Yinka Shonibare CBE End of Empire

MUSEUM DER MODERNE SALZBURG bis   12. September 2021

Eine sehr interessante Ausstellung bietet das Museum der Moderne in Salzburg des britisch-nigerianischen Künstler Yinka Shonibare CBE RA.

csm_Photo__ © __Royal_Academy_of_Arts__London__ photographer_Marcus_Leith_2014_

Yinka Shonibare CBE RA sieht sich aufgrund seiner multikulturellen Herkunft in der Rolle des „postkolonialen Hybriden“. Er wurde *1962 in London geboren und wuchs in Nigeria, dem Heimatland seiner Eltern, auf. Mit 17 Jahren kehrte er nach London zurück, wo er an der Byam Shaw School of Art (1984–1989) und am Goldsmiths College (1989–1991) studierte und wo er bis heute lebt.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar

In den letzten drei Jahrzehnten entwickelte der Künstler ein vielseitiges Œuvre, in dem er das Erbe des ehemaligen Britischen Weltreichs und des westlichen Kolonialismus untersucht. Aus einer historischen Perspektive thematisiert er die Wechselbeziehungen zwischen Afrika und Europa und die Nachwirkungen des Kolonialismus im Kontext der Globalisierung. Shonibare stellt die Konstruktion von nationaler und kultureller Identität ins Zentrum seines Schaffens und kommentiert in den letzten Jahren verstärkt geschäftliche Phänomene wie Rassismus, Xenophobie und Migration.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar

Das Material mit dem Shonibare arbeitet, sind farbenfrohe Dutch-Wax-Batikstoffe, die er seitdem auf vielseitige Weise in seinen Arbeiten verwendet, um seine Forschungen zu Kolonialismus und Postkolonialismus zur Darstellung zu bringen. Er kombiniert in seinen Arbeiten die Stoffe und Ornamente mit historischen Ereignissen und bekannten Vorbildern aus der westlichen Kunstgeschichte, um die kolonialen Verstrickungen insbesondere der europäischen Eliten aufzuzeigen. Shonibare wurde auf der documenta 11 durch sein monumentales Werk „Gallantry and Criminal Conversation”(2002) bekannt.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar

Betritt man die Ausstellungsräume, so stechen die Lebensgroßen Figuren, die diesen farbenfrohe Dutch-Wax-Batikstoffe nach barocker Linie bekleidet sind, gleich ins Auge. Man bleibt bewusst vor den Skulpturen stehen und betrachtet sie. Ein Teil der Figuren hat als Kopf-Ersatz eine Art Globus auf und ein Teil ist kopflos. Bei der Arbeit END OF EMPIRE (2016) bringt der Künstler geschickt die Szene zum Ausdruck, in dem er auf einer Wippe zwei Figuren sitzen lässt, deren Köpfe ebenfalls durch Globen ersetzt wurden.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Rainer Iglar
Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi
Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi

Sie verkörpern die feindlichen Kriegsparteien des Ersten Weltkriegs mit ihren kolonialen Einflussspähren. Der Erste Weltkrieg war die erste grundlegende Erschütterung der imperialen Weltordnung und dies führte zum Erstarken antikolonialer Bewegungen weltweit.

Yinka Shonibare CBE, End of Empire Ausstellungsansicht © Mseum der Moderne Salzburg 2021 Foto: Christa Linossi

Für die Besucher_innen wurde auch ein Creative Space Projektraum eingerichtet. Hier kann man sich mit dem Werk von Yinka Shonibare CBE auseinandersetzen und kreativ werden.

Es ist eine sehr gut gelungene Ausstellung eines großartigen Künstlers, eben Yinka Shonibare CBE. Die Ausstellung ist absolut empfehlenswert.

Publikation zur Ausstellung

Yinka Shonibare CBE End of Empire

Herausgegeben von Thorsten Sadowsky für das Museum der Moderne Salzburg

Mit Texten von Thorsten Sadowsky, Marijana Schneider und Antwaun Sargent sowie einem Interview von Paul Gilroy mit Yinka Shonibare CBE München: Hirmer Verlag  ISBN 978-3-7774-3589-3  € 36

http://www.museumdermoderne.at