30 Jahre Schauspielhaus Salzburg – und eine Spielzeit, die fragt: Was ist echt?

Foto: © Christa Linossi 2026

Was bedeutet der Titel ECHT JETZT? Für die künstlerische Leitung des Schauspielhaus Salzburg, Sophia Aurich & Alexander Kratzer, ist es kein Motto, sondern ein Anspruch – eine Einladung und ein Versprechen:

„Wir wollen Theater schaffen, das unmittelbar ist, das greifbar bleibt, das im Hier und Jetzt stattfindet – von uns, für Sie, mit Ihnen. In einer Zeit, in der sich die Welt rasant verändert, Wahrheiten hinterfragt und Gewissheiten brüchig werden, sich Identitäten verschieben und politische wie gesellschaftliche Entwicklungen uns täglich fordern, erscheint uns eines besonders wichtig: innezuhalten und hinzusehen. Was ist echt?“

Schauspielhaus Salzburg Foto: © Christa Linossi 2026

Diese neue Spielzeit ist nicht nur ein Auftakt, sondern auch ein Rückblick und ein Geburtstag: Vor 30 Jahren zog die damalige Elisabethbühne in den Petersbrunnhof ein – und wurde zum Schauspielhaus Salzburg. Eröffnet wurde damals mit William Shakespeares „Was ihr wollt“, einem Stück über Liebe, Identität und Rollenbilder. Ein Werk, das sich dem Publikum öffnete – und ein Theater, das seinem Publikum begegnete.

Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt die Bedeutung dieses Ortes: „Fest steht, dass die E‑Bühne demnächst aus einem engen Hinterhofkeller in diesen geschichtsträchtigen Ort, einst Symbol des künstlerischen Widerstands, zieht.“ Was im Kunstfehler im Mai 1996 als Zäsur angekündigt wurde, hat sich über drei Jahrzehnte hinweg theatral entwickelt und gefestigt. Am 12. September 2026 wird dieses Jubiläum in einem Festakt gefeiert – ein Haus, das seine Heimstätte gefunden hat.

Shakespeare als Auftakt – eine Hommage

Die kommende Spielzeit beginnt erneut mit „Was ihr wollt“ – als bewusste Reminiszenz an den Start vor 30 Jahren. Shakespeares Verwechslungskomödie trifft heute wie damals ins Zentrum: Es geht um die immer gleichen Fragen – wen wir lieben und wer wir wirklich sind.

Identität, Rollenbilder und gesellschaftliche Masken

Auch andere Stücke richten den Blick auf Identität und Selbstbilder:

  • Oskar Wildes „Ernst ist das Leben (Bunbury)“ – in der Bearbeitung von Elfriede Jelinek
  • „Orlando“ nach Virginia Woolf
  • „Biedermann und die Brandstifter“ – ein Jugendstück ab 12 Jahren, das die unbequeme Frage stellt, warum wir nicht handeln, obwohl wir längst wissen, was geschieht

Zeitgenössische Stoffe – mitten in der Gegenwart

Die neue Spielzeit greift auch aktuelle Themen auf:

  • „The Sound of Salzburg“ – ein Blick auf Overtourism
  • „under the influence“ oder „die rückkehr der bakchen“ – auf der Suche nach neuen Formen von Rausch und Freiheit

Zum Abschluss – eine pointierte Komödie

Mit „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“ endet die Spielzeit auf der Studiobühne – leicht, pointiert und nah am Alltag.

Mehr als Schauspiel

Das Schauspielhaus Salzburg bietet auch:

  • Lesungen & szenische Lesungen
  • Theater für Schulen und Kindergärten
  • Publikumsgespräche
  • Theaterclub für Erwachsene

Das gesamte Programm finden Sie online unter: www.schauspielhaus-salzburg.at

Aus meiner Sicht

Die Spielzeit 2026/27 öffnet Räume für Identität, Veränderung, Brüche und Aufbrüche. Ich lade Sie ein, einzutauchen und das herauszuholen, was Sie persönlich am meisten anspricht.

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