand. Sie spiegeln Naras Einsamkeit und Rebellion. Des Weiteren sind es Einflüsse von Musik, Literatur und Popkultur.

In den 1990er-Jahren erlangte er mit seinen „Angry Girls“, stark stilisierten Mädchendarstellungen mit grimmigem Blick, Vampirzähnen oder Messer in der Hand, internationale Aufmerksamkeit. Seine Figuren mit Kindhaftem, die an die Ästhetik von Comics und Cartoons erinnern, reichen von der rotzig-frechen Göre bis zu naiv und lieblich wirkenden Charakteren.

Die Figuren, die er in seinen Werken darstellt, sind nicht immer so harmlos, wie sie scheinen. Hinter den auf den ersten Blick naiv oder vielleicht sogar niedlich erscheinenden Wesen versteckt sich eine Punk-Attitüde. Die sich nicht den Normen und Erwartungen unterwerfen wollen, die ihnen auferlegt werden. Sie sind einzigartig und unabhängig, eine mutige junge Persönlichkeit, die sich nicht von den Erwartungen der Erwachsenen oder ihrer eigenen Zukunft einschränken lässt, die mit einer Aufrichtigkeit und Reinheit, wie sie nur Kinder besitzen, ihre Ansichten und Emotionen ausdrücken und denen erlaubt wird, eben diese zu haben.

Yoshitomo Nara
Ships in Girl, 1992
Acrylic and colored pencil on paper
Collection of the artist | Courtesy Pace Gallery © Yoshitomo Nara | Foto: Yoshitomo Nara

Der Schwerpunkt der Ausstellung, die seit über zehn Jahren die erste große Museumspräsentation des Künstlers in Europa darstellt, liegt auf Naras facettenreichem zeichnerischen Oeuvre, das sich über einen Zeitraum von rund 40 Jahren erstreckt. Des Weiteren zeigt die Ausstellung die vielfältigen Facetten des japanischen Künstlers Yoshitomo Nara, der vor allem für seine Bilder von rebellischen Werken bekannt ist. Seine Werke spiegeln seine persönlichen Erfahrungen, seine Leidenschaft für Musik und Literatur sowie seine kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Konventionen wider. Die Ausstellung reicht von frühen experimentellen Arbeiten auf Papier über einige Gemälde und Skulpturen bis hin zu einer raumgreifenden Installation. In der Zeichnung manifestiert sich Naras Meisterschaft, der Reichtum eines emotionalen Spektrums, das von Verletzlichkeit über existenziellen Tiefgang bis hin zu Rebellion und Widerspenstigkeit reicht. Nara lässt sich auch von verschiedenen Papierarten inspirieren und zeichnet auf liniertem Notizpapier, Papierfetzen, Umschlägen und vielem mehr. Er schätzt jedes Material und nutzt, was er zur Hand hat. Seine Zeichnungen haben jedoch keinen inhaltlichen Bezug zum Papier, sondern sind Ausdruck seiner kreativen Vision.

Es gibt bestimmte Motive, die über die Jahre immer wieder in Naras Zeichnungen auftauchen und die bereits in seinen frühesten Werken anzutreffen sind. Neben dem zweiblättrigen Keim, der Wasserpfütze, dem Messer oder der Flamme ist es das Haus, das Haus seiner Kindheit, auf das Nara wiederholt Bezug nimmt: als Ort, an dem er selbst Kind war, und als Ort, an dem er erstmals Einsamkeit verspürte, als Ort der Erinnerung und als Zuflucht.

Diese Ausstellung sollte man sich nicht entgehen lassen!

https://www.albertina.at/albertina-modern/

“COME AS YOU AS YOU ARE”

Sommerszene 2023 International Performing Arts Festival Salzburg vom 12.-24. Juni 2023

Die Sommerszene ist ein internationales Festival für darstellende Künste und gleichzeitig Impulsgeber eines gesellschaftlichen Diskurses. Es findet jährlich in Salzburg statt und präsentiert zeitgenössische, profilierte, avantgardistische und politische Projekte von Künstler*innen aus aller Welt sowie aus Österreich und der Region.

14 ausgewählte Produktionen laden heuer ins Theater, in zwei verschiedene Museen, in den Schlosspark Hellbrunn, in ein leerstehendes Geschäftslokal und in die historische Altstadt ein.

In diesem Jahr wird das Festival Sommerszene eine Auswahl an Tanzstücken präsentieren, die sich durch ihre einzigartigen und ausdrucksstarken choreographischen Handschriften auszeichnen.

Olivier Dubois_BODHI Project_© Bernhard Müller

Eröffnen wird die Sommerszene am 12. Juni 2023 der renommierte Franzose Olivier Dubois mit dem choreographischen Meisterwerk COME OUT. Es ist ein physisches Get-together und hypnotisches Ballett für einundzwanzig Tänzer*innen von BODHI PROJECT & SEAD zu der einprägsamen Komposition von Steve Reich. Ursprünglich kreierte der Franzose Olivier Dubois COME OUT 2019 für das renommierte Ensemble des Ballettes de Lorraine, jedoch für Salzburg erarbeitete er eine neue Version. Zentrales Element des Stückes ist die 1966 komponierte Musik: Reich collagierte Stimmaufnahmen junger Afroamerikaner, die in einen Mord in Harlem involviert waren, lösten damals einen gesellschaftlichen Aufschrei aus.

Die belgische Ausnahmekünstlerin Miet Warlob die zum ersten Mal in der Sommerszene gastiert, wird ihr international gefeiertes Stück GHOST WRITER AND THE BROKEN HAND BREAK aufführen. Es führt in eine hypnotisierende Welt: eine westliche Version von Sufi-Derwischen. Drei Darsteller*innen drehen sich 45 Minuten lang unablässig im Kreis – eine Bewegung, die bei Sufi-Zeremonien einen Zustand religiöser Ekstase auslöst. Konsequent treibt das Bühnengeschehen auf seinen Höhepunkt zu: Nach und nach mischen sich Rockmusik und Gesang zum Dreh Tanz und so entsteht sukzessive eine performative Verdichtung.

Miet Warlop_© Reinout Hiel

Interessant könnte auch die Parade von Marinella Senatore THE SCHOOL OF NARRATIVE DANCE werden. Eine Stadt in Bewegung, in dem Community-Projekt The School of Narrative Dance – es ist eine Koproduktion mit dem Museum der Moderne Salzburg – lädt die viel beachtete italienische Künstlerin Marinella Senatore die Bewohner*innen von Salzburg ein, an einer Stadtchoreografie mitzuwirken. Senatore geht es dabei nicht nur um das Anstiften sozialer Prozesse, sondern darum, Begriffe wie Öffentlichkeit und soziale Verantwortung zu hinterfragen, alternative Formen des Erzählens zu finden und letztlich durch das gemeinschaftliche Handeln ein kollektives Gedächtnis zu generieren. Die individuellen Ideen werden von Senatore in enger Zusammenarbeit mit lokalem Choreographen*innen in Form einer großen Parade durch die Stadt inszeniert.

Marinella Senatore_© Andrea Samonà

Ich habe hier nur drei für mich sehr interessante und spannende Produktionen herausgefiltert, die restlichen 11 Produktionen finden sie unter: https://www.szene-salzburg.net/programm/sommerszene-23/230612-0000

Die Sommerszene ist mehr als ein Festival für zeitgenössische Kunst. Es ist auch ein Raum für Austausch und Interaktion zwischen den Künstler*innen und dem Publikum. Jedes Jahr gibt es verschiedene zeitgenössische Formate, die diesen Dialog fördern und bereichern. Die Sommerszene lädt alle ein, sich aktiv zu beteiligen und neue Perspektiven in Diskussionen oder Gesprächen zu entdecken.

Antony Gormley

in der Galerie Ropac in Salzburg

Antony Gormley – Umwelt Run, 2016 Cast iron , Galerie Ropac, Kunstobjekt Gormley mit Blick in den Mirabellgarten Foto: © Christa Linossi

Antony Gormley (englischer Bildhauer) wurde 1950 in London geboren. Er ist Deutscher und irischer Abstammung wuchs er in Dewsbury Moor in West. Seine bekannteste Plastik Angel of the North befindet sich bei Gateshead.

Für mich ist Antony Gormley einer der wichtigsten Künstler weltweit und bedeutendster zeitgenössischen Bildhauer Großbritanniens. Seit Jahren fasziniert er mich. Erstmals aufmerksam auf diesen Künstler wurde ich 2003, als Graz die Kulturhauptstadt war. Zum Thema „Himmelschwer“ – hier handelte es sich um eine Transformation der Schwerkraft – konzipierte der Künstler die Installation so, dass es unvergesslich im Kopf des Betrachters hängen bleiben musste. Die Skulpturen aus lebensgroßen Abgüssen (massives Gusseisen) eines menschlichen Körpers hangen als menschliche Skulpturen bzw. zusammengerollt am Boden liegend im hermetischen Hof des Kulturzentrum Minoriten in Graz.

(https://www.kultum.at/einrichtung/137/galerie/literatur/raum06neusichmitdemrealen/antonygormley_neu)

8/9 Jahre später 2011/12 inszenierte er ein Kunstprojekt in den Bergen Vorarlbergs mit dem Titel „Horizon Field“ und dies war die bisher größte Landschaftsintervention in Österreich. Dieses Kunstprojekt bestand aus 100 lebensgroßen, massiven gusseisernen Körperformen, die sich auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern in Vorarlberg in den Gemeinden Mellau, Schoppernau, Schröcken, Warth, Mittelberg, Lech, Klösterle und Dalaas verteilten. Es war eine horizontale Linie auf 2.039 Metern über dem Meeresspiegel. Diese Höhe hatte keine spezifische metaphorische oder thematische Relevanz in der Platzierung der Figuren. Es ist eine Höhe, die leicht zugänglich ist, aber gleichzeitig jenseits des Alltags liegt. Die Werke waren weder Darstellungen (Statuen) noch Symbole, sondern repräsentierten den Ort, an dem ein Mensch einmal war und wo jeder Mensch sein könnte. Die Installation war 2 Jahre lang zu sehen.

Eine Landschaftsinstallation im alpinen Hochgebirge Vorarlbergs Österreich Presented by Kunsthaus Bregenz Foto Markus Tretter Kunsthaus Bregenz Antony Gormley

Dies war ein kurzer Rückblick zu Antony Gormley, für mich interessantesten Installationen. Nun stellt er in der Galerie Ropac in Salzburg neue Skulpturen aus, in einer ganz anderen Formation. „Es sind seine jüngsten Versuche, zwei Körper in Übereinstimmung zu bringen; wenn der erste Körper, unser physischer, biologischer Körper, unsere erste Wohnstätte ist, dann ist der zweite unsere selbst geschaffene Umgebung, von der wir Teil geworden und weitgehend abhängig sind. Diese Arbeiten versuchen, die Wechselwirkung zwischen diesen zwei Körpern zu vermessen und darzustellen. – Antony Gormley

Die Ausstellung UMWELT in der Galerie Ropac wurde extra für die Villa Kast (Galerie Ropac) konzipiert und bezieht sich auf deren ehemalige Nutzung als Wohnhaus. Die Räumlichkeiten der Villa Kast kamen Gormelys Konzept für diese Ausstellung entgegen: ein Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert, das 1989 in einen Galerieraum umgewandelt wurde, aber dessen Architektur noch Spuren seiner Vergangenheit als Familiensitz aufweist. Sie zeigt Skulpturen aus Antony Gormleys Untersuchungen zum Thema Lebensraum, in denen der Körper eher als Ort, denn als Objekt gesehen wird.

Die Gruppe „Extended Strapworks“ wir in der Villa Kast zum ersten Mal präsentiert, die Gormley in den letzten zweieinhalb Jahren entwickelte. Die linearen, offenen Skulpturen bestehen aus verrostetem Bandstahl in der Form von Möbius Schleifen, die den Raum eines einzelnen Körpers umfassen.

Antony Gormely, Ravel, 2022 Cast iron, Foto: © Christa Linossi

Auf einer Ebene kann der Körper als geschlossenes System aufgefasst werden, aber auf einer anderen Ebene ist er für alle Variablen seines Kontextes offen. Die Frage, wo unser Körper endet und wo unsere Umwelt beginnt, bleibt offen“. „Mir dient die Arbeit an meinen Skulpturen dazu, mir selbst darüber klar zu werden, was es bedeutet, dieses Stück Materie, das der Körper ist, zu bewohnen, und ich hoffe, damit auch anderen von Nutzen zu sein. Ich möchte das instrumentelle Potenzial von Skulptur nutzen, durch das ein erweitertes Wahrnehmungsfeld fassbar wird“.  So die Aussage des Künstlers.

Die Skulpturen, in vertikaler und horizontaler Linienführung ergeben wieder einen anderen Gormely.  Gormely ist ein vielseitiger Bildhauer der immer wieder interessante Skulpturen hervorbringt und den Menschen immer wieder in seine Skulpturen, egal in welcher Form, einbaut.  

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Mai 2023 zu sehen.

https://ropac.net/content/feature/20/detail/image3006/

Die LITERATUR hat wieder das SAGEN!

Das Literaturfest Salzburg ist eine Konstante in der Salzburger Literatur- und Kulturlandschaft. Auch heuer finden wieder Lesungen, Performances, literarische Spaziergänge und Konzerte mit internationalem Autor*innen, Musiker*innen und Künstler*innen an vielen unterschiedlichen Veranstaltungsorten in Salzburg statt. In diesem Jahr sind mehr als 25 Veranstaltungen mit knapp 50 beteiligten Künstler*innen aus 8 Ländern geplant.

Das Kuratoren-Team, die österreichische Romanautorin Anna Weidenholzer und der Programmleiter Josef Kirchner, gaben Einblicke in das Programm 2023 und sprachen über die Highlights. Es wird ein Netz gespannt, dass Geschichten mit einem besonderen Blick auf die Welt, freigeben wird.

Kuratoren-Team: Anna-Weidenholzer_Josef-Kirchner_Literaturfest-Salzburg Foto: © Erika-Mayer

So wird auch an den 100. Todestag von Ferdinand Hanusch gedacht, den die meisten Salzburger*innen vom nach ihm benannten Platz kennen, nicht jedoch als sozialpolitischen Schriftsteller. Somit werden hier seine fast verschollenen Arbeiter-Texte vor den Vorhang geholt, um sich zu fragen, wie es um die Arbeiter*innen Literatur in der Gegenwart bestellt ist.

Beim Literaturfest werden heuer Autor*innen aus dem deutschsprachigen Raum sowie der Ukraine, Spanien und Schottland begrüßt. Wir hören Geschichten aus Japan, dem Sudan, Alaska, Hawaii, Salzburg und der Schweiz. All diese Texte können uns neue Perspektiven auf die Welt ermöglichen, in einer einzigartigerweise den Blick auf die Gegenwart und Vergangenheit schärfen. Bodo Hell und Isabel Fargo Cole führen uns vor Augen, was es bedeutet, über Natur zu schreiben – und im Festzentrum, im Heckentheater und bei Spaziergängen können wir Literatur in der Natur erfahren. Auch in diesem Jahr wird das Literaturfest wieder als gemeinschaftliches Erleben künstlerischer Ausdrucksformen und sprachliche Auseinandersetzung mit der Welt, die uns umgibt, gefeiert.

Die Eröffnung des Literaturfestes findet am 10.05.2023 im Marionettentheater Salzburg, Schwarzstraße 24 um 19:30 Uhr statt. Eintritt ist frei.

Die weiteren Aktivitäten wie zum Beispiel: Festzentrum im Kurgarten, Literarischer Spaziergang mit Bodo Hell, Lesung für Kinder ab 4 Jahren Gute Reise, Eierspeise, Lange Lesenacht und das Lyrikmatinee, entnehmen sie bitte aus dem Programm  https://www.literaturfest-salzburg.at/programm-2023/

Bücher zu lesen ist spannend und auch die Welt von morgen wird in Büchern zu finden sein, es ist interessant Autor*innen und Künstler*innen zu begegnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und uns am Erlebnis des Literaturfestes gemeinsam zu freuen. Bleiben wir neugierig.