BRUCHLANDUNGEN

Ich reagiere mit einer künstlerischen Arbeit!

experimental photo work by © Christa Linossi 2022 – From the series „view in the future“
Career is possible, step by step up the ladder rungs!!

Crash landings are used to collect yourself and continue to pursue the goal with full force. Working on yourself and staying authentic are the prerequisites for a career.

Bruchlandungen dienen dazu, sich zu sammeln und mit voller Kraft das Ziel weiterverfolgen. An sich zu arbeiten und authentisch zu bleiben sind die Voraussetzungen für eine Karriere.

„TURMSCHATTEN“

Ein fesselnder Polit-Thriller über drei Neonazis von Peter Grandl

Politkrimi von Peter Grandl / Foto: (c) Christa Linossi

dieser Thriller ist bereits im Jahr 2020 in gekürzter Form bei der Eulenspiegel Verlagsgruppe erschienen. Jedoch hat dieser Thriller bei Leser: innen einen enormen Erfolg gebracht, sodass der Piper Verlag diesen Thriller als überarbeitete Neuausgabe und in ungekürzter Form im Juli 2022 neuauflegte.Dieser Thriller hat es in sich. Es ist nicht nur ein Thriller, sondern auch ein Buch mit viel realem Hintergrundwissen gespickt. Hauptakteur dieses Romans ist Ephraim Zamir, ein Jude, der die Todesmaschinerie Auschwitz überlebte, den die Erinnerung an die Zeit, an den Tod seiner gesamten Familie ihn Tag für Tag quälte. In einer kleinen normalen Stadt erwarb er ein Grundstück mit dem Turm und hatte keine Ahnung was sich hier 1945 abspielte. Er baute den Turm um, die Einwohner dieser Stadt hassten diesen Turm und empfanden ihn als Schandfleck. Es beginnt mit einem Prolog DER TURM aus dem Jahr 1945, pendelt dann zwischen den 80iger und 90iger Jahren zu Rückblicken und geht dann wieder über ins Jahr 2010, wo der Thriller eigentlich stattfindet. Peter Grandl recherchierte dafür mehrere Jahre lang über die rechtsradikale Szene, über jüdisches Leben in Deutschland und die Macht der Medien. Er begleitete auch Polizeieinsätze und kann dadurch auch authentisch aus den jeweiligen Milieus berichten.

Ein Thriller, der die Grenzen zwischen Gut und Böse aufhebt.

Thriller-Leser kommen bei dieser Lektüre voll auf ihre Kosten. Nach Rücksprache mit dem Autor, für einen Thriller bräuchte es keine 600 Seiten, (sollte dies Leser eventuell abschrecken!) aber er wollte die realen Hintergründe in diesen Roman einfließen lassen, um den Leser darauf auch hinzuweisen, dass nichts so ist, wie es oft scheint. 

grandl-peter- © Proxenos GmbH

DER AUTOR

Peter Grandl, geboren 1963, war als Filmregisseur sowie als Marketingleiter bei Senator Film tätig. Er rief die Musiker-Plattform AMAZONA.de ins Leben und ist bis heute als Chefredakteur für das Magazin tätig.  In seiner Freizeit hält er sich am liebsten in den Bergen auf (hier kann er Kraft tanken für neue Visionen) oder produziert im eigenen Studio elektronische Musik.

Erschienen Juli 2022 als neuüberarbeitete Auflage im:

PIPER Verlag GmbH, München 2022, ISBN 978-3-492-06321-0

„Köpferl im Sand“

ist der legendäre Song von Arik Brauer, der heute genauso gültig ist wie in den 70iger Jahren, wo er den Song ins Leben rief.

Skulptur „Köpferl im Sand“ Arbeit von Christine A Eichinger / Foto: (c) Christine Eichinger

Dieser Song wurde – von der Berufsvereinigung der Bildenden Künstler – für eine Hommage an ihr verstorbenes Ehrenmitglied Arik Brauer gewählt und so entstand diese Ausstellung.

Die Sängerin (Tochter von Arik Brauer) Timna Brauer eröffnete gemeinsam mit Mag. Gottfried Riegler-Cech (Otto-Mauer-Zentrum Wien) die Ausstellung.

Arik (Bild) und Timna Brauer Foto: (c) Maria Santner

Kurze Information, bevor ich auf die Künstler: innen der Ausstellung eingehe, zum Song von Arik Brauer.

Der Song „Sein Köpferl im Sand“ https://youtu.be/hDeFYKmgePQ war der Hit in den 70iger Jahren und war aber auch gleichzeitig ein beinhartes Protestlied, welches sich nicht gegen eine bestimmte Gruppe richtete, sondern gegen Jedermann der sich betroffen fühlte. Arik Brauer war ein großer Humanist und als Frauenaktivist bekannt und widmete sich in seinen Werken sowohl historischen als auch aktuellen Themen. Ein Zitat von Brauer: „In der Malerei ist der Mensch, wie ja auch bei der Handschrift, nicht im Stande, den Leuten etwas vorzumachen. […] Deshalb ist Malerei die Stunde der Wahrheit“.

Somit widmeten die Mitglieder der Berufsvereinigung (BV) der bildenden Künstler Österreichs eine Hommage an Arik Brauer dem Universalkünstler, der im Vorjahr verstorben ist.  Man würdigte ihn auch als erzählenden Maler der Schule des Wiener Phantastischen Realismus. Auch er war seit den 50er Jahren Mitglied der Berufsvereinigung (BV) der bildenden Künstler Österreichs. Arik Brauer gestaltete neben Bildern auch Bühnenbilder, Hausfassaden, Mosaike, Plastiken, war aber auch Autor, Komponist, Musiker, Tänzer.

Ausgestellt wurden Arbeiten von 18 Mitgliedern, die sich mit sehr unterschiedlichen Darstellungsmitteln und- techniken zu den aktuellen Themen Stellung bezogen, vor denen viele ihren Kopf auch in den Sand steckten: Klimakrise, Verlust an Artenvielfalt, Vogelstraußpolitik, Tussi-Urlaub, Steinköpfe, Pandemie, Krieg und Elend.

Ausstellende Künstler: innen:

Irene Bergner-Oberndorfer, Gabriele Bina, Annemarie Bock, Christian Eichinger, Christine A Eichinger, Parizad Farzaneh, Vihar Georgiew, Marianne Hirschbichler, Walter Kanov, Gerhard Knolmayer, Beatrix Kutschera, Yoly Maurer, Christiane Molan, Panto Trivkovic, Petra Traxler-Pilgram, Natascha Walker, Leszek Wisniewski, Berthild Zierl.

Es waren interessante Ansätze und Aspekte zum Thema „Köpferl im Sand“ wo ich mir ein paar Arbeiten herauspikte:

Die Arbeit von Christine A Eichinger zum Beispiel, ist eine gelungene Skulptur, die sich kopfüber in den Sand stürzt, um von den ganzen Problemen, die zurzeit im 21. Jahrhundert herrschen, nichts mitzubekommen. Es ist mehr oder minder eine Flucht in den Sand, um auch keinen Beitrag leisten zu müssen. Wenn ich nichts höre, nichts sehe, dann bin ich aus dem Spiel heraus.

Skulptur „Köpferl im Sand“ Arbeit von Christine A Eichinger / Foto: (c) Christine Eichinger

Christian Eichingers Porträt des Künstler Arik Brauer, treffend realistisch gemalt. Er stellt Arik Brauer, eben den Universalkünstler, der nicht nur seine Bilder zum Ausdruck bringen konnte, sondern auch seine Songs eine Herausforderung sind oder waren, so dar, wie er war.

Portrait ArikBrauer_ von Christian Eichinger Foto: (c) Christian Eichinger

Eine weitere Arbeit die mir auch gut gefiel, ist die Arbeit von Petra Traxler-Pilgram. Mit wenigen Strichen drückt sie das Thema „Köpferl im Sand“ perfekt aus. Die Figuren wie ein Hampelmann zusammengesetzt. Hampelmann deshalb, weil es immer wieder einen anderen Blickwinkel ergeben kann.

Traxler-Pilgram Petra Vogelstrausspolitik Collage und Tinte auf Papier 50x50cm 2020 (003) Foto: (c) Petra Traxler-Pilgram

Interessant ist auch die Arbeit von Gerhard Knolmayer. Seine Arbeit mit dem Titel „Blue Pacific – Rising High!“ ist die Thematisierung des Anstieges der Meere und die damit verbundene Überflutungsgefahr von niedrig gelegenen Landmassen, die sich in den Fluten verlierenden Sands verwischen. 

Gerhard Knolmayer „Blue Pacific – High Rising“ Foto: Gerhard Knolmayer

Die Ausstellung läuft noch bis zum 2. Februar 2023 im Otto-Mauer-Zentrum. Aus organisatorischen Gründen bittet das Otto-Mauer-Zentrum um telefonische Vereinbarung eines Besuchstermins unter der Telefonnummer: 0043 664 8859 3864

Feminist Futures Festival

1 Festival – 3 Städte Berlin – Warschau – Salzburg

In Salzburg vom 25. November bis 2. Dezember 2022

In der SZENE Salzburg findet erst- und einmalig das Feminist Futures Festival statt. Konzipiert ist das Festival, das zuerst in Berlin, anschließend in Warschau und Ende November in Salzburg veranstaltet wird, ist eine Reise durch verschiedene Teile Europas. Einige der eingeladenen Künstler*innen werden in alle drei Städte präsent sein, dort jeweils ihre Stücke zeigen und auch an dem partizipativ-diskursiven Format Feminist School teilnehmen, wodurch ein feiner roter Faden zwischen den drei teilnehmenden Kulturinstitutionen und ihren jeweiligen Ausgaben des Feminist Futures Festival gespannt wird.

Das Programm für SZENE Salzburg wurde gemeinsam mit den apap-Partner Institutionen InSzPer Warschau und der Tanzfabrik Berlin erarbeitet. Die inhaltliche Ausrichtung des Programms zielt dabei nicht auf eine einzelne feministische Fragestellung, sondern wurde nach feministischen Prinzipien erstellt. Dahinter steht der Wunsch, kulturelle Institutionen und deren Arbeitsweisen in Hinblick auf Entscheidungsprozesse, gängige Hierarchien, Diversität, Inklusion und Machtkonstellationen kritisch zu hinterfragen.

Aus dieser mehrmonatigen, bereichernden Zusammenarbeit ist ein Festival in drei Ausgaben entstanden. In Salzburg gibt es an acht Tagen künstlerische Beiträge von Ana Dubljević, Jule Flierl, Milla Koistinen, Anne Lise Le Gac, Sergiu Matis, Harun Morrison und Muna Mussie zu sehen.

Parallel zum Performanceprogramm hostet die SZENE Salzburg die Feminist School, die von 23. bis 26. November in und rund um die Stadtgalerie Lehen stattfindet. Die Feminist School versteht sich als Ort gemeinsamen Lernens und der Begegnung zwischen unterschiedlichen Vorstellungen und gelebten Erfahrungen von Feminismus; als ein Ort, an dem eine Vielzahl von Ausdrucksformen, wie diese Prinzipien verkörpert, geteilt und praktiziert werden können, in einen Dialog treten und sich gegenseitig informieren und befruchten.

Diese Aufführung, die ich hier herausgefiltert habe, könnte sehenswert sein!

Milla Koistinen Magenta Haze Fr 25. & Sa 26.11. 19:30

In Milla Koistinens jüngster Arbeit ist das Publikum eingeladen, den Raum zu betreten und die intrinsische Choreografie zu betrachten, die aus dem Spiel der Performer*innen mit großen bunten Objekten entsteht. Die von der bildenden Künstlerin Sandra E. Blatterer geschaffenen, mit Luft befüllten Objekte nehmen unterschiedliche Formen und Bedeutungen an und lösen vielfältige Assoziationen aus, während die Performer*innen ihre materiellen, taktilen und akustischen Qualitäten erkunden.

Weitere Infos: szene-salzburg.net.

THE GAME IS OVER

SAMUEL FOSSO

einer der renommiertesten zeitgenössischen Fotografen aus Afrika: zu sehen im MUSEUM DER MODERNE SALZBURG

Samuel Fosso (*1962 Kumba, CM-Bangui) zählt zu den renommiertesten zeitgenössischen Fotografen Afrikas.

Fotokünstler Samuel Fosso im MdM / Foto: © Christa Linossi 2022

Die Generali Foundation präsentiert in Kooperation mit dem Museum der Moderne Salzburg eine große Retrospektive des aus Kamerun stammenden und in Bangui, Zentralafrika und in Paris lebenden Fotokünstlers Samuel Fosso. Sein Werk wird erstmals umfassend in Österreich gezeigt und ist eine seiner ersten Personalen im deutschsprachigen Raum.

In Kamerun geboren, verbrachte Samuel Fosso seine Kindheit zunächst in Nigeria. Nach dem Biafra-Krieg zog er nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.

Im Alter von 13 Jahren begann er mit einer kurzen Lehre in der Fotografie und gründete 1975 sein eigenes Studio für Porträtfotografie. Der Erfolg seines Studios beruhte auf seinem Gespür für Mode und Ästhetik und seinem Talent, seine Kunden_innen zu ermutigen, ihren persönlichen Stil zu zeigen. Dieses Studio führte er bis 2014.

Samuel Fosso „70`s Lifestyle 1975-1978 / Foto: © Christa Linossi

Mitte der 1970er- Jahre gab er der afrikanischen Studiofotografie jedoch eine neue Wendung. Er spielte mit Identitäten und sein zentrales Kennzeichen, sind seine selbst inszenierten Selbstporträts, die er explizit in eine eigenständige Form, als theatralisches Selbstportrait entwickelte und sukzessive verfeinerte.

Er stellte sich selbst vor die Kamera und inszenierte sich, inspiriert von westafrikanischer und afroamerikanischer Musik, Jugendkultur und politischer Rebellion, in engen Hemden, extravaganten Schlaghosen und Plateauschuhen sowie mit ausgefallenen Requisiten in freien, ungezwungenen Posen.

Fossos Selbstporträts basieren auf einer selbstbewussten Haltung; sie sind Ausdruck einer Suche nach neuen Identitätskonzepten nach der frühen Zeit des postkolonialen Umbruchs in den 1960er-Jahren und zugleich eine Geste der Befreiung von dem Leid, dass er als Flüchtling in Nigeria und unter dem repressiven Bokassa-Regime in der Zentralafrikanischen Republik erfahren hat.

Samuel Fosso „Africa Spirits“ Foto: © Christa Linossi

Fosso scheut auch nicht in die Rolle von Politikern zu schlüpfen. So stellte er Nelson Mandela dar. Oder er schlüpfte in die historische Figur Mao Tse-tung und widmete sich somit den komplexen Beziehungen zwischen China und Afrika in der Gegenwart.

Samuel Fosso „Emperor of Africa“ Foto: © Christa Linossi

Mao war bekannt dafür, Bilder zu Propaganda Zwecken zu manipulieren und hatte damit großen Einfluss auf die visuelle Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Serien die Sie in der Ausstellung sehen können: Black Pope aus dem 2017, Emperor of Africa 2013, African Spirits 2008, 70’s Lifestyle 1974-1978, Le reve de mon grand-père 2003, Mémoire d’un ami 2000, Tati 1997.

Samuel Fosso „Black Pope“ Foto: © Christa Linossi

Bekannt wurde der Künstler mit den ausdrucksstarken Schwarz-Weiß Selbstporträts unter dem Titel:  70’s Lifestyle (1975-1978) 1994 die auf Initiative des französischen Fotografen Bernard Descamps zum ersten Mal auf der Eröffnungsausgabe der Bamako Encounters – African Biennal of Photography ausgestellt wurden.

Eine Ausstellung die sehenswert ist.  

Winterfest22

Festival für zeitgenössische Circus Kunst in Salzburg

Le-Ptit-Cirk Foto: © Guillaume-de-Smedt
1_Team-Winterfest-2022 Foto (c) Magdalena-Lepka

2001 wurde das Winterfest von Georg Daxner gegründet. Er wollte den Salzburger Volksgarten mit Kunst und Vergnügen beleben. So ist das Winterfest eine wirkliche Vision geworden, geschaffen eines außergewöhnlichen Mannes, der das Träumen nie aufgab.

Seine erste Begegnung war mit Cirque Nouveau in Krems, wo er so ergriffen war, dass er den zeitgenössischen Circus einfach nach Salzburg mitnahm und auf eigenes finanzielles Risiko, mit allen verbundenen Konsequenzen und es durchzog, diesen Zirkus immer im Dezember zu installieren.

Am 11. Oktober 2014 verunglückte er bei einer Bergtour am Salzburger Untersberg. Jedoch dieses Festival wurde weitergeführt und war und ist nach wie vor ein fester Bestandteil der Salzburger Kunstszene.

Ein Grundsatz von Georg Daxner war: „Kunst ist nur dann legitim, wenn sie langfristig berührt, wenn sie beglückt, traurig macht oder bestürzt. Denn Kunst ist, was bleibt.“

Wir haben nun das Jahr 2022 und das Winterfest vom 01.12.2022 – 08.01.2023 startet mit einem neuen Geschäftsführer wieder voll durch.

Geschäftsführer Winterfest / Robert-Seguin Foto: (c) Magdalena-Lepka
Winterfest22 Trailer / Video: (c) Winterfest
Le-Ptit-Cirk-3 Foto: -©-Guillaume-de-Smedt

Salzburg hat Robert Seguin (ein Franzose) als neuen Geschäftsführer, einen Mann an Land gezogen, der von zeitgenössischer Circus Kunst viel versteht, wo doch Frankreich Vorreiter des zeitgenössischen Circus Kunst ist. Diese Kunstform – aufgrund der frankokanadischen Entstehungsgeschichte auch bekannt als „Cirque Nouveau“ arbeitet mit Tanz, Akrobatik, Jonglage, Schauspiel, Musik und viel Poesie.

MOTA-3 Foto: © Wildbild

Robert Seguin präsentierte das Programm des diesjährigen Winterfest.

5 Internationale Circus Compagnien werden aufgeführt, zwei davon haben Österreichpremiere.

  • Circus FahrAway „Ballett“ (Schweiz) 2021 Österreichpremiere mit 18 Aufführungen
  • Circus Ronaldo „Sono io?“ (Belgien) 17 Aufführungen
  • Le P´tit Cirk „Les Dodos“ (Frankreich) 2017 Österreichpremiere mit 8 Aufführungen
  • Michael Zandl, Daniel Eisele, Kolja Huneck „Sawdust Symphony“ (Österreich, Schweiz) 2022 8 Aufführungen
  • Jamie Adkins „Circus Incognitus“ (USA) 2008 12 Aufführungen

Des Weiteren gibt es 2 Aufführungen im TOIHAUS aus der österreichischen Circus Szene mit Kaleidoskop „Circus trifft Tanz und Performance“

Der Salzburger Circusverein MOTA „Vanitas“ finden ebenfalls mit 2 Aufführungen in der SZENE Salzburg statt.

Auch dieses Jahr wird das Winterfest wieder international-renommierte Circuscompagnien und ihre neuesten Produktionen nach Salzburg bringen. Somit kann auch heuer das Publikum wieder in eine bunte Welt eintauchen, die manchmal leise oder auch laut sein kann.

www.winterfest.at

„DER BLICK NACH AUSSEN“

Der Vorarlberger Künstler Hermann Präg in Salzburg!

Künstler Hermann Präg / Foto: © Christa Linossi

KULTUR ANIF widmete ihm eine Ausstellung seiner Werke.

Es sind Arbeiten, die einen tiefen Einblick in das Innere zeigen, aber auch den „Blick nach Außen“ freigeben. Die Fotos sind zum Großteil schwarzweiß Arbeiten. Schwarz dominiert auf alle Fälle, aber die hellen Formen und Flächen geben der Fotografie wiederum die Aussagekraft jeden Bildes.

Da ist zum einen eine Arbeit, ich tippte auf ein Kellerfenster, ist es aber nicht, es handelt sich um ein Hotel in Wien. Hier arbeitete der Künstler eine Frequenz heraus, die einen kleinen Ausschnitt aus einer Glaswand darstellt und so einen interessanten Blick nach Außen freigab aber doch wieder ins Innere reflektierte.

Hermann Präg „Der Blick nach Außen“ Foto: © Christa Linossi

In einem Gespräch teilte mir der Künstler mit, er fotografiere Digital und mit RAW-Format, er sucht sich von den Objekten jeweils einen Ausschnitt heraus und bearbeitet die Fotografie, wie es seinerzeit analog im Labor passierte, passiert es jetzt am Computer. So gesehen, entstehen auch hier des Öfteren die sogenannten Wow Effekte. Bei der Fotografie kommt es auch sehr viel auf die Lichtverhältnisse an. Des Weiteren welche Formen, welchen Ausschnitt, kann man, soll man in den Fokus stellen.

Eine Arbeit „Fähre“, die mir persönlich sehr gut gefällt, ist eine Arbeit, die auf den ersten Blick, eine Landschaft wie Wüste aussehen lässt.  Spuren winden sich durch die Fläche, man ist geflasht und verliert sich in den Spuren. Diese Fotografie ist allerdings ein See, ein sehr bekannter See, nämlich der Bodensee. Er präsentiert sich wie eine Goldfarbene Landschaft. Wieder werden Fragen aufgeworfen. Es sind die Oberflächen, die nicht exakt identifiziert werden können. Eine Fotografie, die wahrscheinlich vom Berg aus zustande kam, wurde hier der See durch die abendliche Sonne im Sommer unter besonderen Umständen von der Oberfläche des Bodensees sehr breit und gleichmäßig reflektiert. Die Oberfläche verwandelte sich in eine weiß glänzende Oberfläche, so die Aussage des Künstlers. Eine kleine Blende dämpfte ihre Intensität. Zur großen Überraschung kam eine Goldfarbe – die sonst dem menschlichen Auge verborgen bleibt – zum Vorschein.

Hermann Präg „Der Blick nach Außen“ „Fähre“ Foto: © Christa Linossi

Die Arbeit „Fragile Schicht“ deutet auf viel geheimnisvolles hin. Handelt es sich um eine Flüssigkeit die verschüttet wurde oder ist es ein See der ins NICHTS verschwindet? Wasser, Flüssigkeit, was immer es ist, am Rande drängt sich immer wieder dieses tiefe Schwarz auf, dass ebenfalls Fragen aufwerfen kann! Sollte es ein See sein, was verbirgt sich im Schwarzen? Eine Landschaft? Eine Großstadt oder doch NICHTS? Egal wie immer der Betrachter dieses Rätsel lösen will, es hat eine Tiefenwirkung. Die glitzernde Oberfläche – Flüssigkeit oder See – entstanden durch die letzten Strahlen der Sonne, das Schwarz an den Randflächen, gibt dem Bild das Geheimnisvolle an den Betrachter weiter.

Hermann Präg „Der Blick nach Außen“ „Fragile Schicht“ Foto: © Christa Linossi

Hermann Präg Fotoarbeiten sind Wahrnehmungen, die man überschreiten muss. Er zwingt den Betrachter, sich mit den Werken auseinanderzusetzen, man soll sich auch bewusst die Zeit nehmen und sich mit den Fotografien einlassen, so versteht man auch das eine oder andere Werk.

Hermann Präg der 1984 das Diplom an er Hochschule Mozarteum Malereiklasse bei Prof. Peter Prandstetter abgeschlossen hatte, ist ein vielseitiger Künstler. Von der Malerei wechselte er zur Lichtkunst, welches für ihn ein spannendes Projekt war und auch noch immer ist. Dann kam die Fotografie und diese Arbeiten sind genauso spannend wie seine Lichtobjekte.

Ein Künstler den man sich merken sollte. Spannend, interessant und eine Menge Herausforderung zu Fragen, die seine Bilder aufwerfen.

https://praeg-lichtkunst.at/

ZEITGENÖSSISCHE KUNSTWERKE am höchsten Berg Österreichs „GROSSGLOCKNER“

„Temporäre Kunstinterventionen entlang der Großglockner Hochalpenstraße“  von 2020 – 2022

Die Großglockner-Hochalpenstrasse / Foto:  © Christa Linossi 2022

Die Großglockner-Hochalpenstrasse, an sich schon ein eigenes Kunstwerk verbindet sich mit zeitgenössischer Kunst. SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL, so der Titel dieses Kunstprojektes welches 2020 bereits gestartet wurde und bis Wintereinbruch 2022 weitergeführt wurde.

Künstlerin Anna Meyer „Weltschmelz“ auf der Großglockner Hochalpenstrasse / Foto: © Christa Linossi 2022

Im Oktober 2022 wurde vom Land Salzburg Fonds zur Förderung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum noch einmal eine inszenierte Busfahrt zur hochalpinen Natur- und Fahrerlebnis durch „zeitgenössische Kunstwerke“ inszeniert.

2021 war ich ebenfalls unterwegs zu der auf der Großglockner Hochalpenstrasse entlang ausgestellten Kunstwerken, mit dem Titel SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL. 2021 im Juli gab es leider nur „Sauwetter“ also man musste durch Regen, Nebelwände (zwischendurch blinzelte die Sonne mal kurz hervor) und somit konnten sich die Kunstwerke nicht im strahlenden Sonnenlicht präsentieren. Ein Grund mehr für mich, diese interessante Ausstellung heuer im Oktober noch einmal zu besichtigen.

Es war kein Fehler, diese Fahrt noch einmal zu machen. Die Kunstwerke präsentierten sich diesmal bei strahlendem Sonnenschein, wobei man schon erkannte, dass einige Objekte aufgrund der verschiedenen Witterungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Aber in Höhen ab 2100 m normal. Ich würde es so interpretieren, alles hat ein Ende, die Ausstellung, die Kunstwerke, die in Mitleidenschaft gezogen wurden und nun für immer abgebaut werden.

Michael Zinganel, der Kurator dieser Ausstellung – er wuchs in dieser Gegend auf.– konnte vieles über die Großglockner Hochalpenstrasse berichten, erklärte warum diese Ausstellung hier stattgefunden hatte und vieles mehr.

Michael Zinganel, der Kurator erklärte die Kunstwerke / Foto: © Christa Linossi 2022

Die Busexkursion führte zu den 12 Gemälden und 4 Skulpturen, die im Rahmen des Projektes Serpentine noch bis zum Wintereinbruch entlang der denkmalgeschützten Großglockner Hochalpenstraße zwischen Kasereck, Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, Fuscher Törl und Haus Alpine zu sehen waren.

Künstler: in Iris Andraschek & Hubert Lobnig „Ein riesiges Vergnügen“ auf der Großglockner Hochalpenstrasse / Foto: © Christa Linossi 2022

Die Kunstprojekte bezogen sich auf die mäandernde Fahrt über die vielen Kehren der Großglockner-Hochalpenstrasse und zeigten gleichzeitig die problematischen Beziehungen von Kunst Avantgarde und Massen-Tourismus. Den Massen-Tourismus findet auch auf der Großglockner Hochalpenstrasse statt.

Kritische Kunst beansprucht heute für sich, den Konsum und die Zirkulation der Bilder, wie sie von der Tourismuswirtschaft in Umlauf gebracht werden, mit ihren Interventionen „kritisch“ zu unterlaufen.

Bei diesem Link https://tracingspaces.net/heavenandhell/ haben Sie die Möglichkeit, alles nachzulesen und können auch sehen, welche Objekte entlang der Großglockner Hochalpenstrasse präsent waren.

Abschließend es war eine hochinteressante zeitgenössische Kunstausstellung, wo sich Künstler: innen Gedanken über Vergangenheit und Zukunft machten und dementsprechend ihre Kunstwerke zu diesem Thema präsentierten.

Blick auf den Großglockner und den noch verbliebenen Gletscher Foto: auf der Großglockner Hochalpenstrasse / Foto: © Christa Linossi 2022

CLAUDIA ROHRAUER

„Magnifications & Hallucinations“

underwater (HALLUCINATIONS) (PARNIDIS GRAIN STUDIES IV)2022Exhibition views „MAGNIFICATIONS & HALLUCINATIONS“ Foto: @ Galerie Marenzi, Leibnitz, 2022

Diese interessante Ausstellung sah ich Mitte Oktober 2022 in Leibnitz in der Galerie Marenzi Leibnitz.

Was hat mich an dieser Ausstellung so beeindruckt? Waren es die Arbeiten der Künstlerin oder wie der Raum der Galerie bespielt wurde. Beides hatte mich fasziniert.

Künstlerin Claudia Rohrauer Ausstellung „MAGNIFICATIONS & HALLUCINATIONS“ Galerie Marenzi, Leibnitz, 2022 Foto: (c) Christa Linossi

Die Ausstellung wurde so konzipiert, dass die Bilder nicht an den Wänden hangen, sondern die Bilder befanden sich in Entwicklerschalen, wie man sie benötigt zum Entwickeln in der analogen Fotografie. Diese Installation allein fand ich schon spannend. Eine andere Betrachtung der Fotografien der Künstlerin.

Die Fotografien der Künstlerin ebenfalls spannend, zwischen Farbenrausch und Zurückhaltung.

Die Serie „Underwater Magnifications & Hallucinations“ ist die Fortführung der Werkgruppe PARNIDIS GRAIN STUDIS, die sich mit einem grundlegenden ästhetischen Aspekt der analogen Fotografie und der Materialität fotografischer Bilder auseinandersetzt – der Körnigkeit, was immer man auch darunter verstehen mag.

Die Parnidis-Düne an der Kurischen Nehrung in Litauen stand Pate für die Arbeiten von Claudia Rohrauers Fotografien. Die Fotografien wurden in seine Einzelteile zerlegt, um eine Analogie zwischen dem Sandkorn als Grundbestandteil der Düne und dem Silberkorn als Grundbestandteil der analogen Fotografie herzustellen. Neben der Körnigkeit sind die Begriffe Auflösung sowie Empfindlichkeit weitere Stichwörter aus der Fototechnik, die für die Entwicklung der Arbeit von zentraler Bedeutung waren.

Betrachtet man das nachstehende Bild genau, wird das Sandkorn und das Filmkorn in Anbetracht der Macro-Aufnahmen mit der Überlagerung sichtbar und das Filmkorn „larger than life“ tritt in Erscheinung. So werden Detailaufnahmen von Mustern im Sand auf der Oberfläche der Düne durch den Eingriff der Tonung zu Unterwasser-Aufnahmen umgedeutet und stellen somit das Verhältnis zwischen dem gesehenen und dem empfundenen auf poetische Weise in Frage. Man könnte aber die Bilder als Betrachter auch in einen anderen Blickwinkel stellen. Einstrahlung durch das Sonnenlicht und durch eine Blendeneinstellung in der Kamera, könnte der Sand auch als golden erstrahlen, dass Gras im Hintergrund verwaschen und als Blackout an den Rand gedrängt sehen.      

„MAGNIFICATIONS & HALLUCINATIONS“ Foto: (c) Christa Linossi
„MAGNIFICATIONS & HALLUCINATIONS“ Foto: (c) Christa Linossi

Eine andere Arbeit, die Sand oder könnte es auch Wasser sein, in blau erscheinen lässt. Verschiedene Grashalme versuchen, sich aus dem Sand oder Wasser zu retten, um an der Oberfläche zu bleiben. Es könnte hier auch in einer Fiktion um Überleben gehen.

„MAGNIFICATIONS & HALLUCINATIONS“ Foto: (c) Christa Linossi

Es ist ein Experiment mit dem Prozess der Bildkolorierung mittels Fotoätzfarben. Das Sichtbar werden ist die Grauzone zwischen den faktisch-dokumentarischen und den abstrakt-poetischen Qualitäten der Fotografie.

„MAGNIFICATIONS & HALLUCINATIONS“ Foto: (c) Christa Linossi

Biografisches: Claudia Rohrauer (*1984 in Wien) lebt und arbeitet als freie Künstlerin und Fotografin in Wien. Sie studierte bei Friedl Kubelka an der Schule für künstlerische Fotografie Wien und danach Bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2020 wurde sie mit dem Outstanding Artist Award für künstlerische Fotografie sowie dem Anerkennungspreis des Landes NÖ für Medienkünste/Fotografie ausgezeichnet.

https://www.claudiarohrauer.info/about/