ZAUBER

als es die Dichter und Denker auf die Schweizer Gipfel zog                 BERGE

Foto: Christa Linossi

Worum geht es in diesem Buch?

Der Schriftsteller und Journalist Andreas Lesti begab sich in die Schweiz und unternahm eine magische Reise als Gratwanderung auf den Spuren der Dichter und Denker, zwischen Krankheit, Alpinismus und Luxushotels. In die Schweizerbergen, St. Moritz, Sils Maria, Davos, Zermatt zog es schon seit fast 200 Jahren die wichtigsten Intellektuellen hin: von Friedrich Nietzsche (Biologe) über Richard Wagner und Thomas Mann bis Theodor W. Adorno (Philosoph). Aber warum und was machte diese Orte in den Schweizer Bergen so besonders? War es die gesunde Bergluft (In diesen Orten entstanden die Sanatorien für TBC-Patienten) oder die traumhaften Kulissen, die dem Besucher bzw. dem Kranken aus seiner Krise halfen?

Thomas Manns „Zauberberg“ lockte den Autor Lesti deshalb nach Davos, weil in dem Roman, dessen Hauptfigur vor 100 Jahren sieben Jahre lang nicht mehr aus den Schweizer Bergen wegkam. Der Grund dafür war damals wie heute der gleiche: eine Atemwegserkrankung. Damals hieß sie Tuberkulose, heute Covid-19.  Damals wie heute ist nicht viel Unterschied, eine seltsame Gleichzeitigkeit: auf der einen Seite die Lungenkrankheit und ihre Opfer, auf der anderen Seite der Skisport und seine Freuden. Das Geschehen von damals ist dem Geschehen von heute nicht unähnlich: Während Österreich, Deutschland und Italien Lehren aus Ischgl und jenem Freitag, dem 13./2020, alle Skigebiete geschlossen waren, ließen die Schweizer die Bergbahnen trotz Pandemie geöffnet. Es gibt einen Holzschnitt, worauf vor 100 Jahren Philipp Bauknecht die Situation auf den Punkt brachte: „Hochsaison in Davos, und zeigt Gleichzeitigkeit: ein Haus, in dessen Untergeschoss ein Arzt Patienten behandelt, während im Obergeschoss ausgelassen gefeiert wird“. Es könnte auch auf den März 2020 datiert sein und „Hochsaison in Ischgl“ heißen. Lesti landete bei seiner Spurensuche der Schweizerberge auch auf jener Berghütte am Fuße des Matterhorns, von deren Terrasse aus Adorno (Philosoph) zwei Tage vor seinem Tod ein letztes Mal auf diesen „Inbegriff des Naturschönen“ geblickt hat.

Dieses Buch ist es wert zu lesen?

Es ist eine Spurensuche, die vor 100 Jahren sich in den Schweizerbergen abspielte. Man erfährt, wie Davos zu einem berühmten Kurort wurde. Wie damals die Lungenkrankheit behandelt wurde. Ursache und Wirkung? Dieses Buch liest sich leicht und gibt einen Einblick wie es seinerzeit war.

DER AUTOR

Andreas Lesti, geboren 1975 in Augsburg, ist Journalist und Germanist und lebt seit einigen Jahren im bergfernen Berlin. Doch seine Recherchereisen, etwa für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«, die »Neue Zürcher Zeitung« oder »GEO Saison«, führen ihn regelmäßig in die Alpen.

Erschienen ist das Buch

2022 in Bergwelten Verlag bei Benevento Publishing Salzburg – München erschienen. ISBN 978-3-7112-0029-7