
Intendantin und Chefdirigentin Elisabeth Fuchs präsentierte der Presse das Programm der Saison 2026/27 der Philharmonie Salzburg und der Kinderfestspiele – und einmal mehr zeigte sie sich als das, was sie ist: eine Powerfrau, deren fröhliche, ansteckende Art jede Präsentation zu einem Erlebnis macht. Man hat das Gefühl, selbst Teil dieser musikalischen Reise zu sein.
Ihr zentrales Statement bleibt kraftvoll und klar: „Musik ist mehr als Klang und Rhythmus – sie schafft Begegnung, Begeisterung und Bildung.“
Ein neues Zuhause – ein Meilenstein für Salzburgs Musiklandschaft

Bevor das Programm vorgestellt wurde, führte uns Elisabeth Fuchs durch die neuen Räumlichkeiten der Philharmonie Salzburg. 2025 war hier noch Baustelle – heute betritt man einen Probesaal, der ein echtes WOW auslöst. Der Raum ist mit warmem Naturholz gestaltet, duftet nach frischem Holz und vermittelt sofort ein Gefühl von Wohlbefinden.

Mit 1. Mai 2025 wurde ein lang gehegter Traum Wirklichkeit: Die Philharmonie Salzburg hat ihr eigenes Zuhause bezogen. Der Impact auf die tägliche Arbeit ist enorm:
- Künstler:innen haben endlich einen fixen Ort
- das gesamte Team – Notenarchiv, Organisation, Ticket‑Office – arbeitet unter einem Dach
- kurze Wege ermöglichen direkte Abstimmungen
- ein zentrales Archiv schafft Effizienz und Übersicht
Mit dem Haus der Philharmonie Salzburg ist ein nachhaltiges kulturelles Zentrum entstanden, das weit über den Probenbetrieb hinaus wirkt. Es stärkt die künstlerische Infrastruktur des Landes, fördert Nachwuchsarbeit auf höchstem Niveau und schafft langfristige Perspektiven – für Musikschaffende wie für das Publikum.
Die Saison 2026/27 – drei Abos, drei Klangwelten
Elisabeth Fuchs präsentierte anschließend die neue Konzertsaison. Ich gehe nicht auf jedes Detail ein, sondern hebe einige Schwerpunkte hervor.
1. Das 3er‑Abo im Großen Festspielhaus
Ein monumentaler Rahmen für große Klangkörper.
- Oktober 2026: Quadro Nuevo Symphonic – das vielfach ausgezeichnete Ensemble trifft auf Orchester und Chor der Philharmonie Salzburg.
- Jänner 2027: Alpensinfonie – eines meiner persönlichen Highlights.
- Juni 2027: A Symphonic Tribute to the 80s – ein Saisonfinale als musikalische Zeitreise.
2. Das 4er‑Abo im Großen Saal des Mozarteums
Hier widmet sich die Philharmonie dem Herzstück des klassischen Repertoires.
Werke von Brahms, Bach, Beethoven und Fauré werden gemeinsam mit renommierten Solist:innen wie Ariane Haering, Verena Altenberger und Matthias Bartolomey interpretiert.
3. Das 4er‑Abo in der Großen Universitätsaula
Ein facettenreiches Programm zwischen Oper, Chanson, Symphonik und spanischem Temperament.
- Oktober 2026: Carmen – neu erzählt von Frederic Böhle (Opera re:told).
- Dezember 2026: Noël à Paris – Maria Bill interpretiert Chansons der unvergessenen Edith Piaf.
Gastspiele und besondere Formate
- 11. April 2026: Obertauern Symphonic mit Monika Ballwein und dem Chor der Philharmonie Salzburg.
- Berg:Klassik auf der Schlossalm – ein hochalpines Klangerlebnis auf über 2000 Metern, mit Werken von Wagner, Saint‑Saëns und Brahms sowie Jungstar Erich Maier an der Violine.
- 1. Oktober 2026: erneute Einladung in die Elbphilharmonie – ein Höhepunkt für jedes Orchester.
Musikvermittlung & Nachwuchsarbeit – „Zeig dein Talent 2026“
Der beliebte Contest geht in die vierte Runde. Unter der Leitung von Elisabeth Fuchs können Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren aus ganz Österreich und Bayern zeigen, was in ihnen steckt – in den Kategorien:
- Tanz
- Gesang
- Instrument
- Band
- Ensemble
- Schauspiel
- Poetry Slam
- Rap
Infos und Einreichung: http://www.zeigdeintalent.at Einsendeschluss der Videos: 1. Mai 2026
Meine Highlights:
Die Alpensinfonie mit Reinhold Messner ist für mich ein besonderes Highlight. Messner ist weit mehr als ein Bergsteiger – er ist ein Philosoph der Berge, ein Mensch, der über Grenzerfahrungen, Verantwortung und Natur mit einer Klarheit spricht, die berührt. Wenn Reinhold Messner als Sprecher auf Richard Strauss‘ epische Tondichtung trifft, gibt diesem Werk eine Präsenz und eine zusätzliche Dimension: Sie verbindet musikalische Erzählkraft mit gelebter Bergsteigerphilosophie. Eine Begegnung zweier Welten, die sich gegenseitig stärken.
Maria Bill die Edith Piaf nicht kopiert, sondern verkörpert, ist ein weiteres Highlight für mich. Ihr Programm „Noël à Paris“. Ich liebe Edith Piaf – ihre Stimme, ihre Brüche, ihre Intensität. Maria Bill gelingt es, mit Respekt Edith Piaf zu interpretieren, ihre Welt nicht zu imitieren, sondern neu zu öffnen. Hier handelt es sich um Tiefe und auch einer eigenen künstlerischen Handschrift. Ein Abend, der nicht nur musikalisch, sondern auch emotional nachklingen wird.
Meine Highlights – Reinhold Messner in der Alpensinfonie und Maria Bill als Edith Piaf – sind dramaturgisch perfekt, weil sie zwei völlig unterschiedliche emotionale Räume öffnen.
Mein persönliches Highlight war Elisabeth Fuchs selbst. Sie führt die Philharmonie Salzburg mit einer Mischung aus Energie, Bodenständigkeit und echter Menschlichkeit, die in der Kulturszene selten geworden ist. Während manche sie dafür kritisieren, dass sie Klassik und Pop verbindet, sehe ich darin ihre größte Stärke: Sie öffnet Türen. Sie macht Musik verständlich, zugänglich und lebendig – für alle, nicht nur für ein elitäres Publikum.
Sie baut Brücken zwischen Klassik und Pop. Zwischen Profis und Publikum. Zwischen Tradition und Gegenwart. Zwischen Anspruch und Zugänglichkeit.
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