
Das Museum der Moderne Salzburg präsentierte sein Jahresprogramm 2026 – und es verspricht ein dynamisches, vielfältiges Ausstellungsjahr, das den aktuellen künstlerischen Zeitgeist präzise einfängt. Die Saison startet am 1. April 2026 mit einem der bedeutendsten Künstler unserer Zeit: Georg Baselitz, Wahl-Salzburger und international gefeierter Maler.
Georg Baselitz – Zwei Ausstellungen, zwei Blickwinkel
MdM Mönchsberg: 1.4.–18.10.2026 Rupertinum: 3.7.–4.10.2026
Anlässlich seines 88. Geburtstags widmet das Museum der Moderne dem Künstler gleich zwei Ausstellungen an beiden Standorten.
- Am Mönchsberg stehen die späten, großformatigen Gemälde der letzten zehn Jahre im Mittelpunkt – darunter auch ganz neue Arbeiten. Besonders die eindrucksvollen Doppelporträts reflektieren Themen wie Alter, Verletzlichkeit, Vergänglichkeit und die Biografie des Künstlers sowie seiner Frau Elke.
- Im Rupertinum liegt der Fokus auf frühen grafischen Arbeiten, in denen Baselitz sich mit deutscher Geschichte, Identität und dem Künstler‑Ich im geteilten Deutschland auseinandersetzt. Die Präsentation folgt erstmals der Struktur seiner vier Manifeste aus den 1960er‑Jahren.
- Ein kraftvoller Auftakt in das Ausstellungsjahr.
Stano Filko – Eine umfassende Retrospektive
MdM Mönchsberg: 3.4.2026–7.2.2027
Zeitgleich eröffnet das Museum eine große Retrospektive des slowakischen Künstlers Stano Filko, einer der visionärsten Figuren der mitteleuropäischen Neo‑Avantgarde.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus allen Schaffensphasen:
- frühe Malereien
- konzeptuelle Experimente
- begehbare Environments
- materialreiche Assemblagen
- großformatige Skulpturen
Filko entwickelte ab den 1960er‑Jahren in Bratislava eine progressive künstlerische Praxis, die ihm internationale Anerkennung einbrachte. 1982 floh er vor dem totalitären Regime in die USA und lebte mehrere Jahre in New York. Die Retrospektive würdigt sein vielschichtiges, radikales Werk in seiner ganzen Breite.

Charlotte Perriand – Moderne leben Rupertinum: 1.5.–19.9.2026
Im Mai widmet das Museum der Moderne der französischen Architektin und Designerin Charlotte Perriand die erste große Retrospektive in Österreich.
Unter dem Titel „Moderne leben: Design, Fotografie, Architektur“ zeigt die Ausstellung:
- Möbel‑ und Designobjekte
- architektonische Konzepte
- fotografische Arbeiten
Perriands Denken war von Anfang an ganzheitlich: Architektur, Design und Fotografie verschmolzen bei ihr zu einem umfassenden Lebens‑ und Gestaltungskonzept. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit den Kunstmuseen Krefeld und der Fundació Joan Miró in Barcelona.
Weitere Ausstellungen 2026
GENERATOR #5 – Georgia Gardner Gray Rupertinum: 3.7.–4.10.2026
Die in New York geborene Künstlerin gehört zu den spannendsten jungen Malerinnen unserer Zeit. Ihr Werk umfasst figurative Malerei und performative Elemente. Die Reihe GENERATOR präsentiert jährlich junge Positionen – 2026 steht Gardner Gray im Mittelpunkt.
Neugier im Fluss – Salzburger Kunst zwischen Aufbruch und Erinnerung
MdM Mönchsberg: 2.10.2026–4.4.2027
Diese Ausstellung versammelt Künstler:innen mit Salzburg‑Bezug und untersucht Themen wie Landschaft, Berge, Wasser, Aufbruch und Erinnerung. Erwartet werden überraschende Brüche, neue Blickwinkel und Perspektiven, die über gewohnte Grenzen hinausgehen.
Workshops, Vermittlung & Programme für Kinder und Jugendliche
Auch 2026 setzt das Museum der Moderne auf ein breites Vermittlungsangebot:
- Miniatelier (3–5 Jahre)
- Atelier 6+ (6–10 Jahre)
- Workshops in allen Schulferien
- CRASHKURS für Jugendliche – nach dem erfolgreichen Start 2025 wieder mit zwei Kursblöcken im Frühjahr und Herbst
Die jungen Teilnehmer:innen tauchen in die Themenwelten verschiedener Künstler:innen ein und können im Atelier frei experimentieren.
Ausblick
2026 wird ein spannendes, vielschichtiges Jahr im Museum der Moderne Salzburg. Ein Jahr, das dazu einlädt, sich einzulassen, zu entdecken, zu staunen — oder wie das Museum selbst sagt:
Lassen wir uns einfach hineinfallen.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.