Arik Brauer – Frauenschicksale Werke 1946–2018 – Sonderausstellung im Salzburg Museum

 

Arik Brauer, In Würde, 2008, Öl auf Hartfaserplatte, © Arik Brauer, Wien/Sebastian Gansrigler

1929 wurde Arik Brauer in Wien geboren. Er war Sohn der Wienerin Hermine Sekirnjac und des Litauers Simon Brauer, der 1907 aus Vilna nach Wien geflüchtet ist. Die Herrschaft der Nationalsozialisten beendete seine unbeschwerte Kindheit in Wien der 1930er Jahre. Brauers Vater starb in einem Konzentrationslager, er selbst überlebte in einem Versteck.

1945–1951 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, v. a. bei Albert Paris Gütersloh. Es entsteht die Wiener Schule des Phantastischen Realismus; gemeinsam mit Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden. Gesangsstudium an der Musikschule der Stadt Wien. Erste Ausstellungsbeteiligungen in Wien.

Mir persönlich ist Arik Brauer in meiner Jugend in den 70iger Jahren als großartiger Songwriter und Sänger in Erinnerung geblieben. Zu diesem Zeitpunkt punktete er mehr mit seinen Songs, als mit seinen Werken. Der Song „Sein Köpferl im Sand“ https://youtu.be/hDeFYKmgePQ war der Hit des Jahres und gleichzeitig aber auch ein beinhartes Protestlied, welches sich nicht gegen eine bestimmte Gruppe richtete, sondern gegen Jedermann der sich betroffen fühlte. Dieser Text hat auch heute noch seine Gültigkeit. Ebenso auch der Song „Sie hab’n a Haus baut“. https://youtu.be/w3GFm7u1lCI

Arik Brauer, umweltgestaltender Maler des Phantastischen Realismus, Bühnenbildner, Komponist, Textdichter und Sänger, erhält für das als KURIER-Platte (1972) erschienene Album von Dialektliedern eine Goldene Schallplatte verliehen. In vier Monaten wurden 36.000 Stück allein in Österreich verkauft, für diese Zeit eine Spitzenleistung.

Nun zur Sonderausstellung im Salzburg Museum. Betrachtet man die Werke von Arik Brauer, springt einem gleich der phantastische Realismus ins Auge.

Arik Brauer, Amnestie, 2010, Öl auf Hartfaserplatte, © Arik Brauer, Wien/Sebastian Gansrigler

Arik Brauer, Die Glocke der Freiheit, 2008, Öl auf Hartfaserplatte, © Arik Brauer, Wien/Sebastian Gansrigler

Im Hintergrund der Arbeiten herrschen eher gedämpfte Farben, während dessen sich im Vordergrund Frauengestalten durch leuchtende und ineinander verlaufende Farbkompositionen in den Raum drängen. Interessant in Arik Brauers Arbeiten sind auch die kleinen versteckten Details.

Arik Brauer ist als großer Humanist und Frauenaktivist bekannt und widmet sich in seinen Werken sowohl historischen als auch aktuellen Themen: von der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis zum Schicksal und Geschichte von Malala – dem jungen Mädchen, das vor einigen Jahren angeschossen wurde, weil es sich für ihr Recht auf Bildung eingesetzt hatte. Durch seine Malweise entsteht eine irritierende, „schrecklich-schöne“ Ästhetik, die in ganz eigener Weise Emotion und Reflexion in sich vereint und den Betrachter/die Betrachterin intensiv zu berühren vermag.

Aric Brauer: „In der Malerei ist der Mensch, wie ja auch bei der Handschrift, nicht im Stande, den Leuten etwas vorzumachen. […] Deshalb ist Malerei die Stunde der Wahrheit“.

Die Ausstellung ist sehenswert. http://www.salzburgmuseum.at