documenta 14

documenta 14
Von Athen lernen  

Athen   08. 4. – 16. 7.2017
Kassel 10. 6. – 17. 9.2017

Seit der Gründung der documenta 1955 ist die Stadt Kassel Gastgeberin der Ausstellung. Die documenta war im Laufe ihrer dreizehn Ausgaben Gastgeberin zahlreicher Künstlerinnen und Künstler sowie anderer Kulturschaffender aus aller Welt.

2017 wird die documenta 14 einen zweiten Schauplatz, nämlich – Athen – einführen und damit Kassel und die griechische Hauptstadt zu gleichberechtigten Ausstellungsorten machen. Die documenta wird damit ihre unangefochtene Position als Gastgeberin zugunsten einer anderen Rolle ruhen lassen: der Rolle des Gastes in Athen. Künstlerischer Leiter der documenta 14 wird Adam Szymczyk sein.

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Adam Szymczyk, © Foto: Nils Klinger

Es hängt mit der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation in Europa und weltweit zusammen, die künstlerisches Handeln motiviert. Es erscheint auch als notwendig, dass sich in der documenta 14 die greifbaren Spannungen zwischen Norden und Süden – die in der zeitgenössischen kulturellen Produktion reflektiert, artikuliert und gedeutet wird – manifestiert. Die documenta 14 besteht diesmal aus zwei Durchläufen, die sich zeitlich und räumlich in einem dynamischen Gleichgewicht befinden. Auch die Distanz zwischen Kassel und Athen wird die Erfahrung der Besucherinnen und Besuchern der documenta 14 grundlegend beeinflussen. Beide weit voneinander entfernten Ausstellungen erzeugen eine geografische und mentale Verschiebung, die ein Gefühl des Verlustes und der Sehnsucht auslösen und so die Wahrnehmung der Ausstellung abwandeln wird. Dies wiederum wirkt Vorstellungen von Verwurzelungen entgegen und widerspricht der Annahme, dass eine solche Ausstellung nur als eine Einheit von Handlung, Ort und Zeit bestehen kann und hinterfragt auch diesen Status quo und wird somit auch versuchen, eine Vielzahl von Stimmen zwischen und jenseits der beiden Städte einzubeziehen. Aufgrund des Standpunktes der Metropole am Mittelmeer, stehen sich Afrika, Naher Osten und Asien gegenüber und so öffnet sich die documenta 14 über den europäischen Kontext hinaus. Die unterschiedlichen und auseinanderstrebenden Standorte und soziökonomischen Rahmenbedingungen von Kassel und Athen werden sich auf den Entstehungsprozess der Ausstellungen auswirken und zugleich jedes einzelne Kunstwerk inspirieren und prägen.

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler werden eingeladen, ihre Arbeiten innerhalb der Dynamik zwischen den beiden Städten zu konzipieren und zu produzieren.

Weiteres ist geplant, dass die documenta 14 im April 2017 in Athen und zwei Monate später, am 10. Juni 2017 in Kassel eröffnet wird. Die Ausstellungen werden als unabhängige Projekte für diverse markante Standorte in Athen und Kassel entwickelt, wo sie sich inhaltlich einander beeinflussen ohne sich formal zu wiederholen.

Marina Fokidis gab erstmals South as a State of Mind von 2012 bis 2014 heraus (http://southasastateofmind.com/) Somit wird South temporär zum Magazin der documenta 14 von 2015 bis 2017 in Athen und Kassel. Die Online-Ausgaben des d14 South, herausgegeben von Quinn Latimer und Adam Szymczyk. http://www.documenta14.de/de/south/

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Ich werde die documenta 14 bis zur Eröffnung verfolgen und immer wieder in meinem Blog darüber berichten. Wir dürfen gespannt sein, was sich hier bewegen wird.