WELCOME TO PLANET B

A different life is possible – but how?

Ein anderes Leben ist möglich – aber wie?

Plakat Foto: Zoe Goldstein / Ars Electronica Festival 2022

Willkommen bei Planet B! ARS ELECTRONICA befasst sich heuer mit dem Planet B und versucht wieder in die Zukunft zu schauen, um einen Plan B zu kreieren.

You are Source Projection and Reflection Sophia Bulgakova (UA) Photo: Jesus Canuto Iglesias

Betrachtet man das Plakat des heurigen Festivals ARS ELECTRONICA genau, bekommt man vielleicht eine gewisse Vorstellung, worum es beim Planet B gehen könnte.

Das besagte Plakat zeigt einen ausgetrockneten See oder Fluss, Schiffe sind im Sand gestrandet und keiner konnte sie retten. Auf dem Plakat auch Julie Andrews, die Darstellerin aus Sound of Music mit einer Virtual Reality Brille, tanzt sie auf dem Sand, vielleicht sieht sie in eine neue Zukunft?  Im Hintergrund des Plakates, startet eine Rakete mit „Jeff and Elon just left the Planet“ zum Plan B?

ARS Electronica erweckt wieder Visionen, die in die Zukunft schauen, Kunst und Wissenschaft wird wieder zusammenarbeiten. Ars Electronica 2022 will sich nicht im Kreis drehen, sondern hat sich zum Ziel gesetzt, weiterzukommen. Man muss Prioritäten setzen, in einer Zeit, in der niemand mehr weiß, welche Krise die schwerwiegendere ist.

Es wird mit vielen Highlights zu einem Gedankenexperiment gebündelt. Folgende Fragen stellt ARS Electronica: „Wir hätten es geschafft, die Krisen unserer Zeit zu meistern und zu einer Gesellschaft gefunden, die sich durch ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit auszeichnet. Wie hätte unser Weg bis dorthin ausgesehen? Welche Entscheidungen hätten wir getroffen und wie wären wir zu diesen Entscheidungen gekommen? Wie hätten wir unser Freizeitverhalten verändert? Wie die Mobilität entwickelt? Wie die würde die neue Arbeitswelt aussehen? Welche Technologie und Businessmodelle wären am Ende die echten „Game Change“ gewesen?

All diese Fragen stellt die ARS Electronica an Künstler*innen, Forscher*innen, Entwickler*innen, Unternehmer*innen, Aktivist*innen und Studierende aus aller Welt.

Es ist ein DENK Modus für unseren Planeten Erde entstanden, was Denkmöglich oder Denkunmöglich ist. Das Denkunmögliche, was wir heute noch gar nicht kennen, sind Bilder die wir noch gar nicht kennen, wir aber alle werden stark von Bildern beeinflusst. Jeder von uns hat Bilder im Kopf und diese Bilder haben eine Rückwirkung auf unser Leben, unsere Gesellschaft und auf jeden Einzelnen. Somit zeigen wir zum einen unsere Erfahrungswelt, um neue Bilder zu kreieren und diese Bilder wollen wir zur Diskussion stellen. Es sind Bilder die ein Signal der Denkmöglichkeit, als auch der Denkunmöglichkeit setzen, um neues entstehen zu lassen.

Bei der Ars Electronica 2022 gibt es verdammt viele Highlights, insgesamt ca. 50, alle versprechen großartig zu sein, jedoch man muss filtern. Ich vorerst zwei herausgefiltert: eines davon ist INTERFACE CULTURES ein Beitrag der Kunstuniversität Linz. INTERFACE CULTURES, jene Abteilung, die die Zusammenarbeit der Kunstuniversität Linz mit dem Ars Electronica Festival initiierte, ist mit 22 Beiträgen von internationalen Studierenden und einem Leonardo Laser Talk (https://leonardo.info/history) präsent. 24 internationale Universitäten und Bildungseinrichtungen aus Ländern wie Deutschland, Tschechien oder Großbritannien werden präsent sein und so wird der Kunstunicampus zum großen Ars Electronica Festival Campus.

Es sind die Brückenbauer zu neuen Bildern und um diese auch zu überwinden und vom Schubladen Denken zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Realität und visuellen, zwischen Regional und International herauszufinden, ist es wichtig, dass die Komfortzone verlassen wird und sich die Kunst Uni auch hinausbewegt.

Off to new encountes / Credit: Ars Electronica Robert Bauernhansl

Ein weiteres Highlight was ich spannend finde, sind die Baumkronengespräche (off to new encountes) & Job-Buffet. Slow Dating trifft Speed Dating, was immer dies heißen mag jedenfalls geht es um Gespräche die sich in luftiger Höhe, fernab des quirligen Treibens in „Keplers Garden“ befinden. Gemeinsam mit dem auf Faserseile, Stahlseile und Umreifungsbände spezialisierten Familienunternehmen Teufelberger und professionellen Arborist*innen macht Ars Electronica die Baumkrone einer rund 40 Meter hohen Platane zur außergewöhnlichen Begegnungszone. Zwei Personen werden stets gleichzeitig ins Blätterdach hinauf gehievt und verlieren dabei kurzfristig den Boden unter den Füßen. Beide finden sich in einer völlig neuen Situation wieder, die mit ihrem Alltag nicht viel zu tun hat und es leichter machen sollen, eine gemeinsame Ebene zu finden.  Die Baumkronengespräche werden von 7. Bis 11. September in „Keplers Garden“ (in der Platane zwischen Learning Center und Uni-Center) angeboten.

Diesmal werden elf Locations in Linz und eine virtuelle Kunsthalle bespielt. Das Motto ihrer gemeinsamen Reise in die Zukunft und wieder zurück wird

„WELCOME TO PLANET B. A different life is possible – but now?“ lauten.

Die Spannung steigt, am 7. September 2022 wird die ARS ELECTRONICA eröffnet und findet bis 11. September 2022 in Linz, Österreich statt.

https://ars.electronica.art/planetb/de/