Zukunft ist nicht aufzuhalten: Ars Electronica 2026 öffnet neue Möglichkeitsräume

Plakatmotiv des Ars Electronica Festival 2026 – „Future Begins Negotiating Humanity“
Foto: Ars Electronica – Ars Electronica Center Linz

Am 2. März 2026 wurde im Ars Electronica Center das diesjährige Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft (9.–13. September 2026) präsentiert. Ich war analog – parallel zum Livestream – vor Ort und konnte die besondere Atmosphäre dieser Auftaktveranstaltung unmittelbar erleben. Schon jetzt ist spürbar: Dieses Festival wird wieder ein außergewöhnliches werden.

30 Jahre Ars Electronica Center – ein Jubiläum mit Bedeutung

Das heurige Jahresthema „ZUKUNFT BEGINNT“ knüpft direkt an die Geschichte des Hauses an. Seit über 30 Jahren ist das Ars Electronica Center ein Ort, an dem Zukunft nicht nur gedacht, sondern gestaltet wird. 1996 nahmen das Center und das Ars Futurelab ihren Betrieb auf und verwandelten Ars Electronica – bis dahin Festival (seit 1979) und Wettbewerb für CyberArts (seit 1987) – in ein ganzjährig aktives Ökosystem an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft.

Zu diesem Jubiläum werde ich auf meinem Blog eine eigene Seite gestalten, um diesen Weg und seine Bedeutung ausführlich zu beleuchten. Denn all die künstlerischen Experimente, Forschungsprojekte und Kommunikationsformate kreisen um die Frage, wie technologische Entwicklungen unser Leben verändern – und wie sie zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen können.

2026: Ein Festival erfindet sich neu

Das Festival schlägt heuer ein neues Kapitel auf. Anstelle einer zentralen Location wird die Linzer Innenstadt selbst zur Bühne: Drei große Festival-Hubs und zahlreiche weitere Orte werden bespielt. Neue Formate entstehen, neue Räume öffnen sich – ein Festival, das sich in die Stadt einschreibt.

Der Titel „Zukunft beginnt“ wird ergänzt durch den Untertitel „Negotiating Humanity“ – ein Ausdruck, der die zentrale Frage unserer Zeit auf den Punkt bringt: Wie verhandeln wir Menschlichkeit in einer Welt, die sich rasant verändert?

Ein Jahrhundert im Umbruch

Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Epoche – politisch, technologisch, kulturell und ökologisch. Die globale Ordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde, gerät ins Wanken. Gesellschaften polarisieren sich. Gleichzeitig investieren Tech-Konzerne Milliarden in KI-Modelle und Rechenzentren, deren Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Alltag kaum absehbar sind.

Wir spüren, dass das Alte endet – aber wir wissen noch nicht, was an seine Stelle treten wird.

Gerfried Stocker formuliert es treffend: „Zukunft ist kein Zeitraum, Zukunft ist ein Möglichkeitsraum.“ Und genau dieser Möglichkeitsraum wird 2026 zum zentralen Thema des Festivals.

Festival-Hubs in der Linzer Innenstadt

  • OK Quartier
  • Med Campus
  • Danube Triangle

Weitere Locations

Konferenzen, Talks, Workshops, Screenings, Specials

Für mich beginnt Zukunft dort, wo Menschen den Mut haben, Fragen zu stellen, statt Antworten zu verwalten. Ars Electronica 2026 lädt genau dazu ein – und ich freue mich darauf, diesen Möglichkeitsraum im September zu betreten.

Festival-Programm // 2026 – Ars Electronica Festival 2026: Future Begins

Der Untersberg – mehr als ein Berg, ein Berg mit Seele

Buchcover: Der Untersberg. Erlebnisse – Steige – kraftvolle Plätze von Siegfried Siller (Weishaupt Verlag).
Der Untersberg vom Ettenberg aus – ein Ort, der die Faszination dieses Berges unmittelbar spürbar macht. Foto: © Christa Linossi 2026

Der Untersberg begleitet mich seit vielen Jahren, als Landschaft, als Mythos und als stiller Gesprächspartner. Wer ihn kennt, weiß: Er zeigt sich nie nur von einer Seite. Genau diese Vielschichtigkeit greift Siegfried Siller in seinem Buch auf – mit Erinnerungen, Fakten, Sagen und persönlichen Erlebnissen, die ein lebendiges Bild dieses außergewöhnlichen Berges entstehen lassen.

Worum geht es in diesem Buch?

Der Untersberg. Erlebnisse – Steige – kraftvolle Plätze ist das erste Buch von Siegfried Siller, Musiker, Autor und leidenschaftlicher Kenner des Untersbergs. Er nähert sich dem Berg quer durch alle Ebenen: biografisch, geografisch, historisch, mystisch und praktisch.

Das Buch verbindet:

  • Kindheitserinnerungen des Autors am Berg
  • Aufstiegsrouten und Steige auf allen Seiten des Untersbergs
  • Gefahrenstellen, Dolinen, Latschenfelder und Orientierungspunkte
  • Almwirtschaft und historische Nutzung
  • Mystische Sagen, Unterwelt, Phänomene, Zeitlöcher, Lichterscheinungen
  • Besondere Plätze, Tiere und Naturbeobachtungen
  • Ausflugstipps rund um den Berg
  • Kulturelle Bezüge, etwa zu Peter Handke, Stefan Zweig und anderen Künstlern

Siller beschreibt den Untersberg als Emmentaler aus Dolinen, als Mutterberg der Kelten, als Herzchakra Europas (Dalai Lama) und als einen Ort, der Menschen entweder magisch anzieht – oder völlig kalt lässt.

Das Buch ist weder ein nüchterner Wanderführer noch eine reine Chronik. Es ist ein Mosaik aus Erinnerungen, Fakten, Mythen und persönlichen Erlebnissen, das den Berg in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zeigt: schön, gefährlich, geheimnisvoll, lebendig.

Ist dieses Buch lesenswert?

Ja – für bestimmte Leserinnen sehr.

Das Buch ist besonders geeignet für:

  • Menschen, die den Untersberg lieben oder kennenlernen wollen
  • Leser*innen, die Mythen, Sagen und mystische Phänomene spannend finden
  • Bergfreunde, die persönliche Erlebnisse und authentische Beschreibungen schätzen
  • Interessierte, die den Untersberg nicht nur erwandern, sondern verstehen wollen
  • Alle, die eine Mischung aus Fakten, Faszination und persönlicher Erinnerung mögen

Weniger geeignet ist es für:

  • Leser*innen, die eine klare, lineare Struktur erwarten
  • Menschen, die einen klassischen Wanderführer suchen
  • Puristen, die Mystik und Mythen ablehnen

Sillers Stil ist sprunghaft, aber ehrlich: Er wechselt zwischen Kindheit, Aufstieg, Sage, Gefahr, Geschichte und persönlicher Faszination. Als Kennerin des Untersbergs war mir vieles vertraut, doch einzelne Beobachtungen und Erlebnisse des Autors erweitern den Blick – und genau darin liegt die Stärke dieses Buches.

Es ist ein Buch für jene, die den Untersberg nicht nur sehen, sondern spüren wollen.

Autor: Siegfried Siller, geboren 1964 in Salzburg, lebt seit jeher in der Region rund um den Untersberg. Beruflich war er in der Finanzbranche tätig, zugleich aber auch als Schlagzeuger in verschiedenen Orchestern und Bands aktiv. Als ausgewiesener Kenner des Untersbergs verbindet er persönliche Erlebnisse mit historischen Hintergründen und macht so die Vielfalt, die Geheimnisse und die Faszination dieses besonderen Berges für seine Leserinnen und Leser erlebbar.

Das Buch ist im Weishaupt Verlag erschienen, ISBN 978-3-7059-4 http://www.weishaupt.at

Zwischen Steinzeitkörper und Digitalhirn – ein künstlerischer Aufschrei!

„Ein Kreis als Welt. Denkzellen der Menschheit. Ordnung und Chaos im Schachbrett. Und im Hintergrund der Mensch – ein Körper aus der Steinzeit, gefangen im digitalen Zeitalter.“ Neueste Grafik © Christa Linossi 2026

1975, in Graz, begann ich als 20‑jährige erstmals textlich über Technik, Zukunft und die Beziehung zwischen Mensch und Maschine nachzudenken – lange bevor die digitale Welt Realität wurde. Damals war vieles noch Science‑Fiction: Computer waren selten, KI ein Fremdwort, und die digitale Welt existierte nur in Visionen. Und doch spürte ich schon damals, dass die Technik uns überholen würde – emotional, körperlich, gesellschaftlich.

51 Jahre später hat sich die Welt verändert. Der Mensch jedoch kaum.

Meine neue Grafik zeigt das: Der Kreis als Welt. Die Denkzellen der Menschheit. Das Schachbrett als Ordnung und Chaos. Und im Hintergrund der Mensch – ein Körper aus der Steinzeit, ein Kopf im digitalen Zeitalter.

Aus dieser Spannung heraus entstand die neue Version meines Textes.

VERWIRRUNG – Version 2026

Wir treiben durch die digitale Welt, getrieben von Algorithmen, vernetzt bis in die letzte Zelle. Wir fliehen vor der Geschwindigkeit und suchen gleichzeitig nach ihr. Unsere Nerven vibrieren im Dauerrauschen der Datenströme, wir rennen durch Städte, die nie schlafen, wir wischen über Displays, wir sprechen mit Maschinen, die uns antworten, als wären sie Menschen.

Wir programmieren, optimieren, automatisieren – und fragen uns, wann der Moment kommt, an dem wir die Kontrolle verlieren. Roboter, Computer, künstliche Intelligenzen – sie sind unsere Werkzeuge, unsere Helfer, unsere Schatten. Doch im Hintergrund steht noch immer der Mensch, der herrscht, lenkt, entscheidet – ein Körper aus der Steinzeit, ein Kopf im 21. Jahrhundert.

Wir wissen, dass keine Maschine uns brutal unterwerfen wird. Aber wir wissen auch, dass wir Nerven aus Stahl brauchen, um in dieser Welt nicht zu zerbrechen. Wir suchen nach Klarheit und finden nur selten die Quelle, die uns reinigt.

Unsere Erfindungen überholen uns. Sie fliegen, fahren, rechnen, analysieren – schneller, präziser, unermüdlich. Sie sind die neuen Sklaven, und doch sind wir es, die sich von ihnen abhängig machen.

Wir marschieren weiter in das Maschinenzeitalter, Schritt für Schritt, Klick für Klick. Die Technik prägt uns, formt uns, fordert uns. Und wir fragen uns: Wer sind wir in dieser neuen Welt? Und wer werden wir sein?

Autorinnen‑Notiz

Ich beschäftige mich seit den 1970er‑Jahren künstlerisch und textlich mit Technik, Zukunft und den Spannungsfeldern zwischen Mensch und Maschine. Mein Text „Verwirrung“ entstand 1975 in Graz – lange bevor die digitale Welt Realität wurde. Heute, 51 Jahre später, kehrt er in neuer Form zurück. Meine Grafik und der aktualisierte Text verbinden Vergangenheit und Gegenwart und zeigen, wie wenig sich der Mensch verändert hat – und wie sehr die Welt sich beschleunigt.

Der Originaltext von 1975 (optional als historischer Anhang)

VERWIRRUNG

Wir stürzen uns in die Flut der Technik, wir strömen durch die Welt, geprägt von der Technik, manche versuchen zu fliehen. Unsere Nerven werden zertrümmert mit des Lärmes Qual, wir hasten an Fabriken vorbei, wir rasen mit schnellen Autos, wir spielen mit Computern, wir machen Reisen ins Weltall. Wir erfinden, hämmern und programmieren und wir fragen uns, wann kommt die Zeit wo wir alle die Nerven verlieren! Wir werden umlauert von Robotern, Computern! Sie sind unser neues Werkzeug! Wir brauchen sie nur zu bedienen und wir fragen uns, wer wird der stärkere sein und gewinnen? Wir laufen die Straße entlang, sie nimmt kein Ende, wir haben Angst, wir wissen es gibt keine verhexten elektronengehirne, die uns über den Kopf wachsen und uns brutal unter das Joch zwingen.

Doch wir wissen alle, wir brauchen Nerven wie Drahtseile, Nerven wie Eisen, Nerven wie Stahl und trotzdem leben wir unter dieser Qual. Wir stürzen uns in die Flut der giftigen Welle, wir suchen und können nicht finden die reine Quelle?! Unsere Maschinen die wir erfunden, wie schnell sie die Welt überrunden. Sie fliegen, fahren, sie dröhnen, surren und schnorren, das sind des Menschen erfundene Motoren. Wir hetzen weiter die Straße entlang, die in das Maschinenzeitalter drang. Unsere neuen Sklaven sind die Maschinen, sie brauchen keinen Lohn, sie produzieren am laufenden Band Stumpfsinn, sie sind seelenloser Mitarbeiter des Alltags geworden. Doch die Maschine kann nie unser gleichwertiger Partner sein. Wir stürzen uns in die Flut der Technik, wir strömen durch die Welt, geprägt von der Technik, manche versuchen zu fliehen?!

Ich war zwanzig — und die Zukunft stand bereits hinter mir.