51. Rauriser Literaturtage, sind schon wieder Geschichte.

sie fanden vom 30. März 2022 bis 03. April 2022 statt

2020 fielen die Rauriser Literaturtage aufgrund der Pandemie ins „Wasser“ und 2021 fanden sie zwar statt, jedoch ohne Publikum und im Livestream und Online mit Autoren*innen, die nicht anreisen konnten.

2022 war es endlich so weit, die Rauriser Literaturtage konnten mit Publikum im Mesnerhaus eröffnet werden.

Die Rauriser Literaturpreise wurden heuer an Frauen vergeben. So wurde der Rauriser Literaturpreis 2022 (vergeben vom Land Salzburg, dotiert mit EUR 10.000, -) an Anna Albinus für ihr Romandebüt „Revolver Christi“ (edition. fotoTAPETA 2021) überreicht.

Den Rauriser Literaturpreis 2022 Anna Albinus Foto: © Ruth Broz╠îek

Alexandra Koch erhielt den Rauriser Förderungspreis 2022 (vergeben von Land Salzburg und Marktgemeinde Rauris, dotiert mit EUR 5.000, -) zum Thema „Alles auf Anfang“ erhält Alexandra Koch für ihren Text vattern muttern künd.

Rauriser Förderungspreis 2022 Alexandra Koch © Foto privat

Was war das Thema heuer in Rauris? Es war ein brisantes Thema, es ging von Tieren und Menschen, die nicht nur in den Märchen vorkommen, sondern Tiere spielen auch in der Literatur eine bedeutende Rolle; es gibt eine Vielzahl an literarischen Beispielen, die sich mit ihnen beschäftigen.  Dabei geht die Funktion von Tieren weit über die Vermittlung zoologischer Erkenntnisse hinaus: Sie werden als eigene literarische Figuren dargestellt, in Beziehung zu Menschen, oft als deren Partner, als Ergänzung menschlicher Existenzformen, aber auch als Träger unserer Sehnsüchte und Projektionen.  Oftmals dienen Tiere als Vehikel für die Untersuchung menschlicher Verhaltensweisen und damit unserer Selbsterforschung. Man könnte auch sagen, Tiere werden in Texten dargestellt, damit wir etwas über uns Menschen lernen.

Die Frage, wie wir Menschen auf die Natur einwirken, wie wir mit unseren Lebensgrundlagen umgehen und sie gefährden, ist aktueller denn je. Wenn es in der Literatur um unser Verhältnis zur Natur geht, so ist das ohne gesellschaftlich-politische Themen, die sich darin spiegeln, nicht denkbar.

Es gab interessante Gespräche und Diskussionen wie zum Beispiel, die Diskussion zwischen Barbara Frischmuth (sie befasst sich in ihren Texten nicht nur mit unserem natürlichen Lebens-Umfeld, sondern auch speziell mit Tieren.) und Ludwig Huber (ist Leiter des Messerli Forschungsinstituts für Mensch-Tier-Beziehungen an der Veterinärmedizinischen Universität Wien; soeben ist seine umfangreiche Studie „Das rationale Tier“ erschienen.) Hier diskutierten zwei hochkarätige Gesprächspartner über das Leitthema „Von Tieren und Menschen“ der Rauriser Literaturtage.

Interessant war auch das Gespräch zwischen dem Autor Michael Köhlmeier und Tomas Friedmann (Literaturhaus Salzburg) Hier ging es um den Roman „Matou“ von Michael Köhlmeier, der zu den bedeutendsten Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur gehört. In seinem neuen Roman „Matou“ geht es um die fantastische Geschichte eines gewitzten Katers: der sieben Leben hat und diese von der Französischen Revolution bis in Hier und Jetzt schaffte.

Als interessant fand ich auch die Lesung von Teresa Präauer, sie ist Schriftstellerin und auch bildende Künstlerin. Sie schreibt Romane, Kolumnen und Erzählungen. Seit Beginn ihres Schreibens erforscht sie immer wieder das Animalische im Menschen und das Menschliche im Tier, so wie in ihrem Roman „Oh Schimmi“ der 2016 erschienen ist. Ihr zuletzt publizierter Geschichtenband „Das Glück ist eine Bohne“ (erschienen 2021)

Zum Abschluss traten samstags Abend im Mesnerhaus wieder die bekannte Wiener Akus-tik-Duo DIE STROTTERN & PETER AHORNER auf. Die Strottern vereinen ihre Kompositionen mit Wiener Tradition mit Jazz, Pop und Weltmusik, während Peter Ahorner ein virtuoser Sprachkünstler ist, der seine Texte nicht nur spricht, sondern auch singt.

Mit Spannung können wir auf 2023 blicken, wenn die Rauriser Literaturtage vom 29. März 2023 – 02. April 2023 wieder zum Stell Dich Ein bitten.