ANTONY GORMLEY EARTH BODY

zu sehen in der GALERIE THADDAEUS ROPAC in Salzburg  bis 12. Mai 2018:

 

Antony Gormley in der Galerie Ropac / Foto: Christa Linossi

 Einer meiner Lieblingskünstler wird zur Zeit wieder in der Galerie Thaddaeus Ropac in Salzburg ausgestellt.

Seit Jahren fasziniert mich der Künstler Antony Gormley. Erstmals aufmerksam wurde ich auf ihn 2003, als Graz die Kulturhauptstadt war. Sein Thema für 2003 war „Himmelschwer“, hier handelte es sich um eine Transformation der Schwerkraft. Der Künstler konzipierte die Installation so, dass es unvergesslich im Kopf des Betrachters hängen bleiben musste. Die Skulpturen aus lebensgroßen Abgüssen (massives Gusseisen) eines menschlichen Körpers hangen als menschliche Skulpturen kopfüber bzw. zusammengerollt am Boden liegend im hermetischen Hof des Kulturzentrum Minoriten in  Graz.

Im Mittelpunkt seines Schaffens steht immer wieder die menschliche Figur, die er, ausgehend von seinem eigenen Körper, stets in eine neue skulpturale Konstellation als Einzelfigur oder in größeren Gruppen präsentiert. Gormley ist auch ständig auf der Suche nach Formen eines neuen Kunstwerkes.

Des weiteren zeigen seine Projekte auch den Versuch, die Anfänge von Land ART aus den 1960er- und 1970er Jahren in eine neue Dimension zu führen.

2010 fiel er mir mit seinem Projekt HORIZON FIELD, ein einzigartiges Landschaftsprojekt, in Vorarlberg auf. HORIZON FIELD bestand aus einhundert lebensgroßen Skulpturen, welche über ein Gebiet von 150 Quadratkilometer in Vorarlberg in den Bergen verteilt waren und eine horizontale Linie auf 2039 Metern über dem Meeresspiegel bildeten. Ein einmaliges Kunstprojekt im Gebirge, welches sich vom Bregenzerwald bis in das Arlberggebiet erstreckte.

2018 nun in der Villa Kast Galerie Thaddaeus Ropac, wo seine geodätischen Erdmodelle (= sind geometrisch-physikalische Idealkörper) EARTH BODY  in den klassischen Innenraum der Villa Kast installiert wurden. Die Skulpturen sind in Eisen gegossen, sozusagen das gleiche Material, das den Kern der Erde bildet. Für den Künstler gilt die Körperhaltung als „die Sprache vor der Sprache“ und somit lädt der Künstler den Betrachter ein, eine Reihe von emotionalen Schwingungen einfühlsam auf das Werk zu projizieren.

Betrachtet man meine aufgenommenen Bilder, so hat man den Eindruck, als würde die Skulptur sagen: „bitte lasse mich in Ruhe, ich habe Angst vor dir“. Das zweite Bild drückt ebenfalls eine gewisse Emotion aus;  als würde die Skulptur vorsichtig um die Ecke schauen, ob keine Gefahr davon ausgeht, hier weiterzugehen. Seine Skulpturen in dieser Ausstellung, könnte man meinen, kommunizieren mit dem Betrachter.

Antony Gormley in der Galerie Ropac / Foto: Christa Linossi

Antony Gormley in der Galerie Ropac / Foto: Christa Linossi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Earth Body setzt eine Untersuchung fort, die Gormley vor über 40 Jahren begonnen hat und die fragt, wo sich Mensch, menschlicher Geist und menschliches Gefühl in einer sich entfaltenden Welt einfügen.

Antony Gormley wurde 1950 in London geboren. Er ist deutscher und irischer Abstammung, wuchs in Dewsbury Moor in West Yorkshire auf. Er studierte am Central Saint Martins College of Art an Design. Seine bekannteste Plastik ANGEL OF THE NORTH  befindet sich bei Gateshead. Gateshead ist eine Stadt in Tyne and Wear im Nordosten von England.

Seine Arbeiten wurden in Großbritannien und international mit Ausstellungen im Long Museum, Shanghai (2017), ausgestellt. Forte di Belvedere, Florenz (2015); Zentrum Paul Klee, Bern (2014); Centro Cultural Banco do Brasil, São Paulo, Rio de Janeiro und Brasilia (2012); Deichtorhallen, Hamburg (2012); Staatliche Eremitage, St. Petersburg (2011); Kunsthaus Bregenz, Österreich (2010); Hayward Gallery, London (2007); Malmö Konsthall, Schweden (1993) und Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark (1989). Als Langzeitanzeige ist der Model Room derzeit bis 16. September 2018 in der Tate Britain, London, zu sehen.

Gormley hat auch an großen Gruppenausstellungen wie der Biennale in Venedig (1982 und 1986) und der documenta 8 in Kassel (1987) teilgenommen. 1997 wurde er zum Offizier des Britischen Empire (OBE) ernannt und in der Neujahrsliste des Jahres 2014 zum Ritter geschlagen.

Antony Gormleys Ausstellungen sind immer wieder sehenswert, ein Künstler, den man sich merken sollte.

https://www.ropac.net/contact/salzburg-villa-kast