
Ein archäologisches Geschenk für alle! Neufunde aus der Halleiner Altstadt als Schenkung an das Keltenmuseum Hallein.

Das Keltenmuseum Hallein zählt zu den bedeutendsten Museen für keltische Geschichte und Kunst in Europa. Die Kombination aus eisenzeitlichen Gräberfeldern, Siedlungsflächen und dem Salzbergbau am Dürrnberg ist europaweit einzigartig. Das Museum ist jedoch weit mehr als ein klassisches Ausstellungshaus – es ist zugleich Archäologie‑ und Stadtmuseum. Die „Dürrnbergforschung“ koordiniert die wissenschaftlichen Arbeiten und betreut den umfangreichen eisenzeitlichen Sammlungsbestand. Forschung wird hier sichtbar und erlebbar gemacht.
Mit der Landesausstellung „Die Kelten in Mitteleuropa“ im Jahr 1980 wurde das Keltenmuseum zu einem der renommiertesten Ausstellungsorte Europas. Ein ikonisches Objekt ist die Dürrnberger Schnabelkanne, 1932 am Nordhang des Mosersteins entdeckt – eines der herausragendsten Stücke frühkeltischer Kunst.
Auch 2024 brachte neue Erkenntnisse: Bei archäologischen Grabungen in der Halleiner Altstadt wurden erneut bedeutende Funde dokumentiert. Die Grabung erbrachte geringe Siedlungsreste sowie insgesamt drei Körper‑ und fünf Brandbestattungen in Originallage. Die Ergebnisse übertreffen sowohl in Quantität als auch in Qualität die Erwartungen und liefern zentrale Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte Halleins in keltischer und römischer Zeit. Besonders hervorzuheben ist das Grab eines keltischen Mannes mit außergewöhnlich reichem Inventar: ein Schwert in Eisenscheide, eine Lanzenspitze, ein Hiebmesser, eine Schere, ein Wetzstein, ein Keramikgefäß sowie eine Fleischbeigabe. Bemerkenswert ist zudem eine Bronze‑Gürtelkette mit zoomorphen End‑ und Verschlusshaken, die trotz früherer Zerstörung des Grabes erhalten blieb.

Die Funde bestätigen, dass im Bereich der heutigen Halleiner Altstadt bereits in keltischer und römischer Zeit eine bedeutende Talsiedlung mit zugehörigen Friedhöfen bestand.

Auch konservatorisch ist der Fundkomplex außergewöhnlich: Viele Objekte wurden bereits während der Ausgrabung durch eine Restauratorin geborgen und unmittelbar versorgt. Nun werden sie dauerhaft konserviert und weiter analysiert. Der erste Schritt ist die Entsalzung, bei der im Material eingelagerte Salze entfernt werden. Bereits vor der Freilegung erfolgen Röntgenuntersuchungen, um die Objekte optimal zu sichern.
Vom 12. bis 15. März 2026 werden die Neufunde im Keltenmuseum Hallein erstmals öffentlich präsentiert – als Intervention innerhalb der Dauerausstellung. Zudem findet am 11. März 2025 ein Vortrag von Peter Höglinger (Bundesdenkmalamt Salzburg) statt, der die Grabung behördlich begleitet hat und erste Erkenntnisse vorstellen wird.
Für mich persönlich ist das Keltenmuseum ein besonderer Ort – und ein Ort des Nachdenkens. Die Kelten waren ein wanderndes Volk; für mich bedeutet das: Sie sind unsere Vorfahren. In meiner eigenen Ahnenforschung tauchten keltische Spuren auf, aus dem französischen Raum. Vielleicht zieht es mich deshalb immer wieder auf den Dürrnberg und nach Hallein.