„Liebe, Lärm, Leitungen: Die Festspiele 2026 im Umbruch“

Großes Festspielhaus Foyer mit Kunstwerken von Robert Longo
© Salzburger Festspiele / Luigi Caputo

Die Salzburger Festspiele bereiten sich auf den Sommer 2026 vor – und diesmal ist vieles anders. Das Festspielhaus befindet sich mitten im Umbau: Ein neues Besucherzentrum entsteht, weitere bauliche Maßnahmen folgen. Doch eines bleibt unverrückbar: Die Festspiele finden statt.

Auch heuer begleitet ein Skandälchen den Weg zur Programmsaison. Intendant Markus Hinterhäuser erhielt vom Kuratorium die „Gelbe Karte“, nachdem er die Leitung der Schauspielsparte im Alleingang besetzen wollte – mit Karin Bergmann, die gar nicht am Bewerbungsverfahren teilgenommen hatte. Seitdem herrscht in Salzburg eine Mischung aus Aufregung und Erwartung. Am 26. Februar fällt die nächste Entscheidung. Doch lassen wir die Personaldebatte ruhen und wenden uns dem zu, worum es eigentlich geht: der Kunst.

171 Aufführungen, 45 Tage, 19 Spielstätten – und ein zentrales Thema: die Liebe

2026 widmen sich die Festspiele einem großen, alten, immer neuen Motiv: der Liebe. Die Protagonist:innen erforschen das Ich, die Begegnung mit dem Anderen, die Macht des Herzens gegen die Ratio. Intuition, Gefühl, Selbstverortung – ein Panorama unterschiedlichster Formen der Liebe zieht sich durch Oper, Schauspiel und Konzert.

Oper – ein weiter Bogen von Carmen bis Messiaen

Auf dem Spielplan stehen unter anderem:

  • Carmen
  • Ariadne auf Naxos
  • Saint François d’Assise
  • Il viaggio a Reims
  • Così fan tutte
  • Lucio Silla (semiszenisch)
  • Passion, Werther, Der Prinz von Homburg (konzertant)

Schauspiel – Klassiker, Zeitgenössisches und neue Perspektiven

  • Jedermann
  • De Profundis
  • Faust I
  • Schnee von gestern, Schnee von morgen
  • Europa
  • Der Menschenfeind unter Tieren

Lesungen

  • Wunschloses Glück
  • Ingeborg Bachmann. Wer?
  • Winterreise

Konzerte – von der Ouverture spirituelle bis zu den Mozart-Matineen

Die Palette reicht von geistlicher Musik über die Wiener Philharmoniker bis zu Kammermusik, Liederabenden, dem Young Conductors Award und dem Young Singers Project.

JUNG&JEDER – ein Herzstück der Festspiele*

Besonders hervorheben möchte ich wieder JUNG&JEDER* – ein Programm, das Kinder und Jugendliche an die hohe Kunst heranführt. Seit 2021 wächst dieses Format kontinuierlich und erreicht mittlerweile das gesamte Bundesland.

2026 umfasst das Programm:

  • 57 Vorstellungen
  • zahlreiche Schulprojekte
  • mobile Produktionen, die von Abtenau bis Zell am See unterwegs sind
  • Workshops und Einführungen
  • Operncamps im Schloss Arenberg

Das Schauspielhaus Salzburg ist seit 2022 ein fixer Spielort. Am 26. Juli 2026 feiert dort die Kinderoper King Arthur Junior Premiere – eine Neukomposition von Gordon Kampe nach Purcell.

Auch die mobile Produktion Holle reist wieder durchs Land und bringt Oper in die Klassenzimmer und Kulturzentren. So erreicht die Kunst auch jene jungen Menschen, die sonst kaum Zugang dazu hätten.

Staging Realities – The Living Archive

Über die 208 Aufführungen hinaus realisiert das Archiv der Festspiele vier Projekte unter dem Titel STAGING REALITIES – THE LIVING ARCHIVE. Die Siemens Fest>Spiel>Nächte zeigen zwischen 25. Juli und 30. August wieder tägliche Public Screenings auf dem Kapitelplatz.

Fazit

2026 wird ein Festspieljahr zwischen Baustelle und Bühne, zwischen Skandal und Kunst, zwischen Ratio und Gefühl. Ein Jahr der Liebe – und ein Jahr, in dem die Festspiele einmal mehr zeigen, wie vielfältig, mutig und weitreichend ihr Programm ist.

https://www.salzburgerfestspiele.at/

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