SALZBURGER ADVENTSINGEN im großen Festspielhaus zu Salzburg

Wie die Zeit vergeht, es ist schon wieder Adventszeit.  Die Christkindlmärkte haben ihre Pforten geöffnet und verkaufen ihre weihnachtlichen Waren. Die Glühweinstandeln laden zum gemütlichen Beisammensein ein.

Der Hirtencapo Jaggerl liest seinen Freunden aus der Bibel vor (Foto: Vogl)

Im Salzburger Festspielhaus wird wieder das berühmte „Salzburger Adventsingen“ aufgeführt. Bevor ich auf das diesjährige Adventsingen eingehe, ein kurzer Rückblick wie dieses Adventsingen entstand:

Gründer des Salzburger Adventsingen war Tobi Reiser d.Ä. 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Welt wieder einmal in Trümmern, allerorts ertönte „Nie wieder Krieg“! In diesem unermesslich großen Wunsch nach Frieden gründete Tobi Reiser 1946 das Salzburger Adventsingen. Die Botschaft vom „Frieden den Menschen auf Erden, die guten Willens sind (LK 2,14)“ gehört bis heute zum Credo dieser Traditionsveranstaltung.

Das Salzburger Jubiläums-Adventsingen widmet sich heuer ganz dem Lied „Stille Nacht! Heilige Nacht“ – dieses schlichte, einfache Lied erklang vor 200 Jahren erstmals in der Pfarrkirche zu Oberndorf an der Salzach –  Es ist ein schlichtes, stilles Erlebnis, wenngleich zu Beginn mit dem musikalischen Prolog „Verfluchter Krieg!“ von Klemens Vereno ein schmerzhafter Aufschrei der geschundenen, geknechteten Gesellschaft jener Zeit erfolgt.

Auszug aus dem Prolog – Verfluchter Krieg :

„Verfluchter Krieg! Was hast du angerichtet? Hast Menschen und Länder grausam vernichtet. Wo finden wir Heimat, Arbeit, Brot? Wer kann uns neue Hoffnung geben? Herrgott, erbarm Dich unserer Not! Schenk uns Kraft zu neuem Leben, das Eintracht, Glück und Frieden werde, dem Haus, der Stadt, der ganzen Erde!“

Gruber überbringt Mohr die Urschrift von Stille Nacht (Foto: Neumayr)

Maria und Josef vor der Kirche St. Nikola (Foto: Neumayr)

Das adventliche Geschehen, vom Ave Maria über das Magnifikat, dem Zweifel Josefs, dem Aufruf zur Einschreibung, dem beschwerlichen Weg übers Gebirge, der Begegnung mit den Hirten, der vergeblichen Herbergsuche, dem Spiel der Hirtenkinder mit der freudigen Verkündigung der frohen Botschaft und zahlreichen Zwischenszenen fügt sich harmonisch mit den kompositorischen Werken ein. Das Weihnachtsspiel endet mit dem traditionellen Andachtsjodler.

Die Kirchensinger singen erstmals Stille Nacht (Foto: Vogl)

Das „Salzburger Adventsingen“ im Großen Festspielhaus in seiner schlichten und dennoch tiefgreifenden Darbietung des adventlichen Geschehens ist etwas Besonderes und gilt auch als großes Vorbild zahlreicher „Adventsingen“ im gesamten deutschsprachigen Raum.

Auf gehts bei den Hirtenkindern (Foto: Neumayr)

Diese einzigartige Veranstaltung im Salzburger Advent wurde mittlerweile von 1,9 Millionen Besucher besucht. Leider sind die 16 Adventsingen-Aufführungen zur Gänze ausverkauft! www.salzburgeradventsingen.at