Wenn Salzburg zu Ostern zur Bühne der Kunst wird!            Die neue SIFAF’26 setzt einen frischen Akzent in der Stadt

Salzburg International Fine Art Fair 2026 – ein Vormittag voller Begegnungen, Kunstimpulse und urbaner Leichtigkeit. Foto: © Christa Linossi 2026

Salzburg im Osterfieber 2026: Während die Stadt in den Klangräumen der Osterfestspiele schwingt, gehört die Kunst traditionell ebenso zum kulturellen Puls dieser Tage. Doch heuer präsentiert sich die Szene anders als gewohnt. Die etablierte Kunstmesse ART & ANTIQUE, seit Jahren fixer Bestandteil des Osterprogramms, wurde überraschend abgesagt.

Salzburg im Osterfieber 2026 – die Stadt lebt, bewegt und trägt den kulturellen Puls dieser Tage. Foto: © Christa Linossi 2026

Was folgte, war ein bemerkenswert schneller Schulterschluss: Eine Gruppe engagierter Kunsthändlerinnen und Kunsthändler – initiiert von der Wiener Galeristin Sylvia Kovacek – wandte sich an Messemacher Wolfgang Pelz. Er zögerte nicht lange, sprang in die Bresche und entwickelte innerhalb kürzester Zeit ein neues Format: die SIFAF – Salzburg International Fine Art Fair.

Die Geburt der SIFAF’26

Nachdem der Messeveranstalter M.A.C. Hoffmann seine langjährigen Räumlichkeiten in der Salzburger Residenz aufgrund denkmalrechtlicher Vorgaben nicht mehr nutzen konnte und daraufhin die traditionsreiche, über fünf Jahrzehnte bestehende Art & Antique Salzburg abgesagt wurde, entstand plötzlich eine Lücke im Osterkalender der Stadt.

Diese Leerstelle blieb jedoch nicht lange bestehen. Auf Initiative einer Gruppe international tätiger Kunsthändlerinnen und Kunsthändler rund um Sylvia Kovacek wandte man sich an Wolfgang Pelz, der sofort Handlungsbedarf erkannte. Er suchte nach einem geeigneten Ort und fand ihn im Haus Koller am Waagplatz, dessen Geschichte bis ins Jahr 1181 zurückreicht.

Vom 27. März bis 6. April 2026 wird dort nun die neue SIFAF stattfinden. Rund zwanzig Aussteller aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden bespielen die historischen Räume und schlagen damit ein neues Kapitel der Salzburger Kunstpräsentation auf.

Das Haus Koller – ein Bürgerhaus wird Bühne

Das Haus Koller, vielen Salzburgerinnen und Salzburgern als ehemaliges K+K Restaurant vertraut, stand seit 2025 leer. Die Familie Koller, die jahrzehntelang Hotels in ganz Europa betrieb, hatte das traditionsreiche Lokal 1968 eröffnet und bis zuletzt geführt.

Für die SIFAF’26 erwies sich das historische Bürgerhaus als idealer Schauplatz: fünf Stockwerke, rund 1.000 Quadratmeter, verwinkelte Salons und Zimmer – ein Ort mit Geschichte und Atmosphäre.

Für die Messe wurde das Gebäude sorgfältig adaptiert: neue Messewände, ein maßgeschneidertes Lichtkonzept und eine kuratorische Inszenierung, die den Charakter des Hauses bewusst einbezieht.

Messemacher Wolfgang Pelz formuliert das Ziel klar: Man wolle einen Ort schaffen, „an dem sich Sammelleidenschaft, historische Aura und kuratorische Exzellenz zu einem Gesamterlebnis verdichten.“

Mein Rundgang – Begegnungen, Gespräche, Entdeckungen

Mein Rundgang durch die SIFAF führte mich rasch zu einem der spannendsten Stände: der Schütz Art Society. Dort traf ich auf Prof. Josef Schütz, einen international anerkannten Experten, dessen Werke – insbesondere zwei Positionen afrikanischer Kunst – sofort meine Aufmerksamkeit fesselten.

Während ich die Arbeiten eingehend betrachtete, sprach er mich direkt an. Auf seine Frage, ob ich etwas Bestimmtes suche, musste ich schmunzelnd verneinen und erklärte ihm lediglich, dass ich als Kulturjournalistin unterwegs sei und mich die Tiefe dieser beiden Werke besonders angesprochen habe.

Wir kamen ins Gespräch – über Kunst, über Wahrnehmung, über die Bedeutung des genauen Hinschauens. Nebenbei erwähnte er eine große Auktion afrikanischer Kunst, die im Mai in der Albertina stattfinden wird. Es entwickelte sich ein überraschend offener Austausch, der sogar einen kurzen Abstecher zur KI machte. Erst später, als ich seinen Namen recherchierte, wurde mir bewusst, welch renommierte Persönlichkeit mir da gegenübergestanden war. Typisch ich.

Doch Prof. Schütz war nicht die einzige Begegnung, die meinen Rundgang prägte. Beim Kunsthandel Freller blieb ich vor mehreren Werken von Alfons Walde stehen – einem Künstler, der mich seit Jahren begleitet. Neben den bekannten Tiroler Landschaften entdeckte ich eine Aktzeichnung, die man Walde auf den ersten Blick kaum zuordnen würde. Im Gespräch mit der Galeristin ergaben sich neue Perspektiven auf sein Werk, die mich nachhaltig beschäftigten.

An einem weiteren Stand, an dem ebenfalls Arbeiten von Hermann Nitsch präsentiert wurden, kam ich mit einer Galeristin ins Gespräch, während ich ein ungewöhnlich dunkles Gemälde des Künstlers studierte. Statt des ikonischen Rot dominierte hier ein tiefes Schwarz. Für mich formte sich darin die Silhouette eines „Schweins“, während die Galeristin eher ein „Nashorn“ erkannte.

Dieser Moment zeigte mir erneut, wie unterschiedlich Blicke sein können – und wie sehr Kunst von subjektiver Wahrnehmung lebt.

Obwohl ich mich zu Beginn unter der Salzburger High Society und den Besucherinnen und Besuchern der Osterfestspiele etwas fehl am Platz fühlte, war es letztlich genau diese Mischung aus Gesprächen, Entdeckungen und überraschenden Begegnungen, die meinen Besuch zu einem lohnenden Erlebnis machte.

Was die Messe zeigt – kuratierte Vielfalt

Laut Medieninformation der Veranstalter versteht sich die SIFAF als bewusst hochwertig positionierte Kunstmesse, die während der Osterfestspiele eine neue Plattform für internationale Kunst in der Salzburger Altstadt schafft.

Das historische Haus Koller wird dafür vollständig zur Bühne: fünf Ebenen, über zwanzig Räume und ein kuratorisches Konzept, das Kunst und Kulinarik verbindet.

Rund 20 Galerien und Kunsthändler aus mehreren Ländern präsentieren auf etwa 1.000 Quadratmetern ein sorgfältig kuratiertes Spektrum aus verschiedenen Epochen und Genres. Jeder Aussteller bespielt einen eigenen Raum – eine Präsentationsform, die bewusst an private Sammlungen erinnert und sich klar von klassischen Messehallen abhebt.

Für die gastronomische Begleitung zeichnet die Gassner Gastronomie verantwortlich, Partner der Messe ist die Champagnermarke Ruinart, ganz im Sinne des Leitgedankens: „Discover Art with a Glass of Ruinart.“

Initiiert wurde das Projekt von international tätigen Kunsthändlern, die nach dem Wegfall der bisherigen Formate in Salzburg eine neue, qualitätsvolle Plattform forderten. Gemeinsam mit Wolfgang Pelz und Norbert Koller entstand in kurzer Zeit ein Konzept, das Kunst und Ort auf besondere Weise miteinander verbindet.

Was diese Messe für Salzburg bedeutet

Die SIFAF’26 ist mehr als ein Ersatz für die abgesagte Art & Antique. Sie ist ein Zeichen dafür, wie schnell und entschlossen Salzburgs Kunstszene reagieren kann, wenn eine kulturelle Lücke entsteht.

Mit ihrer Boutique‑Charakter, der historischen Location und der kuratierten Vielfalt setzt sie einen neuen Akzent im Osterprogramm – kleiner, feiner, persönlicher.

Und vielleicht zeigt gerade diese Premiere, dass Kunstmessen nicht nur große Hallen brauchen, sondern vor allem Räume, in denen Begegnungen möglich werden: zwischen Menschen, Werken und Blicken.

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