Am Samstag, 20. Jänner 2024 wird die erste Kulturhauptstadt Europas im ländlichen Alpenraum eröffnet: Bad Ischl Salzkammergut 2024!
Zum ersten Mal in der Geschichte findet die Kulturhauptstadt 2024 in einer inneralpinen, ländlich geprägten Region statt. Die Bannerstadt Bad Ischl und 22 weitere Gemeinden in Oberösterreich und der Steiermark entwickeln eine Kulturregion, die sich neu erfindet: Kunst, Kultur, Wirtschaft und Tourismus werden zusammengeführt.
Die ganze Stadt – und die ganze Region – wird zur Bühne!
Am Samstag, 20. Jänner 2024 ab 11 Uhr wird in der Fahnenstadt Bad Ischl und der ganzen Region mit Hubert von Goisern und dem Chor der 1000, Tom Neuwirth aka Conchita Wurst, Doris Uhlich und dem Gastspiel der Komischen Oper Berlin mit der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ von Oscar Straus (Regie: Barrie Kosky) gefeiert und getanzt. Zahlreiche Kunstperformances und Installationen u.a. von Katharina Cibulka, Ruth Schnell | Martin Kusch, Camo & Krooked, die erste Club Night des New Salt Festivals, ein Konzert hosted by Anton Bruckner 2024 und viele weitere Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt zu erleben.
Die zentrale Ausstellung „sudhaus – kunst mit salz & wasser“, kuratiert von Gottfried Hattinger, wird bereits am Nachmittag eröffnet.
Die Eröffnungsfeierlichkeiten enden am Sonntag, den 21. Januar 2024 mit einem Katerfrühstück, dem ersten Weltsalon „Europa im Umbruch“ mit Aleida Assmann, Nava Ebrahimi und Fiston Mwanza Mujila mit Herfried Münkler und dem „Großen Welt-Raum-Weg“.
Das Jahr 2023 neigt sich schon wieder dem Ende zu.
Ein spannendes, abwechslungsreiches, schönes Jahr mit vielen interessanten Themen, Diskussionen und Neuigkeiten neigt sich dem Ende zu. Höchste Zeit also, sich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu nehmen: Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr 2024.
Ist Ihnen die Zeit auch zu schnell vergangen? Anfang November hatten wir noch Temperaturen um die 25 Grad. Seit ein paar Tagen hat der Winter mit Väterchen Frost Einzug gehalten und wir befinden uns schon wieder in der Adventszeit. Die Christkindlmärkte haben wieder ihre Pforten geöffnet und laden zum gemütlichen Beisammensein an den verschiedenen Glühweinständen ein.
Das beliebte „Salzburger Adventsingen“ findet wieder im Großen Festspielhaus in Salzburg statt. Das diesjährige Adventsingen steht unter dem Motto „Fürchte dich nicht! Die Sehnsucht des Menschen, frei von Angst zu sein, ist ein Urmotiv. Es ist auch ein Motiv, das tief in der jüdisch-christlichen Tradition unserer Region verankert ist. Es ist auch die erste Botschaft der Engel an die Hirten von Bethlehem: „Fürchtet euch nicht! So erzählt es uns die Weihnachtsgeschichte, wie sie uns der Evangelist Lukas überliefert hat.
Es ist auch ein Salzburger Adventsingen mit neuen Denkanstößen. Es trägt in sich die ungebrochene Kraft der Hoffnung auf Frieden unter den Menschen auch in unruhigen Zeiten. Mit Kompositionen aus der Feder von Shane Woodborne, Musik von Tobi Reiser und vielen Schätzen alpenländischer Volksmusik.
Ich möchte aber auch eine Person hervorheben, die für das Bühnenbild verantwortlich ist. Sie sorgt dafür, dass das Adventssingen auch sehr stimmig ist und dass das Publikum in die Aufführung mit einbezogen wird.
Salzburger Adventsingen 2023 in Großen Festspielhaus Salzburg
„Fürchte dich nicht“
Bühnenübersicht
Foto: Franz Neumayr 24.11.2023 Probenfoto
Seit 2001 gestaltet der Bühnenbildner Dietmar Solt mit einem bewährten Team das Bühnenbild und die Lichtprojektionen des Salzburger Adventsingens im Großen Festspielhaus. Ihm steht nur die kleine Bühne im Orchestergraben zur Verfügung. Die große Bühne befindet sich hinter dem Eisernen Vorhang. Diese Bühne ist 40 Meter breit und wird links und rechts von den jeweils 10 Meter breiten Chorgassen begrenzt. Doch als versierter Bühnenbildner lässt er seine internationale Erfahrung, in die jährlich neu zu gestaltende Bühne für das Adventsingen einfließen.
Das „Salzburger Adventsingen“ im Großen Festspielhaus ist in seiner schlichten, aber tiefgründigen Darstellung des Adventsgeschehens einzigartig und Vorbild für viele Adventsingen im gesamten deutschsprachigen Raum.
Das Salzburger Adventsingen 2023 findet bis zum 17. Dezember 2023 im Großen Festspielhaus Salzburg statt. Die Aufführungen finden an den drei Adventwochenenden statt.
ORF-AUSSTRAHLUNG Der ORF wird heuer zum zweiten Mal das Salzburger Adventsingen im Fernsehen übertragen, und zwar an folgenden Sendeterminen: ORF 2, Freitag, 8. Dez., 15.55 Uhr – eine leicht gekürzte Version von 60 Min. Spieldauer ORF III, Sonntag, 10. Dez., 18.30 Uhr – das Originalwerk mit einer Spieldauer von ca. 1 Std. 40 Min.
Geht es Ihnen auch so wie mir? Die Zeit tickt und tickt. Das Jahr 2024 rückt immer näher und damit auch der Countdown für die „Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024“. Noch 52 Tage und es ist so weit! Am 20. Jänner 2024 wird in Bad Ischl die erste der drei Kulturhauptstädte Europas 2024 eröffnet. Am 26. Jänner 2024 folgt Tartu in Estland und am 8. Februar 2024 Bodo in Norwegen.
Zum ersten Mal seit 40 Jahren widmet sich eine Europäische Kulturhauptstadt dem Wandel eines ländlichen Raums in den Alpen. Eine besondere Herausforderung von europäischer Dimension, der durch die Zusammenarbeit von Kultur, Politik und Wirtschaft Rechnung getragen wird. Im oberösterreichischen Gmunden fand dieser Tage im November die letzte Pressekonferenz für 2023 statt. Im Beisein von Kunst- und Kulturstaatssekretärin Mag. Andrea Mayer und den Landeshauptleuten Mag. Thomas Stelzer (Oberösterreich) und Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler (Steiermark) gaben die Organisatoren in Gmunden einen Ausblick auf das Eröffnungsprogramm und den soeben erschienenen Programmkatalog für alle Veranstaltungsorte in den 23 Gemeinden des Salzkammerguts.
Eineklare Botschaft kam von Dr. Elisabeth Schweeger (Künsterlisches Management): „Kultur ist Motor und Treiber für eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Entwicklung im Salzkammergut. Kultur bietet innovative Lösungsansätze, denkt interdisziplinär, inklusiv, schafft internationalen Austausch und Vernetzung. Die österreichische Kulturhauptstadt 2024 verfolgt ein breites Kulturverständnis, das Synergien für alle Bereiche schafft – unter anderem für Wirtschaft, Arbeit, Freizeit und Mobilität“.
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Landeshauptmann Drexler: „Dass mit dem Salzkammergut 2024 erstmals eine inneralpine ländliche Region Kulturhauptstadt Europas wird, ist ein Meilenstein und eine große Chance für die Kultur- und Regionalentwicklung, auch und gerade für die steirischen Gemeinden des Salzkammergutes. Die Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 ist jung, zeitgemäß und stellt ganz entscheidende Fragen unserer Zeit in den Mittelpunkt.
Die Steiermark ist mit Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf und Grundlsee prominent vertreten. Die vier steirischen Gemeinden werden ein besonders starker Teil der Kulturhauptstadt sein und nachhaltige Impulse für die gesamte Region setzen“. Bereits im Jahr 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas.
Landeshauptmann Stelzer: „Wir sind uns bewusst, dass unser ganzes Land mit der Kulturhauptstadt im kommenden Jahr im Mittelpunkt der nationalen und internationalen Aufmerksamkeit stehen wird. Das Kulturhauptstadtjahr im Salzkammergut, das das Land Oberösterreich gemeinsam mit den 23 Gemeinden, der Steiermark und dem Bund umsetzt, ist eine einmalige Chance, aus dieser Zusammenarbeit innovative Impulse für die Zukunft zu gewinnen. Impulse, die zeigen, wie mit Kunst und Kultur eine Region vorangebracht und zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Das ist auch der Grund, warum das Land Oberösterreich dieses Projekt unterstützt. Wir freuen uns auf 2024“. Auch die Stadt Linz war bereits im Jahr 2009 Kulturhauptstadt Europas.
Kurze Ansprache von der KulturstaatssekretärinMag. Andrea Mayer (Kunst- und Kulturstaatssekretärin BMKÖS) „Ich freue mich auf ein fulminantes künstlerisches Programm, das auch viele wichtige gesellschaftliche Fragen aufwirft. Ich wünsche mir, dass dieses Kulturhauptstadtjahr ein Forum wird, das weit über die unmittelbare Kulturszene hinaus in die Gesellschaft hineinwirkt. Die bisherigen Diskussionen um Programm und Ausrichtung zeigen deutlich, wie sehr das Thema die Menschen bewegt – und das ist gut so! Ich bin der Überzeugung, dass die Kulturhauptstadt Europas über die Region hinaus eine große Chance für ganz Österreich ist, sich von seiner besten Seite zu zeigen: Als weltoffenes Land, als guter Gastgeber für ganz Europa und als Kulturnation im besten Sinne, die Tradition und zeitgenössische Strömungen nicht als Gegensätze, sondern als sich gegenseitig ergänzende und bereichernde Positionen begreift“.
Die Veranstaltungsorte sind über die gesamte Region Salzkammergut verteilt. Bespielt werden ungewöhnliche und neue Orte, temporär genutzte Räume, der öffentliche Raum selbst sowie Galerien und sogar Gasthäuser. Die verschiedenen Programmangebote beinhalten künstlerische Positionen renommierter, hochaktueller, österreichischer und internationaler Künstler*innen zu ökologischen Fragestellungen im Angesicht des Klimawandels, zur Transformation von Lebensräumen und Lebensformen, zu Resilienz und Nachhaltigkeit. 7000 Jahre Salzgewinnung, u.a. in Hallstatt (UNESCO Weltkulturerbe), haben Landschaft und Menschen geprägt. Zahlreiche Symposien und Workshops vermitteln Wissen und laden zum Austausch ein.
Damit teilen sich die Bundesländer Steiermark und Oberösterreich 2024 erneut die Kulturhauptstadt Europas.
ERÖFFNUNGSFEIER:
Am 20. Jänner 2024 wird in der Bannerstadt Bad Ischl und der gesamten Region u.a. mit dem Chor der 1000 und Hubert von Goisern getanzt und gefeiert. Mit zahlreichen Kunstperformances, Installationen und vielen weiteren Events wird die ganze Stadt zur Bühne.
An dieser Stelle möchte ich bereits auf ein großes Highlight von Salzkammergut 2024 hinweisen:
AI WEIWEI – RESURGENT ECHOS im Juni 2024 in Bad Ischl
Es ist ein Dialog mit der Geschichte und der Kultur von Hallstatt. Was trennt und was verbindet unsere Kultur und Geschichte mit jener der frühchinesischen Dynastien? Im Kaiserpark in Bad Ischl kommt es zu einer spannenden Begegnung zwischen dem Marmorschlössl und einem original chinesischen Tempel.
Warum Ai WeiWei? Er gilt als der bedeutendste chinesische Künstler der Gegenwart. Mit seinem Projekt „fairytale“, dem Publikumsmagneten der documenta 2007 in Kassel, hat er sich international einen Namen gemacht: 1001 Chinesinnen und Chinesen ließ er für „fairytale“ einfliegen, sie wurden Teil der Ausstellung und ihre Erfahrungen Teil der Kunst.
2010 wurde am Hohen Dachstein (Ramsau/Steiermark) ein Stein aus China von Ai WeiWei inszeniert und integriert.
Sie wollen mehr über Ai WeiWei wissen? Dann klicken Sie hier:
Ende Oktober 2023 wurde ich zu einem Chor-Orchester-Konzert (IMP-Orchester, Chor Salzburg Vokal) in die Kollegienkirche Salzburg eingeladen. Es handelte sich um DAS STUNDENLIED op. 26 nach Texten von Bertolt Brecht. Dirigent war Hans-Josef Knaust.
Es war ein wunderschönes Konzert, aber ich muss ehrlich sagen, dass ein Konzert dieser Art, das man Oratorium nennt, für mich doch etwas Unbekanntes ist, schließlich bin ich in der bildenden Kunst zu Hause und nicht in der klassischen Musik.
Trotzdem möchte ich über dieses schöne Konzert berichten und habe mir vorgenommen, mit dem künstlerischen Leiter Hans-Josef Knaust darüber zu sprechen und ihn zu fragen, was ein Oratorium ausmacht, warum er dieses Stück von Gottfried von Einem und den Text von Bertolt Brecht unbedingt aufführen wollte.
Linossiartstory: Was hat Sie gereizt, dieses Werk von Gottfried von Einem auf die Bühne zu bringen? Gottfried von Einem, 1918 in Bern geboren, feierte 1947 bei den Salzburger Festspielen mit „Dantons Tod“ seinen internationalen Durchbruch und war in der Saison 1976/77 der international meistgespielte zeitgenössische Opernkomponist.
Hans-Josef Knaust: …seit Februar 2022, seit Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, hat mich bis heute eine tiefe innere Unruhe erfasst – ich habe mich gefragt, was ich als Musiker überhaupt noch tun soll? Oder welche Musik ich überhaupt noch spielen kann?
So rückten Passionsmusiken und experimentelle Musik der Gegenwart in den Mittelpunkt; das „Stundenlied“ von Gottfried von Einem mit dem Text von Bert Brecht zog mich förmlich an, denn der Text aus Brechts „Mutter Courage“ stammt direkt aus dem Dreißigjährigen Krieg, einem der sinnlosesten und grausamsten Kriege. Die hochexpressive Musik mit ihren teilweise ins Ekstatische gesteigerten Rhythmen überhöht Brechts Lyrik ungeheuerlich, – mit Kernsätzen wie: „…, weil er die Wahrheit g’sprochn hat…“ „…seht ihn dort zwischen den Folterknechten…“ „…g’schieht ihm recht…“ ziehen sich diese Textpassagen leitmotivisch durch das gesamte Werk und zielen im Falle G. v. Einems natürlich auf die NS-Zeit, die der Komponist nur knapp unbeschadet überlebte.
Das Stundenlied entstand 1958. Ende der 1940er Jahre trafen sich hier Gottfried von Einem (der Komponist lebte damals in Salzburg) und Bertolt Brecht. Laut Dr. Manfred Schmid von der Internationalen Gottfried von Einem und Lotte Ingrisch Gesellschaft „… hatte Gottfried von Einem ursprünglich vor, Brecht für die Salzburger (Festspiele) zu gewinnen und mit ihm ein großes musikdramatisches Werk unter dem Arbeitstitel „Totentanz“ zu schaffen, das eventuell sogar den „Jedermann“ ablösen sollte.
Bekanntlich lieferte Brecht, nachdem ihm Gottfried von Einem zur österreichischen Staatsbürgerschaft verholfen hatte, nicht das gewünschte Libretto. So kam es zur Vertonung seines STUNDENLIEDES und zur Verwendung weiterer Brecht-Gedichte in der Kantate „An die Nachgeborenen“.
Linossiartstory: Warum haben Sie das Konzert mit der Uraufführung von Martin Torps 3. Sinfonie, seiner „Sinfonie der Farben“ begonnen? Der Komponist, geb. 1957, lebt in Berlin.
Hans-Josef Knaust: Nachdem ich bereits einige Werke für Orgel und Marimbaphon aufgeführt hatte, bat mich der Komponist, eine seiner Sinfonien uraufzuführen. Ich war begeistert von der 3. Sinfonie, die mit ihren farbenreichen Konnotationen für die Zuhörer leicht aufzunehmen ist. Die Komposition ist an der Romantik geschult – man fühlt sich an Brahms und Bruckner erinnert, aber auch an den Impressionismus (Ravel). Martin Torps Œuvre umfasst Orchesterwerke, Vokalwerke (Oratorien, Kantaten, Motetten und Lieder) sowie Kammermusik, Klavier- und Orgelwerke. Stilistisch ist sein Schaffen seit Mitte der 1990er Jahre wesentlich geprägt von einer Vorliebe für harmonische Klänge, gesangliches Melos, pulsierende Rhythmik und formale Klarheit.
Linossiartstory: Die Kollegienkirche, so empfinde ich als Laie, ist der richtige Ort für dieses Chor-Orchester-Konzert. Vom Architekten und Bauherrn Johann Fischer von Erlach als Weisheitskirche geschaffen, lädt die Kollegienkirche zum Dialog der verschiedenen Künste mit dem Göttlichen ein, dessen Funke die Welt durchdringt. Sie ist Salzburgs Kunstkirche, in der immer wieder wunderbare Konzerte und Ausstellungen zeitgenössischer Kunst stattfinden. Wurde die Kollegienkirche bewusst gewählt, da es sich bei Einems Stundenlied im weitesten Sinne um sakrale und bei Torps Sinfonie um zeitgenössische Musik handelt?
Hans-Josef Knaust: Wie Sie schon sagten, ist diese Kirche der Philosophie und der Spiritualität ‚geweiht‘, wodurch die Verbindung zu Musik und Kunst immanent ist. Die Kollegienkirche ist ein sakraler und zugleich abstrakter Raum, in dem nur wenige Kunstwerke Akzente setzen. Im Vordergrund steht die geniale Architektur Fischer von Erlachs, die den Besucher in ihren Bann zieht. Auch wenn die Akustik teilweise problematisch ist, kann sich der Zuhörer ganz auf die Musik konzentrieren. Die Kollegienkirche liegt mir besonders am Herzen, auch wegen der außergewöhnlichen Mauracher-Orgel und der seit sieben Jahren bestehenden Konzertreihe mit experimentellen Klanginstallationen in Verbindung mit dem Orgelklang, bei der ich im Team mitarbeite.
Linossiartstory: Was ist mit innovativer Musik gemeint?
Hans-Josef Knaust: Innovative Musikprojekte wurden von mir ins Leben gerufen, um großartigen Werken der jüngeren Musikgeschichte und der Gegenwart ein Podium zu geben, die im allgemeinen Konzertleben – zum Teil aus Kostengründen etc. – nicht in Erscheinung treten. Wenn man bedenkt, dass schätzungsweise weniger als 5% des zeitgenössischen Musikschaffens den Weg in die Konzertsäle findet, gibt es hier viel zu tun und unzählige musikalische Entdeckungsreisen warten auf uns.
Linossiartstory:Welche Projekte planen Sie in der Zukunft?
Hans-Josef Knaust: Ich habe viele Projekte auf meiner Agenda. Aber eines meiner Herzensprojekte ist ‚Jesu Hochzeit‘ – die Mysterien Oper von Gottfried von Einem mit dem Libretto von Lotte Ingrisch. Gemeinsam mit der Dichterin war ich beim Herrn Erzbischof von Salzburg, um die Erlaubnis zu erhalten, diese Oper, um die sich ein Skandal, viele Mythen und Vorurteile ranken, zum ersten Mal in einer Kirche – in der Kollegienkirche – szenisch aufzuführen.
Linossiartstory: Sehr geehrter Herr Hans-Josef Knaust, ich danke Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viele interessante Musikprojekte.
Erinnerungen an besondere Halleinerinnen und Halleiner des 20. Jahrhunderts
Das Keltenmuseum Hallein präsentiert eine neue Sonderausstellung! Kombiniert mit unterhaltsamen Zitaten aus dem 2023 erscheinenden Buch „Halleiner Originale“ von Helga Springer, werden auch Fotos aus dem Halleiner Stadtarchiv gezeigt.
Mit der aktuellen Sonderausstellung präsentiert das Keltenmuseum Hallein die zweite Ausstellung der OralHistory-Reihe „Kaffeegeschichten – Erinnerungen im Museum“. Ein Format, das seit zehn Jahren Besucherinnen und Besucher einlädt, ihre ganz persönlichen Geschichten zu erzählen. Jeder Mensch hat viele Erinnerungen. Viele davon sind auch für die Gesellschaft von großem Wert und sollten nicht verloren gehen. Das Museum archiviert diese Erinnerungen, damit sie nicht verloren gehen, sondern Teil der Geschichte werden. So sind auch die beiden Bände von Helga Springer entstanden.
Aufgrund des Buches „Halleiner Originale“ von Helga Springer wurde beschlossen, nicht nur das Buch, sondern auch eine Sonderausstellung zu präsentieren. Die Ausstellung mit unterhaltsamen Zitaten zeigt die Halleiner Originale, die auch im Buch ihre Beachtung gefunden haben. Auch Helga Springer war ein Halleiner Original, die viele Geschichten über die Originale wie die Marktfrau Ottilie (Tilli) Sonnleitner oder das „Trachtenpärchen Schartner“ und andere kuriose Gestalten zu erzählen wusste.
Von der Marktfrau bis zum Schlossermeister, vom Zeitungshändler bis zum Würstelstandlbesitzer. Einige von ihnen waren vielen Halleinern einfach durch ihre Anwesenheit, vor allem aber durch ihr einzigartiges Erscheinungsbild bekannt.
Diese Halleiner Originale gehörten seit Jahren zum Halleiner Stadtbild und prägten es. Es sind besondere Halleiner und Geschichten zum Schmunzeln. Einfache Alltagsgeschichten, einfache Menschen und doch Persönlichkeiten, die in keinem Geschichtsbuch stehen.
All diese Erinnerungen hat Helga Springer in zwei Büchern niedergeschrieben. Der erste Band „Meine Kindheit in Hallein“ und der zweite Band „Halleiner Originale“, der heuer erschienen ist.
Statement von Barbara Tober (Leitung Kulturvermittlung Keltenmuseum Hallein)
„Ich hatte mit Helga Springer einen Pakt: Sie lebt so lange, bis ihr zweites Buch erschienen ist und ich beeile mich mit der Herausgabe ihrer Erinnerungen an die Halleiner Originale. Wir haben es beide geschafft! Das macht mich trotz des traurigen Verlusts froh. Ich habe Frau Springer als zuversichtliche alte Frau kennengelernt, die offen und ehrlich über sehr private Ereignisse geschrieben und gesprochen hat. An diese positive und fröhliche Person erinnern die Texte und Bilder auf der Vitrine des jüngsten „Halleiner Originals“. Ich hoffe, sie wäre mit der Auswahl zufrieden“.
Helga Springer starb im September 2023. Barbara Tober, Leiterin der Kulturvermittlung im Keltenmuseum, hat mit der 90-Jährigen ihr letztes Buch kuratiert.
Das Buch „Halleiner Originale“ von Helga Springer ist im Keltenmuseum erhältlich ISBN 978-3-903313-20-0
Kurzer Rückblick 2023: Der Wechsel in der Schauspieldirektion der Salzburger Festspiele im Oktober 2023 sorgte für einen Paukenschlag! Die neue Schauspieldirektorin Marina Davydova greift hart durch und feuert das gesamte Jedermann-Ensemble! Auch Regisseur Michael Sturminger, der seit 2017 das Leben und Sterben des reichen Mannes am Domplatz inszenierte, muss gehen, ebenso Burgtheaterschauspieler Michael Maertens.
Die ehemalige Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele, Bettina Hering, kritisierte die Aktion scharf: „Ich bin schockiert über die Unprofessionalität, die hier an den Tag gelegt wurde. Die Aktion war skandalös und respektlos in der Durchführung“.
Am Freitag, den 17. November 2023 wurde bei der Pressekonferenz in Wien die Katze aus dem Sack gelassen: Der NEUE JEDERMANN war das Ergebnis der Präsentation.
Regie führt Robert Carsen, und sein Statement zum Thema lautet: „Hugo von Hofmannsthal fasziniert mich seit Langem. Ich sehe in ihm den bewussten und unbewussten Meister des Zeitgeistes. Unter seinen Werken ist Jedermann zweifellos das universellste und populärste. Es geht in diesem Bühnenstück um das eine große Mysterium, dem wir uns alle eines Tages stellen müssen: den Tod. Wir Menschen sind unserem Wesen nach jedoch nicht imstande, den eigenen Tod wirklich zu begreifen. So bleibt er zumeist etwas, das anderen widerfährt. Wenn es aber für uns selbst ans Sterben geht – was eines Tages geschehen muss –, dann ist es immer zu früh. Warum ist das so, und woran halten wir so verzweifelt fest, wenn wir uns ans Leben klammern? Es sind unter anderem diese Fragen, die im Jedermann erkundet werden. Das Stück bezieht seine Kraft und Resonanz daraus, dass seine Thematik – wenn auch in kodifizierter Form erzählt – jeden und jede einzelne im Publikum betrifft, jedes Jahr, bei jeder Vorstellung. Jedermann ist eine Zusammenfassung, eine Metapher und eine Allegorie des Lebens. Es ist mir und meinem Team eine große Ehre, dass wir eingeladen wurden, den Jedermann zu inszenieren – und eine noch größere, auf diese Weise mit den wunderbaren Theatermachern vergangener Produktionen eine Verbindung zu spüren.“
Ein kurzes Statement von Philipp Hochmair, der die Rolle des neuenJEDERMANN übernehmen wird:„Jedermann ist für mich so etwas wie eine Lebensrolle geworden. Die Geschichte vom Leben und Sterben des reichen Mannes ist ein eindringliches Gesamterlebnis und macht Jedermann als Zeitgenossen erkennbar, der in seiner unstillbaren Gier nach Geld und Rausch förmlich verglüht. Die Kernfrage ist zeitlos und ewig gültig, Was bleibt von meinem Leben, wenn es ans Sterben geht?‘“
Ein kurzes Statement von Deleila Piasko, die die Rolle der neuenBuhlschaftübernehmen wird:„Es ist für mich eine große Ehre diese Rolle der Buhlschaft spielen zu dürfen und somit ein Teil dieses traditionsreichen Theaterereignisses zu werden. Voller Vorfreude und Neugierde blicke ich auf die anstehenden Proben und die kreativen Auseinandersetzungen mit Robert Carsen und dem Ensemble.“
Bühne und Kostüme werden von Luis F. Carvalho gestaltet. Die Choreografie übernimmt Rebecca Howell. Die Tischgesellschaft von 2023 habe ein neues Angebot für 2024 erhalten, sagte der kaufmännische Direktor des Festivals, Lukas Crepaz. Mit der Tischgesellschaft des Vorjahres sei man im Gespräch und „zuversichtlich, dass wir je nach Verhandlungsfortschritt auch individuelle Lösungen finden werden“.
Kurzer Einblick in die Biografien:
Robert Carsen der gebürtige Kanadier absolvierte seine Schauspielausbildung an der Bristol Old Vic Theatre School, bevor er sich seiner Karriere als Regisseur, Lichtdesigner und Bühnenbildner zuwandte.
Deleila Piasko, geboren 1991 in der Schweiz, studierte Schauspiel an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” in Berlin und trat während dieser Zeit auch an der Volksbühne in Berlin auf. Es folgten Engagements am Konzert Theater Bern und am Staatsschauspiel Dresden. Von 2019–2022 war sie festes Ensemblemitglied des renommierten Burgtheaters in Wien.
Philipp Hochmair entdeckte seine Leidenschaft für Literatur, Film und Theater bereits als Jugendlicher und studierte Schauspiel am renommierten Max Reinhardt Seminar in Wien in der Meisterklasse von Klaus Maria Brandauer sowie am Conservatoire National Supérieur d`Art Dramatique in Paris.
Wir freuen uns auf den neu inszenierten JEDERMANN 2024, wenn er wieder den Domplatz beherrscht und von der Festung der Ruf J E D E R M A N N erschallt.
Dr. Uta Degner lehrt als assoziierte Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Salzburg. Gemeinsam mit Irene Fußl ist Uta Degner Mitherausgeberin der Salzburger Bachmann Edition. Die Salzburger Bachmann Edition präsentiert die Prosa, Gedichte und Essays, Hörspiele, Libretti sowie die Korrespondenz Ingeborg Bachmanns in Form einer Gesamtausgabe. Die Texte werden durch ausführliche Kommentare auf dem neuesten Stand der Forschung ergänzt, die Bachmanns Werk neu erschließen.
Nun hat Dr. Uta Degner einen neuen Band herausgegeben. „INGEBORG BACHMANN – Spiegelungen eines Lebens“.
Worum geht esin diesem Buch?
1973 starb Ingeborg Bachmann in Rom, wo sie zum Schluss lebte. 50 Jahre ist Bachmanns früher Tod nun her und sie ist nach wie vor nicht in Vergessenheit geraten. Sie ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Seit 1977 wird in Klagenfurt alljährlich zu Ehren der 1926 in Klagenfurt geborenen der Ingeborg Bachmann-Preis verliehen.
Dieser einzigartige Bildband gibt nun 50 Jahre nach ihrem tragischen Tod in Rom einen tiefen Einblick in Leben und Werk dieser großen Dichterin. Es sind selten gezeigte Fotografien aus dem Familienbesitz und entlegenen Quellen, die Ingeborg Bachmanns Lebensweg nachzeichnen: Ihr Abschied von der Kärntner Kindheitslandschaft und den Umzug nach Italien, den kometenhaften Aufstieg, das Ringen um Unabhängigkeit.
Deutlich wird die enge Verflechtung von Leben und Literatur, aber auch die schwierige Selbstbehauptung als schreibende Frau im Literaturbetrieb und in der Mediengesellschaft.
Ingeborg Bachmann stand wie keine andere deutschsprachige Schriftstellerin im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Sie verkörperte den Aufbruch der 1950er Jahre ebenso wie die Frauenbewegung der 1970er Jahre. Die Fotografien zeigen, dass eine Trennung zwischen ‚öffentlich‘ und ‚privat‘ nicht möglich war. Was sie in ihrer Gesamtheit sichtbar machen, sind die vielen Gesichter Bachmanns, ihre Wandlungsfähigkeit und Ausstrahlung, ihre einzigartige Aura.
Betrachtet man die fotografischen Porträts Bachmanns, so fällt auf, wie unterschiedlich sie immer wieder erschien. Sie hatte viele Gesichter, und keines glich dem anderen.
Dieses Buch ist es wert zu lesen?
Für alle, die Ingeborg Bachmann kennen und sich für sie interessieren, ist dieser facettenreiche Band ein Muss. Eine außergewöhnliche Frau, die auch heute noch die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht.
AUTOR: Uta Degner:
Studium der Neueren deutschen Literatur, Philosophie und Italianistik in Konstanz, Bologna und an der FU Berlin. Magister Artium, FU Berlin 1999. Promotion, FU Berlin 2007. 2007-09 wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste, FU Berlin. Seit 2009 Universitätsassistentin (Post-Doc) in der FB-Germanistik der Universität Salzburg.
Sommer und Herbst haben sich verabschiedet. Der Winter naht. Die Tage werden wieder kürzer und es stellt sich wieder die Frage, wie Kinder beschäftigen? Nicht immer ist das Sitzen vor dem Fernseher, dem IPad oder ähnlichem optimal.
Aber es gibt etwas! Zum Beispiel ein Besuch im Spielzeug Museum Salzburg, hier gibt es viel zu entdecken und das Spielzeug Museum ist auch eine Einladung in die Welt des Spielens. Erleben und Ausprobieren stehen hier im Mittelpunkt. Jede Menge Spielzeug wartet auf die Kinder.
Seit Oktober 2023 gibt es im Spielzeug Museum auch eine „Wunderkammer“, die den kleinen und großen Besucher*innen ein Universum an Spielzeug aus aller Welt eröffnet. Kuriositäten, Spielzeug, Miniaturen, Puppen und vieles mehr sind nach Größe, Farbe und Material geordnet zu bestaunen.
Es wird zum Entdecken, Erforschen und Erleben eingeladen. Die Funktion eines Museums – Sammeln, Bewahren, Forschen – und das Ergebnis der Museumsarbeit – Vermitteln und Ausstellen – werden den Kindern gleichzeitig vermittelt.
So ist im Spielzeugmuseum eine Wunderkammer der besonderen Art entstanden – eine Spielzeugwunderkammer. Gezeigt werden allerlei Kuriositäten, Miniaturen, Spielzeuge wie Fahrzeuge, Plüschtiere und Puppen und vieles mehr aus der Sammlung des Museums.
Der Kater Fabulinus, Maskottchen und oberster Mäusefänger des Spielzeugmuseums, führt in einem Begleitheft durch die Ausstellung. Er stellt Fragen, gibt Informationen und Rätsel auf. Der Besuch, der zunächst zum Staunen anregen soll, wird so zu einem informativen und erfrischenden Rundgang durch eine alte Welt des Ausstellens und Sammelns.
Strandgut – Experimentieren mit Sand ist ein fester Bestandteil im Vermittlungsangebot des Spielzeug Museums. Und erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. Hier können Krippen- und Kindergartenkinder ungestört, in ihrem eigenen Tempo und nach Lust und Laune mit Sand experimentieren.
Ein Besuch im Spielzeugmuseum lohnt sich immer. Begleitet werden sie dabei von einer erfahrenen Gruppenleiterin. Das Konzept „Strandgut-Spielraum“ basiert auf der Pikler-Pädagogik. 2010 wurde es von Ute Strub in Berlin-Schöneberg ins Leben gerufen. Schütten, messen, schöpfen, wiegen, kochen, reiben – Ute Strub hat mit Sand und Küchenutensilien eine neue Entfaltungsmöglichkeit für Kinder geschaffen.
Es lohnt sich also immer wieder, das Spielzeugmuseum zu besuchen.
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