HÖHENRAUSCH 2016 die 6. Auflage

ANDERE ENGEL 21. Mai – 16. Oktober 2016

Fortsetzung folgt: Der Höhenrausch geht 2016 nun  in die 6. Auflage.

Das Publikumsinteresse an dem „Höhenrausch“ ist ungebrochen, nicht nur die Veranstalter konnten mit einem Besucherschnitt bei 1000 pro Tag jubeln, sondern auch ich, konnte  mit verfolgen, wie oft mein Bericht auf meinem Blog zum „Höhenrausch“ 2015 über die Grenzen Österreichs hinaus angeklickt wurde.

NIKE, Haus-Rucker Co Foto: OÖ Kulturquartier

NIKE, Haus-Rucker Co
Foto: OÖ Kulturquartier

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NIKE, Haus-Rucker Co Foto: OÖ Kulturquartier

Linz hat den Dreh her raus, den Anspruch, zeitgenössische Kunst an ungewöhnlichen Orten, über den Dächern von Linz auf sinnliche und spielerische Weise einem breiten Publikum zu vermitteln und dies wurde zu einem Publikumsmagnet. Gerade deshalb ist es auch ein Auftrag an die Veranstalter, dieses Format inhaltlich und ästhetisch immer weiter zu entwickeln. Die ständige Dynamik, das Überraschende, das Auftauchen, Verwandeln oder Verschwinden von markanten Objekten gehört dabei ebenso dazu wie neue räumliche Abfolge und thematische Schwerpunktsetzungen.

Nach dem „Geheimnis der Vögel“ (Höhenrausch Motto 2015) lautet 2016 das Thema „Andere Engel“ wobei die Engel ein ebenso faszinierendes wie vielschichtiges Thema sein kann und über das wir scheinbar alle Bescheid wissen. Engel haben Konjunktur und begegnen uns auf Schritt und Tritt. Engel haben den biblischen Raum der Kirche schon längst verlassen, wir finden sie im Netz (Internet) genauso wie auf Postkartenständern, Museumshops, auf Gebäudefassaden und sogar in Baumärkten. Engel sind Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Wünsche und erfüllen Trostfunktionen aller Art. Sie sind uns als „Schutzengel“ vertraut von Kindheit an und lösen sich bei näherer Betrachtung doch in etwas Widersprüchliches und Fremdes auf.

Der HÖHENRAUSCH hat sich vorgenommen, etwas Ordnung in dieses Chaos zu bringen. „Die Engel sind ja“, so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, „nicht einfach vom Himmel gefallen. Für diese Aufklärungsarbeit konnten wir“, so Pühringer weiter, „mit Professor Thomas Macho einen der renommiertesten Kulturwissenschaftlicher des deutschen Sprachraums gewinnen“. Gemeinsam mit ihm hat das OK Team 30 internationale Kunstprojekte ausgewählt, an denen die sehr unterschiedlichen „Engelvorstellungen“ ablesbar werden.

Darüber hinaus wurde ein umfangreiches Netz aus versierten Kooperationspartnern geknüpft, die von der Diözese Linz, bis über die Linzer Kunst- und Bruckneruniversität bis hin zum ORF musikprotokoll im steirischen herbst reichen.

Die Ausstellung

Auszug aus dem Pressetext:

„Die Ausstellung führt zunächst durch eine Versammlung von Alltagsengeln – so wirr und kaleidoskopisch arrangiert, wie sie uns im Hier und Jetzt tagtäglich begegnen: als putzige Himmelsbewohner in der Autowerbung, als adrette Gartenfigu­ren oder in esoterischen Zeitschriften und Annoncen. Nach diesem Realitätsschub macht ein ausgeklügelter Rundweg den Kopf frei für neue und ganz andere Engelbilder: Das noch vertraute und doch schon überraschende Thema der biblischen Engel wird ausführlich  in der Ursulinenkirche behandelt, die sich wie ein Gelenk zu Be­ginn und am Ende im Ausstellungsparcours verankert. Im Uhof-Dachbo­den und im Großen Saal des OK installieren Mary Sibande (SA) und Heri Dono (ID) verblüffend andere, fremde Engel. Auf dem Kunstparcours durchs Haus zeigen sich Doppelgänger und Zwillinge als andere Aspekte der Engelthematik. In der Wunderkammer im OK sind die werktätigen Engel zu Gast und auf dem Dach verwandelt Eva Schlegel (AT) den voestalpine open space in einen Spiegelraum. Auf dem Parkdeck der Raiffeisen Kunst Garage wächst ein botanischer Engelgarten,  auf dem Passage-Dach wird das Unfassbare der Engel über Schwingungen vermittelt: u.a. mit einer Stahl-Harfe von Josef Baier (AT) und Klangobjekten von der Studierenden der Bruckneruniversität. Elek­troakustische Miniaturen zeitgenössischer Komponisten verwandeln den Keine Sorgen Turm in eine vokale Himmelsstiege“.

Ein weiteres Objekt, das vor 39 Jahren für den größten Kunstskandal in Oberösterreich sorgte – eine Nachbildung der antiken Siegesgöttin „Nike von Samothrake“ kehrt als Leihgabe des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt/Main (der Haus-Rucker-Co Architektengruppe*) nach Linz zurück und ist beim HÖHENRAUSCH zum ersten Mal seit 1977 wieder zu sehen. Der 15m lange Kragarm der Aluminium-Plastik wird im Glockenturm der Ursulinenkirche montiert. So schwebt die Nike weithin sichtbar über der Landstraße. Als kopflose, geflügelte Nachbildung der „Nike von Samothrake“ erzählt sie über die heidnischen Vor-Bilder der biblischen Engel, woher sie kamen und wie sie sich verwandelt haben. Der „Fetzenvogel“, wie sie damals genannt wurde, dient nicht als nostalgisches Erinnerungsstück, sondern erhält eine neue, präzise Bedeutung bei der Suche nach anderen En­geln im Höhenrausch. Im Anschluss wird sie auf der Kunstuniversität präsentiert.

EEröffnung des „Höhenrausch“ findet am 20. Mai 2016 um 18:00 Uhr statt. Die Ausstellungsdauer beginnt vom 21. Mai – 16. Oktober 2016.

 

* Haus-Rucker-Co war eine österreichische Architekten- und Künstlergruppe, die vor allem in den 1970er und 1980er Jahren im Grenzbereich zwischen Kunst und Architektur Plastiken, Installationen im öffentlichen Raum und Beiträge für eine besondere Wahrnehmung von Architektur und Stadtgestaltung mit dem Anspruch der „Bewusstseinserweiterung“ geschaffen hat.