Salzburg Museum 2026: Zwischen Baustelle, Welterbe und neuen Räumen der Erinnerung

„Baustellenführung im Salzburg Museum – ein Blick hinter die Kulissen des größten Kulturprojekts der Stadt.“ Foto: © Christa Linossi 2026

Die Jahreskonferenz 2026 des Salzburg Museum stand ganz im Zeichen eines Rückblicks – und eines Aufbruchs. 2025 war ein außergewöhnliches Jahr: Aufgrund umfassender Umbauarbeiten und der Erweiterung durch das Belvedere Wien blieb das Museum geschlossen und präsentierte stattdessen ein vielfältiges Gastspielprogramm in Kooperation mit Museen und Galerien im ganzen Land.

Den Auftakt bildete eine Vorschau auf das 60‑Jahr‑Jubiläum von The Sound of Music im Schloss Leopoldskron. Weitere Gastspiel‑Ausstellungen folgten in unterschiedlichen Häusern und wurden vom Publikum sehr gut angenommen. Das Finale dieser Reihe bildet die Ausstellung „Meisterwerke der Möbelkunst – Salzburg 1450–1500“ im Bergbau‑ und Gotikmuseum Leogang.

2026: Ein Jahr des Neubeginns

Nach langen Planungs‑ und Bauphasen eröffnet das Salzburg Museum heuer gleich zwei neue Standorte:

• Welterbezentrum Salzburg – Rückkehr des Salzburg Panoramas

Das historische Panorama von Johann Michael Sattler kehrt zurück in die Öffentlichkeit. Gemeinsam mit dem Ars Electronica Futurelab entstehen digitale Vermittlungsangebote, die Besucher:innen die Altstadt neu erleben lassen.

• Museum Sound of Music Salzburg – Hellbrunn

Am authentischen Schauplatz des ikonischen Gazebo widmet sich das Museum erstmals umfassend dem weltweiten Kulturerbe The Sound of Music. Neben dem Film wird auch die reale Geschichte der Familie von Trapp beleuchtet.

Orangerie Salzburg – Eröffnung im Juni 2026

Zum Jubiläum „30 Jahre UNESCO‑Welterbe Salzburg“ eröffnet das Salzburg Museum die Orangerie im Mirabellgarten. Die erste Sonderausstellung trägt den Titel „Weltkulturerbe Salzburg: Wer kümmert sich um die Stadt?!“ Medieninstallationen sollen künftig eine filmische, atmosphärische und wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Welterbe ermöglichen.

Großprojekt Salzburg Museum NEU & Belvedere Salzburg

Die Arbeiten in der Neuen Residenz schreiten voran. Der Rohbau soll bis Sommer 2026 fertiggestellt sein – ein wichtiger Schritt Richtung Eröffnung im zweiten Halbjahr 2027.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere, betont die Bedeutung des Projekts: Die Architektur öffne neue Räume, verankere das Museum im Stadtraum und ermögliche eine Präsentation der Belvedere‑Sammlung, die Salzburg als „aktiven Resonanzraum“ einbezieht.

Ein Museum an den schönsten Orten Salzburgs – die neuen Standorte

  • Orangerie Salzburg – Welterbezentrum Eröffnung Juni 2026
  • Museum Sound of Music – Hellbrunn Eröffnung Herbst 2026
  • Salzburg Museum NEU & Belvedere Salzburg – Neue Residenz Eröffnung 2027
  • Juvavum Archäologie Museum Salzburg – Residenzplatz Eröffnung 2028

Inklusive Zukunft: „Ein Objekt – viele Perspektiven!“

Mit dem Projekt Work in Progress entwickelt das Salzburg Museum eine inklusive Online‑Sammlung. Objekte werden so aufbereitet, dass sie für möglichst viele Menschen zugänglich sind – mit:

  • Texten in Leichter Sprache
  • Videos in Gebärdensprache
  • Bild‑ und Audiobeschreibungen
  • 3D‑Modellen zum Download

Ziel ist ein barrierefreier Zugang zur Kunst‑ und Kulturgeschichte Salzburgs.

Ein Blick in die Baustelle

Prof. Martin Hochleitner führt durch die Baustelle des Salzburg Museum – ein Blick hinter die Kulissen des Großprojekts. Foto: © Christa Linossi 2026

Gemeinsam mit Museumsdirektor Prof. Martin Hochleitner erhielten wir einen eindrucksvollen Einblick in die laufenden Bauarbeiten. Die Dimensionen des Projekts sind beeindruckend: Unter dem bestehenden Museum wurde tief gegraben, archäologische Funde kamen ans Licht, und die Baustelle zeigt sich als eines der ambitioniertesten Kulturvorhaben Österreichs.

„Das Salzburg Museum zeigt 2026, dass Wandel nicht nur Umbau bedeutet, sondern neue Räume für Geschichte, Erinnerung und Zukunft eröffnet.“

„Zwischen Bergen und Worten: Rauris widmet sich 2026 dem Lieben“

Das Frühjahr naht – und mit ihm die 55. Rauriser Literaturtage, die von 25. bis 29. März 2026 erneut das Raurisertal in einen Ort der Sprache, der Begegnung und der literarischen Reflexion verwandeln. Nach dem letztjährigen Thema „Konfliktfelder“ widmet sich das Festival heuer einem Begriff, der ebenso alltäglich wie unerschöpflich ist: LIEBEN.

Was bedeutet „Lieben“ im Jahr 2026?

Lieben ist ein Wort, das jeder kennt – und doch versteht es jede und jeder anders. Es kann Nähe bedeuten, Verantwortung, Erinnerung, Verlust, Mut oder Widerstand. Und es stellt sich die Frage: Wie verändert sich Lieben in einer Welt, die zunehmend digital, beschleunigt und politisch angespannt ist?

Wir leben im 21. Jahrhundert zwischen globalen Machtverschiebungen, technologischen Umbrüchen und einer digitalen Kultur, die Nähe oft simuliert, aber selten ersetzt. Gerade deshalb lädt das Festival dazu ein, das Menschliche neu zu erkunden – aufmerksam, kritisch und mit literarischer Tiefe.

Literatur als Raum für Dialog

Wie jedes Jahr bieten die Rauriser Literaturtage einen Rahmen für Austausch und Reflexion über gesellschaftliche Herausforderungen. Literatur wird hier zum Medium, das komplexe Themen beleuchtet, Brücken baut und Räume öffnet, in denen Sprache, Geschichte und Gegenwart miteinander in Dialog treten.

Rauriser Literaturpreis 2026

Der Rauriser Literaturpreis 2026 geht an Sophie Hunger für ihren Roman „Walzer für Niemand“ (Kiepenheuer & Witsch, 2025). Der Roman erzählt von einer besonderen Freundschaft zwischen einem Mädchen und ihrem Freund Niemand – getragen vom Rhythmus der Musik, zwischen Magie, Erschütterungen und dem Aufwachsen in einer Welt voller Klang. Die Jury würdigt das Werk als literarisches Debüt, das sich mit Empathie und formaler Klarheit gängigen Erzählmustern entzieht.

Sophie Hunger, international bekannt als Musikerin und Songwriterin, studierte Anglistik und Germanistik und lebt heute in Berlin. „Walzer für Niemand“ ist ihr erster Roman.

Rauriser Förderungspreis 2026

Der Förderungspreis geht an Andreas Neuhauser für seinen Text „Linz–Wegscheid“ zum Thema „Nähe“.

Autor:innen 2026 – ein breites Spektrum

Insgesamt 15 weitere Autorinnen und Autoren präsentieren ihre aktuellen Werke. Unter ihnen:

  • Marlene Streeruwitz, eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur, mit ihrem Roman „Auflösungen“ (2025), der die politische Weltlage aus der Perspektive einer österreichischen Lyrikerin im New York vor der US‑Wahl reflektiert. In „Prinzessionenkunde“ (2025) setzt sie ihre kritische Auseinandersetzung mit Weiblichkeitsbildern fort.
  • Silke Scheuermann, die nach längerer Pause mit dem Lyrikband „Der Unruhe“ (2025) zurückkehrt. Ihre Gedichte spannen den Bogen von Mythen bis zur Frage, was Liebe im Zeitalter der Roboter bedeutet.
  • Norbert Gstrein, Rauriser‑Preisträger von 1989, stellt seinen neuen Roman „Im ersten Licht“ (2026) vor – die Geschichte von Adrian, dessen Lebensweg durch die Wirren des 20. Jahrhunderts führt, bis hin zu einer späten, kaum mehr erwarteten Liebe.

Gespräch über Literatur – Ingeborg Bachmann

Anlässlich des 100. Geburtstags von Ingeborg Bachmann findet ein Gespräch mit Heinz Bachmann, Ulrike Draesner und Irene Fußl statt. Im Zentrum steht die Rolle der Liebe im Werk der Autorin – in all ihrer Ambivalenz.

Ausstellung – 25 Jahre David Sailer

Dem Fotografen David Sailer, der die Literaturtage seit 25 Jahren begleitet, ist eine Ausstellung gewidmet. Die schönsten Fotografien der Jahre 2014 bis 2025 sind als Dauerausstellung im Gemeindeamt sowie online zu sehen.

„Die Literaturtage erinnern daran, dass Lieben viele Sprachen hat – und jede davon eine Geschichte erzählt.“