KONZERTE, die wieder Tausende in ihren Bann ziehen werden!

In der Mozartstadt Salzburg und ihrer Umgebung ist die Salzburger Kulturvereinigung Hauptveranstalter und Gastgeber zahlreicher hochkarätiger Kulturveranstaltungen.

Ein Funke genügt, um ein Feuer zu entfachen. Dieser Funke kann auch die Leidenschaft für Kunst und Kultur entfachen.

Mit 24 Orchesterkonzerten im Großen Festspielhaus, Matineen, Kirchenkonzerten und 5 Veranstaltungen der Reihe MUSIK: CON TEXT wird auch in der Saison 2024/25 ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Zu den Höhepunkten zählen die beiden Veranstaltungen „Buchbinder spielt Mozart“ und „200 Jahre Bruckner“. Starpianist Rudolf Buchbinder und die Staatskapelle Dresden spielen im Großen Festspielhaus drei Konzerte für Orchester und Klavier von Wolfgang Amadeus Mozart.

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 5, B-Dur
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern · Pietari Inkinen (Dirigent) Foto (c) _Andreas_Zihler (1)

Der 200. Geburtstag von Anton Bruckner steht ebenfalls im Mittelpunkt des Festivals. Aufgeführt werden Bruckners Vierte (großes Sinfonieorchester), denn mit seiner grandiosen „Vierten“ konnte Anton Bruckner 1881 in Wien endlich einen wirklichen Erfolg feiern. Bis heute ist sie neben der „Siebten“ seine meistgespielte Sinfonie. Das hochkarätige „Orchestra della Svizzera Italiano“, dessen Chefdirigent er seit 2015 ist, wird von Markus Poschner geleitet.

Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Pretari Inkinen spielt Bruckners Fünfte. Eine Klangarchitektur, eine Kathedrale in Tönen ist Bruckners gewaltige Fünfte. Interessant ist auch, dass der Komponist diese überwältigende Sinfonie nie vollständig mit Orchester gehört hat. Die Uraufführung der Symphonie Nr. 5 in B-Dur fand in Graz statt. Bei der Uraufführung, die in gekürzter Form gespielt wurde, konnte er nicht dabei sein. Warum nicht? Weiß niemand?

Das dritte Konzert und damit Bruckners Sechste. Sinfonie Nr. 6 in A-Dur dirigiert Thomas Hengelbrock. Er steht am Pult des Mozarteum Orchesters Salzburg. Mit Thomas Hengelbrock dirigiert also ein Interpret von internationalem Format dieses Konzert.

Ein weiterer Höhepunkt wird das Orgelkonzert mit Wayne Marshall in der Franziskanerkirche sein, das zum zweiten Mal stattfinden wird. Nach dem großen Erfolg im Jahr 2023 wurde beschlossen, Wayne Marshall erneut einzuladen, um auch im Jahr 2024 das Publikum mit seiner Orgelkunst zu verzaubern. Die Franziskanerkirche wird sich wieder mit kraftvollen Klängen und musikalischer Energie füllen.

Foto: (c) Salzburger Kulturvereinigung

Es handelt sich um den britischen Künstler Wayne Marshall. Als Organist, Dirigent und Pianist ist er weltweit für seine Musikalität und Vielseitigkeit bekannt. Mit seinem außergewöhnlich umfangreichen Orgelrepertoire wird er die spätgotisch-romanische Franziskanerkirche wieder mit kraftvollem Klang und musikalischer Energie erfüllen.

Dies war nur ein kleiner Einblick in die Vielfalt der Konzerte der Salzburger Kulturvereinigung in der Saison 2024/25. Wie reichhaltig und interessant das Programm auch in diesem Jahr wieder sein wird, davon können Sie sich auf der Homepage der Salzburger Kulturvereinigung überzeugen.

www.kulturvereinigung.com

Noch eine kurze Information zum Wechsel in der künstlerischen Leitung. Das Programm für die Saison 2024/25 wurde noch von Thomas Heißbauer zusammengestellt. Er ist noch bis Ende Juni 2024 künstlerischer Leiter. Sein Nachfolger wird der Geiger Benjamin Schmid. Er wird ab September 2024 das musikalische Programm gestalten. Die Saison 2025/26 wird dann seine Handschrift tragen.

Geiger Benjamin-Schmid ab September 2024 neuer künstlerischer Leiter
der Salzburger Kulturvereinigung (c) SKV-ebihara-photography

BRUNO GIRONCOLI – TONI SCHMALE zwei unterschiedliche BILDHAUER

Bruno Gironcoli Teller mit Kornähren, 2008 Aluminium 40 × 70 cm 
ALBERTINA, Wien – Sammlung Dagmar und Manfred Chobot
©Bruno Gironcoli
 
Toni Schmale fury, 2019 Sandgestrahlter Stahl, brüniert, geölt mit Castrol WX-30 100 × 30 × 70 cm
Installationsansicht Christine König Galerie, Wien, 2019
Foto: Philipp Friedrich Courtesy die Künstlerin
Bildrecht Wien, 2024

Die ALBERTINA MODERN präsentiert eine gemeinsame Ausstellung des österreichischen Künstlers Bruno Gironcoli (1936–2010) und der in Wien lebenden Bildhauerin Toni Schmale (*1980). Anlass der Schau ist eine umfangreiche Schenkung von Agnes Essl

Bruno Gironcoli (* 27. September 1936 in Villach, er starb Februar 2010 in Wien) war ein österreichischer Maler und Bildhauer. Er begann seine künstlerische Laufbahn mit einer Goldschmiedelehre in Innsbruck (1951-1956). Später studierte er an der Akademie für angewandte Kunst in Wien (1957-1959 und 1961-1962). Als Inspirationsquelle diente ihm das Werk Alberto Giacomettis in Paris.

International bekannt wurde Gironcoli 2003 als offizieller Vertreter Österreichs auf der Biennale in Venedig. Seine Skulpturen sind inspiriert von Alltagsgegenständen, Naturzitaten und baby- bzw. embryonalen Formen, die organisch anmutenden Objekte werden wieder mit Maschinen in Verbindung gebracht.

In seinem Werk spielen die Themen der Mutter, der Geburt, der Suche nach Glück, aber auch des Scheiterns eine wichtige Rolle. Auch der Tod und der Faschismus wurden in seinen Skulpturen immer wieder thematisiert.

Um zu einem Ergebnis zu kommen, muss man sich als Betrachter/in Zeit nehmen und die Skulpturen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Das ist das Besondere an Gironcolis Arbeiten.

Gironcolis Werke faszinieren die Betrachter/innen durch ihre gigantische Größe und beeindruckende Wirkung. Mit seiner eigenständigen Auffassung von Großplastik hat er die traditionelle Auffassung von Skulptur revolutioniert und die zeitgenössische Kunst in Österreich nachhaltig geprägt.

Die Albertina Modern zeigt jedoch einen anderen Gironcoli. Ausgangspunkt ist ein Zyklus von 155 Zeichnungen, gestiftet von Agnes Essl. Die in sich geschlossene Serie entstand in den 1980er Jahren über einen Zeitraum von sechs Jahren und zeigt den Künstler, wie wir ihn kaum kennen.

Die Farbstiftzeichnungen sind einzigartig. Sie unterscheiden sich deutlich von den bekannteren Werken Gironcolis. In feinster Ausführung strahlen sie eine unglaubliche Plastizität aus. Sie sind nicht einfach Entwürfe für zukünftige Skulpturen. Sie erforschen deren Mögliche und unmögliche Zustände und Funktionen – unabhängig von Zeit und Raum.

Bruno Gironcoli Ohne Titel, 1980-1985
Bleistift und Farbstift auf Papier 20 × 30 cm
ALBERTINA Wien – Schenkung von Agnes Essl
©Bruno Gironcoli
 
Bruno Gironcoli Ohne Titel, 1980-85 Bleistift und Farbstift auf Papier 30 × 40 cm
ALBERTINA, Wien – Schenkung von Agnes Essl 
© Bruno Gironcoli

Toni Schmale wurde 1980in Hamburg geboren. Nach einer Karriere als Profifußballerin von 1994 bis 2002 studierte sie zunächst Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 2009 wechselte sie an die Akademie der bildenden Künste Wien. Dort studierte sie bis 2013 Performative Kunst bei Carola Dertnig und Performative Skulptur bei Monica Bonvicini. Sie erhielt unter anderem den Msgr. Otto Mauer-Preis, den Baltic 6 Artists’ Award und den Outstanding Artist Award für Bildende Kunst. Ihre Skulpturen stehen in der Tradition der Minimal Art mit ihrer klaren Formensprache. Sie verbindet diese jedoch mit einer körperbetonten, leidenschaftlichen und humorvollen Herangehensweise. Heute lebt und arbeitet Toni Schmale in Wien. Auch die eindrucksvollen Arbeiten von Toni Schmale wecken Assoziationen über den Zweck und den Umgang mit ihnen. Die Intention der Künstlerin ist es, uns durch eigene Gedanken und Überlegungen an Inhalt und Bedeutung heranzuführen. Titel, Form und Material ihrer Skulpturen weisen meist in verschiedene Richtungen und suggerieren eine Handlung oder menschliche Interaktion – eine Interaktion, die bei Gironcoli bis zur Verschmelzung von Menschen und Technik reicht.

Toni Schmale waltraud, 2016      lap, 2013 Feuerverzinkter Stahl, pulverbeschichteter erhitzter und gewachster Stahl, Foto: Toni Schmale Courtesy die Künstlerin Bildrecht Wien, 2024

Auf den ersten Blick sieht diese Arbeit wie ein Stuhl aus, aber man kann viel mehr in sie hineininterpretieren. Es könnte auch eine Abstiegsvorrichtung sein, mit der Schiffe große Höhenunterschiede in Wasserstraßen überwinden können? Oder ein Rollentrainer, der mit einem Gewichtheber gekoppelt ist. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Was es wirklich ist, sagt die Künstlerin Nein, das verrät sie leider auch nicht. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien? Lauf, was immer Sie darin sehen. Spannend ist es auf jeden Fall, und der Blickwinkel macht es noch spannender. 

Toni Schmale          
Pulverbeschichteter Stahl RAL 9005,170 × 110 × 80 cm    Foto: Sofia Goscinsk        Courtesy die Künstlerin   Bildrecht Wien, 2024   
                                                                                      

In beiden künstlerischen Positionen werden Gegensätze – das Bekannte und das Erdachte, das Künstliche und das Lebendige – zu neuen Bedeutungsträgern verbunden. Die Werke entziehen sich einer konkreten Festlegung, einer eindeutigen Interpretation und werfen uns durch die Fragen, die wir an das Objekt stellen, letztlich auf uns selbst zurück.

Die Ausstellung ist bis 28. Juli 2024 in der ALBERTINA MODERN zu sehen.

https://www.albertina.at/en/albertina-modern/exhibitions/bruno-gironcoli-toni-schmale

ZAUNER UND BAD ISCHL

DER SÜSSE ZAUNER“ Geschichten und Rezepte aus der Ischler Sommerfrische

Foto: Christa Linossi

Ein Buch nach dem anderen erscheint über die Regio Salzkammergut Kulturhauptstadt 2024 Bad Ischl. Heute stelle ich IHNEN das Buch von Alfred Komarek vor, der unter dem Titel „Der süße Zauner“ eine Hommage an die Konditorei ZAUNER geschrieben hat.

Worum geht es in diesem Buch?

Ein Sommer ohne Bad Ischl war um 1900 in den Ländern der Monarchie und darüber hinaus verlorene Lebenszeit, eine Kur ohne Zauner erst recht.

Der Kaiser und alle Adeligen sowie viele berühmte Künstler, Literaten und Komponisten hielten sich in Bad Ischl auf. Legte das Salz den Grundstein für das blühende Ischler Kurwesen, so versüßte der nicht minder heilkräftige Zucker das gesunde Leben der Kurgäste.

Auf diese Weise entstand die Konditorei ZAUNER, die sich in dieser Zeit der kulturellen und gesellschaftlichen Blüte einen Namen gemacht hat. „Süßer kann Sommerfrische nicht sein“.

Alfred Komarek lässt in seinem Buch diese interessante Zeit wieder aufleben und integriert gleichzeitig die Entstehungsgeschichte der Konditorei Zauner. Entstanden ist ein Buch, das Ischl damals und heute in Bild und Text zeigt.

Es ist immer ein Zeichen großen Vertrauens, wenn ein Rezept weitergegeben wird. Vor allem, wenn es sich um ein Familienrezept handelt, das seit Generationen weitergegeben wird. Josef Zauner gewährt dem Autor Alfred Komarek Einblick in seine bestgehüteten Schätze: Traditionelle Rezepte, die behutsam weiterentwickelt und dem heutigen Geschmack angepasst zu köstlichen Desserts werden.

Aus einfachen bergbäuerlichen Verhältnissen stammend, schaffte es Josef Zauner in kürzester Zeit, sich über die Landesgrenzen hinaus einen Namen zu machen. Die wichtigsten Zutaten für den stetigen Ausbau der Konditorei zu einem florierenden Bad Ischler Fixstern waren neben Mut und Weitblick Fleiß, Bodenständigkeit, Qualitätsbewusstsein und unermüdlicher Schaffensdrang. Zauner ist Teil von Ischl und umgekehrt!

Einen solchen Familienbetrieb an die siebte Generation zu übergeben, erfordert ebenso großes Vertrauen wie die Weitergabe eines alten Familienrezepts. Mit großem Respekt vor der Tradition des Hauses und dem erfolgreichen Lebenswerk seines Vaters hat Philipp Zauner 2020 diese Aufgabe übernommen.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Eine Hommage an die Sommerfrische in und um Ischl. 21 sommerliche Kaffee- und Kuchenrezepte von Josef Zauner sowie allerlei Anekdoten und Texte bekannter Persönlichkeiten.

Wer die Konditorei ZAUNER kennt und ein Kenner und Liebhaber von Mehlspeisen ist, wird dieses Buch sicher lesen wollen. Wer die Konditorei ZAUNER in Bad Ischl noch nicht kennt, sollte vielleicht zuerst das Buch lesen und dann einen Abstecher nach Bad Ischl machen, es lohnt sich.

AUTOR:

Alfred Komarek ist in Bad Aussee geboren. Er schrieb zahlreiche Romane (bekannt sind vor allem die Polt-Krimis) und Fernsehdrehbücher und war als Moderator (u.a. für »LiteraTOUR«/ServusTV) tätig. Für sein neues Buch hat er Texte von Schriftstellern wie Karl Kraus oder Adalbert Stifter zu einer Hommage an die Blütezeit von Ischl zusammengestellt.

Erschienen ist der Band im SERVUS VERLAG ISBN-13 9783710403774

Der süße Zauner – Backbuch | Servus am Marktplatz (servusmarktplatz.com)

Die Technologie des 21. Jahrhunderts blickt zurück in die Steinzeit?

Vor etwa 7 Millionen Jahren begann die Entwicklung des Menschen in Afrika. Die digitale Transformation ist geprägt von der besonderen Beziehung zwischen Menschen und Technik. Der menschliche Körper ist entwicklungsgeschichtlich immer noch ein Produkt der Steinzeit. Anthropologen sagen sogar, dass wir durch und durch Steinzeitmenschen geblieben sind. Wir haben uns allenfalls an die viel komplexere Welt angepasst, in der wir heute leben. Die Steinzeit steckt uns noch in den Knochen!

experimental photo work by © Christa Linossi 2024 From the series “ Künstliche Welt des 21. Jahrhunderts“

The technology of the 21st century looks back to the Stone Age? Human development began in Africa around 7 million years ago. The digital transformation is characterised by the special relationship between humans and technology. In terms of evolutionary history, the human body is still a product of the Stone Age. Anthropologists even say that we have remained Stone Age people through and through. At best, we have adapted to the much more complex world we live in today. The Stone Age is still in our bones!

Vielfalt als Schönheit

…zu sehen in der Albertina Modern bis zum 18. August 2024

Sungi Mlengeya Wallow, 2022 Acryl auf Leinwand 150 × 140 cm
Privatsammlung
© Sungi Mlengeya, Foto: Courtesy of Afriart Gallery

Worum geht es in dieser Ausstellung?

The Beauty of Diversity bewegt sich im Spannungsfeld eines etablierten Kunstverständnisses und seiner Erneuerung. Die Ausstellung entfaltet ihre Dynamik in der Gegenüberstellung von renommierten KünstlerInnen, die den Kanon immer wieder herausfordern wollten und dennoch kanonisiert wurden, mit Neuentdeckungen und jenen, die Sehgewohnheiten irritieren, gegen den Strom schwimmen, an den Grundfesten der Hochkultur rütteln, die Norm brechen und damit eine Ästhetik der Vielfalt begründen.

Die Ausstellung Die Schönheit der Vielfalt oder The Beauty of Diversity zeigt die Vielfalt der Sammlungen der Albertina. Sie definiert den Reichtum einer Sammlung durch ihre Heterogenität. Zudem wird die Notwendigkeit unterstrichen, Frauen, LGBTQIA+ KünstlerInnen, People of Color, indigenen Positionen und AußenseiterInnen Sichtbarkeit zu verschaffen.

Zwei Werke aus der Ausstellung The Beauty of Diversity haben mich sehr fasziniert, das war zum einen die Arbeit von Sungi Mlengeya und Gelitin (Gelitin, bis Ende 2005 Gelatin).

Sungi Mlengeya wurde 1991 in Daressalam, Tansania, geboren. Sie ist Autodidaktin und arbeitet hauptsächlich mit Acryl auf Leinwand. Ihre Bilder sind frei, minimalistisch und zeigen einen originellen Umgang mit dem negativen Raum.

Das Faszinierende an ihren Arbeiten sind die dunklen, minimalistisch inszenierten Figuren. Sie erinnern an die Frauen, die sie umgeben.

Die meisten ihrer Werke bestehen aus dunklen Figuren in minimalen Schwarz- und Brauntönen vor einem makellos weißen Hintergrund, so auch das Werk, das die ALBERTINA MODERN von ihr zeigt. Ihre Figuren sind Andeutungen mit Gesichtern, Händen und Füßen. Mit dem richtigen Blickwinkel kann der Betrachter den Körper als Ganzes erkennen.

Sungi Mlengeya Wallow, 2022 Acryl auf Leinwand 150 × 140 cm
Privatsammlung © Sungi Mlengeya, Foto: Courtesy of Afriart Gallery

Sungi Mlengeya ist eine sehr interessante Künstlerin. Wegen der Ausstellung in der Albertina habe ich mir ihre Homepage angesehen. Homepage https://sungimlengeya.com/  https://sungimlengeya.com/2023 Im Jahr 2020 wurde Sungi von Apollo 40 Under 40 Africa (internationales Kunstmagazin), einer Auswahl der inspirierendsten jungen Künstler der afrikanischen Kunstwelt, geehrt.

Vier Künstler, die mir sofort aufgefallen sind, bilden die Gruppe Gelitin. Ich verfolge sie seit Jahren. Ihre Arbeit, die in der ALBERTINA MODERN zu sehen ist, MONA LISA (entstanden 2020 Plastilin, Paraffin, Bienenwachs und Pigmente auf Holz 70 × 45 × 10 cm) zeigt eine andere Mona Lisa (Gelitin Geheimnis und nicht das Geheimnis Leonardo da Vinci Mona Lisa) die entstellte Frau mit riesigen verkrüppelten Augen, die Nase entstellt und seitlich aus dem Kopf ragend, der Mund eine Öffnung wie der Eingang zu einem Tunnel.

Denn den Rest kann man sehen, wie man will. Es könnte auch ein Misthaufen sein, in dem die Mona Lisa steckt! Was hat sich die Gruppe Gelitin dabei gedacht? Müssen wir das wissen? Nein! Jeder soll sich selbst ein Bild machen.

Gelitin (Gelatine) ist dafür bekannt, dass es Aufsehen erregen kann. So wie 2003 in Salzburg: (Museumsdirektorin Agnes Husslein ließ 2003 den „Arc de Triomphe“ der Künstlergruppe Gelatin vor dem Rupertinum und dem benachbarten Festspielhaus errichten. Das erregte die Gemüter. Die Stadt Salzburg. Der Bürgermeister der Stadt Salzburg sah sich veranlasst, die Skulptur bis zu ihrem vollständigen Abbau schnellstmöglich zu verhüllen und einzuhausen.) Ein Akt der Verhüllung, zuerst das weiße Tuch, dann die leuchtend gelbe Bretterverschalung. Die Direktorin des Museums, Agnes Husslein, hatte am Ende das Nachsehen. Sie hatte den Mut, die Skulptur in Salzburg auszustellen. Sie scheiterte an der Stadt.)

Gelatin Arc de Triomphe
Rupertinum, Salzburg, Austria 2003: Foto: © Rupertinum MdM Salzburg 2003

Auch wenn sie immer wieder für Aufregung sorgen, bleiben die Gelitin eine interessante Künstlergruppe. https://www.gelitin.net/projects

Darüber hinaus gliedert sich die Ausstellung in die im Folgenden beschriebenen Bereiche:

Raum 2 siehe PUPPENSPIELE: Puppen aus weichem Stoff, Spiel- und Bastelmaterialien wie Knete und Plastilin erinnern an das sichere, umsorgte und behütete Reich der Kindheit, an eine heile Welt.

Raum 3 Empowerment: Selbstbestimmung ist eine zentrale Forderung der feministischen Bewegung. Strategien der Selbstermächtigung, die es in der Kunst seit jeher gibt, fungieren als aktivistisches Sprachrohr, um die Bedingungen von Interessengemeinschaften und diskriminierten Gruppen zu verbessern.

Raum 4 Art brut: Die Vorstellung, dass Kunst Rückschlüsse auf die psychische Disposition der AutorInnen zulässt und dass Bilder etwas über die Gesundheit oder gar Krankheit derer aussagen, die sie produzieren, muss in Frage gestellt werden.

Raum 6 Black Art Matters Nach großen Unruhen formierte sich 2013 in den USA die Bewegung Black Lives Matter. Ein Jahr später erreichte sie weltweit ihren Höhepunkt. Anlass waren zahlreiche Demonstrationen gegen die Tötung von AfroamerikanerInnen, insbesondere durch weiße Polizeibeamte.

Raum 8 Obsessionen: Die Obsession kann als ein individueller Mythos verstanden werden, eine innere Kraft, die das Selbst immer wieder überrascht. Obsessive Kräfte führen zu triebhaften Ausbrüchen, ungeahnten Intensitäten und inneren Zwängen.

Groteske Figuren: Die Hochkultur hat sich vom Grotesken, Unreinen und Abgründigen abgewandt. Sie hat sich dem rechten Maß und der harmonischen Vollendung verschrieben und vermeidet Regellosigkeit und Abweichung von der Norm.

Raum 9 Hybride Formen: Hybridität ist der Schlüsselbegriff zur Beschreibung kultureller Vielfalt, Multimedialität und Heterogenität.

Raum 10 Traum und Trauma: Das Dunkle und Ungeordnete, das Formlose und Chaotische, so die Urmetapher der Kunst, steht am Anfang jeder ästhetischen Produktion.

Raum 13 Inklusion: Die Inklusion von KünstlerInnen aus Kontinenten wie Australien, Afrika, Asien und Südamerika nimmt in der Gegenwartskunst einen hohen Stellenwert ein und wird in den letzten Jahren verstärkt vorangetrieben.

Die Ausstellung entwickelt eine vielschichtige Ästhetik, die die Idealität eines klassischen Stil- und Formwillens konterkariert. Sie erkundet die Schönheit des Grotesken, des Unreinen und Verdrängten, des an den Rand Gedrängten und des von der Norm Abweichenden.

KünstlerInnen aus Australien, Afrika, Asien und Südamerika wird in der Schau ein hoher Stellenwert eingeräumt. Sie relativieren eurozentrisches Denken und Handeln bzw. westliche Kunst und Kultur. AutodidaktInnen zeigen einen ausgeprägten Willen zu dem, was sie tun müssen. Durch ihr Bekenntnis zur inneren Notwendigkeit der Kunst beweisen sie Authentizität.

https://www.albertina.at/en/albertina-modern

Roy Lichtenstein in der Albertina

Der wohl berühmteste Maler der POP-ART neben Andy Warhol!

Roy Lichtenstein
Studie zu Figuren in einer Landschaft, 1977
Öl und Acryl auf Leinwand
Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark Long-term loan: Museumsfonden © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024
Foto: Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark

Mit einer großen Retrospektive feiert die ALBERTINA den Meister der Pop Art Roy Lichtenstein (1923-1997, New York) anlässlich seines 100. Geburtstages.

Er gilt heute neben Andy Warhol und Jackson Pollock als einer der drei populärsten und bekanntesten amerikanischen Künstler. Darüber hinaus wurde er zum einflussreichsten Pionier der Appropriation Art und zum Wegbereiter der Verschmelzung von High und Low Art in der zeitgenössischen Kunst. 

Bereits 2011 widmete die ALBERTINA Roy Lichtenstein eine Ausstellung. Roy Lichtenstein. Black & White 1961 – 1968 konzentrierte sich auf eine außergewöhnliche Gruppe von 59 Zeichnungen aus der Zeit der Pop Art. Sie wurden bisher nur selten gezeigt. Sie dokumentierten Lichtensteins eigenständigen Beitrag zum Medium der Druckgrafik und die Rolle der Zeichnung für die Entwicklung seines Stils. Die Ausstellung 2011 entstand in Zusammenarbeit mit der Morgan Library & Museum, New York.

Anlässlich seines 100. Geburtstags im Jahr 2024 widmet die Albertina Roy Lichtenstein erneut eine große Retrospektive!

Roy Lichtenstein
Ertrinkendes Mädchen, 1963
Öl und Acryl auf Leinwand
The Museum of Modern Art, New York, Philip Johnson Fund (by exchange) and gift of Mr. and Mrs. Bagley Wright © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024
Foto: The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence

Wer war Roy Lichtenstein? Roy Lichtenstein wurde am 27. Oktober 1923 in New York als Sohn deutsch-jüdischer Eltern geboren.  Von 1937 bis 1940 besuchte er die New Yorker Kunstgewerbeschule. 1961 gelang ihm mit dem Bild Look Mickey der Durchbruch, sein Stil wurde zum Industrial Style des gedruckten Comics.

Lichtenstein, der in kräftigen, klaren Farben malte und sich bewusst industrieller und kommerzieller Produkte wie Comics und Werbung bediente, versuchte so, Kunst und Konsumgüter zu verbinden. Lichtenstein bediente sich bewusst der „Ben-Day“-Technik, einer an die Drucktechnik angelehnten Technik, bei der eine Serie von Punkten auf Papier reproduziert wird. Er zeichnete von Hand ein Bild aus einem Cartoon, der ihn inspirierte, projizierte es großflächig auf eine Leinwand und füllte die Formen mit farbigen Ben-Day-Punkten aus.

Roy Lichtenstein
Wir standen langsam auf, 1964
Öl und Acryl auf Leinwand
MUSEUM MMK FÜR MODERNE KUNST, Frankfurt, Ehemalige Sammlung Karl Ströher, Darmstadt (DE) © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024

Roy Lichtenstein antwortete 1963 auf die Frage „Was ist Pop Art?

„Die Verwendung der Werbegrafik als Inhalt der Malerei. Es war schwierig, ein Bild zu finden, das mir abstoßend genug erschien, um die schamlosesten und bedrohlichsten Merkmale unserer Kultur zu thematisieren: Dinge, die wir ablehnen, die aber übermächtig sind, wie Werbeplakate und Comics“.  <

Lichtensteins Kunst ist keineswegs belehrend, aber auch nicht affirmativ. Sie reflektiert eine ambivalente Haltung gegenüber der Bildmaschinerie der Werbeindustrie, deren Ästhetik Lichtenstein bereits in den 1960er Jahren in das Feld der Kunst und des Museums holte. 

„Mir geht es darum, eine Art Anti-Sensibilität zu porträtieren, die die Gesellschaft durchdringt. Die Werbung bestimmt einen großen Teil unserer Kommunikation. Unser gesamtes Umfeld scheint von dem Wunsch beherrscht zu sein, Produkte zu verkaufen. Das ist die Landschaft, die ich darstellen möchte. Es geht mir nicht darum, die Gesellschaft zu belehren oder unsere Welt zu verbessern“, sagt Lichtenstein.

Roy Lichtenstein
Studie zu Figuren in einer Landschaft, 1977
Öl und Acryl auf Leinwand
Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark Long-term loan: Museumsfonden © Estate of Roy Lichtenstein/Bildrecht, Wien 2024
Foto: Louisiana Museum of Modern Art, Humblebæk, Denmark

Das Faszinierende an den Werken von Roy Lichtenstein ist die ZEICHNUNG. Sei es die Anlehnung an die Drucktechnik, die er als Zeichnung in Punkte verwandelt, seien es atmosphärische Elemente und Formenvielfalt, die seine kompositorischen Zutaten sind.  Oder ein Gesichtsausdruck, dargestellt als Werbeikonen, deren Blick sich dem Betrachter zuwendet. Verschiedene Details, die sich wie gedrehte Elemente in den Vordergrund zu schieben versuchen, dazwischen wieder Elemente der Szenerie, das Wasser, auf dem ein Boot sichtbar zu werden scheint. Eine Krawatte, die exakt an ein elementares Hemd gebunden ist. Wasser usw. Es genügt, sich auf die Suche zu machen, mit scharfem Blick in das Bild einzutauchen und der Fantasie freien Lauf zu lassen.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall.

Roy Lichtenstein « ALBERTINA Museum Wien

HUBERT SATTLER (1817-1904)

„HEILIGE ORTE“

Ausstellung im DomQuartier Salzburg „Heilige Orte Ansichten von Hubert Sattler (1817-1904) Salzburg Museum Gastspiel Foto: © Christa Linossi 2024

Eine hochinteressante Ausstellung zeigt das DomQuartier Salzburg, Nordoratorium in Kooperation mit dem Salzburg Museum. „Heilige Orte – Ansichten von Hubert Sattler“.

Die Ausstellung im Nordoratorium des DomQuartier bildet den Auftakt zur Reihe „Salzburg Museum – Gastspiel“ während der baubedingten Schließung der Neuen Residenz.

Ausstellung im DomQuartier Salzburg „Heilige Orte Ansichten von Hubert Sattler (1817-1904) Salzburg Museum Gastspiel Foto: © Christa Linossi 2024

Hubert Sattler reiste bereits als junger Mann zehn Jahre lang mit seinem Vater Johann Michael Sattler (von dem das berühmte Gemälde „Panorama der Stadt Salzburg“ stammt) durch Mitteleuropa. Ab 1842 bereiste er als selbständiger Reisemaler unter anderem den östlichen Mittelmeerraum und Mittelamerika und brachte zahlreiche Skizzen aus den damals entlegensten Gegenden der Welt mit. Seine Kosmoramen – griechisch cosmos für Welt und orama für Anblick – setzte er im Atelier in meisterhafte großformatige Ölgemälde um.

Die Ausstellung Heilige Orte – Ansichten von Hubert Sattler (1817-1904) zeigt entlang der Reiserouten ausgewählte Kosmoramen und erstmals auch Zeichnungen, die vor Ort entstanden sind. Im Mittelpunkt stehen Kultstätten verschiedener Religionen von der Antike bis ins 19.Jahrhundert.

Reisen war lange Zeit ein Privileg. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts öffnete sich die Welt den Menschen zumindest virtuell: Guckkästen, Panoramen und Kosmoramen ermöglichten die Begegnung mit dem Fremden. Hubert Sattler verstand seine Bilder vor allem als Lehrmittel und versuchte dies in seinen Begleittexten durch genaue topographische und historische Angaben zu unterstreichen.

Die weite Welt des Hubert Sattler und seine erste Reise begann 1842 im östlichen Mittelmeerraum und dauerte über 7 Monate. Seine Reise führte ihn über die Donau und das Schwarze Meer nach Konstantinopel (heute Istanbul, Türkei) und weiter nach Palästina (heute Israel). Er reiste hauptsächlich mit dem Schiff, unterbrochen von kurzen Landstrecken.

Die zweite Reise führte Hubert Sattler im Herbst 1844 von Triest (Italien) nach Alexandria. Im Winter besuchte er Ägypten und die Halbinsel Sinai. Seine Reiseroute führte ihn über Ancona in Italien, Korfu, Patras, Piräus und Syra in Griechenland sowie Smyrna (heute Izmir, Türkei) nach Ägypten, wo er zahlreiche Studien und Skizzen antiker Stätten anfertigte.

Die dritte große Reise fand in den Jahren 1850-1853 statt und führte ihn in die Vereinigten Staaten von Amerika, auf die Antillen und nach Mexiko. So bildet der Maya-Tempel von Tulum, malerisch über dem Meer an der Karibikküste der Halbinsel Yucatán gelegen, den Abschluss der heiligen Stätten durch Kulturen und Jahrhunderte.

Hubert Sattler, Der Tempel El Castillo bei Tulum (Mexiko), 1856 Foto: sattler-tulum-domquartier

Bei der Betrachtung der Gemälde Hubert von Sattler fällt die Sorgfalt und topographische Genauigkeit auf, mit der er seine Motive bis ins kleinste Detail festhielt. Seine wirklichkeitsgetreuen Architekturdarstellungen, die durch kompositorische Zutaten wie Figurengruppen, Vegetation und Wolkenformationen durchaus auch atmosphärische Momente zulassen, sind von hoher Qualität.

Zum Beispiel das Bild „Mekka mit Heiliger Moschee und KAABA (Saudi-Arabien)“. Welche Präzision in der Wiedergabe jedes Details! Dort, wo der sternförmige Zugang zur Kaaba führt, nähern sich vermutlich einzelne Betende. Die Stadt und ihre Umgebung hat er sehr realistisch zu Papier gebracht.    

Hubert Sattler, Mekka mit Heiliger Moschee und Kaaba (Saudi-Arabien), 1897 Foto: thumbs_mekka-sattler-salzburg

Oder die Skizze „Ruinen des Venustempels in Baalbek (Libanon) 1842 Graphit, aquarelliert. Diese Skizze ist eine ausgezeichnete Zeichnung, die wieder bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist.

Hubert Sattler, Ruinen des Venus-Tempels in Baalbek (Libanon), 1842 Foto: tempel-sattler-salzburg
Hubert Sattler, Katharinenkloster im Sinai (Ägypten), 1845 Foto: kloster-sattler-salzburg-348×800

Hubert Sattler war nicht nur ein hervorragender Zeichner, sondern auch ein Maler, dessen daguerrotypische Präzision der malerischen Wiedergabe der aufkommenden Fotografie nahekam. Hubert Sattler hat als Maler eine besondere Methode entwickelt, das Ferne zu vergegenwärtigen, näher zu bringen, ohne ihm den Zauber des Erträumten, des Wunschbildes zu nehmen. 

Heiligen Blut mit Großglocknermasiv von Hubert Sattler Foto: © Christa Linossi 2024

Prädikat: die Ausstellung ist sehenswert und läuft noch bis 06. Jänner 2025

„damals – heute – morgen“

40 Jahre Salzburger Freilichtmuseum

Freilichtmuseum Salzburg Foto: © Christa Linossi

… wieder ein Jubiläum und diesmal nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft des Salzburger Freilichtmuseums!

Bereits vor 100 Jahren, im Jahr 1924, wurde die Idee für das Salzburger Freilichtmuseum geboren mit dem Ziel, eine solche „Freilichtanlage“ zu errichten.

Die Idee, ein Freilichtmuseum zu errichten, wurde jedoch erst 1984 von Kurt Conrad (Gründer und langjähriger Direktor des Salzburger Freilichtmuseums) in die Tat umgesetzt. Sein umfangreiches Wissen über die Kulturgeschichte des Salzburger Landes trug wesentlich zur Entwicklung und Erhaltung des Freilichtmuseums bei. Das Museum wurde 1984 mit 22 Häusern eröffnet.

Die Ausstellung „Stadtflucht – Als Sammlungsobjekte von der Stadt aufs Land wanderten“ zeichnet die Sammlungsgeschichte des Museums nach. Kaum jemand weiß heute, dass der Grundstock für die Objektsammlung des Salzburger Freilichtmuseums bereits vor 100 Jahren im Salzburg Museum mit der Gründung des Volkskundemuseums im Monatsschlössl gelegt wurde. Im Lohnergütl des Freilichtmuseums werden jene Objekte zu sehen sein, die bereits lange vor der eigentlichen Museumsgründung für ein zukünftiges Freilichtmuseum gesammelt wurden.

Unter dem Motto „damals – heute – morgen“ präsentiert sich das Salzburger Freilichtmuseum zu seinem 40. Geburtstag mit einem vielfältigen Programm. Mit einem zweitägigen Jubiläumsfest wird am 8. und 9. Juni 2024 groß gefeiert. Während am Samstag die Großgmainer Vereine das Lebensgefühl von 1984 aufleben lassen, steht der Sonntag ganz im Zeichen des offiziellen Festaktes. Und das alles zu Eintrittspreisen wie vor 40 Jahren“.

li der künftige Direktor Mag.Peter Fritz (ab 1. April 2024) re der bisherige Direktor Ing. Mag.Michael Weeseli Foto: © Christa Linossi

Das Freilichtmuseum feiert nicht nur seinen 40. Geburtstag, sondern es gibt auch einen Führungswechsel: Der amtierende Direktor Ing. Mag. Michael Weese übergibt am 1. April 2024 – nach sieben Jahren als Direktor – die Leitung des Museums an seinen Nachfolger Mag. Peter Fritz.

Statement von Weese: „Natürlich blicke ich in diesen Tagen des Abschieds und des Neubeginns mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf das Freilichtmuseum“, sagt Michael Weese und ergänzt: „Gemeinsam mit dem gesamten Museumsteam konnten wir wertvolle Impulse in wissenschaftlicher, architektonischer, künstlerischer und veranstalterischer Hinsicht setzen. Und ich freue mich, dass das Salzburger Freilichtmuseum mit Peter Fritz einen exzellenten Direktor bekommt, mit dem der eingeschlagene Weg fortgesetzt und neue Wege beschritten werden“.

Peter Fritz freut sich, von Niederösterreich zu seiner Familie nach Salzburg zu wechseln. Eine besondere Aufgabe sieht er in der Verbindung von Kultur und Natur: „Das Salzburger Freilichtmuseum ist für mich ein Juwel. Das Besondere ist die Verbindung von Kultur- und Naturlandschaft. Unsere Gäste erleben in den Häusern und Einrichtungen die Geschichte des Bauens, Wohnens und Arbeitens im Salzburger Land unmittelbar und hautnah – und das bei einem entspannten Spaziergang im Freien in einer wunderbaren Naturlandschaft“.

Zahlreiche Aufgaben warten auf den neuen Direktor im Jahr 2024. Zum einen haben die extremen Wetterereignisse im Februar, Juni und Dezember 2023 sehr große Sturmschäden auf dem gesamten Museumsgelände und an den historischen Museumsgebäuden hinterlassen. Eine sehr wichtige Maßnahme wird das Waldmanagement sein. Um in den nächsten Jahrzehnten besser gegen extreme Wetterereignisse gewappnet zu sein, werden Nadelholzreinbestände in laubholzreiche Mischbestände umgewandelt. Bei einigen Baumarten stehen auch Frühjahrs- und Herbstaufforstungen auf dem Programm.

Das Besucherzentrum – der Spatenstich erfolgte mit einiger Verspätung, nun erst im März 2024. Warum?

So wird es aussehen, das neue Besucherzentrum: Foto: © Christa Linossi

Als 2019 der Wettbewerb für den Bau des neuen Besucherzentrums mit einem einstimmig gewählten Siegerprojekt abgeschlossen werden konnte, dachte wohl niemand daran, dass es bis zum ersten Spatenstich noch fast fünf Jahre dauern würde.

Nicht nur die Corona-Pandemie erzwang eine Unterbrechung der Planungen. Während der Projektphase stellte sich heraus, dass auch im Bereich des Naturschutzes – immerhin liegt das Salzburger Freilichtmuseum in einem Natura2000-Gebiet – aufgrund geänderter Rahmenbedingungen neue Prüfungen notwendig waren. Aufgrund dieser Überprüfung tauchte der „Grubenlaufkäfer“ auf (der Grubenlaufkäfer (Carabus variolosus) ist eine Art der Echten Laufkäfer (Carabus), die sehr stark an feuchte Waldlebensräume gebunden ist und vor allem durch den Rückgang und die Trockenlegung von Feuchtgebieten gefährdet und zurückgedrängt wird) und war auch ein Grund für die Verschiebung der Bauphase, vom ursprünglichen Bauplatz musste Abstand genommen und etwas ausgewichen werden. Auch der Architektenentwurf musste nochmals geändert werden.

Spatentisch v.li n.re Dir.Ing. Mag.Michael Weeseli, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Dr.H.C.Marckhgott, Mag. Peter Fritz

Mit dem Spatenstich im März 2024 kann nun die Bauphase für das neue Besucherzentrum beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, können die Besucherinnen und Besucher ab Herbst 2025 in einem modernen Holzgebäude empfangen werden, das sich harmonisch in die natürliche Umgebung einfügt.

Baubeginn des neuen Besucherzentrum Foto: © Christa Linossi

Das Besucherzentrum in Holzbauweise knüpft an die qualitätsvolle Bautradition an, setzt aber selbstbewusst ein Zeichen, das den Zukunftsbaustoff Holz erlebbar macht.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer Foto: © Christa Linossi

Statement von Landeshauptmann Wilfried Haslauer: „Mit dem neuen Eingangsgebäude erhält das Salzburger Freilichtmuseum ein modernes, barrierefreies Besucherzentrum, in dem eine intensivere Vermittlung und Erforschung unserer ländlichen Vergangenheit möglich sein wird: Ein Meilenstein in der Geschichte des Museums und ein klares Zeichen der Weiterentwicklung und Investition in die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass das Salzburger Freilichtmuseum zu seinem Jubiläum das lang ersehnte neue Besucherzentrum erhält“.

Foto: © Christa Linossi

Last, not least: erschienen ist auchein neues Buch „Das behauste Leben“ zum 40-jährigen Jubiläum des Salzburger Freilichtmuseums: Direktor Michael Weese lud die Architekten Roland Gnaiger, Tom Lechner und Franz Riepl, die Autorinnen Karin Peschka und Christina Maria Landerl sowie die Schriftsteller Karl-Markus Gauß und Bodo Hell zu gemeinsamen Streifzügen durch das Freilichtmuseum ein. Begleitet von den meisterhaften Fotografien von Franz Messenbäck spürt der Bildband der langen Beziehung zwischen Menschen und Haus nach.

Erschienen im müry salzmann / www.muerysalzmann.com                            ISBN 978-3-99014-244-8

https://www.freilichtmuseum.com/de/besucherinfo.html

15. Gourmet-Festival eat&meet 2024

Wo findet das Festival statt? Natürlich in Salzburg!

Das kulinarische Trendfestival eat&meet in Salzburg bietet alljährlich ein erlebnisreiches „Fest der Genüsse“, das noch bis zum 29. März zu erleben ist und alle Gäste aus dem In- und Ausland mit abwechslungsreichen Gerichten in Form von veganen oder vegetarischen Genusskreationen überrascht. Rund 60 kulinarische Erlebnisse mit „Local Exotics“ werden in der Salzburger Altstadt geboten.

Altstadt Salzburg. ERÖFFNUNG EAT&MEET 2024 „LOCAL EXOTICS“ im Stiegl Keller Foto: Kolarik Andreas 29.02.2024

Dazu werden spannende Geschichten, Informationen und Philosophisches auf dem Tablett serviert.

Seit Oktober 2023 gibt es nun im Herzen von Salzburg, in der Kaigasse 18, ein Geschäft, das sich heuer erstmal bei eat&meet präsentierte. Es ist das Geschäft „Gewürze der Welt“ und dort konnte man in die Welt der Gewürze eintauchen, Wissenswertes erfahren und auch Gewürzmischungen verkosten. Eine Geschmackswelt mit verschiedenen Gewürzmischungen und verführerischen Aromen, die unseren Gaumen auf eine Abenteuerreise rund um die Welt schickte.

Das wilde Abenteuer des Geschmacks begann auf Madagaskar, der Insel der Gewürze: Andrea Rolshausen, die Gründerin des Unternehmens, importierte ab 2007 die ersten Gewürze der Tropeninsel. Der Firmenname Baobab – das Unternehmen hinter Gewürze der Welt – erinnert an diese Anfänge. Denn der Baobab, der Affenbrotbaum, ist das Wahrzeichen des Landes. Importiert wird von Afrika bis Südamerika und von Asien bis Europa – ein Großteil davon in Bio-Qualität. Kulinarisches Fernweh wecken Curry aus Bombai, Zimt aus Ceylon, Vanille aus Tahiti, Pfeffer aus Kampot, Gewürze aus arabischem Kaffee und viele Nuancen mehr.

Salzburg | Laden | Gewürze der Welt (gewuerze-der-welt.net)

Interessant war auch die Führung „Stadtspaziergang: Lokale Exoten in der Geschichte Salzburgs“. Dabei wurden die Besucherinnen und Besucher zu Plätzen in der Altstadt geführt, die teilweise noch an die alten Märkte, Bäckereien, Brauereien und Handelsplätze aller Art erinnern.

Es ist ein Spaziergang zu den Orten, die mit historischen Rezepten und Geschichten über das Einkaufen, Kochen und Essen in einer Zeit „vor Supermärkten und Lieferservices“ erklärt werden.

Die Frage, was man essen soll, was man essen kann und was man essen darf, beschäftigt die Menschen seit jeher. Vom römischen Garum (dem “Ketchup” der Antike) über Wachtelei und Schwanenbraten bei den legendären Banketten der Erzbischöfe bis zu Austern mit italienischem Meersalz reicht die exotische Salzburger Ernährungsgeschichte.

Dem Großteil der Bevölkerung, der sich überwiegend vegetarisch, regional und saisonal ernährte, blieben solche Gaumenfreuden jedoch verwehrt. Was heute als gesund und nachhaltig gilt, kam damals weniger aus Bewusstsein als aus Not auf den Tisch. Aber auch damals spielten Exoten, also Lebensmittel, die nicht immer heimisch waren, eine wichtige Rolle. Kartoffeln zum Beispiel hatten eine lange Reise aus Südamerika hinter sich. Sie dienten zunächst als Schweinefutter, bevor sie auf unseren Tellern landeten.

Während der Führung wurde auch auf berühmte Salzburger Persönlichkeiten wie Mozart eingegangen.

Genauso spannend fand ich es, eat&meet einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Veranstaltungen Kulinarikfestival eat&meet (salzburg-altstadt.at)

SUNSEEKERS OR DIMMING THE SUN OR

Im Künstlerhaus Salzburg, die Ausstellung läuft bis 28. April 2024

Künstler: Vasilis Papageorgiou (*1991, Athen, Griechenland) ist ein in Athen lebender Künstler. Seine Arbeiten wurden bereits in zahlreichen renommierten Ausstellungen gezeigt, unter anderem auf der 7. Biennale Athen – Eclipse (2021).

Künstler Vasilis Papageorgiou Foto: © Christa Linossi 2024

Beim Betreten des Ausstellungsraumes fällt der Blick auf verschiedene suggestive Elemente. Dazu gehört eine Reihe von Liegestühlen aus Metall in einem leuchtenden Sonnengelb. Neben den Liegestühlen befinden sich kleinere Skulpturen wie verkupferte Strandtücher oder eine einsame Blume. Eine Schublade mit einer Zeitung, die eine „Rückkehr zu den Sternen“ verkündet.

Künstlerhaus Salzburg Ausstellung „Sunseekers or Dimming the Sun or“ Vasilis Papageorgiou Foto: © Christa Linossi 2024

Die Liegestühle weisen auf Orte hin, an denen das Licht der Freizeit und der Schatten der Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt aufeinandertreffen. Die Besucherinnen und Besucher werden zum Nachdenken angeregt. Sie sollen sich mit der Lust auf Urlaub, Sonne und Meer und den Folgen für unseren Planeten auseinandersetzen.

Wie der Titel schon andeutet, bewegt sich die Ausstellung in zwei unterschiedlichen Diskursen. Den für die Tourismusindustrie typischen „Sunseekern“, die der Hitze und dem Versprechen endlosen Vergnügens unter der Sonne nachjagen, wird die Idee des „dimming the sun“ aus dem wissenschaftlichen Diskurs um das Solar Radiation Management (SRM) gegenübergestellt.

Die Entscheidung des Künstlers Papageorgious, den Ausstellungstitel mit einem zusätzlichen „or“ zu unterstreichen, verweist auf die Möglichkeiten jenseits dieser Dichotomie (»Zweiteilung«, Sonne) und schlägt die Erforschung von Alternativen vor oder ist vielleicht eine offene Frage in die Zukunft, die wir gemeinsam gestalten.

Diese Ausstellung und damit das Künstlerhaus, das neue Wege in der Kunst gehen will, möchte mit dieser Ausstellung zum Ausdruck bringen, dass der Betrachter sich einfach mit unserer Erde, dem Klima und der Sonne auseinandersetzen soll und den Tourismus als Hauptverursacher (Hotelbauten, Flugreisen etc.) anprangert.

Die Direktorin des Künstlerhauses Salzburg, Mirela Baciak, hat die Ausstellung kuratiert und es ist ihre zweite, sehr erfolgreiche Ausstellung. Die erste, die Mirela Baciak als neue Direktorin kuratierte und auch kuratierte war:

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