Bücher die man lesen sollte….

Wenn Neugierde Überforderung hervorruft; es geht um den Journalismus zwischen Macht und Verantwortung. Leider lesen sich Fachbücher nicht wie ein Roman, aber trotz allem, können sie spannend wie ein Krimi sein. Der Büchermarkt wirft im Moment ein Buch (über Medien und Journalismus) nach dem anderen auf den Markt.

Ich beginne einfach mit dem Zitat des französischen Philosophen und Romanautor Honoré de Balzac (1799-1850)

Der Journalismus ist eine Hölle, ein Abgrund, in dem alle Lügen, aller Verrat, alle Ungerechtigkeit lauert; niemand bleibt rein, der ihn durchschreitet“.

Dieses Zitat passt wunderbar zu der heutigen Medienbranche Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, die immer mehr und mehr unter Beschuss kommen. Internet, Privatfernsehen, Social Media haben die Massenmedien von Grund auf geändert und alles was Klicks, Likes und Shares, Quote, Auflage bringt, ist angesagt.

Ich versuche nun, die Bücher die ich mir „aufgehalst“ habe, kurz vorzustellen:

Da wäre mal der  Band „LÜGEN DIE MEDIEN?  Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die öffentliche Meinung.“  von Jens Wernicke

Auch Jens Wernicke beginnt in seinem Vorwort des Buches mit folgenden Sätzen: „Warum tue ich mir das eigentlich immer noch an? Warum schaue ich nach wie vor fern und lese täglich die Nachrichten?“ ….

Er wollte jedoch auf die vielen offenen Fragen „Lügen die Medien“ Antworten und so reiste  Jens Wernicke zwei Jahre lang durchs Land und sprach mit Journalisten, Medienkritikern, Wissenschaftlern, Freigeistern um Antworten auf seine Fragen zu erhalten. Seine These, auf die Frage „Lügen die Medien“ – die Frage könnte auch falsch gestellt sein –  antworteten die Interviewten: sowohl als auch. Auf jene Frage aber, was schief läuft, erwiderten sie: Wir alle werden tagtäglich manipuliert, von Medien, Politik, von Kriegsbetreibern und Industrie.

Jens Wernicke hat mit zahlreichen Medienexperten gesprochen. Zum Beispiel: Wie Interviews mit Werner Rügemer über „Wir dürfen uns den Begriff „Lügenpresse“ nicht von den Rechten aus der Hand schlagen lassen“  oder Eckart Spoo „Keine Demokratie ohne Demokratisierung der Medien!“ , „Das Ende des Journalismus wie wir ihn kannten“ mit Ulrich Teusch oder das Interview mit Uwe Krüger „Warum den Medien nicht zu trauen ist“.  Des Weiteren kommen die Journalisten Walter van Rossum, David Goeßmann und Daniele Ganser und noch viele andere zu Wort.

Das Buch ist in 3 Kapiteln unterteilt:

Kapitel 1: DIE MACHER, Kapitel 2: DIE DENKER und Kapitel 3: DIE ZIVILGESELLSCHAFT

Auch Journalisten sei dieses Buch als Lektüre empfohlen.

Erschienen ist das Buch im Westend Verlag

Jens Wernicke, Diplom-Kulturwissenschaftler (Medien), arbeitete lange als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Politik und als Gewerkschaftssekretär. Er veröffentlicht unter www.jenswernicke.de

Der Band „WENN MASCHINEN MEINUNG MACHEN:  Journalismuskrise, Social Bots und der Angriff auf die Demokratie“ von Michael Steinbrecher und Günther Rager

Als ich das Buch zu lesen begann, wurde mir klar, das sind schöne „Zukunfts-Aussichten“ wenn Big Data unsere Gesellschaft rasant verändern wird. Big Data, die digitale Transformation, künstliche Intelligenz. Neue Technologien werden auch neue Probleme schaffen, die wir bisher noch nicht mal ansatzweise verstanden haben.

Zum Beispiel Social Bots, die bereits im Einsatz sind, manipulieren die Meinungsbildung. Was sind Social Bots? Es sind Programme, die in sozialen Netzwerken menschliche Verhaltensmuster simulieren und als (falscher) Account auftauchen. Entwickelt wurden sie um eine menschliche Präsenz im Web vorzutäuschen und somit andere User zu blenden. Die Bots sind für bestimmte Zwecke bestimmt. wie zB PR-Arbeit, Marketing oder zunehmend auch für politische Propaganda.

Nachstehender Text von Westend-Verlag: „Welche Macht räumen wir Maschinen und Algorithmen heute und in Zukunft ein? Wir können derzeit nicht wissen, wie sie funktionieren. Aber wir wissen, dass sie unsere Meinung, unser Kaufverhalten, unser Leben beeinflussen. Ein Angriff auf unsere grundrechtlich geschützte Privatsphäre? Angriff auf die Demokratie?“

Die Autoren Michael Steinbrecher und Günther Rager schrieben das Vorwort zum Thema „Wenn Maschinen Meinung machen“ – Schauplätze des Wandels“. In diesem Buch kommen jedoch auch andere Autorinnen und Autoren mit ihren Essays zu Wort. Wie zB Rebecca Rohrbach mit dem Thema „Privatsphäre im Netz – von den Spuren, die wir online hinterlassen (müssen)“  oder von Kristin Häring „Von Fake News und Glaubwürdigkeitsproblemen: Auf der Suche nach Qualität im Journalismus“.  Katharina Kalhoff: „Was Roboter heute schon besser können: Die künstliche Intelligenz in Kommunikation und Meinungsmache“.  Interessant auch das Essay von David Freches: „Lasst uns wieder leiser werden – vom Umgang der Medien mit Trump & Co.“

Es stellt sich die Frage: „Erfährt der Journalismus eine Renaissance oder macht der Letzte das Licht aus?“ (Steinbrecher/Rager)

Autor: Michael  Steinbrecher: Ist TV-Journalist, ist seit 2009 Professor für Fernseh- und crossmedialen Journalismus an der TU-Dortmund.

Autor: Prof. Dr. Günther Rager war Professor am Institut für Jounalistik der Technischen Universität Dortmund.

Von den beiden Autoren ist auch 2017 das Buch „Meinung Macht Manipulation“  erschienen.

Kurzer Auszug aus dem Covertext (WESTEND Verlag) „Wie viel Vertrauensverlust können sich die Medien noch leisten? Immer mehr Menschen misstrauen den Medien. Was ist der Kern ihres Vorwurfs? Sind Journalisten von oben gesteuert? Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus in Zeiten von Facebook und Fake-News?“  all diesen Fragen gingen Michale Steinbrecher und Günther Rager mit vierzehn jungen Journalisten der TU Dortmund nach.

Alle Bücher sind im Westend Verlag erschienen: www.westendverlag.de