
ÜBERGÄNGE – Katharina Acht Papierweltengalerie, Papiermachermuseum Steyrermühl
Mein Aufenthalt beim Parov‑Stelar‑Konzert in Gmunden am 1. August 2026 führte mich am nächsten Tag – wie so oft durch Zufall – in eine weitere Welt: die Papierweltengalerie im Papiermachermuseum. Ein Ausstellungsplakat in der Stadt kündigte die Vernissage ÜBERGÄNGE der Künstlerin Katharina Acht an. Das Plakat sprach mich sofort an, und da ich zwei Tage in Gmunden verweilte, war es naheliegend, dass ich dort „aufkreuze“.

Die Künstlerin war mir kein Begriff. Also informierte ich mich: Katharina Acht, geboren 1982 in Gmunden, absolvierte die HTL für Grafikdesign und studierte anschließend an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. 2006 schloss sie ihr Studium im Bereich Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung ab. Seither sind ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen im In‑ und Ausland zu sehen.
Auf ihrer Homepage fand ich erste Hinweise – doch ich wollte wissen, wie ihre Arbeiten vor Ort wirken. Welche Geschichte erzählen sie? Welches Anliegen verfolgt sie?
Beim Betreten der Papierweltengalerie waren bereits einige Besucher:innen anwesend. Ich sah mir zuerst die Bilder an. Sie sprachen mich sofort an: diese fast verblassten Winterlandschaften, verdorrte Gräser – Überreste des Herbstes – und mittendrin die Künstlerin selbst. Ein Moment des Dazwischens, des Nebels, der Weite. Atmosphärische Verdichtung. Es sind Bildräume, in denen Orientierung unsicher wird und Gewissheiten verschwimmen. Übergänge eben.

Acht spielt mit Linien im Wald, mit Wahrnehmung, Raum und Perspektive. Ordnung und Form erscheinen als Frage des Standpunkts. Landschaften und geometrische Formen öffnen Räume zwischen Orientierung und Auflösung – und damit auch zwischen Veränderung und Neuorientierung. Die Ausstellung fordert zum Nachdenken heraus: Was passiert mit unserer Landschaft? Was passiert mit unserem Klima?

In einer weiteren Serie fotografiert sich die Künstlerin in leeren Ausstellungsräumen. Der architektonische Raum wird zur Bühne, der einzelne Mensch zum Maßstab. Es entstehen Bilder von eindringlicher Stille – geprägt von Warten, Aufbruch und Vergänglichkeit. Auch das sind Übergänge.
Ich wechselte ein paar Worte mit Katharina Acht. Ihre Herangehensweise ist eigen, präzise, durchdacht. Leider fehlte mir die Zeit für ein längeres Gespräch – aber ich weiß nun, wie sie arbeitet und welche Gedanken ihre Bilder tragen.
Aus der Eröffnung – Im Nebel beginnt die Serie
Während der Eröffnung sprach die Künstlerin über die Entstehung ihrer Winterbilder. Sie erzählte, wie sie im Nebel des Lichtenbergs unterwegs war – eine Landschaft, die sich auflöst, Orientierungspunkte verschwinden, und man sich in einem „Nichts“ wiederfindet. Genau dort begann die Serie.
Sie sprach auch über den Einfluss von KI auf die Kunstwelt: Für sie ist das Thema neu, aber spannend. Sie sieht darin Möglichkeiten, aber auch Fragen: Wie verändert sich Kunst, wenn künstliche Intelligenz Bildräume schafft? Welche Rolle spielt der Mensch als Maßstab? Ihre Haltung ist offen, neugierig, aber nicht unkritisch.
Im Kulturjahr des Salzkammerguts 2026 steht die Ausstellung exemplarisch für jene Übergänge, die die Region heuer künstlerisch prägen.