DER KUNSTBETRIEB UND SEINE KURATOREN

Vor ca. 30 Jahren gab es fast noch keine Kuratoren, sondern nur den bildenden Künstler, Regisseur oder Dichter/Autor. In den Museen/Galerien gab es zwar den Direktor und das Sekretariat und vereinzelt in Museen einen Kurator, der für die Sammlung zuständig war, aber das war es auch schon.  Erst seit den 1980/90iger-Jahren hat die Rolle der Kuratoren in der zeitgenössischen Kunst eine stetige Aufwertung erfahren. Dabei haben diese auch Funktionen übernommen, die vorher den Künstlern vorbehalten waren.

Il pugno in faccia/Arbeit © Christa Linossi 2018

Warum erzähle ich dies alles? Aus einem einfachen Grund: wir schreiben das 21. Jahrhundert und die Kuratoren wachsen wie „Schwammerln“ aus dem Boden. Jedes Museum, jede Galerie, jede Kulturelle Institution hat mittlerweile seine Kuratoren. Kunstuniversitäten bieten mittlerweile auch verstärkt spezielle Kuratoren Studienlehrgänge an.

Was macht eigentlich ein Kurator oder Kuratorin? Sie wählen Kunstwerke für Museen und für spezielle Ausstellungen aus, betreut private wie öffentliche Kunstsammlungen und wird auch immer öfter für die Gestaltung von Filmfestivals, Tanz- und Theaterfestivals, sowie für die Auswahl der Gesprächspartner bei Podiumsdiskussionen eingesetzt. Ein sicherlich wichtiger Aspekt, die richtige Präsentation der Kunstobjekte, mit ergänzenden Erklärungen und Schriften zu versehen um das Publikum, welches nicht vom Fach ist, die Objekte nicht nur Anschaulich, sondern auch per Text verständlich zu machen.

Im Prinzip ist dem nichts einzuwenden, ABER:

Der Kurator hat heute die Macht und ist das Vitamin B für die Künstler geworden. Er wählt die Künstler aus, sucht die Werke aus, reist rund um den Globus, ist ein großer Netzwerker und präsentiert sich bei Ausstellungen immer als Hero vor dem Künstler. Ein international angesehener Kurator könnte zum Beispiel auch einen unbekannten Künstler so promoten, dass dieser auf einmal ein Hype ist.

Die Kunstszene wurde zu einem Wirtschaftsfaktor und wer das bessere Marketing im Hintergrund hat, hat die Nase vorne. Leider hat es aber auch einen bitteren Beigeschmack, den man hat, doch irgendwie das Gefühl, dass der Künstler – um den es ja eigentlich im Kunstbetrieb geht – nicht mehr selbst sein darf, sondern sich dem Kurator beugen soll oder muss.

Am Rande will ich noch bemerken: so werden viele Künstler abhängig und beugen sich den Regeln der Kuratoren und bleiben in einer gewissen Weise in ihrem Entwicklungsprozess stehen, um den Marktwert zu halten.