
Am 19. März 2026 eröffnet das Salzburger Freilichtmuseum sein neues Besucherzentrum – ein Projekt, das viele Jahre reifen musste. Als 2019 der Architekturwettbewerb mit einem einstimmigen Siegerprojekt abgeschlossen wurde, ahnte niemand, dass es bis zum ersten Spatenstich noch dauern würde.

Nicht nur die Corona-Pandemie brachte die Planungen zum Stillstand. Während der Projektphase wurden auch die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für das Natura2000-Gebiet neu bewertet. Dabei rückte ein unerwarteter Protagonist ins Zentrum: der Grubenlaufkäfer (Carabus variolosus) – eine streng geschützte Art, die feuchte Waldlebensräume benötigt und durch die Trockenlegung von Feuchtgebieten stark gefährdet ist. Sein Auftauchen machte eine Verlegung des Bauplatzes notwendig und führte zu einer Überarbeitung des Architektenentwurfs.
Nun, 2026, steht das neue Besucherzentrum in voller Pracht bereit. Ein Bau aus Holz, Glas und Beton, der sich an regionalen Hofstrukturen orientiert und sich als Ort des Ankommens versteht. Das großzügige, lichtdurchflutete Foyer mit Kassa und Museumsladen, klare Wegeführungen und barrierefreie Zugänge schaffen Orientierung und Offenheit.

Eine öffentlich zugängliche Bibliothek als Wissensdrehscheibe, flexibel nutzbare Seminarräume für 80 bis 120 Personen, zwei vollklimatisierte Archivräume sowie moderne Arbeitsplätze ermöglichen professionelle Museumsarbeit auf zeitgemäßem Niveau.

Das Besucherzentrum setzt ein starkes Zeichen für Kultur, Bildung und Nachhaltigkeit. Es verbindet Geschichte, Natur und Technik und fungiert als Kompetenzzentrum für traditionelle Handwerkstechniken. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen zu entdecken, mitzudenken und weiterzudenken.
Für Familien wird Geschichte greifbar: Wie lebte man früher am Land? Wie waren die Häuser gebaut, wie sah das Innenleben aus? Welche Geräte nutzten die Bauern, um ihre Felder zu bestellen? Das Museum macht die Einfachheit – und oft auch die Armut – vergangener Zeiten sichtbar.


Bevor man sich auf den Rundgang begibt, fällt der Blick auf einen runden Holzbrunnen mit fließendem Wasser. Er ist in traditioneller Fassbauweise gefertigt und erinnert damit an jene Holzfässer, die früher unter den Dachrinnen der Bauernhäuser standen und Regenwasser sammelten. Ein Brunnen mit Geschichte – und ein Ort zum Rasten, Erfrischen und für Kinder zum Planschen. Das klare Wasser stammt direkt vom Untersberg.
Statement von Dir. Peter Fritz: „Das neue Besucherzentrum verbindet regionales Bauen, zukunftsfähige Technik und Offenheit – für Mitarbeitende ebenso wie für Gäste. Es schafft neue Zugänge in vielerlei Hinsicht, macht den Qualitätsanspruch des Museums vom ersten Schritt an spürbar und eröffnet neuen Raum für Austausch.“
Am Fuße des Untersbergs eingebettet, erzählt das Freilichtmuseum nicht nur Geschichten – es lädt auch zum Wandern ein. Auf seinen Wegen lassen sich die fünfen Salzburger Gaue mühelos zu Fuß durchschreiten und in ihrer historischen Vielfalt erleben.
Alle Besucherinformationen im Überblick – Salzburger Freilichtmuseum