Das war die

Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg 2018

Blick vom Müllnersteg auf die Festung Hohensalzburg und die Salzburger Altstadt/ Foto © Christa Linossi

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg hat ihre Pforten wieder geschlossen.

„GRENZEN ÜBERSCHREITEN“ hieß heuer das Motto des Kurs- und Veranstaltungsprogramm der Internationalen Sommerakademie und spannte somit einen weiten Bogen von explizit politischen bis kunstimmanenten Fragestellungen.  Kunst im globalen Feld bedeutet auch, dass Ideen, Kunstwerke und Menschen weltweit permanent in Bewegung sind und Grenzen überschreiten.

Direktorin Dr. Hildegund Amanshauser Sommerakademie mit Künstler und Lehrendem Yorgos Sapountzis Athen/ Foto: © Christa Linossi

Auf der Festung Hohen Salzburg und im Kiefer Steinbruch Fürstenbrunn haben heuer an den 18 ein- bis vierwöchigen Kursen 291 Personen teilgenommen. Die  Teilnehmer kamen aus 49 verschiedenen Ländern.

Die Qualität an den Kursen ist in den letzten Jahren immer besser geworden und dieses Jahr hatte man das Gefühl, das sich das Niveau noch etwas erhöht hatte. Sei es bei den Kursteilnehmern oder bei den Lehrenden.

Spannend war der Kurs der Miniaturmalerei, geleitet von Aisha Khalid, eine zeitgenössische Künstlerin aus Pakistan. Studiert hat sie am National College of Arts,Lahore, und als Postgraduierte an der Rijsakademie van beeldende Kunsten, Amsterdam. Khalid gehört zur sogenannten „Neo-Miniatur „ Bewegung der ersten Generation. Die traditionelle Miniaturmalerei des Mogulreichs „rehabilitiert“ sie und mischt und aktualisiert sie mit anderen Medien um somit eine zeitgenössisches Ästhetik zu reflektieren. Dieser Kurs führte in die jahrhundertealte Technik der Miniaturmalerei des indischen Subkontinents ein.

Künstlerin Aisha Khalid/ Foto: © Christa Linossi

Kursleiterin Diana Campbell Betancourt eine in Manila und Dhaka lebende amerikanische Kuratorin, leitete den Kurs   „Jenseits des Ereignisses – Überlegungen zu Großausstellungen im 21. Jahrhundert“. Medium: Kuratorisches Theorie und Praxis. Dies war mit Abstand einer der interessantesten Kurse.

Diana Campbell Betancourt (3.v.l.) mit den Kursteilnehmer Foto: © Christa Linossi

Wohin geht der Weg der Kunst. Es gibt zu viele Biennalen und globale Großausstellungen und die Qualität der Kunst leidet ebenfalls immer mehr darunter. Es muss Qualität vor Quantität stehen. Eine Gruppe der Kursteilnehmer setzte sich damit intensiv auseinander und dabei entstand das Projekt „ARSONMARS // we kill everything except the art, or what makes a good show// „ Auszug aus ihrem Projekt: „Bring the attention back to art only. The main goal is to make a good show. The public ist not an instrument to motvate the existence of art. Let’s erase all the over structures. Stop taking pre-existing models for granted. The art is at the centre, and the public will find it. The structure of the event is free from its scaffoldings and its core emerges. Free from a specific context, local politics, national expression. Th e event might just as well be held on another planet“.      Auf meine Anfrage an die Kursteilnehmer, ob dieses Projekt, welches einen guten Ansatz hat, auch weiter verfolgt wird, konnte mir leider keiner beantworten. Es wäre von großer Bedeutung, wenn dieses interessante Projekt auch weiterentwickelt würde und die Kunst wieder im Zentrum stünde.

Ganz anders die Klasse Ei Arakawa, die „Gemälde zum Singen brachte“,  er inszenierte eine fulminante, vielteilige Performance der Lehrenden und Studierenden bei der 2. Eröffnung der Ausstellung 20 Propositionsim im Salzburger Kunstverein.

Des Weiteren fand auch wieder die „Globale Akademie II“ statt. Installiert wurde diese im Jahr 2016 mit dem Motto „Globale Akademie? Ging es bei der Tagung 2016 um „alternative“ Akademien im globalen Süden, so wurden dieses Jahr verschiedene Modelle transkulturellen künstlerischen Austausches präsentiert, die folgende Fragen aufwarfen: „Wie Kunst lernen und lehren im globalen Feld, wie einander verstehen?

In Zukunft wird die „Globale Akademie“ vielleicht nicht mehr so heißen. Man wird sie in „Vergangenheit und Zukunft“ einordnen. So wie der Künstler und Kurator Shuddhabrata Sengupta aus Delhi in seiner Keynote Lecture den Begriff „Das Streben nach dem Planetaren“ als eine im 21. Jahrhundert auftauchende Denkfigur nennt und somit im Zusammenhang damit verschiedene, für die Globale Akademie möglicherweise interessante Fragen aus der facettenreichen Perspektive eines Künstlers, Kurators und Schriftstellers thematisiert. Shuddhabrata Sengupta ist als Künstler und Kurator beim Raps Media Collective in Delhi tätig. Das Raqs Media Collective tritt in einer Reihe unterschiedlicher Rollen auf, oft als Kunstschaffende, manchmal als KuratorInnen und manchmal als philosophische Agents Provocateurs. (http://www.raqsmediacollective.net/)

Auszug aus dem Abschluß-Pressetext der Sommerakademie:

Dokumentation

In täglichen Blogeinträgen erzählte uns Chloe Stead, als diesjährige ‚Autorin in Residence’, von ihren Erfahrungen und Erlebnissen während der Sommerakademie. Sie besuchte die Klassen, unternahm Exkursionen mit ihnen oder interviewte Lehrende und Teilnehmende: http://www.summeracademy.at/en/blog/

Zudem ist auf dem Facebook-Account der Sommerakademie eine fotografische Dokumentation der Klassen und Veranstaltungen von Mira Turba zu finden: https://www.facebook.com/summeracademy.at/

Die Salzburger Künstlerin und Filmemacherin Sina Moser dokumentierte die Globale-Akademie-Tagung sowie verschiedene Kunstgespräche. Die Videos werden innerhalb der nächsten Wochen auf unserem YouTube-Kanal zu sehen sein unter: https://www.youtube.com/user/SummerAcadOfFineArts