
Seit Jahrtausenden wandern Lebensmittel, Gewürze und Pflanzen über Kontinente – damals durch Handel, heute durch Menschen, die um die Welt reisen. Kulinarik verbindet Kulturen und macht die Welt kleiner.
Die Salzburger Altstadt zelebriert auch 2026 wieder das Kulinarikfestival eat&meet. Unter dem Motto GRENZEN_LOS lädt das Festival zu einer Entdeckungsreise ein, die weit über den Tellerrand hinausführt. In einer Zeit zunehmender Polarisierung setzt eat&meet bewusst ein Zeichen für Offenheit, Neugier und Gemeinschaft.
Bis zum 28. März 2026 warten 119 Genusserlebnisse darauf, entdeckt zu werden. Kulinarik wird hier als verbindende Kraft verstanden: exotische Zutaten, fremde Aromen und unterschiedliche Traditionen verschmelzen zu neuen Geschmackserlebnissen. Essen wird zum kulturellen Dialog – ein Gegenentwurf zu einer Welt, die vielerorts von Konflikten geprägt ist.
GRENZEN_LOS bedeutet dabei nicht Überfluss oder Aneignung fremder Esskulturen, sondern eine genussvolle Annäherung an Ungewohntes. Es zeigt, wie sich Zutaten und Traditionen gegenseitig bereichern können. Die Welt als Schmelztiegel – eine Metapher für Diversität und Interkultur – wird hier kulinarisch erlebbar.
Frühlingsgefühle im Café Sacher: Fruit Sandos

Mein erster Besuch führte mich am 6. März ins renommierte Café Sacher Salzburg. Dort präsentierte Chef-Pâtissier David Wanderer eine japanische Spezialität: das Fruit Sando, ein fruchtig-cremiges Obstsandwich, das in Japan längst Kultstatus hat.
Wanderer erzählte mir, dass die Idee spontan entstand – beim Stöbern in internationalen Kochbüchern. Serviert wird das Sandwich mit eingelegten weißen Erdbeeren und einer leichten Erdbeersauce. Gefüllt ist es mit frischen Erdbeeren und einer zarten Vanille-Obers-Creme.
Das Ergebnis: leicht, köstlich, optisch ein Blickfang – und ein direkter Sprung in den Frühling.
Das Café Sacher begeistert mit feinster Patisserie und einem Ambiente, das seinesgleichen sucht. Direkt an der Salzach gelegen, lässt sich hier das Leben genießen – ob man nun Süßes oder Herzhaftes bevorzugt.
Buchteln neu gedacht: MUS Café Museum

Mein zweiter Halt war das MUS Café Museum am Residenzplatz – ein charmantes kleines Café mit Blick auf die Mozartstatue. Man könnte fast meinen, Mozart würde lieber hier einen Cappuccino trinken, als starr auf seinem Sockel zu stehen.
Für eat&meet interpretiert das Team rund um Geschäftsführer Thomas Genser die klassische Buchtel neu:
- Orientalische Kichererbse mit Paprika-Gemüseragout und Schafskäse
- Mediterraner Cremespinat mit Räucherlachs-Avocado-Sauce
- Birne–Mango–Schokolade mit einem Hauch Chili
- Klassische Marille mit Vanille-Limetten-Sauce

Ich verkostete die süße Variante – köstlich, überraschend und sehr ausgiebig.
Die Buchteln werden während des Festivals samstags und sonntags frisch zubereitet. Ob sie danach im Programm bleiben, hängt davon ab, wie gut sie angenommen werden.
Der Geschmack der Ferne: Stadtspaziergang mit Johannes Hofmann
Zum Abschluss begleitete ich Johannes Hofmann auf seinem Spaziergang Der Geschmack der Ferne. Dabei ging es um die Frage, wie Exotisches früher nach Salzburg kam und welche Rolle es in der Ernährung spielte.
Die Route führte zu Orten, die noch heute an alte Märkte, Bäckereien, Brauereien und Handelsplätze erinnern. Die historische Palette reichte von:
- römischem Garum – dem „Ketchup“ der Antike
- Wachteleiern und Schwanenbraten bei erzbischöflichen Banketten
- Austern mit italienischem Meersalz
Währenddessen ernährte sich der Großteil der Bevölkerung überwiegend regional, saisonal und vegetarisch. Selbst die Kartoffel hatte eine lange Reise aus Südamerika hinter sich und diente zunächst als Schweinefutter, bevor sie auf unseren Tellern landete.
Diese Führung zeigte eat&meet aus einer völlig anderen Perspektive – historisch, kulturell und überraschend aktuell.
Fazit
eat&meet 2026 ist mehr als ein Kulinarikfestival. Es ist ein Statement für Offenheit, Vielfalt und Genuss. Ein Fest, das zeigt, wie Essen Menschen verbindet – über Grenzen, Kulturen und Zeiten hinweg.
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